Russland - die Reformpolitik Gorbatschows von 1985 bis 1990

Schlagwörter:
Michail Sergejewitsch Gorbatschow, Boris Jelzin, Sowjetunion, Von der Sowjetunion zur GUS, Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, Referat, Hausaufgabe, Russland - die Reformpolitik Gorbatschows von 1985 bis 1990
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Referat

Die Reformpolitik Gorbatschows 1985-1990


Lage der Sowjetunion in den 80er Jahren:

  • Nach außen: Militärisch stark - eine Supermacht
  • Im Innern: Unzufriedenheit und Unruhen
    • Seit den70er Jahren stagnierte die Wirtschaft immer mehr. Der Lebensstandart der Bevölkerung lag weit mehr unter dem der Westlichen Industriestaaten. Das öffentliche Leben wurde immer noch durch Zensur und Parteidiktatur geprägt. Zeitungen und Fernsehen berichteten nur, was der Staat zuließ. 
  • 2. März 1985: Gorbatschow wird zum Generalssekretär gewählt
    • Er kam aus einer Bauernfamilie, studierte erst Jura in Moskau und wurde dann zu einem der führenden Landschaftsexperten. 1952 trat er in die KPdSU ein, wo er 85 zum Generalssekretär gewählt wurde. Im selben Jahr leitete sein Reformprojekt in der SU ein. Er vertrat eine neue Generation der Sowjetführer.


Gorbatschows Ziele wurden mit drei Schlagwörtern charakterisiert:

  • Perestroika (Umgestaltung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens)
  • Glasnost (Gesellschaftliche Offenheit, Meinungsfreiheit)
  • Entspannungspolitik (Kalten Krieg beenden, und Abrüstung der Atomwaffen)
    Mit seinen drei Säulen wollte er die Verantwortungsbereitschaft der Menschen fördern und die Bürokratie abbauen. Der Sozialismus sollte mit marktwirtschaftlichen und demokratischen Elementen vorangetrieben werden.
    Voraussetzung:
    • Entspannungspolitik
    • Senkung der Rüstungskosten; Rüstungswettlauf mit dem Westen einstellen
    • Umbau der Wirtschaft
    • Bessere Lebensbedingungen


Grundlegender Wandel der Sowjetunion:

  • Zeitung, Rundfunk und Fernsehen nicht mehr zensiert, es wurde nun auch negatives und kritisches, wie z.B. die Katastrophe bei Tschernobyl. Die Regierung konnte nichts mehr vor der Bevölkerung geheim halten. Außerdem gab es nun Demonstrationen, die nicht von der Polizei beendet wurden. Viel langsammer als die gesellschaftliche Offenheit kam der Umbau der Wirtschaft in Gang. Viele Menschen fürchteten sich vor Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit.
  • 1986 wurde der Fünfjahresplan erstellt, der die Wirtschaftsreformen von g. zum Gesetzt ernannte. Dadurch konnten nun Z. B. die Fabrikdirektoren freier entscheiden. Sie konnten Maßnahmen gegen das Fehlen am Arbeitsplatz, Alkoholmissbrauch und Fälschung der Arbeitsberichte vornehmen. Außerdem durften Privatwirtschaftliche Betriebe gegründet werden und Kooperationsverträge mit ausländischen Firmen wurden erlaubt, um die Konsumgüterproduktion im eigenen Land zu steigern.
    Somit war die Grundlage für eine neue Wirtschaftsreform erstellt. Kurz danach wurde das Wettrüsten mit den USA eingestellt. (2+4-Vertrag) dadurch...


1990: Gorbatschow erhält den Friedensnobelpreis

  • Nach außen hin gefeiert
  • Intern beschimpft, da die Bevölkerung keine Besserung sah.


Krise spitzt sich zu

  • 1991:
    • Versorgung der Bürger immer schlimmer, durch eine große Streikwelle im Kohleverein wurde die Kriese zusätzlich verschärft
  • Baltische Staaten (Estland, Lettland, Litauen; Unabhängigkeit verloren durch Hitler-Stalin-Pakt)fordern Unabhängigkeit und Loslösung von der SU, sie dachten durch den Moskauer Zentralismus wäre eine Besserung ihrer Lage nicht möglich
  • sie wollten ihre Länder unabhängig von Moskau verwalten
  • durch Rückkehr zu nationalen Traditionen bessere Chance zu einem Neuanfang
  • G. Wirtschaftspläne waren für die Baltischen Staaten kein glaubwürdiger Reformansatz mehr, da er zu viel Rücksicht auf die Konservativen in Moskau nahm
  • Sowjetisches Militär geht gewaltsam gegen Demonstranten in Litauen und Lettland vor (Nicht auf Befehl von G.)
  • Wegen dieser Probleme wurde Boris Jelzin zum Neuen Hoffnungsträger für die Baltischen Staaten und diejenigen die mit der jetzigen Regierung nicht einverstanden waren.


Boris Jelzin: Neuer Hoffnungsträger

  • Jelzin verurteilte öffentlich Militäreingriffe
  • spricht im Namen der russischen Republik Anerkennung gegenüber den Baltischen Staaten aus
  • Hatte sich im Gegensatz zu G. offen vom Leninismus losgesagt
  • kämpfte gegen Zentralismus und für die Souveränität der Drei Staaten
    • Durch diese Taten wurde er bekannt und bei den ersten freien, demokratischen Wahlen 91 als russischer Präsident gewählt.
  • Die SU steuerte seit Anfang 1991 auf eine allgemeine Kriese zu :entweder eine Rückkehr zur Diktatur oder Zerfall des Vielvölkerstaates
  • G. bemüht sich den Auflösungsprozess aufzuhalten indem er einen neuen Unionsvertrag aufsetzt: alte SU soll in eine Union unabhängiger Staaten umgewandelt werden; würde das Ende des Zentralismus bedeuten
    • Kurz vor der Unterzeichnung des Unionsvertrags nahmen Konservative G. in Arrest
  • Ließen Moskau vom Militär besetzen
  • Russische Parlament wurde von Panzern umstellt
    • Die Konservative wollten dadurch den Zentralismus in der SU wiederherstellen
  • J. forderte Generalstreik zum offenen Widerstand gegen die Putschisten
  • durch tausende Demonstranten sah man, dass Glasnost doch etwas bewirkt hatte
  • nach zwei Tagen gaben die Putschisten auf
  • Jelzin verbietet Tätigkeit der KPdSU
  • G. politisches Ende war vorgezeichnet


Von der SU zur GUS

  • GUS = Gemeinschaft Unabhängiger Staaten
  • baltischen Staaten werden weltweit als unabhängig anerkannt (August 1991)
  • G. trat im Dezember 1991 als Staatspräsident zurück
  • nach kurzer Zeit traten alle Republiken ,außer der Baltischen Staaten der GUS bei, die von der russischen Republik, Ukraine und Weißrussland gegründet
  • 31.12.1991: Die SU hört auf zu bestehen.


Innenpolitische Probleme sind immer noch nicht gelöst.

  • Aber ehemalige Unionsrepubliken haben ihre staatliche Unabhängigkeit erreicht
  • wirtschaftlich stehen alle Republiken vor einem Chaos
  • Innenpolitisch befinden sich die Republiken am Anfang einer Demokratie
  • Zwischenstaatlich gibt es immer wieder Rivalitäten und Grenzkonflikte, wodurch verhindert wurde, dass sich die GUS zu einem stabilen Staatenbund entwickelt 

 

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