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Titel / Referat: Eichendorff, Joseph Freiherr von - Die zwei Gesellen (Gedichtinterpretation)

Schlagwörter: Joseph Freiherr von Eichendorff, Interpretation eines Gedichtes, lyrisches Ich, Strophe Hausaufgabe, Referat

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Interpretation zu „Die zwei Gesellen“ - Joseph Freiherr von Eichendorff

01 Es zogen zwei rüstge Gesellen
02 Zum erstenmal von Haus,
03 So jubelnd recht in die hellen,
04 Klingenden, singenden Wellen
05 Des vollen Frühlings hinaus.

06 Die strebten nach hohen Dingen,
07 Die wollten, trotz Lust und Schmerz,
08 Was Rechts in der Welt vollbringen,
09 Und wem sie vorübergingen,
10 Dem lachten Sinn und Herz. -

11 Der erste, der fand ein Liebchen,
12 Die Schwieger kauft´ Hof und Haus;
13 Der wiegte gar bald ein Bübchen,
14 Und sah aus heimlichem Stübchen
15 Behaglich ins Feld hinaus.

16 Dem zweiten sangen und logen
17 Die tausend Stimmen im Grund,
18 Verlockend´ Sirenen, und zogen
19 Ihn in der buhlenden Wogen
20 Farbig klingenden Schlund.

21 Und wie er auftaucht vom Schlunde,
22 Da war er müde und alt,
23 Sein Schifflein das lag im Grunde,
24 So still wars rings in der Runde,
25 Und über die Wasser wehts kalt.

26 Es singen und klingen die Wellen
27 Des Frühlings wohl über mir;
28 Und seh ich so kecke Gesellen,
29 Die Tränen im Auge mir schwellen -
30 Ach Gott, führ mich liebreich zu Dir!

Gedichtinterpretation
Das Gedicht „Die zwei Gesellen“ von Joseph Freiherr von Eichendorff erzählt aus der Sicht eines lyrischen Ichs von zwei im Leben scheiternden Gesellen und eröffnet einen dritten, göttlichen Weg, mit dem Leben umzugehen, um der Sehnsucht nach dem Fernen und Unbekannten nachzugehen. Zu Beginn des Gedichts werden dem Leser zwei Gesellen vorgestellt, die zum ersten Mal im Leben ihr zu Hause verlassen (V. 1-2) und hinaus in die Natur des Frühlings ziehen (V.5). Beide sind frohen Mutes, was sie auch nach außen ausstrahlen, und streben „nach hohen Dingen“ (V. 6), die sie trotz vielleicht anfallender Hürden („Lust und Schmerz“, V. 7) meistern wollen.

Doch diese gemeinsame Ausgangsposition geht im Verlauf des Gedichtes auseinander. Der erste Geselle findet bald eine Frau, mit der er „Hof und Haus“ (V. 12), sowie einen Sohn bekommt. Der Geselle hat mit der festen Liebesbindung einen gewissen Halt im Leben und ist somit in seiner psychologischen wie auch gesellschaftlichen Stellung gefestigt. Er bekommt von seiner Schwiegermutter ein eigenes Haus und erfährt zusätzlich Geborgenheit im Leben durch die Geburt seines Kindes. Er ist die Verkörperung des Philisters, da er nach einer Entwicklung im Leben (von Beziehung bis Familie) sich örtlich gebunden hat. Er schaut von einem festen Standpunkt aus in die Natur und ist in seinem „Stübchen“ (V.14) bestens aufgehoben. Er führt also ein „behagliches“ (V. 15), bürgerliches Leben und strebt keineswegs nach Abenteuer, wie es der zweite Geselle in seinem Leben handhabte.

