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Titel / Referat: Australien der faszinierende Kontinent (Land, Leute, Klima und Wirtschaft)

Schlagwörter: Bevölkerung, Aborigines, Religion, Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide, Canberra, Geographie Hausaufgabe, Referat

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Australien

Inhaltsverzeichnis

  1. Lage
  2. Land
    1. Geographie
    2. Geologie
    3. Wichtige Städte
    4. Flüsse und Seen
    5. Wasserressourcen
    6. Böden
    7. Flora und Fauna
  3. Klima
  4. Bevölkerung
    1. Die Aborigines
    2. Religion
    3. Bildung und Schulwesen
    4. Verwaltung und Politik
  5. Wirtschaft
    1. Landwirtschaft
    2. Forstwirtschaft und Fischerei
    3. Bergbau und Industrie
    4. Energie
    5. Währung
    6. Außenhandel
    7. Verkehrswesen
    8. Tourismus


1. Lage
Australien, Bundesstaat auf der südlichen Erdhalbkugel, an der Grenze zwischen Indischem und Pazifischem Ozean, der den Inselkontinent Australien, die benachbarte Insel Tasmanien und die vorgelagerten Inseln umfasst. Der Kontinent ist im Norden durch die Timorsee, die Arafurasee und die Torrestraße begrenzt und stößt im Osten an die Korallensee und die Tasmansee. Die südliche Begrenzung des Hauptkontinents bilden die Bass-Straße und ebenso wie im Westen der Indische Ozean.

Die Ost-West-Ausdehnung von Cape Byrne bis nach Westaustralien beträgt 4.000 km, die Nord-Süd- Ausdehnung von Cape York im Norden bis nach Tasmanien beträgt 3.700 km.

Australien hat zusammen mit der Insel Tasmanien eine Gesamtfläche von 7.686.848 km2. Die Fläche des australischen Kontinents ohne die zugehörigen Inselgruppen und Tasmanien beträgt 7.614.500 km2. Der Staat Australien setzt sich aus den sechs Bundesstaaten New South Wales, Queensland, South Australia, Tasmanien, Victoria und Western Australia sowie den zwei Bundesgebieten Australian Capital Territory und dem Northern Territory zusammen.

Die von Australien abhängigen Gebiete umfassen das Australian Antarctic Territory (Australisches Antarktisterritorium), die Christmas-Insel, die Kokos-Inseln, das Territorium der Heard-Insel und der McDonald-Insel, die Norfolk-Insel, die Ashmore-Insel, die Cartier-Insel sowie das Korallenseeterritorium.

Canberra, die Hauptstadt Australiens, liegt im Australian Capital Territory.


2. Land

2.1 Geographie
Die Landmasse des so genannten “fünften” Kontinents erhebt sich im Mittel etwa 300 m über den Meeresspiegel, und nur 6 % der Gesamtfläche ragen über 610 m über den Meeresspiegel hinaus. Die unermessliche Weite des weitgehend unbesiedelten Landesinneren, das von weißen Australiern als Outback bezeichnet wird, besteht aus Ebenen und niedrigen Plateaus, die nach Nordosten abfallen. Niedrige Küstenebenen, die durchschnittlich eine Breite von 65 km erreichen, umsäumen den Kontinent.

Die Küstenebenen im Osten, Südosten und Südwesten des Landes stellen die am dichtesten besiedelten Gebiete Australiens dar. Sie sind durch die Verwerfungszone der Great Dividing Range vom Landesinneren getrennt. Diese Gebirgsregion erreicht eine durchschnittliche Höhe von ungefähr 1.220 m über dem Meeresspiegel und verläuft von der Kap-York-Halbinsel im Norden parallel zur Ostküste bis zum australischen Bundesstaat Victoria im Südosten. Untergliederungen dieser Gebirgskette sind zahlreich und beinhalten in nordsüdlicher Richtung die Neuenglandkette, die Blue Mountains und die Australischen Alpen mit den Snowy Mountains. Im Bundesstaat Victoria nähern sich die Ausläufer der Great Dividing Range der Westküste an und werden als Grampians bezeichnet.

Der höchste Berg der Australischen Alpen und gleichzeitig auch die höchste Erhebung in ganz Australien ist der Mount Kosciusko mit 2.230 m über dem Meeresspiegel, der zu den Snowy Mountains im Bundesstaat New South Wales gehört. Die Great Dividing Range setzt sich im Süden bis zur Insel Tasmanien fort, die vor zwischen 13.500 und 8.000 Jahren infolge eines Anstiegs des Meeresspiegels von der vergleichsweise seichten Bass-Straße von der südöstlichen Spitze des Kontinents abgetrennt wurde.

Der Westaustralische Schild bedeckt mehr als die Hälfte der australischen Festlandfläche. Er erstreckt sich westlich einer gedachten Verbindungslinie zwischen der Ostküste des Arnhemlands am Carpentariagolf bis zur Halbinsel Eyre im Bundesstaat South Australia und umrundet im zentralen Bereich des Landes die inneraustralische Simpsonwüste. Er tritt in einem riesigen Tafelland zutage, einer Hochfläche mit einer durchschnittlichen Erhebung zwischen 305 und 460 m über dem Meeresspiegel, die in eine Vielzahl von geologisch deutlich voneinander getrennten Blöcken unterteilt wurde. Einige dieser Blöcke wurden angehoben und bilden Hochflächen, andere senkten sich ab und bildeten so Tiefländer und Becken. Zu den Tiefländern gehören die Große Sandwüste im nordwestlichen Bereich des Westaustralischen Schildes, die Gibsonwüste in der zentralen Region sowie die Große Victoriawüste und die Nullarborebene, die beide im Süden des Schildes liegen. Die Nullarborebene, deren Name wörtlich “ohne Bäume” bedeutet, ist eine praktisch unbewohnte Kalktafel, die von aridem Klima geprägt ist. Sie ist durch ein ausgeprägtes Tunnel- und Höhlensystem gekennzeichnet, das Rückschlüsse auf die geologischen Vorgänge zur Zeit des australischen Urkontinents und seiner Weiterentwicklung ermöglicht. Zu den Hochflächen im Bundesstaat Western Australia gehören die Hamersleykette und die König-Leopold-Kette in der westlichen und nordwestlichen Küstenregion sowie die Darlingkette, die landeinwärts von Perth ganz im Südwesten liegt. Die Macdonnellkette befindet sich im südlichen Gebiet des Northern Territory, während Stuart- und Musgravekette parallel zur Nordgrenze von South Australia verlaufen.

Durch Erosion und starke Verwitterung haben sich in weiten Teilen des Westaustralischen Schildes, darunter auch im Kimberleyplateau und im Pilbaradistrikt in Western Australia sowie im Arnhemland im Northern Territory, beeindruckende freistehende Gesteinsformationen herausgebildet, die als Restberge oder Spitzkuppen bezeichnet werden.

Das Große Artesische Becken zwischen dem Westaustralischen Schild und der Great Dividing Range ist ein riesiges Gebiet aus ausgedehnten Ebenen, die einen Großteil der fruchtbarsten Acker- und Weideflächen in Australien umfassen. Es besteht aus drei Hauptbecken – dem Carpentariabecken, dem Eyrebecken und dem Murraybecken. Die sanften Hügelebenen des Carpentariabeckens bilden einen schmalen Korridor, der vom Carpentariagolf zwischen dem Isahochland am nordöstlichen Randgebiet des Schildes und der Great Dividing Range landeinwärts verläuft.

Das Eyrebecken liegt südlich des Carpentariabeckens und erstreckt sich über eine Fläche von fast 1,3 Millionen qkm vom Zentrum und Norden des Kontinents bis zum Südwesten von Queensland in den Nordosten von South Australia und den Nordwesten von New South Wales. Im Norden des Beckens prägen weitläufige Hügelflächen das Landschaftsbild. Tiefer im klimatisch ariden Landesinneren wird die Landschaft zunehmend flacher und geht schließlich in eine Steinwüste über. In der Simpsonwüste nördlich des Eyresees an der westlichen Grenze des Beckens liegen ausgedehnte Sanddünen. Der Eyresee, einer der größten Salzseen, die im Landesinneren verstreut liegen, befindet sich im niedrigsten Landesteil und dient im Rahmen der Binnenentwässerung zahlreichen Stromsystemen als Mündungssee.

