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Titel / Referat: Hesse, Hermann - Der Steppenwolf (Inhaltsangabe, Analyse und Bewertung)

Schlagwörter: Hermann Hesse, Textbeschreibung, Analyse und Deutung, Harry Haller, Personen Hausaufgabe, Referat

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Hermann Hesse - Der Steppenwolf

Impressum: Hermann Hesse. Der Steppenwolf. Verlagsort: Frankfurt am Main, Suhrkamp Taschenbuchverlag, 1997 
Erstausgabe: 1927 
ISBN: 3-518-39286-7


Hermann Hesse:
2.7.1877 wird Hermann Hesse als Sohn eines Missionars in Calw geborgen. Nach sieben Monaten im Klosterseminar Maulbronn flieht er weil er unbedingt Dichter werden will. 1895 schließt er eine Lehre als Turmuhrmechaniker ab und beginnt eine Ausbildung als Buchhändler. Drei Jahre später erscheint seine erste Lyriksammlung „Romantische Lieder“. Im Jahr darauf veröffentlicht Hermann Hesse Prosastücke unter dem Titel „Eine Stunde hinter Mitternacht“. Nach seinem Durchbruch mit dem Roman „Peter Camenzind“ heiratet er seine erste Frau und bekommt mit ihr drei Kinder. 1906 verfasst er die Erzählung „Unterm Rad“ in der er Schulerfahrungen und Jugendkrisen verarbeitet. Durch die Enttäuschung wegen einer Ablehnung als Soldat für das Deutsche Reich im ersten Weltkrieg, wegen dem Tod seines Vaters, einer schweren Krankheit seines Sohnes und der ausbrechenden Schizophrenie seiner Frau fällt er in eine tiefe Krise. Er beginnt zu malen. 1922 erscheint der Roman „Siddharta“. Hermann Hesse lässt sich scheiden. Ein Jahr darauf heiratet er seine zweite Frau, mit der er jedoch nur 3 Jahre liiert ist. 1927 wird sein Roman „Der Steppenwolf“ veröffentlicht. 1930 erscheint der Roman „Narziß und Goldmund“. Er heiratet eine Kunsthistorikerin. 1942 gibt er sein lyrisches Werk gesammelt heraus. Im Jahr darauf erscheint „Das Glasperlenspiel“. 1946 wird Hermann Hesse für sein Lebenswerk mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Am 9.8. 1962 stirbt er in Montagnola.


Inhalt:
Harry Haller, der Protagonist des Romans leidet an einer starken inneren Zerrissenheit. Einerseits sieht er in sich den kleinbürgerlichen Menschen, andererseits hegt er einen tiefen Hass gegen alles Bürgerliche. Diese „wilde“ Seite seiner Persönlichkeit wird unter der Metapher des Steppenwolfes geschildert. Mit 48 Jahren mietet ein Zimmer in einem bürgerlichen Dreifamilienhaus. Der einsame Mann stört nicht, sucht aber auch keinen Kontakt mit der Vermieterin oder ihrem Neffen. Ohne sich zu verabschieden verschwindet Harry Haller nach einiger Zeit plötzlich wieder aus der Stadt. Dem Neffen der Vermieterin hinterlässt er seine gesamten Aufzeichnungen, der veröffentlicht diese. Nach einem kurzen Vorwort des Neffen, beginnen Harry Hallers Aufzeichnungen mit der Anmerkung „ Nur für Verrückte“.

Kontinuierlich verlor Harry Ansehen und Vermögen. Seine geisteskrank gewordene Frau warf ihn aus dem gemeinsamen Haus, und für einige Zeit fand er sich mit seinem einsamen Leben ab. Langsam aber sicher sah er auch darin keinen Sinn mehr. Selbst seine Geliebte Erika besuchte ihn nur selten. Um sich nicht mehr mit dem Sinn des Lebens beschäftigen zu müssen, trank er fast jeden Abend in einer Kneipe einige über seinen Durst. Nach einem solchen Abend begegnete er einem Mann, der für eine "anarchistische Abendunterhaltung im magisches Theater" warb und ihm ein Jahrmarktheft in die Hand drückte. Der Titel lautete: "Tractat vom Steppenwolf. Nur für Verrückte." Diesen Text fügte Harry seinen Aufzeichnungen hinzu.

