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Titel / Referat: Nigeria - ein Staat in Westafrika

Schlagwörter: Wirtschaftliche und soziale Auswirkungen der Entwicklungen im Erdölsektor, Wirkungen der Importsubstitution, Zusammenhänge zwischen der Entwicklung des Erdölsektors und dem Agrarsektor, Ziele und Ergebnisse der Strukturanpassungsmaßnahmen von 1986 Hausaufgabe, Referat

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Nigeria

Nigeria ist ein Staat in Westafrika, der an Benin, Niger, Tschad und Kamerun angrenzt. Nigeria ist mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas und versucht sich nach Jahren der Militärdiktatur an seiner Demokratisierung und wirtschaftlichen Entwicklung. Die reichen Erdölvorkommen konnten bislang nicht zur erfolgreichen Armutsbekämpfung genutzt werden. Korruption, Gewalt und ethnische Konflikte zwischen dem muslimischen Norden und dem christlich-animistischen Süden sind Probleme, die eine Verbesserung der Lebensumstände Nigerias Bevölkerung unmöglich machen.

Wirtschaftliche und soziale Auswirkungen der Entwicklungen im Erdölsektor
Bei der Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Entwicklungen im Erdölsektor müssen zunächst die 70er-Jahre bis zum Verfall der Ölpreise Anfang der 80er-Jahre gesondert betrachtet werden.

Die Erschließung der Erdölvorkommen und die Investitionen in die Infrastruktur wurden vorwiegend von der Tochtergesellschaft Shell Nigeria des britisch-niederländischen Öl-Multis Shell finanziert. Während des Ölbooms der 70er-Jahre erlebte das BIP einen starken Anstieg und ging aber durch den Ölpreisverfall seit 1980 sowohl absolut als auch pro Kopf wieder zurück.

Durch den hohen Erdölanteil bedingt stieg der Wert der ausgeführten Güter seit 1960 bis Ende der 80er-Jahre an. In der Exportstruktur haben sich dadurch starke Veränderungen ergeben. Nachdem 1960 landwirtschaftliche Produkte noch den Hauptexport stellten dominiert heute das Erdöl mit einem Anteil von 96% den Gesamtexport Nigerias. Durch die einseitige Ausrichtung vom Export auf das Erdöl geriet Nigeria in eine starke Abhängigkeit von der Entwicklung des Weltrohölpreises.

Die Industrialisierung konzentrierte sich auf die Region Lagos und verschärfte somit die räumlichen Disparitäten. Darüber hinaus entstanden auch noch strukturelle Disparitäten, weil die Konsumgüterindustrie hauptsächlich auf Importe ausgerichtet war. Die lokale Wirtschaft konnte in die Produktionsstätten für langlebige Konsumgüter nicht eingebunden werden weil bis zu 90% der benötigten Vor- und Zwischenprodukte importiert wurden. Abgesehen von einigen Großprojekten in der Grundstoffindustrie wurde insbesondere der Aufbau einer Investitionsgüterindustrie vernachlässigt.

Die Errichtung einer kapitalintensiven Konsumgüterindustrie sowie der Ausbau der Infrastruktur gingen zu Lasten des Agrarsektors. Der Agrarexportmarkt brach völlig zusammen und die einheimische Landwirtschaft hatte Schwierigkeiten die vor allem in den Städten gestiegene Nachfrage nach Nahrungsmitteln zu befriedigen. Die Bevorzugung von importierten Nahrungsmitteln wie Weizen wirkte sich für die Bauern dramatisch aus. Ihre einheimischen Produkte konnten sie kaum noch verkaufen.

Anfang der 80er-Jahre lagen die realen Einkommen bei den ländlichen Haushalten deutlich unter denen der städtischen Haushalte. Die Selbstständigen auf dem Land hatten die niedrigsten Einkommen. Bis Mitte der 80er-Jahre verschlechterte sich die Situation für alle Bevölkerungsgruppen wobei sich auch die Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung verringerten. Hatten die städtischen Lohnempfänger 1980 noch ein doppelt so hohes Einkommen wie die Selbstständigen auf dem Land so mussten sie 1987 bereits mit weniger als der Hälfte auskommen.

Durch die Bevorzugung der Städte wurde die Landflucht erheblich verstärkt, wodurch sich auch die sozialen Probleme weiter verschärften.


Wirkungen der Importsubstitution
Die staatliche Wirtschaftspolitik der Importsubstitution beeinflusste zunächst die stoffliche Ausrichtung der Produktion, schlug sich aber auch in einer räumlichen Konzentration der Industriestandorte nieder. Als Mittel zur Durchsetzung dieser Strategie dienten hohe Schutzzölle für konkurrierende Konsumgüterimporte und Subventionen für Rohstoff- bzw. Maschineneinfuhren zur Sicherung der Konsumgüterproduktion.


