Die Kartenlegerin von Joachim Ringelnatz

Das Schiff war schon im Hafen leck.
Man besserte an dem Schaden.
Das Schiff hatte Fässer geladen
Und Passagiere im Zwischendeck.
 
Mittags stieg eine Negerin
In das Matrosenlogis.
Sie wäre Kartenlegerin,
Bedeutete sie.
 
„Two shillings“ – oder ein Kleidungsstück,
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Sie zeigte auf wollene Sachen.
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So eine weiß manchmal, wie man sein Glück
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Kann machen.
 
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Sie redeten voreinander dumm,
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Gaben der Alten zu saufen,
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Drückten ihr lachend am Busen herum
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Und ließen sie dann laufen.
 
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Nachts hockte die alte, schwarze Kuh
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An Deck zwischen Fässern und Tauen.
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Vor ihr lag Kuttel Daddeldu
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Dienstmüde und dachte an Frauen.
 
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Da legte die Kartenlegerin
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Die Karten, die ihn betrafen,
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An Deck und murmelte vor sich hin.
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Kuttel war eingeschlafen.
 
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Sie murmelte Worte in den Wind.
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Das Schiff fing an zu rollen.
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Das Schiff und die Menschen darauf sind
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Verschollen.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.7 KB)

Details zum Gedicht „Die Kartenlegerin“

Anzahl Strophen
7
Anzahl Verse
28
Anzahl Wörter
134
Entstehungsjahr
1933
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Die Kartenlegerin“ ist Joachim Ringelnatz. Geboren wurde Ringelnatz im Jahr 1883 in Wurzen. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1933. Der Erscheinungsort ist Berlin. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Moderne oder Expressionismus zugeordnet werden. Bei Ringelnatz handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epochen. Das 134 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 28 Versen mit insgesamt 7 Strophen. Der Dichter Joachim Ringelnatz ist auch der Autor für Gedichte wie „Afrikanisches Duell“, „Alone“ und „Alte Winkelmauer“. Zum Autor des Gedichtes „Die Kartenlegerin“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 560 Gedichte vor.

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