Der Mann am Spiegel von Kurt Tucholsky

Plötzlich fängt sich dein Blick im Spiegel
und bleibt hängen.
Du siehst:
 
Die nackt rasierten Wangen
– „Backe“: das ist gut für andere Leute –
den sanft geschwungenen Mund, die glatte Oberlippe,
die Krawatte sitzt – nein, doch nicht:
zupf!
 
Jetzt bist du untadlig.
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Haare, Nase, Hals, Kragen, Rockschultern sind ein gut komponiertes Bild –
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tief bejaht dich dein Blick.
 
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Wohlgefällig ruhst du auf dir,
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siehst die seidigen Ränder der Ohrbrezeln,
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unmerklich richtest du dich auf –
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du bist so zufrieden mit dir
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und fühlst das gesunde Mark deines Lebens.
 
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Übrigens haben die Fliegen auf dem Spiegelglas gesessen,
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oder ein chemischer Vorgang hat das Quecksilber bepickelt:
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kleine blinde Pupillen sitzen darauf …
 
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Nun stell den innern Entfernungsschätzer der Augen wieder um:
 
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An der rechten Schläfe
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- aber nur, wenn man schärfer hinsieht -
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stehn ein paar kleine Runzeln,
 
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Schützengräben der Haut –
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nein, er sind noch keine Runzeln,
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doch da, an dieser Stelle, werden sie einst stehen.
 
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Dann bist du ein alter Mann;
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dann sagen die Leute: „Der alte Kaspar –“;
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dann wird ein Mädchen leise ausgelacht, der du etwas zuflüsterst –
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„Mit dem alten Mann …?“ sagen ihre Freundinnen.
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Alter Mann.
 
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Wie ihr euch anseht:
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der Glasmann und du!
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Nie
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nie wird dich jemals ein anderer Mensch so ansehen,
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ohne Beigeschmack von Ironie.
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Du kannst dich gar nicht im Spiegel sehn.
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Tat twam asi –?
 
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Glatt ist dein Gesicht, sauber gewaschen und frottiert,
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Zeit ist darüber hingespült.
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Dein Gesicht, den Schuttplatz deiner Gefühle, hast du zusammengelogen,
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zusammengelacht,
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geküßt, geschwiegen, gelitten, geseufzt: zusammengelebt –
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sieh, unterhalb des linken Auges bist du leicht fleckig.
 
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Mach dein Spiegelgesicht!
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Was in den letzten Jahren alles gewesen ist,
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nichts davon ist dir anzusehen.
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Alles ist dir anzusehen.
 
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Fakire sollen sich manchmal allein hypnotisieren.
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Wenn man sich lange in den Spiegel sieht, steht im Lexikon,
 
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verfällt man in Trance …
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du siehst den Spiegelmann an,
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der sieht, wie du siehst –
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du siehst, wie er sieht, wie du …
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Reiß deinen Blick zurück! Erwache.
 
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So, mit dem aufgestützten Arm, ergäbe das eine gute Photographie für die illustrierten Blätter:
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ernst blickt der Dichter den Abonnenten an,
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Ehrfurcht erheischend und einen zerstreuten Blick lang auch zugebilligt; unnahbar, sehr sicher,
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wie aus gefrorenem Schmalz gehauen – ein fertiges Ding.
 
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In den zwei glitzernden Pünktchen, die
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in der Mitte deiner Augen angebracht sind,
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funkt das Leben.
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Eigentlich sind wir ganz schön, wie –?
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Du betrachtest dich, wie sich die Männer in den Friseurläden betrachten,
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wenn sie, haargeschnitten, aufstehn:
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„Es ist, Gott sei Dank, alles da, und wir sind repräsentative Erscheinungen –!“
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Mit einem langen Blick sehen sie sich im Spiegel an:
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Kontrollversammlung der Kompanie, vorgenommen durch den Feldwebel Auge –
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nicht losreißen können sie sich,
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dann ziehen sie ihre Weste herunter
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und gehen neu gestärkt auf die Straße,
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durchaus bereit zum Kampf mit den andern, denen man nicht die Haare geschnitten hat.
 
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Aber auf einmal
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ist die glatte Sicherheit deines gebügelten Rockes dahin;
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die Angst ist da.
 
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Angst sitzt in den dunkeln Vertiefungen deiner Nase,
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mit der du die Luft einschaufelst;
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das Blech am Kamin erzittert leise,
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du hörst mit den Augen –
 
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Sag etwas!
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Sprich!
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Prophezeie, wie es weiter werden wird!
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Ob ich gepflegt sterbe, im Bett: umgeben von einem ernsten Professor, einer weißen Krankenschwester und süßlich riechenden Flaschen;
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oder ob ich auf kalter Chaussee verrecke, ganz allein –
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zu den andern Landstreichern habe ich manchmal französisch gesprochen, weil ich doch etwas Besseres gewesen bin;
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ob ich mich zerhuste oder sacht im Sessel zurücksinke …
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In das Weiße der Augen steigt langsam Not auf –
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welch ein Mitleid hast du mit dir!
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Du betest dich hassend an.
 
