Am Morgen nach einem Sturm von Franz Grillparzer

Hast einmal wieder gestürmt?
Wildes, tobendes Element,
Wider Erd’ und Himmel
Feindlich kämpfend angerennt?
Töricht! Fruchtlos!
Sieh! Die Erde steht unbewegt
Und der Himmel wölbt sich heiter glänzend,
Lächelnd über sie und dich.
Du aber bist taub und düster
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Und warst doch schön wie sie.
 
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Feinde nicht die Erde an,
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Weil sie fest und grünend,
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Beneide nicht den Himmel,
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Weil er blau und hell:
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Bist du minder fest als jene,
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Bist du heller doch als sie;
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Bist du minder hell als dieser,
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Bist du fester doch als er,
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Und beide – willst du ruhig quellen –
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Spiegeln sich vereint in deinen Wellen.
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Drum gib auf nur die Beschwerde,
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Sei erst ruhig und dann schau,
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Ob du grün nicht wie die Erde,
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Wie der Himmel blau.

Details zum Gedicht „Am Morgen nach einem Sturm“

Anzahl Verse
2
Anzahl Zeilen
24
Anzahl Wörter
123
Entstehungsjahr
Frühjahr 1819
Epoche
Biedermeier,
Realismus

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Am Morgen nach einem Sturm“ ist Franz Grillparzer. Im Jahr 1791 wurde Grillparzer in Wien geboren. Im Jahr 1819 ist das Gedicht entstanden. In Wien ist der Text erschienen. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her den Epochen Biedermeier oder Realismus zuordnen. Der Schriftsteller Grillparzer ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen. Das vorliegende Gedicht umfasst 123 Wörter. Es baut sich aus 2 Versen auf und besteht aus 24 Zeilen. Weitere bekannte Gedichte des Autoren Franz Grillparzer sind „Abschied“, „Abschied von Gastein“ und „Am Hügel“. Zum Autoren des Gedichtes „Am Morgen nach einem Sturm“ haben wir auf abi-pur.de weitere 298 Gedichte veröffentlicht.

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