Westlich des Eyresees an der Grenze zwischen dem Eyrebecken und dem Westaustralischen Schild im Zentrum von Australien befindet sich der Uluru (Ayers Rock). Mit einem Sockelumfang von etwa neun Kilometern gilt der Uluru, der sich mit einer Höhe von ungefähr 348 m von der ebenen Flächenlandschaft der Umgebung weithin sichtbar abhebt, als größter Monolith der Welt.

Das Murraybecken verläuft von der Küste am Indischen Ozean in South Australia und Victoria bis in den Westen von New South Wales. Im Westen wird es von der Flinderskette und Mount-Lofty-Kette im Bundesstaat South Australia, im Osten von den Australischen Alpen der Great Dividing Range flankiert. Das Murraybecken umfasst große fossile Dünenfelder und ist von sehr trockenem Klima geprägt. Die Murrayebenen im Westen laufen in Steinwüste aus. Östlich des Beckens liegen ausgedehnte Schwemmlandebenen, die mit den wichtigsten Zuflüssen des Murray verbunden sind, dem einzigen ständig fließenden Fluss, der das Landesinnere durchquert.

Die Küstenlinie des australischen Kontinents ist vorwiegend gleichförmig und weist nur wenige Buchten und Kaps auf. Die größte natürliche Bucht bilden der Carpentariagolf im Norden und die Große Australische Bucht im Süden. Es gibt mehrere ausgezeichnete natürliche Häfen, zu denen Sydney, Hobart, Port Lincoln und Albany gehören. Tasmanien weist vor allem im Südosten, wo durch das postglaziale Absenken eine der schönsten seichten Küstenlinien entstand, eine weniger gleichmäßige Küstenform auf. Das Große Barrierriff, das zum Weltnaturerbe ernannt wurde, erstreckt sich über eine Länge von etwa 2.010 km von Kap York entlang der Ostküste des Bundesstaates Queensland bis nach Bundaberg im Süden. Das aus Korallen bestehende Riff ist weltweit die größte Struktur, die von Lebewesen geschaffen wurde. Die Riffrücken dienen im Küstenschiffsverkehr als natürliche Wellenbrecher.


2.2 Geologie
Australien gehörte ursprünglich zu der großen alten Landmasse des Gondwanalands, das zuvor einen Teil des Urkontinents Pangäa bildete. Die Entstehung von vielen hier auftretenden geologischen Ausprägungen reicht zeitlich sehr weit zurück, und die ältesten bekannten Gesteins- und Felsformationen wurden auf die Zeit vor 3 bis 4,3 Milliarden Jahren datiert. Dem riesigen Plateau des Westaustralischen Schildes liegt eine ausgedehnte, stabile Schicht aus präkambrischem metamorphem und eruptivem Gestein zugrunde, die ein Alter von zwischen 570 Millionen und 3,7 Milliarden. Jahren aufweist. Diese Formationen stellen zusammen mit der Antarktis das Herzstück des alten Kontinents dar, der sich vor weniger als 200 Millionen Jahren im Jura von Gondwanaland abspaltete und in östlicher und nördlicher Richtung fortzudriften begann.

Vor ungefähr 100 Millionen Jahren entstand Australien als eigenständiger Kontinent, nachdem sich die Antarktis abgetrennt und in südlicher Richtung fortbewegt hatte. Auch heute noch entfernt sich der australische Kontinent von der Antarktis in nördlicher Richtung und wird irgendwann mit dem asiatischen Kontinent zusammenstoßen. Nach der geologischen Uhr bemessen wird also die Existenz von Australien als eigenständiger Kontinent nur eine kurze Zeitspanne füllen. Die dicken Sedimentgesteinsablagerungen der Great Dividing Range sind das Ergebnis einer großen Geosynklinale in nordsüdlicher Richtung, die sich fast über den gesamten Zeitraum des Paläozoikums zog und vor ungefähr 245 Millionen Jahren endete. Infolge ungeheurer Druckeinwirkung wurden die abgelagerten Gesteine in diesem Zeitalter komprimiert und mindestens zweimal aufgefaltet, wodurch Gebirgs- und Vulkanketten entstanden.


2.3 Wichtige Städte
Hinsichtlich der städtischen Struktur kann Australien als Land der Vorstädte bezeichnet werden. Die Städte sind großräumig angelegt, und etwa 60 % der australischen Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten der 6 Staatshauptstädte sowie in Canberra. Sydney (3,72 Millionen Einwohner) ist die älteste und größte Stadt Australiens. Sie ist nicht nur das bedeutendste Finanz- und Handelszentrum des Kontinents, sondern besitzt auch einen der wichtigsten Häfen. Außerdem enthält Sydney eines der größten Vorortgebiete der Welt und übertrifft Peking größenmäßig um das Doppelte, Rom sogar um das Sechsfache.

Weitere bedeutende Städte sind:

  • Melbourne (3,19 Millionen Einwohner)
  • Brisbane (1,42 Millionen Einwohner)
  • Perth (1,22 Millionen Einwohner)
  • Adelaide (1,07 Millionen Einwohner).
  • Canberra, die Hauptstadt Australiens, hat etwa 325.000 Einwohner.


2.4 Flüsse und Seen
Zwei Drittel der Landoberfläche Australiens sind von Wüsten oder Halbwüsten bedeckt und weisen eine extrem hohe Verdunstungsrate auf. Nur etwa 10 % aller Niederschläge sammeln sich an der Erdoberfläche und fließen in Flüsse ab. Infolgedessen gibt es mit Ausnahme der niederschlagsreicheren östlichen und südwestlichen Gebiete Australiens sowie Tasmaniens nur vergleichsweise wenig Flüsse, die ständig Wasser führen.

Die Great Dividing Range ist die Wasserscheide für die östliche Landeshälfte Australiens. An den Ostflanken der Gebirgskette befinden sich permanent wasserführende Flüsse, von denen die wichtigsten der Burdekin, der Fitzroy und der Hunter sind. Von den westlich der Great Dividing Range verlaufenden Flüssen ist nur der Murray durchgehend wasserführend. Er wird in seinem Quellgebiet in der Region um Mount Kosciusko von Schmelzwasser und weiter flussabwärts von großen Nebenflüssen wie dem Darling und dem Murrumbidgee gespeist und führt daher ausreichende Wassermengen, um die gleichnamige trockene Ebene zu durchqueren. Der Murray mündet östlich von Adelaide an der Südküste Australiens ins Meer. Das Murray-Darling-Murrumbidgee-Stromsystem ist das wichtigste in ganz Australien. Es dient auf einer Fläche von über 1,1 Millionen Quadratkilometern in Queensland, New South Wales, Victoria und South Australia als Binnenentwässerung und versorgt einige der wichtigsten Anbau- und Weideflächen des Landes mit Wasser. Während der Regenzeit ist das Wasserstraßennetz größtenteils auch schiffbar. Der Murray selbst bildet die Grenze zwischen den Bundesstaaten New South Wales und Victoria.

Die Flüsse in Zentralaustralien und im westlichen Teil des Kontinents überfluten bei starken Regenfällen das angrenzende, niedrig gelegene Umland. Bei Trockenheit verkümmern sie zu trockenen Flussbetten und Kanälen oder bilden bestenfalls eine Reihe von Wasserlöchern. Daher wird die Zentralebene gelegentlich auch als Channel Country (Land der Kanäle) bezeichnet.

