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Titel / Referat: Chemische Waffen - die Verwendung von Giftgas

Schlagwörter: Chemische Kampfstoffe, Geschichte, 1. und 2. Weltkrieg, Einsatz von Giftgas, Blasverfahren, Buntschießen, Bombardierung, Verwendung Hausaufgabe, Referat

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Chemische Waffen - Giftgas

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichte
    1. Erster Weltkrieg
    2. Zweiter Weltkrieg
  2. Einsatz
    1. Blasverfahren
    2. Buntschießen
    3. Bombardierung
  3. Chemische Kampfstoffe
    1. Erstickend (‚choking agents‘)
      Phosgen (Grünkreuz)
      Blausäure/Cyanwasserstoff
    2. Rachenreizend (Blaukreuz)
      Clark (Diphenylarsinchlorid) 1-3 & Adamsit
    3. Hautschädigend („blister agents“)
      Senfgas (Lost, Gelbkreuz)
    4. Nervengifte
      Tabun, Soman & Sarin
  4. Verwendung heute


1. Geschichte

1.1. Erster Weltkrieg:
Die Geschichte der Kriegsführung mithilfe von chemischen Waffen ist bis ~ 400 v. Chr. zurück verfolgbar. Schon damals nutzten die Spanier im peloponnesischen Krieg die Zerstörungskraft von Brandgeschossen, die eine hohe Schwefeldioxidkonzentration in der Luft erzeugten. Folgen waren ein beißender Geruch der den Gegner zur freiwilligen Aufgabe bringen sollte.

Als ersten Einsatz von Gas als Waffe bezeichnet man jedoch die Verwendung von Tränengas, seitens der Franzosen im Jahr 1914, der glücklicherweise keine Toten forderte. Sofort gab es weitere Versuche auf alliierter sowie auf deutscher Seite, die jedoch vorerst scheiterten, da die verwendeten Stoffe sich beim Abschuss durch die entstehende Hitze zersetzten. Ende 1914 entstand die sog. Westfront. Die Zwei Kriegsmächte standen sich teilweise nur 50 Meter entfernt gegenüber. Hunderttausende Soldaten starben, ohne dass ein Territorialgewinn auf einer Seite verbucht werden konnte. Beide Seiten gingen in die Defensive und gruben. 24 000 km Schützengräben entlang der Grenze entstanden. In der Schlacht um Ypern 1915 fanden die Deutschen dann eine Möglichkeit, den Feind vernichtend zu schlagen. Der erste gezielte Einsatz von Giftgas zur Tötung von Menschen wurde inszeniert. Schon damals war der Einsatz von chemischen Waffen durch die sog. Haager Konvention verboten. Deshalb verwendeten die Deutschen Chlorgas, das nur als stark reizend deklariert war und als Abfallprodukt in der Chemieindustrie anfiel. Am 22. April 1915 waren die Windbedingungen perfekt. Die Deutschen hatten Schläuche in Richtung der feindlichen Gräben gelegt und ließen 168 Tonnen Chlorgas aus mehr als 40 000 Gasflaschen entweichen. Das Gas, das schwerer als Luft ist, kroch förmlich über das Niemandsland und sank in die feindlichen Schützengräben. Massen starben, weil sie den Befehl hatten, um jeden Preis Stellung zu halten. Andere flohen, um ihr Leben zu retten. Die Soldaten waren nicht vorbereitet auf solch einen Angriff und Deutschland erzielte einen Territorialgewinn von mehr als 3km. Dieser Angriff galt als der erfolgreichste Angriff, der im ganzen ersten Weltkrieg an der Westfront stattfand. Anschließend konnte Deutschland 2 Jahre lang keinen Vorstoß mehr verbuchen. Die Alliierten sahen diese Verwendung von Chlorgas seitens der Deutschen als Vertragsbruch und alle Bedenken gegenüber Giftgas als Waffe waren dahin. Deutschland startete während des ersten Weltkriegs ~50 weitere Giftgasangriffe, doch ihre Gegner ließen mit einer Antwort auf Ypern nicht lange auf sich warten. Die Briten antworteten mit über 300 Blasangriffen und die Franzosen verschossen insgesamt 17 Mio. Gasgeschosse. Insgesamt starben ~90 000 Menschen an Gasangriffen und ~1 Mio. trugen Langzeitschäden davon.


