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Titel / Referat: Versprecher und Verhaspler - Wie kommt es dazu?

Schlagwörter: Freud´scher Versprecher, Arten von Versprechern, Ursache von Versprechern, Antizipationen (Vorklänge), Postpositionen (Nachklänge), Kontaminationen (Verschmelzungen), Substitutionen (Ersetzungen) Hausaufgabe, Referat

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Versprecher und Verhaspler - Wie kommt es dazu?

Schuljahr 2009/2010

Klasse 12 

Gliederung

  1. Einleitung
  2. Definition – Was ist ein Versprecher?
    1. Freud´scher Versprecher / Freud´sche Fehlleistung
  3. Arten von Versprechern
    1. Vertauschungen
    2. Antizipationen (Vorklänge) 
    3. Postpositionen (Nachklänge)
    4. Kontaminationen (Verschmelzungen)
    5. Substitutionen (Ersetzungen)
  4. Ursache von Versprechern
  5. Korrekturen
  6. Schlusswort 


Versprecher und Verhaspler – Wie kommt es dazu?


1. Einleitung
Wenn eine Nachrichtensprecherin verkündet, dass israelische Kampfhubschrauber am Abend in Gaza auf mehrere Raketen ein Auto abgefeuert haben , dann weiß man auch ohne politisches Verständnis, dass ihr hier ein Fehler unterlaufen ist. Versprecher gehören zum Sprechen dazu. Jeder kann sich überall und jederzeit versprechen. Wie auch dieses Beispiel zeigt, spielt es dabei keine Rolle, welche Sprache man spricht oder welchen Beruf man ausübt. Gerade das macht dieses Thema so interessant. Bisher wusste ich nicht viel über Versprecher, außer, dass sie oft erheiternd für die Zuhörer sind, dabei aber auch für Verlegenheit des Sprechers sorgen, und unbewusst hervorgebracht werden. Das gab mir den Anreiz, mich in der Hausarbeit mit diesem Thema zu beschäftigen.


2. Definition – Was ist ein Versprecher?
Versprecher sind Fehler, die während der Sprachproduktion entstehen. Sie stellen eine ungewöhnliche, aber vor allem unbeabsichtigte Abweichung von einem Sprechplan dar. Versprecher dienen der Sprachforschung, genauer gesagt der Sprechfehlerforschung, denn sie geben einen Einblick in die Sprachproduktion des Menschen. „An ihnen kann man ablesen, wie ein Gedanke seine sprachliche Form findet und dann zu einer Äußerung wird.“ Bei normaler Sprechgeschwindigkeit, das heißt bei 120 bis 150 Wörtern pro Minute, produziert ein Sprecher bei etwa jedem tausendsten Wort oder etwa alle 10 Minuten einen Versprecher.

Die Definition von Versprechern ist jedoch eingeschränkt, denn im Falle von Fehlleistungen bei Spracherlernenden oder Sprachgestörten ist eine Unterscheidung zwischen Kompetenzfehlern - versehentliche und unsystematische Schreibfehler oder Versprecher - und Performanzfehlern -systematische Fehler, die den aktuellen Stand der Sprachentwicklung eines Lernenden aufzeigen - nicht immer möglich.


2.1 Freud´scher Versprecher
Ein Freud´scher Versprecher -benannt nach Sigmund Freud - welcher in Fachkreisen auch als Freud´sche Fehlleistung bezeichnet wird, macht kenntlich: Hier hat sich jemand verraten, denn ein Kennzeichen der Freud´schen Versprecher ist der Verrat von bewussten und unbewussten Gedankengängen, die eigentlich unterdrückt werden sollten. Es wird etwas Anderes ausgesprochen, als der Betreffende denkt, plant oder sich wünscht.

Das kann natürlich in einzelnen Situationen zu einer gewissen Bedeutung führen, muss es aber nicht. Ein Beispiel für einen Freud´schen Versprecher sind die Begrüßungsworte, mit denen ein Redner die Anwesenden ansprach: Sehr geehrte Vorschussmitglieder. Eigentlich wollte er Vorstandsmitglieder sagen, das Ziel der Rede war, von den Vorstandsmitgliedern einen Vorschuss zu erhalten.


3. Arten von Versprechern
Nicht alle Versprecher sind gleich. Deshalb ist es sinnvoll, sie zu kategorisieren und verschiedenen Typen zuzuordnen, denn wir sprechen nicht nur nach Regeln, sondern wir versprechen uns auch nach den Regeln der Grammatik. In den meisten Fällen passt das Sprachzentrum die Formen von Artikeln und Verben dem falschen Wort automatisch und fehlerfrei an.