Die Flussläufe des Victoria, Daly und Roper führen das Wasser in einen Teil des Northern Territory ab. Die wichtigsten Wasserwege in Queensland sind Mitchell, Flinders, Gilbert und Leichhardt und münden in nördlicher Richtung in den Carpentariagolf. Im Bundesstaat Western Australia gibt es nur wenige bedeutende Flüsse, von denen der Fitzroy, Ashburton, Gascoyne, Murchison und der Swan besonders bedeutend sind.

Die natürlichen Seen Inneraustraliens sind Salzpfannen und Salzseen. Da sie nur von vorübergehend wasserführenden Strömen und Flüssen gespeist werden, erhalten sie nur selten bedeutenden Wasserzulauf und trocknen normalerweise aufgrund des hohen Verdunstungsgrades zu salzverkrusteten Salzsümpfen oder Salzpfannen ein. Eyresee, Torrenssee, Fromesee und Gairdnersee, die größten Salzpfannen im zentralen und südlichen Bereich des Großen Artesischen Beckens, sind Überreste eines riesigen Binnensees, der sich früher einmal vom Carpentariagolf nach Süden erstreckte.


2.5 Wasserressourcen
Die Nullarborebene und weite Teile des westlichen Binnenlandes besitzen keine oberirdischen Wasserläufe, es gibt jedoch unterirdische Ströme und artesische Wasseradern, die für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes lebensnotwendig sind. Artesische Wasseradern und Seen erstrecken sich unsichtbar auf eine Fläche von etwa 2,5 Millionen Quadratkilometern.

Das Große Artesische Becken umfasst 70 % der gesamten unterirdischen Wasserreserven und ist weltweit das größte seiner Art. Andere artesische Wasservorkommen liegen im Nordwesten, im Südosten und entlang der Nullarborebene an der Küstenlinie der Großen Australischen Bucht.


2.6 Böden
Auf dem Kontinent sind fast alle Bodentypen anzutreffen, aber nährstoffarme und nur mäßig fruchtbare Böden mit geringen organischen Bestandteilen herrschen vor. Ungeachtet dessen und der Tatsache, dass weite Flächen des Landesinneren aus Wüsten oder Landstrichen bestehen, die sich bestenfalls für die leichte Beweidung durch Schafe eignen, stellt die Bodennutzung einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für Australien dar.

Früher waren landwirtschaftliche Produkte die wichtigsten Exportgüter, heute stammen immer noch über 20 % der Exporteinkünfte Australiens aus der Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die schwerwiegendsten Probleme ergeben sich jedoch aus der starken Winderosion, der Überweidung in den semiariden Weide- und Agrarregionen und der Wassererosion im niederschlagsreicheren, stark abgeholzten Südosten. Die Besorgnis über diese Entwicklung wurde in der Entstehung der Bewegung “Landcare” deutlich, die sich für den Landschaftsschutz sowie die Landschaftspflege einsetzt und sich von offizieller Seite auch beträchtliche Unterstützung erarbeiten konnte. Der ökologischen und wirtschaftlichen Bedrohung durch Bodenerosion, Boden- und Wasserversalzung und Bodenversäuerung sollen aktuelle technische Projekte, wissenschaftliche Forschungsarbeit, Bildung und Maßnahmen wie beispielsweise Aufforstungsprogramme und die Einschränkung der Beweidung wirksam entgegenwirken.


2.7 Flora und Fauna
Australien verfügt über eine eigene, sehr ausgeprägte Vegetation, die auch als Flora australis bezeichnet wird und etwa 22.000 unterschiedliche Pflanzenarten aufweist. Über 90 % der hier anzutreffenden Arten sind endemisch, d. h., sie kommen in keinem anderen Land der Welt vor. Die überwiegend immergrüne Vegetation reicht von dichten Busch- und Eukalyptuswäldern an der Küste bis zu Mulga- und Mallee-Scrubs sowie Melden in den Ebenen des Inlands.

Die australische Pflanzenwelt wird in 3 Vegetationshauptzonen eingeteilt. Die tropische Zone verläuft entlang der nördlichen Begrenzung des Kontinents bis etwa zur Hälfte der Ostküste. Die gemäßigte Zone erstreckt sich über die südöstliche Küstenebene und Tasmanien und zieht sich an der Ostküste in nördlicher Richtung bis zur tropischen Zone, an die sie anschließt. Die Trockenzone bedeckt den gesamten mittleren, ariden Bereich und den Westen des Kontinents.

Die tropische Zone fällt in den Monsunklimabereich und ist stark bewaldet, vorwiegend mit Laubbäumen. An der nordöstlichen Küste von Queensland einschließlich der Kap-York-Halbinsel kommen Regenwälder vor. Palmen, Farn- und Rebengewächse gedeihen in großer Fülle zwischen den Eichen, Eschen, Zedern, Flaschenbäumen und Birken. Mangrovenwälder ziehen sich an den Schlammlöchern und Einbuchtungen der niedrigen nördlichen Küstenlinie entlang. Gewächse wie die purpurfarbene Telopea, die rotgoldene Banksie und die scharlachroten Firewheel-Bäume verleihen der Vegetation Farbe. Weiter landeinwärts dominiert die Savannenlandschaft mit niedrigwüchsigen Bäumen, die meistens zu den Hartlaubgewächsen gehören und für die einheimische Flora typisch sind. Zahlreiche Arten, die in der tropischen Zone gedeihen, sind auch im Malaiischen Archipel im Nordosten Australiens anzutreffen. Die gemäßigte Zone ist von Busch- und Waldlandschaften aus Hartlaubgehölzen, Bewuchs des gemäßigten Klimas und Savannenwäldern geprägt. Sie weist außerdem Mallee-Scrubs und andere Scrubarten, strauchförmige Sandheide und Regenwaldgebiete mit für gemäßigtes Klima typischem Pflanzenbewuchs auf. Alpine Vegetation kommt in den Australischen Alpen und den Berglandschaften von Tasmanien vor. An der Ostküste entlang bis einschließlich Tasmanien gibt es Bestände aus Kiefern und Koniferen. In den Bewaldungsflächen der warmen und gut bewässerten südöstlichen und südwestlichen Bereiche überwiegen die Eukalypten, von denen es über 500 Arten gibt und die eine Höhe von über 90 m erreichen können. Die Südwestküste zeichnet sich durch ihren besonders großen Artenreichtum aus. Im Untergehölz der Bergeschen, der blauen Eukalyptusbäume und langblättrigen Eukalyptusbäume des Südostens gedeihen Akazien und Baumfarne. Tasmanien ist für seine Buchenwälder im Süden und die floristische Verwandtschaft mit Neuseeland bekannt. In der Trockenzone herrschen semiaride Strauchsavannen, Buschsteppen, halbaride Grasflächen und Grasflächen mit Hartlaubgewächsen vor, weite Landstriche sind jedoch auch praktisch vegetationslos. Die Vegetation ist den Anforderungen des ariden Klimas angepasst, wobei der Akazienbewuchs die Eukalypten überwiegt.

In den weniger dichten Regionen im Landesinneren gedeihen an den Hängen rote und grüne Kängurupfoten, duftende Boronien, Wachsblumen (Kranzwinden), Flaschenbäume, Lampenputzerbäume und kleinere Eukalyptusarten sowie Eisenrindenbäume. Es gibt über 500 Akazienarten, die in Australien heimisch sind, und die Blüte der gelb blühenden australischen Akazie, die zur Nationalblume ernannt wurde, erscheint auch auf dem offiziellen Landeswappen. Die für die Vegetation im Landesinneren charakteristischen Pflanzen sind Hartlaubbüsche und Büschelgräser (Spinifex), die Schafen als Weidepflanzen dienen, und Mallee-Scrubs sowie Mulgasträucher.

