Altes Lied von Heinrich Heine

Du bist gestorben und weißt es nicht,
Erloschen ist dein Augenlicht,
Erblichen ist dein rothes Mündchen,
Und du bist todt, mein todtes Kindchen.
 
In einer schaurigen Sommernacht
Hab’ ich dich selber zu Grabe gebracht;
Klaglieder die Nachtigallen sangen,
Die Sterne sind mit zur Leiche gegangen.
 
Der Zug, der zog den Wald vorbei,
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Dort wiederhallt die Litaney;
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Die Tannen, in Trauermänteln vermummet,
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Sie haben Todtengebete gebrummet.
 
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Am Weidensee vorüber ging’s,
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Die Elfen tanzten inmitten des Ring’s;
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Sie blieben plötzlich stehn und schienen
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Uns anzuschaun mit Beileidsmienen.
 
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Und als wir kamen zu deinem Grab,
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Da stieg der Mond vom Himmel herab.
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Er hielt eine Rede. Ein Schluchzen und Stöhnen,
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Und in der Ferne die Glocken tönen.

Details zum Gedicht „Altes Lied“

Anzahl Verse
5
Anzahl Zeilen
20
Anzahl Wörter
116
Entstehungsjahr
1851
Epoche
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Altes Lied“ des Autoren Heinrich Heine. Der Autor Heinrich Heine wurde 1797 in Düsseldorf geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1851. Der Erscheinungsort ist Hamburg. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Junges Deutschland & Vormärz kann auf Grund er Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autoren vorgenommen werden. Bei dem Schriftsteller Heine handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das 116 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 20 Zeilen mit insgesamt 5 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autoren Heinrich Heine sind „Ahnung“, „Allnächtlich im Traume seh’ ich dich“ und „Almansor“. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „Altes Lied“ weitere 526 Gedichte vor.

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