Die Blumen von Friedrich Schiller

Kinder der verjüngten Sonne,
Blumen der geschmückten Flur,
Euch erzog zu Lust und Wonne,
Ja, euch liebte die Natur.
Schön das Kleid mit Licht gesticket,
Schön hat Flora euch geschmücket
Mit der Farben Götterpracht.
Holde Frühlingskinder, klaget!
Seele hat sie euch versaget,
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Und ihr selber wohnt in Nacht’.
 
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Nachtigall und Lerche singen
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Euch der Liebe selig Loos,
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Gaukelnde Sylphiden schwingen
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Buhlend sich auf eurem Schooß.
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Wölbte eures Kelches Krone
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Nicht die Tochter der Dione
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Schwellend zu der Liebe Pfühl?
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Zarte Frühlingskinder, weinet!
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Liebe hat sie euch verneinet,
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Euch das selige Gefühl.
 
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Aber hat aus Ranny’s Blicken
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Mich der Mutter Spruch verbannt,
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Wenn euch meine Hände pflücken
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Ihr zum zarten Liebespfand,
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Leben, Sprache, Seelen, Herzen,
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Stumme Boten süßer Schmerzen,
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Goß euch dies Berühren ein,
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Und der mächtigste der Götter
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Schließt in eure stillen Blätter
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Seine hohe Gottheit ein.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.9 KB)

Details zum Gedicht „Die Blumen“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
30
Anzahl Wörter
138
Entstehungsjahr
1759 - 1805
Epoche
Sturm & Drang,
Klassik

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Die Blumen“ ist Friedrich Schiller. Der Autor Friedrich Schiller wurde 1759 in Marbach am Neckar, Württemberg geboren. In der Zeit von 1775 bis 1805 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Stuttgart und Tübingen. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zu den Epochen Sturm & Drang oder Klassik zu. Bei Schiller handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epochen.

Sturm und Drang ist die Bezeichnung für die Literaturepoche in den Jahren von 1765 bis 1790 und wird häufig auch zeitgenössische Genieperiode oder Geniezeit genannt. Diese Bezeichnung entstand durch die Verherrlichung des Genies als Urbild des höheren Menschen und Künstlers. Der Sturm und Drang knüpft an die Empfindsamkeit an und geht später in die Klassik über. Der Sturm und Drang war eine Protestbewegung, die aus der Aufklärung hervorging. Der Protest richtete sich dabei gegen den Adel und dessen höfische Welt, sowie andere absolutistische Obrigkeiten. Er richtete sich aber auch gegen das Bürgertum, das als freudlos und eng galt, und dessen Moralvorstellungen veraltet waren. Als Letztes richtete sich der Protest der Epoche des Sturm und Drang gegen Traditionen in der Literatur. Die Autoren der Epoche des Sturm und Drangs waren häufig unter 30 Jahre alt. In den Gedichten wurde darauf geachtet eine geeignete Sprache zu finden, um die subjektiven Empfindungen des lyrischen Ichs zum Ausdruck zu bringen. Die Nachahmung und Idealisierung von Künstlern aus vergangenen Epochen wie dem Barock wurde abgelehnt. Die traditionellen Werke wurden dennoch geschätzt und dienten als Inspiration. Es wurde eine eigene Jugendkultur und Jugendsprache mit kraftvollen Ausdrücken, Ausrufen, Wiederholungen und Halbsätzen geschaffen. Die Epoche des Sturm und Drang endete mit der Hinwendung Schillers und Goethes zur Weimarer Klassik.

Das Gedicht besteht aus 30 Versen mit insgesamt 3 Strophen und umfasst dabei 138 Worte. Der Dichter Friedrich Schiller ist auch der Autor für Gedichte wie „Aktäon“, „An Minna“ und „An den Frühling“. Zum Autor des Gedichtes „Die Blumen“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 220 Gedichte vor.

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