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Titel / Referat: Mann, Thomas - Der Tod in Venedig

Schlagwörter: Thomas Mann, Biographie, Interpretation, Werkaufbau, Lesetagebuch Hausaufgabe, Referat

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Der Tod in Venedig - Thomas Mann

Inhaltsverzeichnis

  • Deckblatt
  • Inhaltsverzeichnis
  • Autor
  • Werke
  • Inhalt
  • Entstehung der Novelle
  • Werkaufbau
  • Interpretation
  • Worterklärungen
  • Lesetagebuch
  • Quellenverzeichnis


Thomas Mann
Paul Thomas Mann wurde am 6. Juni 1875 in Lübeck als Sohn des Getreidehändlers und Konsuls Thomas Johann Heinrich Mann geboren. Seine Mutter Julia war von brasilianischer Abstammung und sehr musikalisch.
Thomas Mann hatte vier Geschwister. Sein älterer Bruder Heinrich Mann wurde ebenfalls Schriftsteller. Seine Schwester Julia wurde 1877 geboren, recht lebensscheu und heiratete einen Münchner Bankier, mit dem sie eine sehr unglückliche Ehe führte. Danach wurde sie morphiumabhängig und beging 1927 Selbstmord. Seine jüngste Schwester Carla wurde Schauspielerin, hatte damit aber nicht wirklich erfolg und nahm sich 1910 aufgrund einer Erpressung das Leben. Manns Bruder Viktor blieb für ihn ohne große Bedeutung. 1891 verstarb Thomas Manns Vater und die Getreidefirma der Familie wurde aufgelöst. Darauf basierend entstand sein Werk Buddenbrooks. Nach dem Tod des Vaters siedelte die Mutter mit den jüngeren Geschwistern nach München um. Dort begann Heinrich Mann beim Fischer Verlag zu arbeiten und alle Werke Thomas Manns wurden bis heute dort verlegt. Nachdem er dreimal sitzen geblieben war, verließ er 1894 mit fast neunzehn Jahren ohne Abitur das Gymnasium. Thomas Mann blieb noch zwei Jahre in Lübeck, aus dieser Zeit stammen auch die ersten Schwärmereien für seine Mitschüler. 1894 er als Schriftsteller zu arbeiten und da er monatlich einen Betrag vom Verkauf der Familienfirma bekam, brauchte er nicht richtig arbeiten gehen. Die nächsten zwei Jahre verbrachte er mit seinem Bruder Heinrich in Italien. Mit dem 1901 erschienenen Roman Buddenbrooks war Thomas Mann sehr erfolgreich geworden. Aus der Ehe mit Katia Pringsheim gingen sechs Kinder hervor: Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth und Michael. Erika wurde Schauspielerin und Kabarettistin (Die Pfeffermühle), Klaus Schriftsteller. Beide nahmen Drogen und Klaus nahm sich 1949 in Cannes das Leben. Golo wurde ein bekannter Historiker, Elisabeth Professorin in Kanada und Michael entschied sich für den Beruf als Musiker und Wissenschaftler. Nur Monika entwickelte keine besonderen Talente. 1911 reisten Thomas, Katia und Heinrich nach Italien. Nach dieser reise entstand die Novelle Der Tod in Venedig.