1.2. Zweiter Weltkrieg:
Aufgrund der leicht zu umgehenden Haager Konvention wurde 1925 als Konsequenz der Geschehnisse des ersten Weltkrieges ein neuer Vertrag aufgesetzt. Im Genfer Protokoll wurde nun endgültig die Verwendung von Giftgasen als Kriegswaffe untersagt. Obwohl Deutschland als einzige Nation, durch die weltweit größte Chemieindustrie, in der Lage gewesen wäre die benötigten Massen an Giftgas zu produzieren, hielten sie sich beide Seiten an den Vertrag. Hitler, der sich wohl selbst nicht ganz im Klaren über das Ausmaß seiner Möglichkeiten war und die Alliierten, die einen Gegenschlag zu sehr fürchteten. Als Vernichtungsmethode gegen die Juden hatten die Deutschen jedoch keine Skrupel Giftgas einzusetzen. Das KZ Auschwitz-Birkenau setzte dabei auf die Verwendung von Zyklon-B, das damals eigentlich als Schädlingsbekämpfungsmittel benutzt wurde. In den anderen Vernichtungslagern KZ Majdanek, KZ Mauthausen, KZ Sachsenhausen, KZ Ravensbrück, KZ Stutthof, KZ Neuengamme sowie KZ Dachau wurden Motorabgase bzw. reines Kohlenstoffmonoxid verwendet. Dabei galt die Verwendung von Zyklon-B noch als human, da hier schon nach 10 Atemzügen der Erstickungstod eintrat. Bei der Verwendung von Motorabgasen hingegen litt der Mensch bis zu 20 Minuten bis der Tod eintrat. Insgesamt fanden ~5,5 Mio. Juden den Tod in Vernichtungslagern.


2. Einsatz

2.1. Blasverfahren:
Das sog. Blasverfahren fand im ersten Weltkrieg bei der Schlacht um Ypern seine erste erfolgreiche Verwendung. Dabei wird das Gas mithilfe von Schläuchen etwas abseits von der eigenen Stellung freigelassen. Der Vorteil besteht darin, dass je nach verfügbarer Gasmenge ein großflächiges Gebiet komplett eingehüllt werden kann. Der große Nachteil ist jedoch die Abhängigkeit von passenden Windbedingungen. Wenn der Wind die Richtung wechselt wird das Gas in die eigene Basis geblasen und der Angriff trifft die eigenen Truppen. Dies wurde bei mehreren Einsätzen während des ersten Weltkriegs zum Verhängnis der eigenen Stellungen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass große Mengen benötigt werden, um die nötige Konzentration auf einer so großen Fläche zu erreichen.

2.2. Buntschießen:
Nachdem man die Nachteile des Blasverfahrens als überwiegend erachtete wurden Gasgranaten eingesetzt. Vor allem die Franzosen perfektionierten dieses Verfahren und feuerten insgesamt 17 Mio. Granaten ab. Durch verschiedenfarbige Kreuze auf den Granaten wurde deutlich welchen Stoff sie beinhaltete:

  • Blaukreuz stand für Chlor und Arsen
  • Gelbkreuz bezeichnete Senfgas (Lost)
  • Grünkreuz bestand aus Phosgen und Diphosgen

Als Buntschießen bezeichnete man die Verwendung mehrerer Stoffe, um die Gasmasken zu umgehen. So wurde zum Beispiel Blaukreuz eingesetzt, das die Gasmasken durchdrang und durch starken Hustenreiz das Abnehmen der Maske erzwang. Gleichzeitig wurde Grünkreuz verschossen, welches die Lunge attackierte und zum Erstickungstod führte. Im späteren Verlauf des Krieges wurden die Gasmasken jedoch ausgereifter und es wurde irrelevant mehrere Stoffe zu verschießen, da sowieso nur ungeschützte Gegner betroffen waren.

2.3. Bombardierung:
Mit den ersten Flugzeugeinsätzen entstand auch eine völlig neue Möglichkeit für den Einsatz von chemischen Waffen. Durch die begrenzte Lademenge wurden Gemische aus Giftgas und Flüssigstoffen benutzt. Das hatte nicht nur den Vorteil, dass die verdampfenden Flüssigkeiten den Bereich für einen längeren Zeitraum unbegehbar machten, sondern zusätzlich, dass Tröpfchen in die Gasmasken gelangten und diese damit unbrauchbar machten. Diese Art des Einsatzes war jedoch in sofern nur bedingt nutzbar, da das Gebiet auch für eigene Truppen bis zu mehreren Wochen nur mit speziellen Anzügen begehbar war. Deshalb wurden solche hohen Flüssigkeitsanteile von bis zu 80% nur zur Zermürbung des Feindes und nicht bei Angriffen mit folgendem Kavallerievormarsch eingesetzt. Dafür wurden Bomben mit geringerer Flüssigkeitskonzentration benutzt. Das Gas verflüchtigt sich schon nach wenigen Stunden, was einen Angriff der eigenen Truppen ohne Schutbekleidung ermöglichte.