Weitere Wirkungen der Importsubstitution:

  • die Ungleichverteilung der Einkommen verschärfte sich weiter, vor allem vergrößerte sich das Einkommensgefälle zwischen Stadt und Land
  • der Aufbau einer Investitionsgüterindustrie wurde verhindert
  • die Entstehung von Überkapazitäten wurde gefördert
  • die räumlichen und strukturellen Disparitäten wurden erheblich verstärkt
  • der Einsatz kapitalintensiver Produktionstechnologien wurde sehr stark gefördert
  • die Korruption wurde begünstigt
  • die Oberschicht wurde vorrangig versorgt (Militärs, städtischer Verwaltungsapparat)


Zusammenhänge zwischen der Entwicklung des Erdölsektors und dem Agrarsektor
Von den riesigen Einnahmen aus dem Ölexport blieb für den Agrarsektor bis in die 80er-Jahre hinein nahezu nichts übrig. Mit der Finanzierung von Prestigeobjekten und er Bevorzugung der Städte ging eine Vernachlässigung der einheimischen Landwirtschaft einher. Anstelle Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung zu ergreifen, wurden die Gewinne aus dem Ölexport für den Kauf ausländischer Nahrungsmittel und Konsumgüter verwendet.

Mit der Aufwertung der Landeswährung wurden die Nahrungsmittel aus Übersee zunächst billiger als einheimische Produkte. Auf diese Weise entstand ein Teufelskreis:

Die Bauern konnten zunächst die gestiegene Nachfrage nicht befriedigen, dann waren sie den billigen Nahrungsmittelimporten schutzlos ausgeliefert, mit der Veränderung der Nahrungsgewohnheiten in den Städten sank die Nachfrage nach einheimischen Produkten.

Die staatliche Wirtschaftspolitik trug außerdem mit der ständigen Abschöpfung der Marketing Boards sogar direkt zum Zusammenbruch des Exportsektors bei.

„Trotz des plötzlichen Ölbooms liegt in der Landwirtschaft die Hoffnung der Nation.“

Diese Aussage kann als zutreffend beurteilt werden, weil:

  • die Landwirtschaft aufgrund der günstigen natürlichen Bedingungen die gesamte Bevölkerung ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen könnte, ohne diese zu importieren.
  • die Landwirtschaft sogar dazu beitragen kann, über den Export Devisen zu erwirtschaften.
  • in diesem Sektor der größte Teil der Bevölkerung beschäftigt ist.
  • die Entwicklung der Landwirtschaft zugleich eine notwendige Voraussetzung zur Verbesserung der Lebensverhältnisse auf dem Land und in den Städten bildet. 
  • die Erdölressourcen ohnehin begrenzt sind.


Ziele und Ergebnisse der Strukturanpassungsmaßnahmen von 1986

Ziele:
Der drastische Einbruch des Rohölpreises in den 80er-Jahren führte zur Verringerung der Staatseinnahmen. Plötzlichen waren die Mittel für den weiteren Import von Nahrungsmitteln oder zur Fertigstellung mancher Bauvorhaben in der Industrie nicht mehr gegeben.

Aus dieser Situation lassen sich die mit den Strukturanpassungsmaßnahmen verfolgten Ziele erklären. Mit der Diversifizierung der Exportwirtschaft sollte die einseitige Ausrichtung und Abhängigkeit vom Ölexport verringert werden. Durch Einfuhrverbote sollten Devisen gespart und die einheimische Produktion angeregt werden. Mehrere Maßnahmen zielten auf eine Unterstützung und Stärkung der Landwirtschaft, zum Beispiel Ausbau der ländlichen Infrastruktur, Aufhebung der Erzeugerpreisfestsetzung, verbesserte Kreditzuteilung u.a. Im verarbeitenden Gewerbe sollten importierte Produkte bzw. Rohstoffe durch einheimische, lokal herstellbare Waren ersetzt werden.


Ergebnisse:
Die Importe von Weizen, Reis und Mais gingen drastisch zurück, wobei beim Weizen seit 1990 wieder eine starke Zunahme erkennbar ist. Diese Entwicklung kann zunächst durchaus als ein Erfolg der Strukturanpassungsmaßnahmen gewertet werden. Das trifft in gleicher Weise für den Anstieg der Agrarproduktion insgesamt zu. Vor allem die Nahrungsmittelproduktion wurde enorm gesteigert.

Dagegen fallen die Ergebnisse für die Industrieproduktion moderater aus. Besonders deutlich schlagen sich die Strukturanpassungsmaßnahmen im Rückgang der PKW-Montage nieder. Die Ergebnisse für die Bevölkerung müssen differenzierter bewertet werden. Ein Teil der Bauern, die über ausreichend Land und die nötigen Arbeitskräfte verfügen, haben von den höheren Agrarpreisen profitiert. Für ärmere Bauern und Teile der städtischen Bevölkerung dürfte sich die soziale Lage dagegen eher verschlechtert oder kaum verbessert haben.

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