1933 floh Familie Mann, nach Hitlers Machtaufstieg und nachdem das Haus der Familie Mann durchsucht und ein Großteil des Familienvermögens beschlagnahmt wurde, nach Frankreich und in die Schweiz ins Exil. Nur einige Wertpapiere und Thomas Manns Wertpapiere konnten gerettet werden. 1936 bot ihm Tschechien die Staatsbürgerschaft an, nachdem er die Deutsche verlor. 1938 siedelte die Familie Mann in die USA um. Dort arbeitete Thomas Mann zwei Jahre an der New Yorker Universität bevor die Manns nach Los Angeles zogen. Die drei ältesten Geschwister waren inzwischen Presseberichterstatter der amerikanischen Armee und entschiedene Gegner des Nationalsozialismus. 1946 musste sich Thomas Mann einer Lungenkrebsoperation unterziehen, die er aber gut überstand. Im Frühling 1950 stirbt Heinrich Mann, ein schwerer Schlag für Mann da er erst ein Jahr zuvor seinen ältesten Sohn verlor. 1952 verließen die Manns die USA und ließen sich 1954 in Kilchberg in der Schweiz nieder. In dieser Zeit erhielt er sehr viele Ehrungen aus aller Welt. Zu seinem 80. Geburtstag am 6. Juni 1955 klagte Thomas Mann über Schmerzen im linken Bein. Eine Venenentzündung. Nach der erfolgreichen Behandlung der Thrombose erlitt Thomas Mann am 12. August einen schweren Kollaps und verschied noch am selben Abend. Als Todesursache wurde ein Riss der unteren Bauchschlagader mit Blutverlust und Kreislaufkollaps festgestellt. Thomas Mann wurde am Kilchberger Friedhof beigesetzt.


Einige Werke…

  • Buddenbrooks (1901)
  • Tonio Kröger (1903)
  • Königliche Hoheit (1909)
  • Der Tod in Venedig (1911)
  • Der Zauberberg (1924)
  • Die Geschichten Jaakobs (1933)
  • Der junge Joseph (1934)
  • Joseph in Ägypten (1936)
  • Lotte ein Weimar (1939)
  • Joseph der Ernährer (1943)
  • Doktor Faustus (1947)
  • Der Erwählte (1948)
  • Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1954)


… und andere Erzählungen

  • Tristan
  • Schwere Stunde
  • Das Eisenbahnunglück 
  • Unordnung und frühes Leid
  • Die Betrogene
  • Der kleine Herr Friedemann


Inhalt

Erstes Kapitel:
Um sich von der harten Arbeit der Vormittagsstunden zu erholen, unternimmt Gustav (von) Aschenbach im Mai des Jahres 19.. einen Spaziergang durch einen Münchner Park. Dort begegnet er einem Fremden und zerbricht sich wegen ihres Blickkontakts erneut den Kopf darüber. Seine eigene Unruhe bringt ihn schließlich zu dem Schluss, seiner künstlerischen Arbeit, er ist nämlich Schriftsteller, zu entfliehen und durch eine Reise auf andere Gedanken zu kommen.


Zweites Kapitel:
Durch den Erzähler erfährt man Genaueres über Aschenbachs Charakterzüge, seine Herkunft, seine künstlerische Begabung und vieles mehr. Gustav Aschenbach ist in Schlesien als Sohn einer Familie hoher beamten väterlicherseits und einer musikalisch tätigen Familie mütterlicherseits zur Welt gekommen. Obwohl er die Schule nicht abgeschlossen hat, feiert er bereits in jungen Jahren große literarische Erfolge. Begonnen hat er seine literarische Karriere als Schüler Friedrich Nietzsches. Zu seinem 50. Geburtstag wurde ihm von einem deutschen Fürsten persönlich der Adelstitel verliehen. Sein Lieblingswort ist Durchhalten. Seine verstorbene Frau hinterließ ihm eine Tochter, die bereits selbst verheiratet ist. Weiters erfährt der Leser, dass Aschenbach eine zwiespältige Persönlichkeit besitzt und eine Brille trägt.