Die wertvollsten einheimischen Futtergräser, zu denen auch das Flindersgras zählt, gedeihen vor allem in Queensland und im Norden von New South Wales. Bei unregelmäßigen, jahreszeitlich bedingten Überschwemmungen entfalten sich die einheimischen Gräser und Wildblumen der Wüsten mit überraschender Geschwindigkeit zu großer Pracht, während die Flüsse und Lagunen von Seerosen übersät sind. Neben der einheimischen Flora sind in Australien ungefähr 2.000 hier nachträglich eingeführte Pflanzenarten anzutreffen, von denen die meisten mit der zunehmenden Entwicklung von Land- und Weidewirtschaft oder der Errichtung großer Anpflanzungen von wirtschaftlich nutzbaren Weichhölzern ins Land kamen. Obwohl die australische Pflanzenwelt eine ungeheure Artenvielfalt aufweist, ist die Bewuchsfläche des Landes seit der Ankunft der ersten europäischen Siedler im Jahr 1788 dramatisch geschrumpft. Man nimmt an, dass zur Zeit der Besiedlung durch die ersten Europäer bis zu einem Viertel des Landes von Wäldern, Savannenwäldern und Buschbeständen bedeckt war. Allerdings war nur ein geringer Bruchteil der natürlichen Vegetation wirtschaftlich wertvoll, und in den darauf folgenden 200 Jahren wurde ein großer Teil der einheimischen Flora entfernt, um so Raum für eine Besiedlung und landwirtschaftliche Nutzung zu schaffen. Diese Entwicklung hatte nicht nur eine Verschärfung der durch Erosion verursachten Problematik zur Folge, sondern auch das unwiderrufliche Verschwinden von bislang 83°bekannten einheimischen Pflanzenarten. Darüber hinaus sind weitere 840 bekannte Arten vom Aussterben bedroht. Die in Australien einheimischen Tierarten wurden durch den Verlust wertvollen Lebensraums so stark beeinträchtigt, dass mittlerweile einige von ihnen unmittelbar vom Aussterben bedroht sind. Es wird angenommen, dass in Australien bis zu 300.000 verschiedene Tierarten existieren, von denen bislang nur etwa 100.000 wissenschaftlich erforscht und beschrieben wurden. Es sind ungefähr 280 verschiedene Säugetierarten, über 700 Vogelarten, 380 unterschiedliche Arten von Reptilien, über 120 Froscharten und nahezu 200 Arten von Süßwasserfischen bekannt. Die verbleibenden Tierarten gehören zu den Wirbellosen.

Die für Australien sicherlich charakteristischsten einheimischen Säugetiere sind die Beuteltiere. Das bekannteste Beuteltier ist das Känguru, das etwa 50 verschiedene Arten umfasst und seinen Lebensraum sowohl in der gemäßigten als auch in der tropischen Klimazone hat. Kängurus, deren natürlicher Lebensraum sich ursprünglich auf waldreiche Gebiete und halbaride Buschlandschaften beschränkte, gehören zu den wenigen einheimischen Tierarten Australiens, die von der Zunahme der Weidelandflächen profitieren konnten. Die Kängurupopulation hat sprunghaft zugenommen, so dass die Zahlen mittlerweile durch kontrollierte Bejagung eingeschränkt werden müssen.

Zu den in Australien lebenden Reptilien gehören zwei Krokodilarten, von denen die kleinere, das Australienkrokodil, in den Süßgewässern des Binnenlandes lebt. Das größere Leistenkrokodil ist in den Sumpf- und Mündungsgebieten an der Nordküste heimisch. Zu den zahlreichen Echsenarten gehören Geckos, Skinke, Agamen und Warane, darunter auch der Riesenwaran. Ferner umfasst die australische Fauna 100 Arten von Giftschlangen, von denen die gefährlichsten der im Norden des Landes heimische Taipan und die Todesotter sind. Die Tigerotter, der Kupferkopf und die Schwarzotter sind weitere Giftschlangen. In den Gewässern um Australien ist eine große Vielfalt unterschiedlichster Fischarten und Meeressäugetiere anzutreffen. In den südlichen Gewässern sind einige Walarten heimisch, und an Teilen der Südküste, auf den Inseln der Bass-Straße und in Tasmanien kommen Seehundkolonien vor. In den nördlichen Gewässern gibt es in großen Zahlen Dugongs (Gabelschwanzseekühe), Trepangs (Seewalzen), Rochen und Birnschnecken. Essbare Fische und Schalentiere existieren in großen Populationen, und die Austernkolonien, Seeohren (Abalone) und Krebstiere in den südlichen, wärmeren Gewässern werden kommerziell genutzt. Außerdem sind hier auch ungefähr 70 Haifischarten heimisch, von denen einige dem Menschen gefährlich werden können. Der Lungenfisch von Queensland gehört zur ältesten australischen Tierart. Er wird gelegentlich auch als “lebendiges Fossil” bezeichnet, da er über eine Lunge und nicht wie andere Fische über Kiemen atmet. Außergewöhnlich artenreich ist die australische Vogelfauna, die von relativ primitiven Arten wie dem riesigen, flugunfähigen Emu und dem Kasuar bis zu hoch entwickelten Formen reicht. Der prachtvoll balzende Leiervogel mit fächerartigen Schwanzfedern beherrscht die Kunst des Nachahmens bis zur Perfektion. Die Vogelfauna umfasst eine große Artenvielfalt von Kakadus und Papageien, und der einheimische Wellensittich ist besonders bei Vogelliebhabern in aller Welt beliebt.


3. Klima
Australiens Klima variiert vom tropischen und Monsunklima im Norden bis zum kühlgemäßigten Klima in Tasmanien. Im überwiegenden Teil des australischen Kontinents herrscht heißtrockenes Klima vor. Das Meer übt landeinwärts von der Küstenregion nur einen geringen Milderungseinfluss aus, und die Hochlandregion ist größenmäßig zu unbedeutend und zu niedrig gelegen, um mehr als regional begrenzt einzuwirken. Über 2/3 des australischen Kontinents, vor allem die zentralen und westlichen Regionen, erhalten jährlich weniger als 500 mm Niederschläge. Das verbleibende Drittel der Landmasse setzt sich aus Wüstenregionen mit Jahresniederschlägen von unter 250 mm zusammen. Lediglich zehn % des Landes im Norden entlang der östlichen und südwestlichen Küstenlinie und in Tasmanien weisen im Mittel jährliche Niederschläge von über 1.000 mm auf. Die wechselfeuchttropische Küstenregion im Norden ist durch zwei Hauptjahreszeiten charakterisiert: Im heißfeuchten Südsommer fallen die Sommerniederschläge beim Durchgang der nordwestlichen Monsunwinde vorwiegend im Februar und März, und die trockenwarmen Südwinter sind durch den Einfluss der südöstlichen Passatwinde geprägt. Der Monsun dringt unterschiedlich weit in die Binnenregionen vor, und sein Einfluss reicht im Arnhemland und der Kap-York-Halbinsel am weitesten landeinwärts. Die jährlichen Niederschlagsmittelwerte in vielen Bereichen an der Nord- und Nordostküste betragen 1.524 mm, übersteigen im Norden von Queensland in der Gegend um Cairns sogar 2.540 mm. In den Grenzbereichen der Monsuneinflusszone sind trockene Grassavannen anzutreffen, deren geringe und unregelmäßige Niederschlagsmengen durch artesische Wasseradern ergänzt werden. Im westlichen, zentralen und nördlichen Teil Australiens variieren die durchschnittlichen Temperaturen im Sommer zwischen 26,7 und 29,4 °C, übersteigen jedoch häufig 38 °C. Die warmen, klimatisch gemäßigten Regionen an der Südküste des australischen Festlandes sind von vier Jahreszeiten mit kühlem Winter und heißem Sommer geprägt. Die höchsten Temperaturen werden in den Monaten Januar und Februar erreicht und liegen durchschnittlich zwischen 18,3 und 21,1 °C. Juni und Juli sind die kühlsten Monate des Jahres. Im Jahresmittel werden im Juli Werte von etwa 10 °C erreicht, in den Australischen Alpen können die Temperaturen jedoch bis auf 1,7 °C absinken. In der Gegend um Mount Kosciusko bilden sich teilweise Schneefelder.

