Der Traum von Christian Felix Weiße

Hier wars, hier lag ich, auf der Stelle,
In diesem veilchenvollen Gras;
An diesem Baum, bey dieser Quelle,
Da träumte mir vom jungen Licidas!
 
Der Büsche kleine Sänger fühlten
Den Lenz, und sangen Lieb und Lust!
Ich lag, die freyen Zephyr spielten
Muthwillig mir um die halb offne Brust.
 
Da kam er, o mit welchen Blicken!
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Beredter, als das, was er sprach:
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Der Liebe Sehnsucht auszudrücken,
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Versucht er oft, und stammelte nur Ach!
 
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Ich seufzt ihm nach: wir seufzten beyde
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Uns endlich unsern stillen Schmerz;
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Und ich gestand ihm, welche Freude!
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Voll Zärtlichkeit, ihm, wie er mir, sein Herz.
 
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Frey küßt er mich, und welches Glücke!
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Ich ward nicht einmal roth dabey.
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Ich gab ihm jeden Kuß zurücke;
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Ich, ich? und ward nicht einmal roth dabey!
 
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Hier schlummr’ ich ietzt von neuem wieder,
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O Traumgott! komm mit leisen Schritt,
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Und zeige mir den Schäfer wieder! – –
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Hast du noch mehr der Freuden, bring sie mit!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.8 KB)

Details zum Gedicht „Der Traum“

Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
24
Anzahl Wörter
154
Entstehungsjahr
1758
Epoche
Aufklärung

Gedicht-Analyse

Christian Felix Weiße ist der Autor des Gedichtes „Der Traum“. 1726 wurde Weiße in Annaberg geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1758. Der Erscheinungsort ist Leipzig. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Aufklärung kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Bei dem Schriftsteller Weiße handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 24 Versen mit insgesamt 6 Strophen und umfasst dabei 154 Worte. Weitere Werke des Dichters Christian Felix Weiße sind „An Amor“, „An den Amor“ und „An die Muse“. Zum Autor des Gedichtes „Der Traum“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 100 Gedichte vor.

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