Drittes Kapitel:
Mitte Mai bricht Aschenbach nach Italien auf. Er plant vier Wochen dort zu verbringen. Zuerst reist er nach Pola, einer Adriainsel, will dann nach über einer Woche aufgrund des fehlenden Sandstrandes und des Schlechten Wetters doch nach Venedig. Auf der Überfahrt wird er auf einen, als jungen Mann geschminkten, Greis aufmerksam, der in Gesellschaft einiger junger Burschen und betrunken war. Seinen jungen Freunden schien dies allerdings nicht aufzufallen. Auf dem Sankt Marcus Platz möchte Aschenbach mit einer Gondel zu jener Station gebracht werden, wo die Dampfer zwischen der Stadt und dem Lido, dort gedenkt er in einem kleinen aber feinen Hotel zu verweilen, verkehren. Der Gondolier besteht darauf Gustav Aschenbach direkt zum Lido zu bringen da die Dampfer kein Gepäck transportieren, meint dieser. Als Aschenbach diesen auffordert sofort umzudrehen, denn schließlich hat er die Gondel ja nur genommen um zur Dampferstation zugelangen, beendet der Gondolier das Gespräch und macht sich sogleich am Steg angekommen aus dem Staub. Aschenbach erfährt, dass sein Fahrer gar keine Zulassung hat und von „Kollegen“ per Telefon an die Polizei verpetzt wurde. Im Bäder-Hotel wird er vom Manager empfangen und auf sein Zimmer mit Seeblick geführt. Er erscheint etwas verfrüht zum Abendessen in der Halle und wird so auf vier polnische Geschwister aufmerksam, die in Begleitung ihres Kindermädchens hier sind. Die drei Schwestern, sehr keusch, schlicht und unauffällig gekleidet, sind höchstens siebzehn Jahre alt. Ihr Bruder, vielleicht vierzehn, sticht Aschenbach aufgrund seiner eleganten Haltung und seiner vornehmen Grazie sofort ins Auge. Erst als die Mutter endlich die Halle betritt, macht sich die Familie auf den Weg in den Speisesaal. Gleichzeitig kommt es zum ersten Blickkontakt zwischen Gustav und dem Jungen. Am nächsten Morgen macht sich sogleich sein tiefes Interesse für den Burschen bemerkbar und er beobachtet ihn beim baden am Strand. Aschenbach kommt er zu dem Schluss, dass er, den Rufen seines Namens zufolge, Tadzio heißen muss. Da Aschenbach das venezianische, momentan schlechte Klima nicht erträgt muss er wohl oder übel abreisen und checkt aus. Am Bahnhof wird ihm mitgeteilt dass sein Koffer in die falsche Richtung aufgegeben wurde und, dass er – so ein Pech aber auch – leider Gottes vorläufig im Hotel wohnen muss. Es ist, dass erste mal seit beginn seiner Reise, dass er schadenfroh ist und sich freut. Ihm erscheint es unmöglich seine wahren Gefühle weiterhin zu verleugnen.


Viertes Kapitel:
Dank des lang ersehnten Wetterumschwungs gibt es nun keinen Grund für eine frühzeitige Abreise. Seine Passion für Tadzio wird immer intensiver und er nutzt nun auch jede Gelegenheit um seine Schönheit betrachten zu können. Seine Stimmung wird immer euphorischer, er philosophiert über die griechische Mythologie und träumt von Sokrates und seinem Schüler Phaidros. Aschenbach gesteht Tadzio seine Gefühle, dieser lächelt jedoch nur und wendet sich ab. Danach setzt sich Aschenbach auf eine Bank und gibt nun auch für sich das Eingeständnis seiner Liebe wider.