Die Tieflandregionen an der Ostküste erhalten in allen Jahreszeiten Niederschläge, die jedoch im Sommer besonders stark sind. Die Niederschläge an der warmgemäßigten West- und Südküste beschränken sich infolge der Einwirkung der Westwindzone vor allem auf die Wintermonate. Tasmanien, das klimatisch der kühlgemäßigten Zone zuzurechnen ist, erhält im Sommer durch die Westwinde starke Regenfälle. Im Winter fallen ebenfalls starke Niederschläge, die durch Zyklonenstürme hervorgerufen werden. Schneefälle erfolgen nicht nur in den Australischen Alpen im Süden von New South Wales, sondern in der Winterjahreszeit auch im nördlichen Teil von Victoria und in Tasmanien.

Alle südlichen Bundesstaaten Australiens liegen ganzjährig unter dem Einfluss der warmen, heißen Winde aus dem Landesinneren, die große plötzliche Temperaturanstiege bewirken können. Fast jedes Jahr sind immer wieder Landstriche von niederschlagslosen Dürreperioden betroffen, häufig treten auch örtliche Überschwemmungen und tropische Zyklone auf.


4. Bevölkerung
Die ursprünglichen Bewohner des australischen Kontinents, die dunkelhäutigen Aborigines, wurden durch die eingewanderten Europäer völlig verdrängt. Sie stellen heute nur noch einen Bevölkerungsanteil von lediglich 1,5 %. Nahezu 94 % der australischen Bevölkerung sind europäischer Abstammung, wobei die überwiegende Mehrheit auf britische oder irische Vorfahren zurückgeht. Etwa 18 % stammen jedoch ursprünglich aus anderen europäischen Ländern. Bewohner aus Asien und dem Nahen Osten stellen einen Bevölkerungsanteil von etwa 5 %. Nach dem 2. Weltkrieg kam es zu bedeutenden Umwälzungen in der Bevölkerungsstruktur. Vor dem 2. Weltkrieg waren über 95 % der Bevölkerung britischer oder irischer Abstammung. Die Einwanderungswellen in der Nachkriegszeit zogen nicht nur große Mengen an Einwanderern von den Britischen Inseln nach Australien, sondern auch vom europäischen Festland. Seitdem sind allein mehr als zwei Millionen Festlandeuropäer nach Australien eingewandert.

Die offizielle Landessprache ist Englisch. Die Sprachen der Aborigines und andere Sprachen werden in ethnischen Gemeinden und Gruppierungen gesprochen. Die australische Bevölkerung wird auf etwa 18 Millionen Einwohner geschätzt. Die Bevölkerungsdichte liegt damit statistisch bei etwa zwei Einwohnern pro qkm. Dieser Mittelwert ist jedoch sehr irreführend: Infolge klimatischer und anderer geographischer Gegebenheiten gilt die Besiedlung Australiens als eine der am stärksten konzentrierten, denn etwa 90 % der Gesamtbevölkerung wohnen auf nur ungefähr 3 % der Landesfläche.

Der Verstädterungsgrad beträgt 88 %; ein Großteil der verbleibenden12 %, die als ländlich eingestuft werden, wohnt in einem schmalen, fruchtbaren, halbmondförmigen Korridor, der sich ungefähr von Brisbane in Queensland bis nach Adelaide in South Australia erstreckt und im Landesinneren durch die Westausläufer der Great Dividing Range begrenzt wird. Die am schnellsten wachsende Region befindet sich an der Ostküste von Queensland und erlebt durch die unmittelbare Nähe zum stark expandierenden Wirtschaftsgefüge Südostasiens einen rasanten Aufschwung. Die Küstengebiete in der Umgebung der Großstädte im Osten, Südosten und Südwesten des Festlandes sind ebenfalls in schnellem Wachstum begriffen.

Die übrigen 97 % der Landesfläche von Australien sind entweder nahezu oder völlig unbewohnt. Hier beläuft sich die Bevölkerungsdichte statistisch auf weniger als 0,03 Menschen pro qkm. Eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 0,3 Menschen pro qkm wird erst im Bereich der semiariden Weidelandflächen im Binnenland von Queensland, New South Wales und South Australia erreicht, wo sich riesige Vieh- und Schafzuchtbetriebe befinden, und in den Gegenden um die wenigen Siedlungen im Landesinneren und an der West- und Nordküste. Zu den Letzteren gehören Alice Springs und Darwin im Northern Territory, Kalgoorlie und Boulder in Western Australia, die Region an der Westküste zwischen Dampier und Port Hedland und die Diamantfelder in der Kimberleyregion.


4.1 Die Aborigines
Die Traditionen der Aborigines weisen darauf hin, dass sie seit ihrer Existenz immer schon in Australien gelebt haben. Anthropologen vermuten jedoch, dass sie aus Asien auswanderten und schließlich vor 60.000 bis 40.000 Jahren nach Australien kamen. Diese Annahme wird durch die Tatsache belegt, dass der Meeresspiegel zu dieser Zeit verhältnismäßig niedrig war und dadurch zwischen dem asiatischen und dem australischen Kontinent eine nahezu durchgehende Landbrücke bestand. Infolge eines Meeresspiegelanstiegs wurde dieser verhältnismäßig einfache Verbindungsweg später überflutet. Tasmanien wurde vor etwa 13.500 bis 8.000 Jahren ebenfalls durch die Anhebung des Meeresspiegels vom australischen Festland getrennt. Die hier beheimatete Aboriginesbevölkerung erfuhr infolgedessen eine andere kulturelle Entwicklung als die Bewohner auf dem australischen Festland.

Die Grundwerte der Aborigines beinhalteten Selbstlosigkeit und die pflichtbewusste Erfüllung sozialer und religiöser Verpflichtungen. Status war von Besitztum unabhängig, das nur wegen seiner besonderen religiösen Bedeutung geschätzt oder aufgrund seiner praktischen Nutzungsfähigkeit bedeutungsvoll war. Der Handel spielte eine bedeutende Rolle, und der ganze Kontinent war von einem Netzwerk von Handelsrouten überzogen. Die Handelsgüter waren häufig sehr seltene Objekte oder besaßen eine überragende soziale oder religiöse Bedeutung, deren Funktion aus der Aufrechterhaltung und Förderung der Bindungen und Harmonie zu anderen Gruppen bestand.

Die Ankunft der Europäer entwickelte sich für die Aborigines zu einer Katastrophe. Die Kommunikation zwischen den beiden Gruppen war lediglich minimal, und die Kluft zwischen den unterschiedlichen Kulturen hätte fast nicht größer sein können. Nach einer anfänglichen Zeit des gespannten Nebeneinanders wurden die Aborigines schon bald von den fruchtbareren Küstenlandstrichen vertrieben und ins Landesinnere abgedrängt. Versuchtem Widerstand wurde mit Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ruhe durch Gewalt begegnet, die den Tod von einer großen Anzahl von Aborigines zur Folge hatten. Noch mehr starben jedoch infolge von Krankheiten, die die Siedler ins Land eingeschleppt hatten.

Bei der Volkszählung von 1991 wurden 238.492 Aborigines und 26.902 Torres-Straße-Insulaner gezählt, die häufig einfach in die ethnische Gruppe der Aborigines eingeordnet werden. Die größte Konzentration von Nachfahren der Aborigines lebt heute in New South Wales und Queensland. Über 70 % wohnen in städtischen Gebieten.


4.2 Religion
Australien hat keine Landeskirche, und die australische Verfassung garantiert die Religionsfreiheit. Die Mehrheit der Bevölkerung bezeichnet sich selbst zwar als Christen, doch die meisten praktizieren ihren Glauben kaum. Die australische Gesellschaft ist vorwiegend weltlich orientiert. Die größten christlichen Glaubensgemeinschaften bilden die römisch-katholische Kirche und die anglikanische Kirche, die jeweils etwa 26 % der Gesamtbevölkerung auf sich vereinen.