In dem Büchlein geht um einen Mann namens Harry, dessen Bedürfnis nach Einsamkeit und Unabhängigkeit stark ausgeprägt ist. Er leidet an dem Zwiespalt seiner Doppelnatur. Doch das er „nur“ aus zwei Wesen (Mensch und Wolf) besteht, ist nach dem Tractat eine Fehlinterpretation. Denn jeder Mensch besteht aus tausenden von Seelen. Harry gehört dem Büchlein nach zu der Gruppe der Selbstmörder, was jedoch nicht bedeutet, dass er sich umbringt. Mit 47 Jahren beschloss er sich an seinem 50. Geburtstag umzubringen. Das Tractat endet mit einer Verabschiedung von Harry Haller, dem Steppenwolf. Sein letzter Versuch sich weiterhin in das bürgerliche Leben zu integrieren, indem er bei einem Professor, den Harry in einigen intensiven Gesprächen besser kennen gelernt hat, endet in einer bitteren Enttäuschung und Kränkung der Gastgeber .Auf dem Heimweg kehrt er ein. "Zum Schwarzen Adler" heißt das Tanzlokal. Dort trifft er die hübsche Prostituierte Hermine, die ihn an seinen Jugendfreund Hermann erinnert. Sie redet ihm seine Selbstmordabsichten aus. Von dem ungebildeten Mädchen fühlt er sich verstanden. Bereitwillig folgt er Hermines Anweisungen und lässt sich von ihr sogar überreden, ein Grammophon zu kaufen und tanzen zu lernen. Sie bittet Maria, eine jüngere lesbische Freundin, die wie sie von der Prostitution lebt, Harry Haller in ihre erotischen Künste einzuweihen. Maria und Hermine sind mit dem Saxophonspieler Pablo befreundet.

Allmählich sieht Harry Haller sich in einem anderen Licht. Nachdem er das Tanzen gelernt hat, fordert Hermine ihn auf, zu einem Maskenball zu kommen. Als er sie dort nicht entdeckt und um 1 Uhr nachts enttäuscht gehen will, steckt ihm jemand an der Garderobe einen Zettel zu: "Heut Nacht von vier Uhr an magisches Theater – nur für Verrückte – Eintritt kostet den Verstand. Nicht für jedermann. Hermine ist in der Hölle." Nach einigen Stunden in einem als Hölle dekorierten Keller, lädt Pablo Harry und Hermine in sein magisches Theater ein. Nach dem Konsum von Drogen verspricht Pablo, dass man hinter jeder Logentür des Theater das findet was man gerade sucht. Aber davor muss man lernen über sich selbst zu lachen. Hinter der ersten Tür klettert Harry Haller mit seinem früheren Schulfreund Gustav auf einen Baum. Von dort aus schießen sie auf vorbeifahrende Autos und töten die Chauffeure. In anderen Räumen erhält Harry Haller eine "Anleitung zum Aufbau der Persönlichkeit", beobachtet die Dressur eines Wolfes durch einen Mann und anschließend, wie sich der Dompteur dem Tier unterwirft. "Alle Mädchen sind dein", verspricht die Aufschrift an der nächsten Tür. Hier erwidern Rosa, Irmgard, Anna, Ida, Emma – all die Mädchen, in die sich Harry Haller jemals verliebte – seine Gefühle. Vergeblich fordert Wolfgang Amadeus Mozart ihn auf, das magische Theater als Schule des Humors aufzufassen. Als Harry Haller eine weitere Türe öffnet, liegen Pablo und Hermine nackt auf einem Teppich. Er entdeckt einen Knutschfleck und rammt Hermine ein Messer in den Brustkorb. Sie schaut ihn einen Augenblick lang an, dann stirbt sie. Mozart schaltet einen Radioapparat ein. Hinter dem Gekrächze erkennt Harry Haller die Struktur der göttlichen Musik, und Mozart erklärt ihm, das verhalte sich wie die Idee zur Erscheinung, die Ewigkeit zur Zeit oder das Göttliche zum Menschlichen. Am Ende stimmt Harry Haller seiner Hinrichtung zu, wird aber nur zu ewigem Leben, zwölfstündiger Verbannung aus dem magischen Theater und zum Ausgelachtwerden verurteilt. Doch es wird betont, dass es sich bei dem Urteil mehr um eine Heilung als um eine Hinrichtung handelt.