3. Chemische Kampfstoffe

3.1. Erstickend (‚choking agents‘):

Phosgen (Grünkreuz):
Phosgen, eigentlich Kohlenoxiddichlorid (COCl2), ist der Stoff, der wohl für die meisten der 90 000 Gastoten des ersten Weltkrieges verantwortlich ist. Es wurde 1812 von John Davy entdeckt und konnte durch die Addition von Chlorgas an Kohlenstoffmonoxid gewonnen werden.

Wegen seiner schlechten Wasserlöslichkeit, dringt es beim Einatmen bis zu den Lungenbläschen vor. Dort wird es langsam gelöst und zersetzt sich zu Kohlenstoffdioxid und Salzsäure. Die Salzsäure verätzt den Menschen von innen, wodurch sich die Lungen mit Blut füllen. Es bilden sich Lungenödeme die je nach Konzentration des Gases innerhalb von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Stunden zum Erstickungstod bei vollem Bewusstsein führen. Weiteren Einsatz findet Phosgen heutzutage in der Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen, die beispielsweise bei der Herstellung von CDs Einsatz finden. Es wird jedoch auch in Medikamenten, manchen Farbstoffen und Insektiziden verwendet.

Blausäure/Cyanwasserstoff:
Blausäure (HCN), eigentlich Cyanwasserstoff, wurde hauptsächlich während des ersten Weltkrieges eingesetzt. Da es durch die Haut aufgenommen werden kann, schützten herkömmliche Gasmasken kaum. Schon 140 mg sind bei einem durchschnittlichen Menschen tödlich. Blausäure führt zu einer sog. „inneren Erstickung“. Dabei wird ein Enzym gehemmt, das die Zellatmung reguliert, bis diese zum Stillstand kommt. Der Sauerstoff im Blut kann nicht mehr von den Zellen für Energiegewinnung genutzt werden. Folgen sind Hyperventilation und Herzstillstand. Der Tod tritt schon nach wenigen Minuten ein.

Blausäure kommt in der Natur in Steinobstfrüchten, wie Mandeln und Rosengewächsen, vor. Dies jedoch nur in so geringen Mengen, dass sie für den Menschen ungefährlich sind. In Manjok hingegen sind so große Mengen gebundener Blausäure enthalten, dass dieser vor dem Verzehr behandelt werden muss. Die chemische Herstellung von Cyanwasserstoff ist auf verschiedene Weisen möglich die jedoch alle recht komplex sind. Blausäure ist der Hauptbestandteil des im KZ Auschwitz-Birkenau verwendeten Zyklon-B. Heutzutage findet Blausäure beim Auslagen von Gold sowie in der Kunststoffproduktion Verwendung.


3.2. Rachen reizend (Blaukreuz):

Clark (Diphenylarsinchlorid) 1-3 & Adamsit:
Dieser Kampfstoff wurde hauptsächlich als Maskenbrecher eingesetzt. Anders als Blausäure jedoch, konnte Clark zwar nur schwer durch die Haut aufgenommen werden, konnte aber dafür die Filter der damaligen Masken durchdringen. Die arsenhaltige Substanz reizte die Atemwege und führte zu starkem Husten, was den Gegner zum Abnehmen der Maske zwang. In großen Mengen eingeatmet führt es zusätzlich zu Erbrechen, Kopfweh und über längeren Zeitraum zu Lungenödemen. 

Adamsit ist wie Diphenylarsinchlorid ein arsenhaltiger Stoff der als Maskenbrecher im ersten Weltkrieg vorgesehen war. Anders als Clark wurde es jedoch trotz großer Produktionsmengen aus nicht bekannten Gründen nie eingesetzt. Es fand erst 1960 Einsatz im Vietnamkrieg. Das war auch das letzte mal, dass Adamsit eingesetzt wurde. Die Wirkungsweise, so wie die Strukturformel weicht kaum von der des Clark ab.