Fast 25 % bekennen sich zu anderen christlichen Konfessionen, vor allem der nonkonformistischen und protestantischen Konfession. Es gibt jedoch auch orthodoxe Gemeinden der östlichen Kirchen. Darüber hinaus bestehen in Australien jüdische, buddhistische und islamische Gemeinden. Seit den siebziger Jahren ist die Zahl der Buddhisten und Muslime in Übereinstimmung mit dem sich wandelnden Einwanderungsverhalten stark angestiegen.


4.3 Bildung und Schulwesen
Die Bildung liegt in der Verantwortlichkeit der sechs Gliedstaaten und des Northern Territory. In jedem dieser Gebiete ist die berufliche Ausbildung und Anstellung von Lehrern Sache eines zentralisierten Bildungsministeriums. Die Bundesregierung ist für das Erziehungswesen in den Außenbesitzungen und für die Finanzierung von Universitäten und Colleges mit Hochschulrang zuständig. Außerdem hat sie die besondere Verantwortung für die Schülerhilfsprogramme und Bildungsprogramme für die uraustralische Bevölkerung sowie für Kinder mit anderssprachigem Hintergrund. Alle Kinder im gesamten Gebiet des Australischen Bundes im Alter von sechs bis 15 Jahren sind schulpflichtig. In Tasmanien herrscht für Kinder zwischen dem sechsten und dem 16. Lebensjahr Schulpflicht. Die meisten Kinder gehen jedoch bereits im Alter von fünf Jahren zur Schule.
Der Unterricht an den staatlichen Schulen, die konfessionslos sind, ist unentgeltlich. Die Schüler können freiwillig einen Religionsunterricht besuchen, den offizielle Vertreter unterschiedlicher Glaubensrichtungen halten. Ungefähr 72 % der Kinder im schulpflichtigen Alter besuchen staatliche Schulen, die in der Regel als koedukative Gesamtschulen strukturiert sind. Für Kinder im schulpflichtigen Alter, die im abgelegenen Inland (“Outback”) leben oder ansonsten keinen Zugang zum Schulsystem haben, wurden besondere Bildungsprogramme entwickelt, die als Fern- und Sprechfunkunterricht von den Schools of the Air übertragen werden. Die meisten Schüler wechseln im Alter von zwölf Jahren von der Primar- zur Sekundarschule. Sekundarschulen, die in Australien als High Schools und Secondary Colleges bezeichnet werden, ermöglichen eine vier bis sechs Jahre dauernde schulische Ausbildung, die mit einer Abschlussprüfung beendet wird. Schüler im Abschlussjahr können hier staatliche Aufnahmeprüfungen für den Universitätsbesuch ablegen.


4.4 Verwaltung und Politik
Australien, als parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat konstituiert, ist ein selbständig regierter Staat und Mitglied des Commonwealth of Nations. Die Verfassung Australiens, die 1901 rechtskräftig wurde, basiert auf der parlamentarischen Tradition des britischen Mutterlandes, enthält aber auch Elemente der US- amerikanischen Konstitution. Staatsoberhaupt ist die britische Königin Elisabeth II., die von einem von ihr ernannten Generalgouverneur vertreten wird. Das Regierungsoberhaupt ist der australische Premierminister, der sich gegenüber dem australischen Parlament zu verantworten hat. Das Oberhaupt der britischen Krone wird in jedem Staat durch einen Gouverneur vertreten.


5. Wirtschaft
Die australische Bevölkerung genießt einen der höchsten Lebensstandards in der gesamten Welt. In den neunziger Jahren erreichte das Bruttosozialprodukt ein Gesamtvolumen von 288 Milliarden US-Dollar. Die Landwirtschaft und der Bergbau spielen eine große Rolle. Ferner gehört Australien zu den wichtigsten Exportländern für Weizen, Fleisch, Milchprodukte und Wolle. Das Land erzeugt im Allgemeinen über 25 % der Weltjahresproduktion bei Wolle. Außerdem ist es einer der wichtigsten Erzeuger und Exporteure von Mineralien, vor allem von Kohle. Auf die Landwirtschaft entfallen heute nur noch 3 % des Bruttoinlandsprodukts und durch den Bergbau werden etwa 5 % des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Im Gegensatz dazu werden ungefähr 15 % des Bruttoinlandsprodukts in der Fertigungsindustrie erarbeitet.


5.1 Landwirtschaft
Obwohl die Landwirtschaft heute hinsichtlich des Bruttoinlandsprodukts als Wirtschaftsfaktor eine relativ untergeordnete Rolle spielt und auch für den Arbeitsmarkt keine zentrale Funktion besitzt, ist der wirtschaftliche Wohlstand weiter Landesteile auch weiterhin von der Viehzucht und dem Anbau von Kulturpflanzen abhängig. Heute handelt es sich bei nahezu 90 % der bewirtschafteten Landflächen um Weideland. Diese Entwicklung spiegelt sich in der Tatsache wider, dass ein großer Teil der Weideflächen in der halbariden Klimazone Australiens liegt, auch wenn die Viehzucht in allen fruchtbaren Gegenden betrieben wird. Etwa ein Drittel der Schafe und ein noch höherer Prozentsatz aller Rinder werden auf riesigen landwirtschaftlichen Anwesen gehalten, die in dieser Zone als “Stationen” bezeichnet werden. Australien ist der weltgrößte Erzeuger und Lieferant von Wolle, besonders der qualitativ hochwertigen Merinowolle. Die durch die Ausfuhr von Wolle erwirtschafteten Einkünfte machen heute jedoch weniger als 8 % der gesamten Exporteinkünfte aus. Infolge von Überproduktion kam es in den späten achtziger Jahren zu einem beträchtlichen Preisverfall auf dem internationalen Markt. In den Jahren 1990/91 wurden über zehn Millionen Schafe aus den Gesamtbeständen geschlachtet, wovon man sich eine Regeneration der Marktpreise erhoffte. Fast die Hälfte der gesamten Wollproduktion erfolgt in New South Wales und Western Australia, während Victoria bei der Erzeugung von Lamm- und Hammelfleisch eine führende Marktposition auf dem inländischen Markt einnimmt.

In allen australischen Bundesstaaten und Bundesgebieten werden Rinder gezüchtet. Der führende Produzent ist jedoch Queensland, das in den neunziger Jahren etwa 40 % des nationalen Gesamtbestands von 23,6 Millionen Rindern auf sich vereinte. In Australien wird sowohl Schlacht- als auch Milchviehwirtschaft betrieben. Die Aufzucht von Milchvieh beschränkt sich vorwiegend auf die niederschlagsreichen Küstenregionen und den Südosten des Landes, insbesondere Victoria. Die landwirtschaftlichen Betriebe wenden in der Regel hochmoderne Technologien an. Obwohl nur auf etwa 10 % der gesamten australischen Landfläche Kultur- und Futterpflanzen angebaut werden, sind diese Bewirtschaftungsgegenden von überaus großer Bedeutung für die Wirtschaft. Auf etwa 45 % der kultivierten Nutzflächen wird Weizen angebaut, auf weiteren 20 % andere Getreidearten und Futterpflanzen. Der Anbau von Weizen wurde auf hochgradig maschinellen Betrieb umgestellt und findet in allen australischen Staaten statt, konzentriert sich aber vor allem auf die südöstlichen und südwestlichen Regionen. Etwa 70 % der Weizenernte werden exportiert. Hafer, Roggen, Gerste, Mais, Ölsamen, Tabak und Futterpflanzen werden ebenfalls in großem Umfang angebaut.