Textbeschreibung/Analyse/Deutung:
Bei dem Herausgeber handelt es sich um den Neffen derjenigen Frau, bei der sich Haller einquartiert hat. Dieser behauptet selber von sich, ein bürgerlicher Mensch zu sein und distanziert sich deutlich von Haller. Dadurch wird Harry Haller schon am Anfang der Romans ein Außenseiter. Die Aufzeichnungen sind in der personalen Ich-Perspektive geschrieben. Besonders am Anfang ist er sehr introvertiert und nimmt überhaupt keinen Bezug zu aktuellen Geschehnissen in der Außenwelt.

Im Vordergrund von Harry Hallers Leiden stehen der Verlust von Geborgenheit und gleichzeitig der Hass auf das Bürgertum. Andererseits leidet er an der Einsamkeit sowie an der Gegenwartspolitik. Diese Verbittertheit kommt daher, dass er seiner Zeit (20er)einige Gedanken vor raus hat. Er hält es in seinem Leben nicht mehr aus und sucht einen Ausweg. Der ihn am naheliegensten ist Selbstmord. Aber immer wenn er sich die Kehle durchschneiden will, hat er plötzlich Hemmungen und verschiebt seine Selbsttötung. So lebt er weiter zwischen Wahnsinn und Weltverachtung. In Gasthäusern denkt er viel über sein Leben aber auch über die Gesellschaft nach. Und oft kann es vorkommen, dass er sich im gleichen Satz für, so wie auch vehement gegen das Bürgertum ausdrückt. Das magische Theater, dessen Ankündigung eines Nachts wie eine Halluzination an einer Mauer entdeckt, weckt in ihm die Hoffnung dass es noch andere Menschen wie ihn gibt. Alles was anders ist, wie zum Beispiel die Jazzmusik die aus einem Tanzlokal kommt stößt ihn wegen seiner Anbetung des Bürgertums ab, zieht ihn durch seinen Hass auf das selbige jedoch auch stark an. In solchen Szenen des Buches spiegelt sich seine Zerrissenheit am eindeutigsten wieder. Im Tractat von Steppenwolf sieht er sein eigenes bisheriges Leben erzählt. Schon die Eigentliche Aufgabe von Tractaten macht den Grund des Auftretens in Harry Hallers Leben klar. Tractate sind Flugblätter, die von Protestante verteilt wurden um die Christen zu belehren. Die Erzählperspektive des Tractat ist auktorial, denn der Erzähler beschreibt das Model des Steppenwolfes und seine Tücken. Er bietet sogar Lösungsvorschläge an. Das Tractat vom Steppenwolf hebt sich auch sprachlich ein wenig von den Aufzeichnungen ab. Durch das Tractat findet das magische Theater eine oftmalige Erwähnung als Weg zur Selbsterkennung. Nicht zuletzt auch weil dieses noch einmal durch Pablo in den Aufzeichnungen erwähnt wird. Das Tractat könnte von Hermann Hesse verfasst worden sein, um zu zeigen, dass man zur Selbsterkennung mehrere Sichtweisen über sich selbst haben muss. Eine verankerte, gefühlsbetonte, persönliche Sicht und eine objektivere.