Fünftes Kapitel:
Drei Wochen sind nun seit seiner missglückten Abreise vergangen und langsam sickert auch zu den Urlaubern durch, dass sich in Venedig eine Seuche ausbreitet: die Cholera. Der Geruch von Desinfektion liegt über der Stadt. Nachdem schon viele deutsche Gäste abgereist sind, hat Aschenbach fürchterliche Angst, dass auch die polnische Familie Venedig verlässt und somit sein Verhältnis mit Tadzio zerstört wird und dass er selbst seine Leidenschaft für den Jungen verleugnen würde. Da der Zustand der Stadt immer noch geheim gehalten wird, versucht Gustav Aschenbach mehr zu erfahren, so auch von einer vierköpfigen Gruppe von Straßenmusikern. Als Aschenbach beim Anführer nachfragt, warum Venedig desinfiziert werde, streckt dieser einfach die Zunge heraus und verschwindet. Am nächsten Tag informiert eine englischer Angestellter eines Reisebüros Aschenbach über die tatsächliche Lage. Mitte Mai ist die indische Cholera in Venedig aufgetaucht, nach Ausbruch der Krankheit kommt es nach wenigen Stunden zum qualenvollen Erstickungstod. Der Engländer rät Aschenbach Venedig zu verlassen, bevor die Stadt unter Quarantäne gestellt wird. Er beschließt die polnische Familie nicht zu warnen.

Mittlerweile weiß auch Tadzios Familie über die gefährlichen Umstände Bescheid, doch sie bleiben. Vergeblich versucht Aschenbach Tadzio zu gefallen, schließlich lässt er sich sogar kosmetisch verjüngen. Als er erneut der Familie mitten in der Altstadt Venedigs nachstellt, verliert er diese aus den Augen und kauft sich, ganz erschöpft, überreife Erdbeeren. Einige Tage später, erfährt er, dass die polnische Familie noch am selben Tag abreisen wird. Halb ohnmächtig und bereits von heftigen Schwindelanfällen heimgesucht, begibt sich Aschenbach ein letztes Mal zum Strand um Tadzio beim Spielen und Baden zu beobachten. Einer seiner Freunde, Jaschu, zettelt eine Rauferei an. Als dieser Tadzio zu Boden ringt und dessen Kopf in den Sand drückt, springt Aschenbach mit letzter Kraft auf, um diesem zu Hilfe zu kommen. Glücklicherweise kann sich dieser befreien, entfernt sich von Jaschu und watet durch das seichte Wasser zu einer Sandbank, bei der er sich zu Aschenbach umdreht. In diesen Momenten erliegt Aschenbach seinem qualvollen Leiden. Noch am selben tag berichten die Zeitungen vom Ableben des berühmten Dichters.


Entstehung der Novelle
Im Mai 1911 reiste Thomas Mann mit seiner Frau Katia, geborene Pringsheim, und seinem Bruder Heinrich nach Italien. Auf der Insel Brioni gefiel es nicht also reisten sie am 26. mai mit dem Schiff von Pola nach Venedig. Dort ließen sie sich im Hotel des Bains am Lido nieder, welches sie schon von früheren Urlauben kannten. Der vierzehnjährige, polnische Wladyslaw Baron Moes zog Thomas Mann sofort in seinen Bann und verkörpert in Manns Novelle Der Tod in Venedig Tadzio. Moes bestätigte zehn Jahre nach Manns Tod, dass dieser im Urlaub in Venedig großes Interesse für ihn zeigte und er selbst Tadzio darstellen soll.

1974 meinte Katia Mann in ihren, auf Interviews beruhenden, Ungeschriebenen Memoiren, dass die polnische Familie „genauso aussah, wie mein Mann sie geschildert hat: mit den etwas steif und streng gekleideten Mädchen und dem sehr reizenden, bildhübschen, etwa dreizehnjährigen Knaben, der mit einem Matrosenanzug, einem offenem Kragen und einer netten Masche gekleidet war, und meinem Mann sehr in die Augen stach.
Er hatte sofort ein Faible für diesen Jungen, er gefiel ihm über die Maßen, und er hat ihn auch immer am Strand mit seinen Kameraden beobachtet. Er ist ihm nicht durch ganz Venedig nachgestiegen, das nicht, aber der junge hat ihn fasziniert, und er dachte öfters an ihn.“¹

Auch Jaschu, den zu Gewalt neigenden Freund Tadzios, existiert(e) wirklich. Er hieß Janek Fudakowsky und war mit Wladyslaw eng befreundet. Die plötzliche Abreise aus Venedig beruht auf wahren Begebenheiten. Da das Wetter so schlecht war, bestand Heinrich Mann darauf in die Berge zufahren, weil dort die Luft besser sei. Heinrichs Koffer ging verloren und Familie Mann blieb bis zum 2. Juni in Venedig.