Dieser ist das genaue Gegenteil zu dem ersten Gesellen. Er ist nicht fixiert im Leben auf Familie und Ehefrau, er lässt sich durch „tausend Stimmen“ (V. 17) locken und erliegt somit den Versuchungen des Lebens, wenn er den „verlockend’ Sirenen“ (V. 1 mit in den „farbig klingenden Schlund“ (V.20) folgt. Diese Umgebung ist es, die der zweite Geselle suchte: eine Welt die voller Vielfalt ist („farbig“) und die Menschen mit in ihren Bann zieht, wie eine „klingende“ Melodie. Diese Vorstellung ist zwar schön und gut, doch taucht der zweite Geselle aus dem Leben auf und ist „müde und alt“ (V. 22), er scheiterte also schließlich an den Verlockungen des Lebens, bleibt geradezu in seiner Entwicklung stehen, ohne etwas Neues erfahren zu haben. Denn „sein Schifflein lag (...) im Grunde“ (V. 23), was so viel bedeutet, wie dass er sich im Wirrwarr der „verlockend’ Sirenen“ verlaufen hat und somit gestrandet ist und keine wirkliche persönliche Entwicklung vollziehen konnte. Das lyrische Ich erkennt aufgrund der Geschichte der beiden Gesellen, dass beide kläglich im Leben gescheitert sind: der eine, weil er philisterartig im Leben verharrte und der andere, weil er sich in seinen Abenteuern verlor. So erkennt das lyrische Ich, dass auch in seiner Welt gerade der Frühling Einzug hält (V. 26/27), es jedoch traurig wird, wenn es an solch „kecke Gesellen“ (V.2 wie in seiner Erzählung denkt. Für das lyrische Ich sind die Wege der beiden Gesellen keine Lösung. Es fordert gebetsartig im letzten Vers: „Ach Gott, führ mich liebreich zu Dir!“ So wünscht es sich einen neuen, dritten Weg, der mit Gottes Unterstützung vollzogen werden soll. Die Unterstützung Gottes soll einem helfen, weg von den planlosen Abenteuern des zweiten Gesellen bzw. weg von der bürgerlichen Gefangenheit des ersten Gesellen zu kommen.

Formal ist das Gedicht in 6 Strophen eingeteilt, wobei die ersten beiden Strophen als Einleitung und Vorstellung der Gesellen dienen. Der erste Geselle bekommt lediglich die dritte Strophe, da sein Leben sehr kompakt und gefestigt ist. Der zweite hingegen hat zwei Strophen vom Dichter zugeschrieben bekommen, da dessen Leben etwas turbulenter abläuft. Erst in der letzten Strophe gibt sich das lyrische Ich zu erkennen und zieht ein Fazit aus den vorangegangenen Erzählungen (Strophen).

In der ersten Strophe wird der Auszug der Gesellen in die Natur mit fröhlichen, hellen und sinnigen Adjektiven und Verben beschrieben („jubelnd (...) hellen, klingenden, singenden“ V. 3f.): dies unterstützt das romantische Bild der Natur und erklärt gleichzeitig die Aufbruchsstimmung der Gesellen. Der Dichter macht durch seine Wortwahl auch in der 3. Strophe klar, was er vom Handeln der Beiden hält: er benutzt Verniedlichungen wie „Liebchen“, „Bübchen“ und „Stübchen“ und stellt so auf ironische Weise klar, dass er den Weg des ersten Gesellens nicht gut heißt. Das Enjambement am Ende der 3. Strophe (V. 14/15) verdeutlicht nochmals die Verbundenheit des Gesellens mit seinem Zuhause, von dem er nicht wegkommt. Ebenfalls in der 4. Strophe verdeutlicht ein Enjambement die Handlung (V. 18-20): das lyrische Ich wird so auch formal in den „Schlund“ des Lebens gezogen. Die Metapher des „Schifflein“ (V. 23) soll den Stillstand im Leben des zweiten Gesellen verdeutlichen, da dieses wie gestrandet am Boden liegt. Die Synästhesie (V. 24/25) verbindet nochmals diesen Stillstand auch mit den Sinnen, da es „still“ und „kalt“ ist. Die direkte Ansprache Gottes im letzten Vers verdeutlicht gleichzeitig die Sehnsucht des lyrischen Ichs, „liebreich“ einen Weg durchs Leben zu seinem Gott zu finden,
ist aber in gewisser Weise auch ein Aufruf nach göttlicher Unterstützung. Alles in allem ist das Gedicht formal sehr einfach gestaltet, also volksnah gehalten. Doch ob formal oder inhaltlich ist allen drei Wegen, die in diesem Gedicht beschrieben werden, eines gemeinsam: die Sehnsucht, nach einem Leben voll Glück und Harmonie. Diese Sehnsucht ist in jedem Mensch verankert und wird von Eichendorff in seinem Gedicht widergespiegelt. Beide Gesellen strebten „nach hohen Dingen“ und zogen deshalb von zu Hause los. Und schlussendlich weiß auch das lyrische Ich, dass es die Sehnsucht ist, die es treibt, doch will es dieses Ziel erreichen, in dem es mit göttlicher Unterstützungen einen erfolgreicheren Weg als die anderen Beiden einschlägt.

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