Der entflohene Amor von Christian Felix Weiße

Ich trank, und Chloe trank mit mir,
Gleich war der Gott der Lieb auch hier:
Ach! seufzte Chloe, sieh! schon stört er unsre Freuden,
Hasch ihn, wir wollen ihm die Flügel gleich beschneiden.
 
Nein, sagt ich, da könnt er noch fliehn:
Die Flügel wachsen: laß uns ihn,
Den kleinen Bösewicht, eh er entflieht, ersticken!
Nicht wahr? so kann er uns doch weiter nicht berücken.
 
Wir haschten: eh man sichs versah,
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War er bald dort, bald wieder da:
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Und als ich ihn einmal recht fest zu halten dachte,
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Floh er in unser Herz; wir seufzten, und er lachte!
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „Der entflohene Amor“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
12
Anzahl Wörter
97
Entstehungsjahr
1758
Epoche
Aufklärung

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichts „Der entflohene Amor“ ist Christian Felix Weiße, ein deutscher Dichter und Dramatiker, der von 1726 bis 1804 lebte. Zu seinen Lebzeiten gehörte er zur Epoche der Aufklärung, allerdings trägt das Gedicht auch Züge des Rokoko, das durch humorvolle und leichte Verse gekennzeichnet ist.

Beim ersten Lesen des Gedichts fällt die heitere und spielerische Stimmung auf, die durch den Dialog zwischen dem lyrischen Ich und Chloe erzeugt wird. Sie umgibt einen metaphorischen, spielerischen Akt: den Versuch, die flüchtige Liebesgöttin Amor einzufangen.

Das Gedicht erzählt von einem gemeinsamen Trinken des lyrischen Ichs und Chloe. Dabei erscheint die Gottheit der Liebe, Amor. Chloe schlägt vor, ihm seine Flügel zu beschneiden, um ihn daran zu hindern, ihre Freude zu stören. Das lyrische Ich bietet jedoch eine Alternative an: Sie sollten Amor ersticken, bevor er entkommen kann. Als sie versuchen, dies zu tun, entkommt Amor und flieht in ihre Herzen.

Die Nachricht des lyrischen Ichs könnte die Unvermeidbarkeit und Unkontrollierbarkeit der Liebe darstellen. Trotz ihrer Versuche, Amor - das Symbol der Liebe - zu bändigen, entkommt er und dringt in ihre Herzen ein. Dies erzeugt eine ironische Wendung gegen Ende des Gedichtes.

Formal besteht das Gedicht aus drei Vierzeilerstrophen mit einer klassischen Reimstruktur (ABAB). Die Sprache ist einfach und klar, mit einer leichten, spielerischen Tonart, die zum Thema und den Charakteren passt. Schließlich verwendet der Autor die Metapher des Fliegens und Einfangens von Amor, um die Flüchtigkeit und das schwer fassbare Wesen der Liebe darzustellen.

Weitere Informationen

Der Autor des Gedichtes „Der entflohene Amor“ ist Christian Felix Weiße. 1726 wurde Weiße in Annaberg geboren. Im Jahr 1758 ist das Gedicht entstanden. Erscheinungsort des Textes ist Leipzig. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text der Epoche Aufklärung zugeordnet werden. Weiße ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 97 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 12 Versen mit insgesamt 3 Strophen. Christian Felix Weiße ist auch der Autor für Gedichte wie „Chloe“, „Chloe im Bade“ und „Cupido“. Zum Autor des Gedichtes „Der entflohene Amor“ haben wir auf abi-pur.de weitere 100 Gedichte veröffentlicht.

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