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Titel / Referat: Kaleko, Mascha - Das graue Haar (Gedichtinterpretation)

Schlagwörter: Das graue Haar von Mascha Kaléko, Gedichtanalyse, Gedichtinterpretation, Liebe, Strophen und Verse, Reim Hausaufgabe, Referat


Gedichtinterpretation „Das graue Haar“ von Mascha Kaléko

Das graue Haar 

Ein welkes Sommerblatt fiel mir zu Füßen. 
- Dein erstes graues Haar. Es sprach zu mir: 
Mai ist vorbei. Der erste Schnee läßt grüßen. 
Es dunkelt schon. Die Nacht steht vor der Tür. 

Bald wird der Sturmwind an die Scheiben klopfen. 
Im Lindenbaum, der so voll Singen war, 
Hockt stumm und düster eine Krähenschar. 
Hörst Du den Regen von den Dächern tropfen ? 

So sprach zu mir das erste graue Haar. 
Da aber ward ich deinen Blick gewahr, 
Da sah ich, Liebster, lächelnd dich im Spiegel. 
Du nicktest wissend: Ja so wird es sein. 

Und deine Augen fragten mich, im Spiegel, 
läßt mich die Nachtigall im Herbst allein ? 
Und meine Augen sagten dir im Spiegel: 
Kommt, Wind und Regen, kommt ! Wir sind zu zwein. 

Das graue Haar, ich suche es, im Spiegel. 
Der erste Kuss darauf, dass war mein Siegel. 

(Maschka Kaléko) 

Interpretation /Analyse
Das Liebesgedicht „Das graue Haar“ von Mascha Kaléko wurde in der Zeit des Nationalsozialismus geschrieben und 1945 veröffentlicht. Es handelt von Liebe, die auch das Älterwerden durchsteht. 

Das Gedicht wurde in vier Strophen à vier und einer Strophe mit zwei Versen verfasst. Es ist durchgehend im fünfhebigen Jambus geschrieben. Das Reimschema wechselt, die erste Strophe ist im Kreuzreim gehalten, die zweite Strophe ist umarmend gereimt, die dritte Strophe beginnt mit einem Paarreim, bildet mit der vierten Strophe jedoch wieder einen Kreuzreim, in der fünften, abschließenden Strophe kehrt die Verfasserin wieder zum Paarreim zurück. Die stumpfen oder klingenden Kadenzen stimmen jeweils mit dem sich darauf reimenden Wort überein, d.h. wenn der Reim umarmend geschrieben ist, umarmen sich auch die Kadenzen [vgl. Strophe 2: klopfen (klingend), war (stumpf), Krähenschar (stumpf), tropfen (klingend)].
Dem lyrischen Ich, welches vermutlich weiblich ist, da es das lyrische Du mit „Liebster“ (Z.11) anspricht und selbst als „Nachtigall“ (Z.14) bezeichnet wird, fällt sein graues Haar zu Füßen. Sie assoziiert sofort, dass der Lebensfrühling (Mai), die besten Jahre vorbei sind und graue Jahre bevorstehen bzw. der Lebensabend – im Jahreszeitenbild als kühler Winter dargestellt – beginnt und „die Nacht (also der Tod) steht vor der Tür“ (Z.4.), was durch das welke, sprechende Haar ausgedrückt wird (vgl. Z.1-4). Die Liebe erwarten härtere Zeiten (vgl. Z.5). 

Der Lindenbaum, welcher für lange, verwurzelte Liebe steht und (wetter-)beständig ist, ist nicht mehr von lebendigen Singen (Singvögeln) besetzt, sondern es „hockt stumm und düster eine Krähenschar“ darauf (vgl. 6+7). Dieses deutet auf Hoffnungslosigkeit, Angst vor dem Sterben der Liebe, oder der beiden älterwerdenden Personen allgemein, hin. Diese depressive Stimmung findet in der Frage nach dem Regen, der eigentlich nur als eingebildetes Geräusch die Ausmaße der Angst darstellen soll, und als schlechtes Wetter zu schlechten, grauen Zeiten gehört, ihren Höhepunkt (vgl.Z.8). 

Das lyrische Ich sieht, nachdem das graue Haar bzw. ihre innere Stimme ihr die Zukunft vor Augen geführt hat, im Spiegel, der ihr die Realität zeigt, dass ihr „Liebster“ (Z.11) das Gleiche dachte und ihr nickend zustimmt: sie werden älter; „so wird es sein“ (Z.12), er aber keine Angst davor hat, da er lächelt (vgl. Z.10-12). Er fürchtet sich lediglich davor, dass sie ihn alleine lässt, weil er der Einzige bzw. Erste ist, der Alterserscheinungen zeigt und sie noch schön, und jugendlich wie eine „Nachtigall“ (Z.14) aussieht und er ihre Angst vor dem Älterwerden gesehen hat. Daher vergewisserten sich die Blicke des lyrischen Dus, ob sie ihm in dieser schweren Älterwerdens-Krise beisteht (vgl. Z.13+14). Ihre Blicke versprechen, das kommen kann, was will, dass ihre Liebe und sie zu zweit alles, auch das schlimmste Unwetter, überstehen (vgl. Z.15+16). Sie nahm dieses stumme Versprechen, das mit einem Kuss besiegelt wurde, als Vergewisserung, dass ihr Mann ihr auch beisteht, wenn sie altert (vgl. Z.17+18).

Die Dichterin hat dieses – auch durch stürmische Zeiten zu gehen und als Paar zu bestehen – in der Reimstruktur eingebracht; die wechselnden Reimarten stehen für die Herausforderungen und wechselnde Zeiten bzw. Hindernisse, die zum Schluss, nachdem alles gemeistert wurde, in einem Paarreim gipfeln; gemeinsam können sie alles überstehen. Diese emotionale Lyrik beschreibt wahre Liebe, die in guten, wie in schlechten Zeiten, bis ans Lebensende hält, in der beide um die Sorgen des anderen wissen und aus den Blicken des anderen schlau werden, den Partner lesen können wie ein Buch, denn Blicke sagen mehr als 1000 Worte und lügen nicht.

Obwohl dieses Gedicht bereits 1945 geschrieben wurde, ist der Inhalt keineswegs veraltet, denn wahre Liebe ist unendlich und allzeit gültig.





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