In der Bewässerungszone am Murrumbidgee in New South Wales, in Queensland und im Northern Territory werden Reis und Baumwolle kultiviert. Der Anbau von Zuckerrohr beschränkt sich auf die fruchtbare Küstenregion in Queensland und den Distrikt um den Fluss Richmond in New South Wales. Neben den üblichen Kultur- und Nutzpflanzen werden zahlreiche Obstsorten, darunter Äpfel, Bananen, Trauben, Orangen, Birnen, Ananas und Papayafrüchte gezüchtet. Die bedeutendsten Weinbauregionen befinden sich im Barossa Valley in South Australia, im Hunter Valley in New South Wales und im Nordosten, Süden und Westen von Victoria. In allen Gebieten, in denen der Anbau von Nutzpflanzen betrieben wird, ist mit Ausnahme der niederschlagsreichsten Regionen Australiens künstliche Bewässerung erforderlich. In mehreren Gegenden stellt jedoch die zunehmende Bodenversalzung eine Gefahr für die Produktion dar.


5.2 Forstwirtschaft und Fischerei
Heute sind etwa nur noch 8 % der australischen Landfläche von Wäldern bedeckt. Die meisten kommerziellen Nutzhölzer stammen aus Nadelholzplantagen. In den feuchten Küsten- und Hochlandgürteln liegen die wichtigsten natürlichen Waldgebiete, die vorwiegend aus Eukalypten, also Harthölzern, bestehen. Der Rohstoff Holz wird zur Papierherstellung und Möbelproduktion eingesetzt. Die zu den Eukalypten zählenden Jarrah- und Karri-Bäume, die in Westaustralien heimisch sind, werden vor allem wegen der Beständigkeit ihres Holzes geschätzt. Der Queensland-Ahorn, Walnussbäume und Rosenholz sind vor allem für die Herstellung von Kommoden, Schränken und andere Möbel sehr begehrt.

Etwa 9,4 Millionen Hektar Wald stehen in staatlichen Naturschutzgebieten und sind dauerhaft von der kommerziellen Nutzung ausgenommen. Plantagen, in denen Weichhölzer angepflanzt werden, können den einheimischen Bedarf nicht decken, so dass große Mengen eingeführt werden müssen. Obwohl Australien von überaus fischreichen Gewässern umgeben ist, in denen über 2.000 Fischarten und eine Vielzahl anderer Meereslebewesen vertreten sind, ist die jährliche Fangmenge mit ungefähr 225.000 Tonnen vergleichsweise gering. Über 50 % des Jahreswertes aller australischen Fischerzeugnisse entfallen auf verschiedene Schalentiere, vor allem Seeohren, Hummer, Garnelen, Austern und Muscheln. Nach Perlen und Kreiselschnecken wird bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts gefischt. Darwin, Broome und die Thursday-Inseln sind heute die wichtigsten Zentren der Perlenfischerei, jedoch sind mittlerweile Zuchtperlen die Grundlage dieser Industrie, die von japanisch-australischen Unternehmen beherrscht wird. Kommerziell vermarktete Fischarten der See sind vor allem Kabeljau, Meeräschen, Barramundi, Makrelen, Weißfische und Thunfische.


5.3 Bergbau und Industrie
Die Bergbauindustrie ist für die zukünftige Entwicklung des Landes sehr vielversprechend. Die Entdeckung von Goldvorkommen in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts zog die erste große Einwanderungswelle nach sich und bewirkte so die Besiedlung inneraustralischer Gebiete. Heute fördert Australien die meisten ökonomisch bedeutenden Bodenschätze in ausreichenden Mengen zur Deckung des Eigenbedarfs. Einige Bodenschätze können in so großen Mengen gefördert werden, dass das Land in diesen Bereichen eine Führungsrolle auf dem Weltmarkt einnimmt. In fast allen Staaten gibt es abbauwürdige mineralische Vorkommen, aber den größten Anteil an der gesamten Fördermenge (37 %) hat Western Australia, das mit 63 % am Abbau von Erzen beteiligt ist.

Der Produktionswert von Kohle, Erdöl, Erdgas und Erzen wurde in den neunziger Jahren auf etwa 19 Milliarden US-Dollar geschätzt. Auf Erze entfallen etwa 42 % der Gesamtfördermenge, wobei Gold und Eisenerz hier an vorderster Stelle stehen. Die wichtigsten mineralischen Rohstoffe, die in größerem Umfang gefördert werden, sind Steinkohle, Braunkohle und Lignitgestein, Bauxit, Kupfer, Gold, Eisenerz und erzkonzentrathaltige Gesteine, Mangan, Nickel, Zinn und Uran.

Australien ist mit ungefähr zwölf % an der weltweiten Gesamtfördermenge von Gold beteiligt. Nach der Entdeckung der riesigen Diamantfelder im Kimberleygebirge in Western Australia im Jahr 1979 ist Australien ausgehend vom Fördervolumen zum weltgrößten Lieferanten für Diamanten geworden und mit 36 % an der Gesamtfördermenge der Welt beteiligt, wobei nahezu die gesamte Menge aus der riesigen Argylemine im Kimberleygebirge stammte. Bei Coober Pedy im Bundesstaat South Australia befindet sich das umfangreichste Opalabbaugebiet der Welt. Etwa 97 % des in Australien geförderten Eisenerzes stammen aus der Region Pilbara in Western Australia. Eisenerzlagerstätten befinden sich jedoch auch in der Gegend von Iron Knob in South Australia, auf der Kakadu-Insel im Yampi-Sund vor der Küste von Western Australia, im Westen Tasmaniens und in Gippsland in Victoria. Fast die gesamte Fördermenge an Eisenerz wird exportiert. Australien ist heute Japans Hauptlieferant, hat aber auch mit China, Deutschland, Korea und Taiwan sehr wichtige Absatzmärkte erschlossen. Die Entdeckung und kommerzielle Nutzung von ungeheuren Bauxitvorkommen ermöglichte Australien in den achtziger Jahren, zum weltweit größten Produzenten von Bauxit und aluminiumhaltigen Mineralen sowie zum viertgrößten Hersteller von Aluminium aufzusteigen. Die wichtigsten Förderstätten befinden sich südlich von Perth in Western Australia, auf der Kap-York-Halbinsel in Queensland und auf der Halbinsel Gove im Northern Territory. Wichtige Uranminen sind die Ranger-Mine und die Nabarlek-Mine im Northern Territory sowie Minen bei Olympic Dam in South Australia. Das gesamte Fördervolumen dient dem Export, der allerdings nur in Übereinstimmung mit der Antinuklearwaffen-Politik des Landes erfolgt.

Die Vorkommen der harten Stein- oder Fettkohle mit den damit verbundenen Industrien konzentrieren sich vor allem in New South Wales und Queensland, die jeweils mit etwa 47 % an der australischen Kohlefördermenge beteiligt sind. Die in Victoria geförderte Braunkohle und das Lignitgestein werden vor allem der Strom erzeugenden Industrie zugeführt. Nickel wird in Kambalda, im Südosten von Kalgoorlie, bei Greensvale in Queensland und in der Musgrave-Grenzregion zwischen Western und South Australia sowie im Northern Territory abgebaut. Die wichtigsten Manganlagerstätten sind in Groote Eylandt im Northern Territory zu finden. Zwei Drittel der australischen Gesamtproduktion von Kupfer stammen aus der Region um den Mount Isa in Queensland. In der Gegend um Mount Lyall in Tasmanien und am Tennant Creek im Northern Territory befinden sich weitere Kupfervorkommen. Die wichtigsten Zinnproduzenten innerhalb Australiens sind Queensland, Tasmanien und New South Wales, wobei Broken Hill (New South Wales) bereits seit über einem Jahrhundert als einer der wichtigsten Produzenten von Zink und Blei dient. Titan und Zirkone werden neben mehreren anderen Mineralen, darunter auch Rutil und Ilmenit, an den stark mineralhaltigen Stränden im Süden von Queensland, in New South Wales und in Western Australia gefördert. Wolframkonzentrate werden vor allem auf King Island in der Bass-Straße abgebaut. Die bedeutendsten Öl- und Erdgasvorkommen Australiens befinden sich bei Gippsland in Victoria und in Carnarvon in Western Australia. Die Rohölgesamtfördermenge betrug in den neunziger Jahren jährlich ungefähr 193 Millionen Barrels.

