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Titel / Referat: Lichtenstein, Alfred - Nebel

Schlagwörter: Alfred Lichtenstein, Epocheneinordnung, Gedicht, Form und Inhalt, Expressionismus Hausaufgabe, Referat

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Epocheneinordnung

Alfred Lichtenstein (1889 – 1914): Nebel

Nebel

Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört.
Blutlose Bäume lösen sich in Rauch.
Und Schatten schweben, wo man Schreie hört.
Brennende Biester schwinden hin wie Hauch.

Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen.
Und jede flackert, daß sie noch entrinne.
Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen
Der giftge Mond, die fette Nebelspinne.

Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen,
Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht.
Und stechen stumm die weißen Elendsaugen
Wie Spieße in die aufgeschwollne Nacht.

Alfred Lichtenstein, 1889-1914

Bereits bei der ersten Betrachtung des Gedichts werden expressionistische Züge deutlich, wenn man beispielsweise den Kontrast von Form und Inhalt betrachtet. Während äußerlich drei Strophen in klassischen Vier- Zeilern mit meist regelmäßig fünf-hebigen Jamben vorliegen, ist das Gedicht inhaltlich gezeichnet von Unordnung und Chaos, welches durch Bilder der Zerstörung, Todessehnsucht und décadence ausgedrückt wird. Bereits in der ersten Strophe verraten die verwendeten Verben das nahende Weltende, welches in der ersten Zeile sogar direkt benannt wird (vgl. Z.1 „die Welt [...] zerstört“, Z.2 „[auf]lösen“, Z.4 „schwinden hin“). Das Gefühl der Beengtheit, welches viele Expressionisten aufgrund der von Regeln und Konventionen durchzogenen Gesellschaft und ihrer eigenen Rolle als Außenseiter empfinden, wird durch die in den „Gaslaternen [gefangenen Fliegen]“ (Z.5) vermittelt.

Das ebenso im Expressionismus vorherrschende Moment der Bedrohung wird in den Zeilen sieben und acht durch den „lauer[nden]“ (Z.7) Mond ausgedrückt. Die erwähnte Todessehnsucht wird in der neunten Zeile besonders deutlich (vlg. Z.9 „Wir [...] taugen [zum Tode]“). Auch die Enjambements von Zeilen sieben und acht, neun und zehn, sowie elf und zwölf sind typische Merkmale eines expressionistischen Gedichts. Die Thematik des Nebels, welche vom Titel an das gesamte Gedicht beherrscht, wird völlig anders ausgeführt als erwartet. In romantischen Gedichten würde der Nebel wohl eher als ein geheimnisvoll-schönes Naturschauspiel wiedergespiegelt werden. Entgegen dieser Erwartung schockiert einen das Gedicht mit einem unheimlichen, zerstörerischen und bedrohlichen Bild des Nebels, durchzogen von den wiederkehrenden Visionen des lyrischen Ich vom nahenden Weltende.

Durch mehrere contradictio in adiecto (vgl. Z.8 „Der giftge Mond“ und Z.10 „wüste Pracht“) werden die beschriebenen Objekte ihrer ursprünglichen Bedeutung beraubt und lösen durch ungewöhnliche Adjektiv-Konstruktionen beim Leser ganz neue Konnotationen aus. Auch die bewusst provokante und aggressive Wortwahl erlauben die eindeutige Einordnung des Gedichts in die Epoche des Expressionismus. Der Dichter versuchte sich mit dieser Abkehr vom gewohnten Schreibstil von den Konventionen der Gesellschaft loszusagen und eine andere Richtung einzuschlagen, in der Hoffnung auf eine neue, bessere Welt in der von ihm selbst erschaffenen Realität.

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