Allein! von Ada Christen

Einsam stand ich auf den Bergen,
Wo der Falke kreischend flog,
über schneebedecktem Gipfel
Seine stillen Kreise zog.
 
Einsam lag ich auf der Haide
Wenn die Sonne untersank,
Und der dürre glüh’nde Boden
Gierig feuchte Nebel trank.
 
Einsam saß ich oft am Meere,
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Dessen alter Klaggesang
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Bald wild-zornig, bald süß-traurig,
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Bald wie dumpfes Schluchzen klang.
 
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Einsam irrt ich durch die Wälder,
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Nur die Eul’ am Felsenriff
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War mein krächzender Gefährte
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Und der Wind, der wimmernd pfiff.
 
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Einsam litt ich – aber tröstend
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War die hehre Einsamkeit –
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Nicht allein trug ich mein Elend,
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Die Natur verstand mein Leid!
 
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Doch allein – so ganz alleine –
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Abgrundtief von Euch entfernt,
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Fand ich mich in Euren Sälen –
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Als ich Euch versteh’n gelernt!

Details zum Gedicht „Allein!“

Autor
Ada Christen
Anzahl Verse
6
Anzahl Zeilen
24
Anzahl Wörter
118
Entstehungsjahr
1870
Epoche
Realismus

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Allein!“ der Autorin Ada Christen. Christen wurde im Jahr 1839 in Wien geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1870 zurück. Erschienen ist der Text in Hamburg. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten der Autorin her lässt sich das Gedicht der Epoche Realismus zuordnen. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Basis geschehen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben bei Verwendung. Das Gedicht besteht aus 24 Zeilen mit insgesamt 6 Versen und umfasst dabei 118 Worte. Ada Christen ist auch die Autorin für das Gedicht „Auf den Bergen“, „Belle Helène!“ und „Biedere Hausfrauen“. Auf abi-pur.de liegen zur Autorin des Gedichtes „Allein!“ weitere 78 Gedichte vor.

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