Nach dem Tractat gehen Harrys Aufzeichnungen weiter. Im Vergleich zum ersten Teil, enthält der zweite Teil weniger Monologe und mehr Handlung. Nach dem gescheiterten Versuch der Annäherung ans Bürgerliche durch das Abendessen mit dem Professor Mit dem Treffen von Hermine, beginnt ein neuer Abschnitte der Aufzeichnungen. Denn die Zeit mit Hermine wird geraffter erzählt als alle Erlebnisse davor. Doch noch immer ist Harry Haller sehr in sich gekehrt. Die Monologe sind weiterhin in der Ich-Perspektive, doch die Erlebnisse werden von einem Erzähler geschildert. Man bemerkt auch den tiefen Einschnitt, in sein Leben, den Hermine bewirkt hat. Hermine zeigt einen Teil von Harry selbst auf und sie übernimmt im Roman die Rolle, die die Entscheidung über Leben und Tod hat. Sie ist eine Art Spiegel für ihn. Sie lernt ihm das Leben unter Menschen. Von ihrer Freundin Maria lernt er das unbeschwerte Liebesglück. Mit ihr beginnt er ein dauerhaftes Verhältnis, das sich durch seine zahlreichen Geschenke zeigt. Bevor er auf einen Maskenball geht verabschiedet er sich von der alten Kneipe und anderen Stationen seines Einsiedlerlebens. Am Ball verabschiedet er sich mit einem letzten Tanz von Maria. Im magischen Theater geht es vor allem um die Auflösung von Wirklichkeit in den Welten der eigenen Phantasie. Dieser Prozess wird von Drogen eingeleitet.

Das magische Theater stellt einen direkten Bruch zu Harry Hallers Leben dar, weil es in traumhaften, zusammenhanglosen Teilen geschildert wird. Zum Beispiel entdeckt er in einem Raum die Schizophrenie als höhere Lebenskunst. Immer wieder hat er auch absurde Begegnungen mit Mozart. Der Autor hat Mozart als Synonym für das „ seiner Zeit vor raus sein dargestellt. Am Ende tötet er Hermine. Harry Haller hat sie eigentlich nicht getötet, weil sie es ihm befahl, sondern weil er es im Grunde seiner Seele immer wollte um sein Leid zu steigern. Aus Mozart wird Plötzlich Pablo, der Organisator des magischen Theaters. Dieser ist enttäuscht, dass Harry das Spiel des Lebens noch immer nicht verstanden hat. Die Erzählperspektive ist gleich wie die der Aufzeichnungen. Die Erzählhaltung am Ende des Buches gibt dann auch Aufschluss über Erfolg oder Misserfolg von Hallers Identitätsfindung im magischen Theater.


Bewertung:
Das Buch der Steppenwolf ist schon während dem Lesen eines meiner Lieblingsbücher geworden. Denn obwohl es in den 20er Jahren spielt, hat es Hermann Hesse geschafft ein Buch für die Ewigkeit zu verfassen. In manchen Eigenschaften Harry Hallers findet man sich selbst wieder. Natürlich nicht in dieser extremen Ausführung. Ich habe noch nie ein so vielschichtiges und aussagekräftiges Buch gelesen. Von diesem Aspekt gesehen erinnert es mich ein bisschen an den kleinen Prinz. Denn dieses Buch kann man auch so oft lesen und immer wieder zu neuen Erkenntnissen kommen. Ich habe lange gebraucht um dieses Lesejournal zu schreiben, weil ich mir teilweise auch sehr unsicher war, ob ich in der Lage bin über so ein Buch zu urteilen. Man muss sich stark auf einige wenige Dinge konzentrieren, weil man sonst von hundertsten ins tausendste kommt. Von diesem Buch fühlt man sich verstanden. Mich hat aber auch die Schlichtheit fasziniert mit der das ganze Buch gestaltet ist. Ich habe bewusst fast nichts zitiert, weil mir schon beim Lesen aufgefallen ist wie genial Hermann Hesse mit Metaphern arbeitet. Dadurch kommt man leicht in Versuchung das halbe Buch zu zitieren. Ich hab das Gefühl, dass ich dieses Buch gleich noch einmal lesen werde um noch mehr zu verstehen. Allein die Erzählweisen finde ich genial. Und die Tatsache, dass es zuerst ein Buch in einem Buch ist und dass dann mit dem Tractat ein weiteres Buch im Buch des Buches aufscheint. Das ist nur manchmal etwas verwirrend, weil der Roman sonst keinerlei Gliederung enthält. Hermann Hesse gehört im Moment sowieso zu meinen Lieblingsautoren, da ich auch „Siddharta“ und „das Glasperlenspiel“ von ihm gelesen haben.

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