3.1 Vertauschungen
Eine der verschiedenen Versprecherkategorien sind Vertauschungen. Hierbei wechseln zwei sprachliche Einheiten den Platz. Betroffen sein können Worte, Laute sowie auch Wortstämme. Entsteht eine Vertauschung bei einem Wortstamm, dann spricht man auch von Stranding, was sich von „stranden“ ableitet, weil ein Teil des Wortes zurückbleibt. Um einige Beispiele zu nennen, sei gesagt, dass es weder eine Frage auf bestimmte Antworten gibt, noch feigt man mit dem Zinger auf jemanden und dem gemeinsten Kleinsamen ist auch keine Bedeutung zuzuordnen. Auch bei dem in das Thema einführenden Versprecher der Nachrichtensprecherin handelt es sich um eine Vertauschung von Wörtern im Satz.


3.2 Antizipationen
Wenn sich jemand wundert, warum denn der Kapierer schon wieder kaputt sei, dann hat er einen Versprecher geleistet, der der Kategorie der Antizipationen zuzuordnen ist. Bei einer Antizipation wird ein Element einer Äußerung vorweggenommen, also ein Laut zu früh realisiert, weshalb diese Art der Versprecher auch Vorklang genannt wird. Die betroffenen Einheiten können von unterschiedlicher Größe sein.

Wenn man beispielsweise Sappelschlepper anstatt Sattelschlepper sagt, handelt es sich um die Vorwegname von Lauten. Silben sind von Antizipationen betroffen, wenn man jemanden zum Beispiel statt einer Lüge einer Belüge bezichtigt. Und wenn jemand sagt, dass er sich keinen Witz mehr gebe, über Witze nachzudenken, meint er eigentlich, dass er sich keine Mühe mehr geben werde. Dieser Satz ist unsinnig, aber dennoch grammatisch korrekt, der Sprecher benutzt automatisch die richtige Form des Artikels (er sagt nicht: keine Witz), was belegt, dass wir uns auch bei Versprechern an grammatikalische Regeln halten.


3.3 Postpositionen
Postpositionen sind das Gegenteil von Antizipationen und auch als Nachklänge bekannt. Es erscheint ein Element im Satz einmal zu oft, nämlich nachdem es bereits an der korrekten Stelle geäußert wurde. Nachklänge sind ebenfalls Laute, Silben und Worte betreffend. Ist die Rede von der größten Börse der Wölt, wurde der Laut „ö“ später noch einmal im Satz aufgenommen, so kann die Welt auch mal zu einer Wölt werden. Wenn der Sprecher sagt, dass man rote Grütze mit Grütze esse, dann war er in Gedanken noch bei dem Wort Grütze und ersetzte das Wort, was er eigentlich sagen wollte, mit diesem.


3.4 Kontaminationen
Bei einer Kontamination spielt die Bedeutung von dem, was der Sprecher sagen möchte, eine Rolle. Er denkt an zwei verschiedene Ausdrücke gleichzeitig. Aus beiden wird nun ein neuer konstruiert und sie werden sozusagen zusammen ausgesprochen. Sagt der Sprecher: Ich gebe nicht locker, vermischt er zwei Aussagen, nämlich nicht aufgeben und nicht locker lassen. Da er beide Ausdrücke miteinander kombiniert, ist auch die Rede von einer Verschmelzung.


3.5 Substitutionen
Verspricht man sich und sagt etwas anderes, als man eigentlich meint, dann handelt es sich um eine Substitution, auch Ersetzung genannt. Bei Substitutionen werden keine neuen Wörter erschaffen, es wird lediglich ein Wort durch ein anderes form- oder inhaltsähnliches Wort ersetzt. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn man sagt: Wenn eine Lawine ins Geröll kommt statt ins Rollen kommt. Ein weiteres Beispiel: gezüchtigt statt gezüchtet.


4. Ursache von Versprechern
Es gibt einige Erklärungsversuche zu Versprechern. Versuche haben gezeigt, dass man sich häufiger verspricht, wenn man erschöpft ist. Weitere Versprechersituationen sind besondere Konzentration oder Stress. Im Zustand der Ausgeglichenheit gelingt fehlerfreies Sprechen am besten. Wenn man sich verspricht, so werden beim Zugriff auf das „innere Lexikon“ Begriffe vertauscht. Wir haben im Gehirn zwei verschiede organisierte Wortschatzspeicher, welche die Wörter nach dem Klang und nach ihrer Bedeutung sortieren. Dies kann zu Versprechern führen, indem man beispielsweise ein Wort durch ein Anderes ersetzt, welches zwar ähnlich klingt, jedoch nicht die gleiche Bedeutung hat (siehe auch Substitutionen).


