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Titel / Referat: Lessing, Gotthold Ephraim - Nathan der Weise (literarische Erörterung)

Schlagwörter: Gotthold Ephraim Lessing, wie Nathan der Schwärmerei Rechas begegnet, Ablehnung des Aberglaubens als Leitmotiv der Aufklärung, Erzieherische Bedeutung der behandelten Textpassage Hausaufgabe, Referat

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Übungsaufsatz zur literarischen Erörterung - „Nathan der Weise“ (Lessing)

Thema: „Nathan der Weise“ (Lessing):
Erörtern Sie anhand der Szenen I.1 und I.2, wie Nathan der Schwärmerei Rechas begegnet.


Gliederung:

A. Ablehnung des Aberglaubens als Leitmotiv der Aufklärung

B. Reaktion Nathans auf Rechas Schwärmerei in den Szenen I.1 und I.2

I. Kritik am Wunderglaube
II. Erklärung der Rettung als fassbare Begebenheit
III. Erziehung Rechas durch seinen Glauben

C. Erzieherische Bedeutung der behandelten Textpassage für den Leser

Ein Grundsatz der Aufklärung war die Ablehnung des Aberglaubens, indem man sich seines eigenen Verstands bediente. Dieser „Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“, nach Immanuel Kant, sollte vor allem mittels der Vernunft erreicht werden. Jene Vorstellung hat insbesondere im Bereich der Theologie Konflikte hervorgerufen, denn in diesem Gebiet war die Wahrheitssuche besonders umstritten und hat dazu beigetragen, dass gewisse Inhalte der Bibel nun hinterfragt wurden. In Gotthold Ephraim Lessings Ideendrama „Nathan der Weise“ weist schon der Titel auf den Protagonisten Nathan als aufgeklärte Person hin und gerade er muss sich mit dem Aufklärungsgedanken in der Religion auseinandersetzen. Als dieser von einer Geschäftsreise nach Jerusalem zurückgekehrt ist, erfährt er, dass seine Tochter vor dem Feuertod bewahrt wurde und dass sie schwärmt von einem Engel gerettet worden zu sein. Deshalb stellt sich die Frage, wie Nathan im ersten und zweiten Auftritt des ersten Aktes der Schwärmerei Rechas begegnet, was im Folgenden näher untersucht werden soll.

Eingangs muss angeführt werden, dass Nathan Kritik am Wunderglauben Rechas übt, weil er hier ein Fehlen von Vernunft meint festzustellen. Dieser Sachverhalt wird auch in der Textpassage bestätigt, denn nachdem ihm Daja von dem anfänglichen Desinteresse und der darauffolgenden Unauffindbarkeit des Lebensretters seiner Tochter berichtet (vgl. V. 121 – 126), erkennt er nämlich bereits, dass diese Situation für den Geist seiner Tochter nur schwer zu verkraften sei und dieser Konflikt dazu führe, dass „[d]as Herz den Kopf [...] spielen [...]“ (V. 138) müsse. Hier setzt er seine Beanstandung an, weil er diesen Wechsel von Vernunft und Gefühl als „[s]chlimme[n] Tausch!“ (V. 138) bezeichnet. Besonders deutlich lässt er seine Ablehnung der Annahme, ein Engel hätte Recha gerettet (vgl. V. 144 – 150), erkennen, als er auf die leichte Zustimmung dieser Erklärung von Daja antwortet, dass „[d]er süße Wahn der süßern Wahrheit Platz [...]“ (V. 162) machen solle. Außerdem ist er der Meinung, einem Menschen sei ein Mensch immer noch lieber als ein Engel (vgl. 163f.). Besonders ärgerlich reagiert er auf die Tatsache, dass Recha nicht an den Tempelherrn als irdische Person glauben will, da sie eine Begnadigung eines Ordensvertreters ausschließt (vgl. V.239 ff.) und sich lieber der Schwärmerei von einem Engel hingibt. Nathan fragt sich „[w]arum [...] denn das so [u]nglaublich [...] (V. 256f.) wäre, wohl nur „[u]m lieber noch etwas Unglaublichers [z]u glauben [...]“ (V.258 f.). Darum zeigt sich, dass er eine tiefe Abneigung gegen diesen Wunderglauben, in seinen Augen Irrglauben, hegt.