Die verarbeitenden Industrie ist mit etwa 15 % am Jahresinlandsprodukt von Australien beteiligt. In der Gesamtheit aller Betriebe in diesem Bereich waren zu dieser Zeit etwas über 15 % aller Beschäftigten tätig. Die Hauptzentren der verarbeitenden Industrie befinden sich in New South Wales, insbesondere in Sydney und Newcastle, und in Victoria, wobei hier besonders das großflächige Ballungsgebiet von Melbourne von wirtschaftlicher Bedeutung ist. Der Staat New South Wales ist vor allem im Bereich der Eisen- und Stahlerzeugung, dem Bau von Düsenflugzeugen, der Herstellung von Baumaschinen und -zubehör, synthetischen Produkten, elektronischen Komponenten, Stromleitungen sowie petrochemischen und Raffinerieerzeugnissen führend.

Die Aktivitäten der in Melbourne angesiedelten Industrien fundieren vor allem auf dem Automobil- und Maschinenbau sowie der Nahrungsmittelerzeugung und Herstellung von Kleidung. Das in der Nähe von Melbourne gelegene Geelong ist vorwiegend für Wollspinnereien und Fahrzeugindustrie bekannt.

In South Australia, einem traditionsgemäß auf Weide- und Landwirtschaft spezialisierten Staat, entstanden nach 1950 u. a. in Adelaide und Whyalla mehrere bedeutende Zentren der verarbeitenden Industrie. Die Städte Brisbane und Townsville in Queensland verfügen ebenfalls über wichtige Niederlassungen dieses Sektors. Die in Tasmanien ansässige Industrie, die von der preiswerten Energieerzeugung durch die Nutzung der Wasserkraft profitiert, umfasst u. a. Elektrolyseanlagen für die Herstellung von reinem Zink und eine große Süßwarenfabrik. Die wichtigsten Standorte der verarbeitenden Industrie in Tasmanien sind Hobart und Launceston.


5.4 Energie
Die Energieversorgung liegt in der Verantwortlichkeit der australischen Bundesregierung. In den neunziger Jahren wurden etwa 90 % der Gesamtenergiemenge in Wärmekraftwerken erzeugt, wobei die meisten mit den Energieträgern Steinkohle und Lignit betrieben wurden. Ferner verfügt Australien über mehrere Wasserkraftwerke, von denen insbesondere das riesige Snowy-Mountains-Projekt, das überwiegend die Energieversorgung in Canberra, Melbourne und Sydney sicherstellt, und eine Anzahl kleinerer Anlagen in Tasmanien von besonderer Bedeutung sind. Australien kann den bestehenden Erdölbedarf fast vollständig aus den eigenen Quellen decken, so dass lediglich etwa 4 % des Jahresbedarfs importiert werden müssen.


5.5 Währung
Währungseinheit des Landes ist der Australische Dollar, der sich in 100 Cents untergliedert. Die australische Währung wurde 1966 im Rahmen einer Währungsreform vom alten britischen System mit Pfund Sterling, Shilling und Pence auf das Dezimalsystem umgestellt.


5.6 Außenhandel
Die australische Zollpolitik gewährleistet lebensnotwendigen australischen Industrien mit wirtschaftlicher Schlüsselfunktion Schutz, und Importe aus bestimmten Mitgliedsländern des Commonwealth werden zolltariflich bevorzugt. Die Zollpflicht besteht jedoch auch zum Zweck öffentlicher Einnahmen. In den achtziger Jahren hatte der Import von Gütern und Dienstleistungen häufig ein leichtes Übergewicht im Vergleich zum Export. Ausländisches Investitionskapital half beim Ausgleich der australischen Handelsbilanz.

Die wichtigsten Handelspartner von Australien sind Japan und USA, auf die in den frühen neunziger Jahren nahezu 40 % des gesamten Import- und Exportvolumens entfielen. Weitere führende australische Exportmärkte sind Neuseeland, Großbritannien, Deutschland, Kanada, China, Südkorea, Italien und Papua-Neuguinea. Zusätzlich werden in Asien neue Absatzmärkte für australischen Weizen und andere Überschussprodukte erschlossen. Neben der USA und Japan gehören Großbritannien, Deutschland, Taiwan, Hongkong, Kanada und Neuseeland zu den wichtigsten Importländern. In der Einfuhr stehen vor allem Maschinen, Fahrzeuge und Verkehrsausrüstungsgegenstände, chemische Erzeugnisse, Nichteisenmetalle, Papier und Kartonagen sowie Stoffe und Textilgarne an der Spitze.

Die Hauptexportgüter umfassen metallhaltige Minerale, Kohle, Nichteisenmetalle, Öl, Wolle und Getreide, aber auch Fleisch spielt als Ausfuhrerzeugnis eine wichtige Rolle. Im Ergebnis kann Australien stets einen Überschuss in der Handelsbilanz verzeichnen.


5.7 Verkehrswesen
Ein Großteil des australischen Eisenbahnnetzes wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den selbständigen, voneinander unabhängigen australischen Kolonien angelegt, die vorwiegend Handel mit Großbritannien betrieben. Daher verläuft das Streckennetz hauptsächlich strahlenförmig von den wichtigen Häfen ins Landesinnere, während nur sehr wenige Überlandstrecken bestehen. Das Hauptstraßennetz weist eine ähnliche Strukturierung wie das der Eisenbahn auf, wobei die wichtigsten Straßen ebenfalls strahlenförmig von den Häfen und besonders den Hauptstädten der Staaten ins Landesinnere vordringen. Allerdings ist die Qualität der Straßen ist in der Regel sehr unterschiedlich. In den neunziger Jahren waren über zehn Millionen Kraftfahrzeuge gemeldet, was etwas mehr als einem Fahrzeug pro zwei Einwohner entspricht.

Die größten Städte und einige abgelegene Siedlungen sind über ein umfassendes Streckennetz des Flugverkehrs miteinander verbunden. Infolge der großen Entfernungen zwischen den einzelnen Städten und den idealen Flugbedingungen des Landes hat das Flugzeug bei den Australiern als reguläres Transportmittel eine große Bedeutung gewonnen. Die wichtigsten nationalen und internationalen Flughäfen befinden sich in Sydney (Kingsford Smith) und Melbourne (Tullamarine), die übrigen Hauptstädte der australischen Bundesstaaten und Cairns verfügen aber ebenfalls über internationale Flughäfen. Die Küstenschifffahrt ist ebenso wie der Überseeverkehr für die australische Wirtschaft von lebenswichtiger Bedeutung. Insgesamt gibt es etwa 70 Häfen mit kommerzieller Schlüsselfunktion, von denen sich die meisten an der Ostküste befinden. Sydney ist mit der angrenzenden Botany Bay der wichtigste Hafen für Mischfrachten. Weitere bedeutende Häfen sind u. a. Port Hedland, wobei man sich hier vor allem auf Eisenerz als Massengut spezialisiert hat, ferner Melbourne, Fremantle, Newcastle, Port Kembla, Geelong, Brisbane, Port Gladstone und Port Walcott.


5.8 Tourismus
Der Fremdenverkehrssektor hat seit 1970 infolge der immer preiswerteren und schnelleren Langstreckenflüge und der Expansion des japanischen Marktes ein rapides Wachstum verzeichnen können. Heute gehört die Tourismusbranche, in der in den frühen neunziger Jahren etwa 500.000 Beschäftigte bzw. 6 % des gesamten australischen Arbeitspotentials tätig waren, zu den Wirtschaftszweigen mit der höchsten Dynamik. Auch im Bereich des inländischen Fremdenverkehrs erfolgte in dieser Zeit ein starkes Wachstum, das als Reaktion auf das immer breiter gefächerte Angebot von Attraktionen in den Bundesstaaten und -gebieten (Vergnügungsparks, Zoos, Kunstgalerien und Museen, Nationalparks, historische Sehenswürdigkeiten und Weinkellereien) verstanden werden kann. 

häufige Suchphrasen:
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