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Sprich!
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Prophezeie:
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Erfolg - Ansehen – Vergessenheit – Geldmangel – Demütigung; es gleiten die wohlgenährten Kameraden vorbei und klopfen dir ermunternd auf die Schulter, in leiser Schadenfreude.
 
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Flocke. Geküßter Mund. Belebte Kopfkugel.
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Mit mobilisierten Muskeln seht ihr euch beide an.
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Noch ist nichs zu sehn. Noch seid ihr beide schön.
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Tief unten knistert die Angst.
 
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„Sie haben“, so sagt der Spiegelmann zu dem andern Mann,
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„da ein Haar auf Ihrem Rockkragen!
 
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Sehn Sie? es glänzt im Schein der abendlichen Lampe -
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das darf, merkwürdigerweise, nicht sein; nehmen Sie es bitte herunter –!“
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Sorgsam entfernt ihr das Haar.
 
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Ich gehe vom Spiegel fort.
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Der andre auch –
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Es ist kein Gespräch gewesen.
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Die Augen blicken ins Leere,
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mit dem Spiegelblick –
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ohne den andern im Spiegel.
 
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Allein.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (35.2 KB)

Details zum Gedicht „Der Mann am Spiegel“

Anzahl Strophen
25
Anzahl Verse
108
Anzahl Wörter
696
Entstehungsjahr
1929
Epoche
Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit,
Exilliteratur

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Der Mann am Spiegel“ ist Kurt Tucholsky. Im Jahr 1890 wurde Tucholsky in Berlin geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1929 zurück. Der Erscheinungsort ist Berlin. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit oder Exilliteratur zugeordnet werden. Der Schriftsteller Tucholsky ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen.

In der Literatur der Weimarer Republik wurden auf inhaltlicher Ebene häufig die Ereignisse des Ersten Weltkrieges verarbeitet. Sowohl der Erste Weltkrieg als auch die späteren politischen Gegebenheiten der Weimarer Republik sind prägende Faktoren für diese Epoche. Neue Sachlichkeit ist eine Richtung der Literatur der Weimarer Republik. In den Werken dieser Zeit ist die zwischen den Weltkriegen hervortretende Tendenz zu illusionsloser und nüchterner Darstellung von Gesellschaft, Technik, Weltwirtschaftskrise aber auch Erotik deutlich erkennbar. Man kann dies auch als Reaktion auf den literarischen Expressionismus werten. Die Handlung wurde meist nur kühl und distanziert beobachtet. Die Dichter orientierten sich an der Realität. Mit einem Minimum an Sprache wollte man ein Maximum an Bedeutung erreichen. Mit den Texten sollten so viele Menschen wie möglich erreicht werden. Deshalb wurde darauf geachtet eine nüchterne sowie einfache Alltagssprache zu verwenden. Viele Schriftsteller litten unter der Zensur in der Weimarer Republik. Im Jahr 1922 wurde nach einem Attentat auf den Reichsaußenminister das Republikschutzgesetz erlassen, das die zunächst verfassungsmäßig garantierte Freiheit von Wort und Schrift in der Weimarer Republik deutlich einschränkte. Dieses Gesetz wurde in der Praxis nur gegen linke Autoren angewandt, nicht aber gegen rechte, die teils in ihren Werken offen Gewalt verherrlichten. Das 1926 erlassene Schund- und Schmutzgesetz verstärkte die Grenzen der Zensur nochmals. Später als die Pressenotverordnung im Jahr 1931 in Kraft trat, war sogar die Beschlagnahmung von Schriften und das Verbot von Zeitungen über mehrere Monate möglich.

Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Autoren, die ins Exil gehen, also ihr Heimatland verlassen mussten. Dies geschah insbesondere zu Zeiten des Nationalsozialismus. Die Exilliteratur geht aus diesem Umstand hervor. Der Ausgangspunkt der Exilbewegung Deutschlands war der Tag der Bücherverbrennung am 30. Mai 1933. Die Exilliteratur bildet eine eigene Epoche in der deutschen Literaturgeschichte. Sie schließt an die Neue Sachlichkeit der Weimarer Republik an. Themen wie Verlust der eigenen Kultur, existenzielle Probleme, Sehnsucht nach der Heimat oder Widerstand gegen den Nationalsozialismus sind typisch für diese Epoche der Literatur. Bestimmte formale Merkmale lassen sich jedoch nicht finden. Allerdings gab es einige neue Gattungen, die in dieser Literaturepoche geboren wurden. Das epische Theater von Brecht oder auch die historischen Romane waren neue Textsorten der Literatur. Aber auch Radioreden oder Flugblätter der Widerstandsbewegung sind hierbei als neue Textsorten zu erwähnen. Oftmals wurden die Texte auch getarnt, so dass sie trotz Zensur nach Deutschland gebracht werden konnten. Dies waren dann die sogenannten Tarnschriften.

Das vorliegende Gedicht umfasst 696 Wörter. Es baut sich aus 25 Strophen auf und besteht aus 108 Versen. Der Dichter Kurt Tucholsky ist auch der Autor für Gedichte wie „’s ist Krieg!“, „Abschied von der Junggesellenzeit“ und „Achtundvierzig“. Zum Autor des Gedichtes „Der Mann am Spiegel“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 136 Gedichte vor.

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