Darüber hinaus versucht er eine reale Begründung für die Vorstellungen seiner Tochter zu finden, auf welche Weise sie den Flammen entkommen ist. Recha ist überzeugt, dass Gott einem Engel ein Zeichen gegeben hätte, „da[ss] er sichtbar [a]uf seinem weißen Fittiche, [sie] durch [d]as Feuer trüge [...] (V. 190 ff.). Nathan dagegen deutet das, was seine Tochter als „weiße Fittiche“ bezeichnet, als „der weiße vorgespreizte Mantel [d]es Tempelherrn.“ (V. 194 f.). Überdies mutmaßt er, dass selbst ein normaler Mensch, der Recha diesen Dienst erwiesen hat, ihr in ihrer Angst und ihrem Schock wie ein Engel erscheinen müsste. (vgl. 202 ff.). Auch den Widerspruch, den seine Tochter einbringt, nämlich das ein Tempelherr nicht von Saladin verschont worden wäre und sich schon gar nicht in Jerusalem aufhalten würde, entkräftet Nathan mithilfe der Nachricht von Daja, dass eben so ein Feind des Sultans aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem Bruder des Moslems, begnadigt worden sei (vgl. V. 247 – 255). Daraus wird ersichtlich, dass es Nathan gelingt, diese Wendung des lebensgefährlichen Ereignisses als begreifbare Begebenheit darzustellen.

Des Weiteren möchte Nathan, nachdem er diese Schwärmerei kritisiert hat, wie oben bereits angeführt, Recha mittels seines eigenen Glaubens erziehen. Belehrend macht er seiner Tochter klar, „da[ss] [ihnen] die wahren, echten Wunder so [a]lltäglich werden können [...]“ (V. 218 f.), wenn man „nur das Ungewöhnlichste [...]“ (V.223) als Wunder bezeichnet. Er selber sieht die Macht Gottes eher in den Ereignissen, die sich auf den ersten Blick zwar außergewöhnlich zugetragen haben, aber nicht unvorstellbar und damit nicht bedeutend genug sind, um anzunehmen, dass eine göttliche Macht darauf eingewirkt hätte. So sieht er das Verwunderliche in der Gegebenheit, dass der Tempelherr erst selber gerettet werden musste und das noch von seinem ärgsten Feind dem Sultan Saladin (vgl. V. 231 ff.), um Recha zu retten. Auch die Konstellation, dass ein Europäer dem Feuer in Asien entkommt, hält er für nicht für einen Zufall und er regt sich darüber auf, dass dieses Volk so etwas nicht einsieht. (vgl. V. 284 – 287) Besonders wütend zeigt er sich darauf, da Daja meint, es würde nichts schaden, wenn man sich „von einem Engel lieber [a]ls einem Menschen [...] gerettet denk[e] [...]“ (V. 289f.). Diesen Gedanken bezeichnet er als „[...] Unsinn oder Gotteslästerung [...]“ (V. 300) und entgegnet, dass es allerdings schade. (vgl. V. 301) Der Mensch, der diese Meinung besitze, sei vor allem auf seinen Vorteil bedacht, denn einem irdischen Retter dem müsse man wieder viele große Dienste tun, doch zu einem Engel könne man nur beten oder seufzen, aber selber würde man dabei vielmehr gewinnen (vgl. 302 – 307). Zusammenfassend will Nathan seiner Tochter lehren, dass „andächtig schwärmen, leichter als [g]ut handeln ist [...]“ (V. 360 f.), aber dies, unbewusst oder mit Absicht getan wird „[u]m nur gut handeln nicht zu dürfen[...]“ (V. 364).

Abschließend kann gesagt werden, um noch einmal den Faden der Einleitung aufzugreifen, dass Lessing in diesen ersten Abschnitten seines dramatischen Gedichts die Bevölkerung vor einer naiven Auslegung ihrer Religion warnen wollte und zur Verwendung ihrer eigenen Unterscheidungsgabe zwischen Realität und ihrem Glauben aufrufen wollte. In dieser Textpassage wird zudem die Botschaft deutlich, dass man sich der Wahrheit mit rationalem Denken nähern soll. In „Nathan der Weise“ repräsentiert eben dieser einen klugen Menschen, der außer Toleranz, auch von Vernunft geleitet wird und nicht nur für Recha, sondern auch für die gesamte Leserschaft als Vater und Erzieher wirkt. Zeigt das Buch ansonsten manchmal Ausführungen einer idealistischen, perfekten Welt, in der sich die Toleranz immer durchsetzt, hat sich die Überlegung, dass man glückliche Ereignisse nicht kindlich und abergläubisch interpretieren soll, vor allem in religiöser Darstellung, voll in der modernen Welt etabliert.

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