Der Hecht von Christian Morgenstern

Ein Hecht, vom heiligen Antōn
bekehrt, beschloß, samt Frau und Sohn,
am vegetarischen Gedanken
moralisch sich emporzuranken.
 
Er aß seit jenem nur noch dies:
Seegras, Seerose und Seegries.
Doch Gries, Gras, Rose floß, o Graus,
entsetzlich wieder hinten aus.
 
Der ganze Teich ward angesteckt.
10 
Fünfhundert Fische sind verreckt.
11 
Doch Sankt Antōn, gerufen eilig,
12 
sprach nichts als: Heilig! heilig! heilig!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (23.8 KB)

Details zum Gedicht „Der Hecht“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
12
Anzahl Wörter
59
Entstehungsjahr
nach 1887
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Der Hecht“ stammt von dem Schriftsteller Christian Morgenstern, der von 1871 bis 1914 lebte. Das Gedicht fällt somit in die Epoche des Symbolismus oder auch Dekadentismus, in der besonders die Mystik und das Fantastische betont wurden.

Auf den ersten Blick erscheint dieses Gedicht als eine skurrile und humorvolle Geschichte. Es erzählt von einem Hecht, der durch den Heiligen Antonius dazu bewegt wird, eine vegetarische Lebensweise anzunehmen. Trotz seiner Bemühungen enthüllt das Gedicht jedoch komisch, dass sich diese Diät als ungeeignet herausstellt und sogar dazu führt, dass andere Fische im Teich sterben.

In einfachen Worten geschildert ist das Gedicht eine bissige Satire auf eine oberflächliche und unbedachte moralische Überheblichkeit und Heuchelei. Der Hecht sucht moralische Erhabenheit in einer vegetarischen Lebensweise, obwohl diese offensichtlich seiner Natur als Raubfisch widerspricht. Er verursacht eher Schaden als dass er Gutes tut, was die Absurdität einer blinden Nachahmung von Moralvorstellungen verdeutlicht. Der Heilige Antonius wird hier bestimmt auch satirisch als eine Persönlichkeit gezeichnet, die sich auf ihren Lorbeeren ausruht, anstatt praktische Hilfe zu leisten.

Was Form und Sprache des Gedichts angeht muss man vor allem die klare und prägnante Versstruktur und den sauberen Reim hervorheben. Jede Strophe besteht aus vier Versen, was dem Gedicht eine einfache, aber straffe Struktur verleiht. Die Sprache ist klar und anschaulich, verstärkt durch den gelegentlichen Einsatz von Alliteration (zum Beispiel „Gries, Gras, Rose floß“). Der eher humoristische und beißend satirische Tonfall wird durch die Verwendung konkreter und bildhafter Sprache erzeugt. Der absurde und schwarze Humor des Gedichts unterstützt seine satirische Botschaft effektiv.

Weitere Informationen

Das Gedicht „Der Hecht“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Christian Morgenstern. Im Jahr 1871 wurde Morgenstern in München geboren. In der Zeit von 1887 bis 1914 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Zürich. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Moderne zu. Morgenstern ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 12 Versen mit insgesamt 3 Strophen und umfasst dabei 59 Worte. Der Dichter Christian Morgenstern ist auch der Autor für Gedichte wie „Bim, Bam, Bum“, „Brief einer Klabauterfrau“ und „Brüder!“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Der Hecht“ weitere 189 Gedichte vor.

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