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Titel / Referat: Beer-Hofmann, Richard - Schlaflied für Mirjam (Gedichtinterpretation)

Schlagwörter: Richard Beer-Hofmann, Interpretation eines Gedichtes, Mirjam, Analyse, Strophe Hausaufgabe, Referat

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Richard Beer-Hofmann: Schlaflied für Mirjam

01 Schlaf mein Kind, schlaf, es ist spät -
02 Sieh wie die Sonne zur Ruhe dort geht.
03 Hinter den Bergen stirbt sie in Rot.
04 Du, weißt nicht von Sonne und Tod.
05 Wendest die Augen zum Licht und zum Schein.
06 Schlaf, es sind so viel Sonnen noch dein.
07 Schlaf mein Kind, mein Kind schlaf ein.

08 Schlaf mein Kind, der Abendwind weht.
09 Weiß man woher er kommt, wohin er geht?
10 Dunkel verborgen die Wege hier sind
11 Dir und auch mir und uns allen mein Kind.
12 Blinde so gehn wir und gehen allein.
13 Keiner kann keinem Gefährte hier sein.
14 Schlaf mein Kind, mein Kind schlaf ein.

15 Schlaf mein Kind, und horch nicht auf mich.
16 Sinn hats für mich nur und Schall ists für dich.
17 Schall nur wie Windes wehn, Wassergerinn,
18 Worte vielleicht eines Lebens Gewinn!
19 Was ich gewonnen gräbt man mit mir ein.
20 Keiner kann Keinem ein Erbe hier sein.
21 Schlaf mein Kind, mein Kind schlaf ein.

22 Schläfst du Mirjam, Mirjam mein Kind?
23 Ufer nur sind wir und tief in uns rinnt
24 Blut von Gewesnen, zu Kommenden rollts.
25 Blut unsrer Väter voll Unruh und Stolz.
26 In uns sind alle, wer fühlt sich allein?
27 Du bist ihr Leben, ihr Leben ist dein.
28 Mirjam mein Leben, mein Kind, schlaf ein.

von Richard Beer-Hofmann (1866-1945) im Jahr 1919


Schlaflied für Mirjam - Interpretation
Richard Beer-Hofmann thematisiert in dem Gedicht „Schlaflied für Mirjam“, das 1919 entstand, das Leben des Menschen. Dabei stellt er die Unwissenheit und Unschuld der Kinder seinen eigenen Lebenserfahrungen gegenüber. Das Gedicht besteht aus vier Strophen mit jeweils sieben Versen. Die jeweils ersten sechs Verse besitzen einen Paarreim. Der siebte Vers ist in den ersten drei Strophen gleich und bildet sozusagen den Refrain des Liedes. Dieser Vers wird nur in der letzten Strophe abgewandelt. Durch den fast durchgehend vierhebigen Jambus mit regelmäßigen männlichen und weiblichen Kadenzen erhält das Lied einen ruhigen Charakter. Es ist in einfacher Sprache geschrieben.

Die erste Strophe beginnt mit den Worten „Schlaf mein Kind“ (V.1). Dieser Imperativ wird auch in den beiden darauf folgenden verwendet. Der Schlaf bildet somit das Leitmotiv des ganzen Gedichtes, was sich auch schon im Titel „Schlaflied für Mirjam“ zeigt. Die erste Strophe wird von dem Bild des Sonnenuntergangs geprägt: „Sie wie die Sonne zur Ruhe dort geht“ (V.2). Dieses Bild steht sicher im Verglich mit dem Kind, das nun schlafen soll. Die Metapher „Hinter den Bergen stirbt sie im Rot“ (V.3) deutet auf die Vergänglichkeit des Lebens hin und leitet auf die bevorstehende Dunkelheit hin. Im nächsten Vers spricht der Autor mit dem Personalpronomen „Du“ (V.4) direkt das Kind an und betont dies durch die Wiederholung des Pronomens. Durch die Gegenüberstellung der Nomen „Sonne und Tod“ (V.4) zeigt der Autor die Gegensätze im Leben auf, wobei die helle Sonne für Lebensfreude steht und der Tod mit Angst und schlechten Zeiten verbunden wird. Dem Auto ist es wichtig, dem Kind jedoch „Licht“ (V.5) und „Schein“ (V.5) zuzuordnen und ihm nur das Gute auf der Welt zu zeigen, indem es die Augen von der Dunkelheit abwendet. In dem Vers „Schlaf, es sind soviel Sonnen noch dein“ (V.5) weist Richard Beer-Hofmann auf die Zukunft des Kinder hin und verbindet mit ihr noch viele Tage voller Lebensfreude. Am Ende der ersten Strophe befindet sich der immer wiederkehrende Vers „Schlaf mein Kind - mein Kind, schlaf ein!“ (V.7), der durch den Chiasmus eine besondere Stellung einnimmt. Das Kind soll die Augen schließen, vielleicht auch vor den negativen Seiten des Lebens, und in Ruhe und Frieden schlafen.