3.3. Haut schädigend („blister agents“):

Senfgas (Lost, Gelbkreuz)
Senfgas (Cl2C4H8S) ist, durch seinen stechenden und einzigartigen Geruch, wohl das bekannteste Giftgas. Erstmals gelang die Herstellung gewollt dem Franzosen Alfred Riche aus Chlor und Diethylsulfid 1854. 1916 stellten die zwei deutschen Chemiker Lommel und Steinkopf Senfgas zu Kriegszwecken her. 1917 wurde es von den Deutschen in Ypern stationiert, um gegen einen Angriff der Briten gewappnet zu sein.

Lost fand seitdem etliche Male (bis ins Jahr 1988) Einsatz und forderte unzählige Menschenleben. Senfgas gilt als äußerst aggressiv und kann sowohl über Lunge als auch Haut aufgenommen werden. Erste Beschwerden sind Übelkeit, Kopfweh und psychische Beeinträchtigungen wie Gleichgültigkeit, Angst oder Apathie. Nach einigen Stunden entstehen Lungenödeme und erste sichtbare Merkmale auf der Haut. Blasen mit bis zu 30cm Durchmesser und Nekrosen entstehen. Der Tod tritt in den häufigsten Fällen nicht ein, jedoch entstehen meist irreversible Schädigungen der Augen sowie der Lungen und vor allem der Haut.

Die Herstellung erfolgte ursprünglich über die Addition von Schwefeldichlorid an Ethen. Schutz vor Lost bietet eigentlich nur Gasmaske und ein Ganzkörperanzug. Jedoch selbst diese halten das Gift nach heutigen Standards maximal 7 Stunden ab. Verwendung fand das Gas bisher ausschließlich zu Kriegszwecken, weshalb nach den beiden Weltkriegen der größte Teil der Vorräte Deutschlands in der Ostsee versenkt und damit unschädlich gemacht wurde. Der Rest wurde durch Verbrennungsanlagen aus dem Verkehr gezogen.


3.4. Nervengifte

Tabun, Soman & Sarin
Entdeckt wurde Tabun erst 1936 vom deutschen Chemiker Gerhard Schrader. Es wurde später auch industriell zum Einsatz im zweiten Weltkrieg hergestellt, jedoch niemals eingesetzt. Dafür fand es seinen Einsatz später zum Beispiel im Irak-Krieg unter Saddam Hussein. Da der Stoff über Haut und Atmung aufgenommen werden kann, schützt nur ein Ganzkörperanzug. Auftretende Symptome sind bei sehr geringer Aufnahmemenge Schwindel, Kopfweh, Übelkeit und Erbrechen bis zu psychischer Verwirrung. Bei höherer Konzentration tritt der Erstickungstod aufgrund von Atemlähmung, nach Krampfanfällen und unkontrolliertem Verlust von Stuhl und Harn, ein. Soman und Sarin sind abgeänderte Formen des Tabun und bilden mit ihm die sog. G-Kampfstoffe (G = Germany, da der Auftrag der Erforschung aller Stoffe dieser Klasse von der deutschen Firma I.G. Farben kam). Die Wirkungsweisen von Soman und Sarin weichen daher auch kaum von der des Tabun ab. Den einzigen Unterschied stellt die Herstellung der verschiedenen Stoffe dar. Je nach Rohstoffvorkommen wurden in den entsprechenden Ländern auch die entsprechenden Stoffe hergestellt.


4. Verwendung heute
Obwohl sich im Laufe der Zeit eindeutig herausgestellt hat, dass Giftgas nur unnötig Menschenleben fordert und heute fast weltweit ein endgültiges Komplettverbot für den Kriegseinsatz besteht, wird es in Form von Tränengas o.Ä. immer noch eingesetzt. So wurde zum Beispiel im Jahre 2002 in Moskau von der russischen Regierung bei einem Geiseldrama in einem Theater das Opioid Carfentanyl verwendet.

Das Gas sollte die Terroristen „einschläfern“ und einen friedlichen Ausgang des Konflikts bringen. In Wahrheit sorgte das Gas dafür, dass rund ein viertel der Geiseln das Bewusstsein verlor und am eigenen Erbrochenen bzw. durch Schlucken der eigenen Zunge erstickte und die Geiselnehmer die Situation eskalieren ließen. Beim Einsatz kamen 171 Geiseln ums Leben, obwohl nur 2 davon ihren Schussverletzungen erlagen.


Quellen:

 

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