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Titel / Referat: Kästner, Erich - Sachliche Romanze (Gedichtinterpretation)

Schlagwörter: Erich Kästner, Gedichtanalyse, Analyse und Interpretation eines Gedichts, Vergleich mit Bertolt Brechts Erinnerung an die Marie A. Hausaufgabe, Referat

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Gedichtinterpretation „Sachliche Romanze“

Eine klassische Interpretation von

Das Gedicht „Sachliche Romanze“ wurde von Erich Kästner verfasst und stammt aus dem Jahr 1928. Eine Beziehung bricht innerlich auseinander. Die Liebe ist verflogen, die Worte sind vergangen, Mann und Frau führen nur noch ein unglückliches Leben nebeneinander, aber nicht mehr miteinander.

Die Dichtung besteht gleichmäßig aus vier Strophen mit jeweils vier Versen, wobei die letzte Strophe um einen zusätzlichen Vers bereichert wurde. Fast ungebrochene Kreuzreime runden das lyrische Werk wohlklingend ab.

Der erste Vers wirft den Leser unerwartet direkt in das gegenwärtige Geschehen. Ein Liebespaar kennt sich bereits stolze „acht Jahre“ (V. 1) und kann gemeinsam auf eine innige Vergangenheit zurückblicken, denn „sie kannten sich gut“ (V. 2), vielleicht aber zu gut: „Ihre Liebe [kam] plötzlich abhanden“ (V. 3). Ein Phänomen, das nicht nur im Gedicht widersprüchlich erscheint, sondern vielen Paaren ebenfalls bekannt sein müsste und im nachfolgenden Vers mit dem lapidarischen Verlust eines „Stock[s] oder Hut[s]“ (V. 4) deutlicher wird.

Das Paar ist „traurig“ (V. 5), beide zeigen sich nach Außen hin trotzdem „heiter“ (V. 5). Sie belügen sich selbst und versuchen sich krampfhaft an dem Anschein einer glücklichen Verbindung festzuklammern, „als ob nichts sei“ (V. 6). Dabei „wussten [sie einfach] nicht weiter“ (V. 7). Es ist Ratlosigkeit, eigentlich viel mehr eine Hoffnungslosigkeit mit der sie sich begegnen. „Da weinte sie schließlich“ (V. 8), doch es ist bereits zu spät. Auf die emotionale Explosion folgt keine Reaktion. „Er stand dabei“ (V. 8), und ohne auf sie zuzugehen, beweist er
männliche Kälte vom aller Feinsten.

Die dritte Strophe wird dem Titel nun vollends gerecht. Das weitere Leben beschränkt sich auf eine sachliche Ebene, während die Liebe in den Hintergrund rückt. Unsinnige, banale Dinge nehmen einer ausführlichen Beschreibung der zerrütteten Partnerschaft den Platz. Schiffe ziehen vorbei, Kaffee wird getrunken, andere Menschen üben Klavier (vgl. V. 8 ff.). Der Alltag hat sich eingestellt und wiederkehrende Rituale spiegeln ein trostloses Leben wieder.

In der letzten Strophe suchen beide die Flucht in die Isolation und Resignation. „Sie saßen allein“ (V. 15), obwohl sie zusammen sind. „Sie sprachen kein Wort“ (V. 16), weder jetzt noch den ganzen Abend. Keiner zeigt mehr Initiative und es scheint, als hätten sie sich schließlich mit ihrem Gegenüber abgefunden, oder mit wenigen Worten: „[man kann] es einfach nicht fassen.“ (V. 17).

Das zentrale Motiv dieses Gedichts ist eindeutig die vergängliche Liebe. Als Vergleichsmöglichkeit drängt sich somit besonders Bertolt Brechts Dichtung „Erinnerung an die Marie A.“ auf. Im Februar 1920, wenige Jahre vor Kästner Gedicht, entstand es im Zug nach Berlin. Eine Annäherung findet thematisch in den Leitmotiven Beziehung, Liebe und deren Folgen statt. Im Gegensatz zu „Sachliche Romanze“ ist die Beziehung bereits seit langem abgeschlossen. Die Ursprungsgeschichte liegt in der Vergangenheit und ein teils verschwommener Nacherzählungscharakter prägt die emotionale Wortwahl. In drei Strophen à acht Versen wird über die alte Liebe, eine gemeinsame Vergangenheit und die getrennte
Gegenwart philosophiert. Das lyrische Ich erinnert sich überschwänglich an seine ehemalige Geliebte. Wie „einen holden Traum“ (V. 4) beschreibt er sie und gleichzeitig die Zeit, die beide zusammen verbrachten. Doch ehe er sich versah, war sie fort und er allein. Die explizite Trennung markiert den wichtigsten Unterschied beider Gedichte. Während „Sachliche Romanze“ damit beginnt die Liebe immer weiter ins Negative zu verschieben, kann „Erinnerungen an Marie A.“ den Tiefpunkt in der zweiten Strophe überwinden und der Beziehung zum Ende hin wieder etwas Positives abgewinnen. Auffällig ist die Verwendung vergänglicher Naturelemente wie dem Pflaumenbaum oder den Wolken. Kästner betont im Gegenzug die Wirkung seines Gedichts erfolgreich mit einem nüchternen, sachlichen Schreibstil.

Erstaunlich das Erich Kästners Gedicht „Sachliche Romanze“ schon 1928 erschienen ist. Hier wird eigentlich ein Paradebeispiel für unsere heutige Zeit gegeben. Die Liebe ist vergänglich. Mit der Zeit weicht die unbändige Leidenschaft dem allseits präsenten Alltag. Doch was dann? Das anonyme Paar zieht sich in die Isolation zurück. Jeder kämpft für sich, keiner für den anderen.

Vielleicht versuchen Menschen sich an Konstanten festzuklammern, die wenigstens minimale Sicherheit geben. Oder niemand traut sich den nächsten Schritt zu wagen, denn die Angst alleine zu enden, siegt über die Vernunft. Die Lehren, die man aus diesem Gedicht ziehen sollte sind klar: Eine Beziehung bedarf ständiger Zuneigung, Nähe und Initiative. Die Liebe ist
mindestens so relativ wie die Zeit. Und wer sich bereits in einer hoffnungslosen Beziehung befindet, der sollte einen klaren Schlussstrich ziehen. So wäre allen geholfen und was bliebe wären Erinnerungen an schöne, unvergessliche Momente wie in „Erinnerungen an Marie A.“.

Aus: , Bipolare Ambivalenz, unveröffentlicht, Haiger 2009

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