Der gemeinsame Urlaub diente also als Material für die autobiographische Novelle, die er von Juli 1911 bis Juli 1912 schrieb.


Werkaufbau:
Thomas Manns Werk Der Tod in Venedig ist in fünf Kapiteln unterteilt und in einer sehr hochgestochenen und geschwollenen Ausdrucksweise geschrieben. Thomas Mann verwendete viele, teils veraltete Fremdwörter und Begriffe und Namen aus der griechischen Mythologie. Hans Wysling meinte dazu:“ im Tod in Venedig erzählt Thomas Mann im Stil von Goethes Wahlverwandtschaften, gestützt auf Platons Phaidros und angelehnt an die Bakchen des Euripides die Geschichten eines Absturzes aus apollinischen Höhen in dionysischen Todestaumel.“ ² Thomas Mann selbst, bestätigte jenes Werk Goethes gelesen zu haben um sich dessen Stil anzueignen. Die Erzählperspektive ist aus der dritten Person Singular. Der Erzähler bleibt jedoch unbekannt. Die Grundzüge Von Aschenbachs Charakter spielt der Erzähler dem Leser zu, so auch Informationen über seine Familie, Herkunft, Bildung und Karriere. Vieles muss der Leser aber anhand Aschenbachs Reaktionen und Taten selbst erkennen.

Aschenbach wusste zum Beispiel bereits von einem englischen Angestellten eines Reisebüros, dass die Cholera in Venedig ausgebrochen war. Trotzdem kaufte er sich überreife Erdbeeren und aß diese. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Verhalten nicht einfach auf Aschenbachs Leichtsinnigkeit oder Naivität zurückzuführen ist, sondern, dass es ihm völlig gleichgültig war. Schließlich hatte er sich Hals über Kopf in einen 14-Jährigen verliebt. Weiters war es ziemlich selbstverliebt und egoistisch, die polnische Familie nicht vor der Cholera zu warnen, obwohl er genau wusste, dass seine Liebe keine Zukunft haben würde. Die erzählte Zeit ist zwar länger als die Erzählzeit, aber ich hatte das Gefühl, dass es eine halbe Ewigkeit gedauert hat, das Buch beziehungsweise einzelne Passagen sooft zu lesen, bis ich es endlich verstanden habe. Und das obwohl meine Fassung nur 81 Seiten hat. Der Schauplatz wird öfter gewechselt. Der Anfang der Erzählung trägt sich in Deutschland zu, während der Großteil der Geschichte in Venedig stattfindet.


Interpretation
Der Tod in Venedig ist ein sehr autobiografisches Werk das es viele Parallelen zwischen Thomas Mann und Gustav von Aschenbach aufweist. Aschenbachs Werke, die im zweiten Kapitel vorgestellt werden, sind bereits abgeschlossene oder geplante Werke Thomas Manns. Ihre Titel sind in der Novelle nur leicht verfremdet. Auch die wichtigsten Geschehnisse haben sich wirklich zugetragen als die Familie Mann 1911 in Venedig Urlaub machte. Mann hat mit Der Tod in Venedig ein sehr heikles Thema angesprochen: die Homosexualität. Dies war zu Thomas Manns Zeit nicht nur strafrechtlich verfolgbar, sondern auch gesellschaftlich außerordentlich rufschädigend und tabu. Es war also für manche Zeitgenossen äußerst provokant, dies wiederum aber noch lange kein Grund es nicht zu veröffentlichen. Trotz des brisanten Themas fand es sogar damals großen Anklang und ich finde es ist auch noch heute eine große Bereicherung für alle. Prinzipiell, gibt es meines Erachtens, neben Manns Ziel der Homosexualität eine Chance zu geben sich in der Gesellschaft zu etablieren, ein weiteres großes Thema:


Gustav Mahler:
Thomas Mann setzte Mahler bereits ein Jahr nach dessen Tod ein Denkmal in der Novelle Der Tod in Venedig, deren Protagonist, der Schriftsteller Gustav Aschenbach, Züge des berühmten Komponisten trägt. Luchino Visconti verstärkt in seinem Film Tod in Venedig von 1971 diesen Eindruck noch, indem er aus Aschenbach einen Komponisten macht. Thomas Mann hat sich bei seinem Werk sehr mit dem Tod und den griechischen Legenden beschäftigt. Auch Goethe, den er ehrte, indem er seinen Stil kopierte, war von der griechischen Mythologie begeistert. Viele seiner Werke, wie zum Beispiel Faust ll, zeugen davon. Ich habe Anzeichen, Symbole und Motive aufgelistet, an denen man schon im Laufe der Erzählung erkennen kann, dass diese Reise nach Venedig eigentlich ein Himmelfahrtskommando ist:


Todesboten

  • Das erste Mal wird der Todesbote von dem Fremden vor der Friedhofshalle verkörpert. In dem Blickduell hat Gustav von Aschenbach dem Tod in die Augen gesehen. Sich selbst redet er ein diese Unruhe, die er bei der Begegnung verspürte, sei nur die Reiselust.
  • Der alte Greis, den Aschenbach auf dem Schiff nach Venedig beobachtet und den er so schrecklich abstoßend findet, da er versucht durch Kleidung, Schminke und dem Einfluss von Alkohol bei seiner jungen Begleitung Anklang zu finden. Interessant ist nur, dass Aschenbach, womöglich weil er so verzweifelt ist und keine andere Möglichkeit weiß, selbst durch jugendliche Kleidung, Schminke und gefärbte Haare versucht, für den jungen Tadzio attraktiv zu wirken.
  • Der Gondolier, der Aschenbach in die Lagune rudert. Obwohl Aschenbach protestiert, denkt der Gondolier nicht an eine Umkehr. Man kann ihn als Fährmann in die Welt der Toten sehen.
  • Der freche Anführer der Straßenmusiker, der Aschenbach die Zunge zeigt, nachdem sich dieser nach der Ursache für die Desinfektion der ganzen Stadt erkundigte.


Todessymbole

  • Erstes Kapitel:
    • Sein Name ist der Tod schlechthin. Ein Bach der Asche führt, das erinnert mich an die Vergänglichkeit. Die Physiognomie eines Reisenden, die an einen Totenschädel erinnert.
  • Drittes Kapitel: 
    • Die venezianische Gondel, von der Schwärze eines Sarges, die Aschenbach an den Tod, eine Bahre, ein düsteres Begräbnis und die letzte, schweigsame Fahrt erinnert.
  • Fünftes Kapitel:
    • Der Granatapfel-Saft, den Aschenbach nach der Vorstellung der Straßenmusikanten zu sich nimmt. Dazu gibt es einen Mythos aus der griechischen Mythologie: Wer vom Granatapfel des Hades abbiss, konnte nicht mehr in die Oberwelt zurück, ganz egal ob Mensch oder Gott.


