Die Pflicht von Erich Mühsam

Jüngst war der Tod bei mir zu Gast,
Unsichtbar stand er und hat still
Und prüfend meinen Puls gefaßt,
Als fragt er, ob ich folgen will.
Da ward mein Körper schwebend leicht,
Und in mir ward es licht und rein.
Ich spürte: Wenn das Leben weicht,
Muß Seligkeit und Süße sein.
Willkommner Tod. Du schreckst mich nicht;
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In deiner Obhut ist es gut,
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Wo Geist und Leib von aller Pflicht,
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Von Kerkerqual und Ängsten ruht ...
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Von aller Pflicht? Stirbt denn mit mir
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Der Krieg, das Unrecht und die Not?
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Des Armen Sucht, des Reichen Gier, –
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Sind sie mit meinem Ende tot?
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Ich schwur den Kampf. Darf ich ihn fliehn?
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Noch leb ich – wohlig oder hart.
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Kein Tod soll mich der Pflicht entziehn, –
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Und meine Pflicht heißt Gegenwart!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.3 KB)

Details zum Gedicht „Die Pflicht“

Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
20
Anzahl Wörter
127
Entstehungsjahr
1925
Epoche
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Erich Mühsam ist der Autor des Gedichtes „Die Pflicht“. Der Autor Erich Mühsam wurde 1878 in Berlin geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1925. Berlin ist der Erscheinungsort des Textes. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht der Epoche Expressionismus zuordnen. Bei Mühsam handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das 127 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 20 Versen mit nur einer Strophe. Weitere Werke des Dichters Erich Mühsam sind „Bauchweh“, „Betäubung“ und „Das Beispiel lebt“. Zum Autor des Gedichtes „Die Pflicht“ haben wir auf abi-pur.de weitere 57 Gedichte veröffentlicht.

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