5. Korrekturen
Es wurden Versuche durchgeführt, bei denen festgestellt wurde, dass die Zuhörer Versprecher oftmals nicht hören oder bewusst wahrnehmen. Dies ist damit zu begründen, dass sie den Fehler mit dem eigenen Sprachwissen richtig interpretieren. Der Sprecher bemerkt in 25-50% der Fälle seinen Fehler selbst und korrigiert ihn. Korrekturen enthalten immer eine Pause oder Bemerkungen, die etwas Zeit geben sollen, um den Fehler zu korrigieren. Es gibt hierbei verschiedene Korrektursignale. Beispielsweise sagt der Sprecher dann Worte wie «Ah», «Nein, ich mein(t)e», «Sorry, also», «wollte sagen», «will heissen» usw.

Oftmals verhaspeln sich die Sprecher bei der Korrektur jedoch noch einmal. Es schleichen sich nach und nach immer mehr Versprecher ein, da der Sprecher sich meist noch viel zu lange damit beschäftigt, seinen Fehler zu verbessern, was dazu führt, dass er sich nur noch mehr verstrickt. Ein Beispiel einer misslungenen Korrektur ist folgender Ausschnitt aus einer Wahlkampfrede Edmund Stoibers: „Es muss zu schaffen sein, meine Damen und Herren, wenn ich die CDU ansehe, die Repräsentanten dieser Partei, an der Spitze, in den Ländern, in den Kommunen, dann bedarf es nur noch eines [Pause] kleinen [Pause] Sprühens, sozusagen, [Pause] in die gludernde Lot, in die gludernde Flut, dass wir das schaffen können [Pause/erster Applaus] und deswegen – [Pause] in die loderne Flut wenn ich es sagen darf [stärkerer Applaus] – und deswegen, [Pause] meine Damen und Herren, [starker Applaus] …“
Gerade Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, sind unter besonderem Druck, denn ihre Versprecher werden häufig besonders „auseinander“ bzw. „unter die Lupe“ genommen.


6. Schlusswort
Nachdem ich mich intensiv mit dem Thema „Versprecher und Verhaspler“ beschäftigt habe, ist es für mich keineswegs weniger interessant als vor Bearbeitung. Im Gegenteil; wenn man einmal weiß, welche verschiedenen Versprechertypen es gibt und wie diese zustande kommen, dann achtet man viel mehr auf die Versprecher anderer Menschen -aber auch auf die Eigenen- und versucht, diese den Kategorien zuzuordnen.

Mein Fazit, welches ich nach der Ausarbeitung des Themas ziehen kann, ist, dass Versprecher mehr als nur eine Unachtsamkeit des Sprechers sind, sondern teilweise auch seine Gedanken verraten und etwas über seine psychische Verfassung mitteilen, von dem Effekt der Belustigung mal ganz abgesehen.


Quellenverzeichnis

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Freudscher_Versprecher
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Substitution
  • http://dgfs.de/verflixt/leseprobe.pdf
  • http://psychiatrie-heute.net/psychohygiene/versprecher.html
  • http://www.psychoforum.de/kaju%20diss06.pdf
  • http://www.reference-global.com/doi/abs/10.1515/9783110114249.3.317
  • http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/-/id=4536582/
    property=download/nid=660374/13ern5u/swr2-wissen-20090403.pdf
  • http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/KogLi/Lehrstuhl_Leuninger/
    Download/versprecher-forschung.mp3
  • http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/KogLi/Lehrstuhl_Leuninger/
    Psycholinguistik/Versprecher/Versprecherkorpus.html
  • http://www.uni-koblenz.de/~klemm/versprecher.pdf
  • www.phonetik.uni-muenchen.de/~jmh/lehre/sem/.../lisadistler.ppt - Ähnlich
  • www.uni-bielefeld.de/lili/personen/eikmeyer/sppr/versprecher.ppt 

 

häufige Suchphrasen:
psycholinguistik versprecher, ursachen versprecher, versprecher +ursache, beim versprechen sprecher vortrag, versprecher und verhaspler





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