Die zweite Strophe beinhaltet das Motiv des Abends und der Dunkelheit. Parallel zu der ersten Strophe beginnt sie mit dem Vers „Schlaf mein Kind – der Abendwind weht“ (V.8). Der Abend steht hiermit im Gegensatz zum Tag mit Sonnenschein. Dem Wind wird das Motiv der Vergänglichkeit zugeschrieben, was in dem Vers „Weiß man, woher er kommt, wohin er geht?“ (V.9) durch die Alliteration noch besonders hervorgehoben wird. Dieser Vers ist als rhetorische Frage verfasst und regt den Leser bzw. Zuhörer zum Nachdenken an. Der Lebensweg des Menschen ist von Unwissenheit geprägt. Die Wege werden als „dunkel“ und „verborgen“ (V.10) beschrieben und sind nicht voraussagbar. Die ist, wie in dem Vers „Dir, und auch mir, und uns allen, mein Kind!“ (V.11) deutlich wird für die ganze Menschheit gleich. Der Mensch wird jedoch in der Alliteration „Keiner kann Keinem Gefährte sein“ (V.13) als Einzelgänger dargestellt, er ist „allein“ (V.129 auf seinem ungewissen Weg durch das Leben und blind für die Zukunft. Auch diese Strophe schließt mit dem Vers „Schlaf mein Kind – mein Kind, schlaf ein!“ (V.14), was beim Leser ein ruhiges und zufriedenes Gefühl hervorruft.

In der nächsten Strophe zeigt sich, dass man den Sinn seiner Worte und somit des Lebens erst durch Lebenserfahrung verstehen kann. Der Autor will keinen Einfluss auf das Kind nehmen. Dies zeigt sich in dem Vers „Schlaf mein Kind und horch nicht auf mich!“ (V.15). Für das Kind ist es „Schall“ (V.16) der mit der Alliteration „Windeswehn, Wassergerinn“ (V.17) verglichen wird. Alle diese Dinge sind vergänglich. Auch „Worte“ (V.18), die ein Gewinn im Leben sind, sterben mit dem Tod des Menschen. Alle Erfahrungen sterben mit dem Menschen und werden nie weitergegeben, obwohl es für andere vielleicht ein „Gewinn“ (V.18) wäre und sie vielleicht aus Fehlern der anderen lernen könnte, um so mehr in den Genuss von Lebensfreude zu kommen. Die Alliteration, parallel zum 13. Vers, „Keiner kann Keinem“ (V.20) verstärkt diese pessimistische Grundhaltung. Versöhnlich hingegen wirkt weder der letzte Vers, der das Kind zum Schlafen bringen soll.

Die letzte Strophe beginnt mit der rhetorischen Frage „Schläfst du Mirjam“ (V.22). Zum ersten Mal nennt R. Beer-Hofmann den Namen des Kindes und spricht somit einen bestimmte Person an. Er vergleicht den Menschen mit einem „Ufer“ (V.23) und spricht von dem gleichen Blut, das alle Verwandten, sowohl die Gewesenen als auch die Kommende, also die Vor- und Nachfahren, in ihrem Körper haben. Dies verbindet die Menschen und wird im Gegensatz zu Worten weitergegeben. Der Mensch trägt es „voll Unruh und Stolz“ (V.25) in sich. Im Gegensatz zur zweiten Strophe thematisiert der Autor hier die Gemeinschaft und Verbundenheit der ganzen Menschheit: „In uns sind Alle. Wer fühlt sich allein?“ (V.26). Dies widerspricht der anfangs aufgestellten These des Einzelkämpfers und unterstreicht die Zusammengehörigkeit der Menschen, besonders innerhalb einer Familie. In dem Chiasmus „Du bist Ihr Leben- ihr Leben ist dein- -“ (V.27) zeigt sich nochmals diese Verbundenheit. Genau wie der einleitende Vers unterscheidet sich in dieser Strophe auch der letzte Vers von den vorherigen Strophen: „Mirjam, mein Leben, mein Kind, schlaf ein!“ (V.28). Hier zeigt sich deutlich die Stellung des Kindes in seinem Leben. Mirjam ist zu seinem Lebensinhalt geworden und nimmt eine hohe Stellung ein. Sie ist ihm wichtig und gleichbedeutend mit seinem Leben. Er liebt sie und ist stolz auf sie.

Richard Beer-Hofmann gibt in dem gesamten Gedicht keine Hinwiese auf höhere Wesen, die Einfluss auch das menschliche Leben habe. Der Mensch scheint allein für sein Leben verantwortlich zu sein, er muss seinen Lebensweg selbst suchen und finden. Dieser ist sowohl von Freude und Liebe als auch von Leid geprägt. Der Mensch lebt in seinen Nachkommen weiter, auch wenn er nicht in der Lage ist, ihnen Erfahrungen mitzugeben, die ihnen das Leben erleichtern könnten.

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