Griechische Mythologie:
In Thomas Manns Werk tauchen immer wieder Persönlichkeiten, Begriffe und Symbole aus der griechischen Mythologie auf. Als Aschenbach Tadzio das erste Mal erblickt, vergleicht er diesen zum Beispiel mit einem griechischen Standbild. Weiters träumt Aschenbach davon, dass Tadzios Verhältnis zu ihm, so sei wie das von Phaidros zu seinem Lehrer Sokrates. Eines Tages beobachtet er Tadzio wieder einmal beim Spielen am Strand und „Hyakinthos war es, den er zu sehen glaubte, und der sterben musste, weil zwei Götter ihn liebten.“ Hyakinthos ist, der griechischen Mythologie zufolge, übrigens der menschliche Liebling Apollons, welcher durch die Liebe zu Hyakinthos seine Götterpflichten vergaß. Zephyros, der Westwind, war eifersüchtig und lenkte Apollons Diskusscheibe an Hyakinthos Kopf, worauf dieser starb. Einem anderen Mythos zufolge, warf Apollon Hyakinthos die Diskusscheibe unabsichtlich beim Spielen an den Kopf und konnte diesen nicht mehr zurück ins leben rufen. Daraufhin ließ Apollon aus dem Blut seiner Wunde eine wunderschöne Blume erblühen, die Hyazinthe.


Worterklärungen
Wörter die ich während des Lesens nicht verstanden oder gekannt habe, habe ich hier aufgelistet.

  • Motus animi continuus (S. 1739 : andauernde Schwingung des Geistes
  • Inquisitiv: nachforschend -> Inquisition
  • Physiognomie: Gesichtszüge
  • Velleität: kraftloser Wunsch
  • Asti : italienischer Wein
  • Bergsaglieri: italienisches Heer
  • Scirocco: lokaler Föhn in Venedig
  • Vaporetto: kleines Dampfschiff
  • Mephitischer Odem: übler, penetranter Gestank
  • Tenazität: Hartnäckigkeit
  • Psychagog: Beiname von Hermes, dem Seelengeleiter ins Totenreich


Lesetagebuch
Am 21.1. habe ich das Buch gekauft und zu lesen begonnen. Auch im EDV-Saal habe ich es versucht, bin aber nicht weit gekommen, da ich mich nicht konzentrieren konnte um den Inhalt richtig zu verstehen. An einem Tag habe ich Sie auch gefragt was Physiognomie bedeutet, da ich es natürlich nicht wusste. An jedem, der darauf folgenden Samstage habe ich je ein Kapitel gelesen. Meistens habe ich damit nach dem Frühstück um ca. halb elf angefangen. Samstag, den 7.2.2009, habe ich nicht gelesen, da ich da bis um drei Uhr nachmittags Skifahren und Snowboarden war, und anschließend selbst!!! Mit dem Auto von Salzburg nach Hause gefahren bin. Folglich hatte ich an diesem Tag keine Zeit dafür. Fertig mit dem Lesen war ich am 28.2. Am 6.3. habe ich mir den Lektüreschlüssel zu Der Tod in Venedig gekauft und begonnen diesen zu lesen.

Am Samstag, den 7.2. habe ich um elf Uhr vormittags begonnen das Port Folio zu schreiben, mit Mittagspause bis um 16 Uhr.

Montag 9.3.: 15:30 – 18:00 -> Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, und Inhalt
Dienstag 10.3.: 13:30 – 17:45 -> Worterklärungen, Entstehung d. Novelle, Autor und Werke
Mittwoch 11.3.: 17:45 – 20:30 -> Interpretation und Werkaufbau
Donnerstag 12.3: 14:30 – 15:30 -> Lesetagebuch und Quellenverzeichnis

Dienstag und Mittwoch habe ich zusätzlich noch Tonio Kröger, Tristan und Unordnung und frühes Leid gelesen.


Quellenverzeichnis:


Primärliteratur:

  • Der Tod in Venedig und andere Erzählungen, Thomas Mann, Fischer Verlag


Sekundärliteratur:

  • Lektüreschlüssel zu Thomas Manns Der Tod in Venedig, Reclam
  • Peter Pfützner, Tonio Kröger und Der Tod in Venedig von Thomas Mann, Beyer Verlag
  • Werkbeitrag in Der Tod und andere Erzählungen, Thomas Mann, Fischer Verlag, aus Kindlers Neues Literatur Lexikon: Thomas Mann Der Tod in Venedig 

 

häufige Suchphrasen:
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