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Titel / Referat: Cicero, Seneca und Ovid - Leben und Werke

Schlagwörter: Redner und Politiker, Latein, Senecas philosophisches Denken, epikureische Philosophie, Ovid, Liebesdichtung, Epistulae heroidum Hausaufgabe, Referat

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Basisautor Cicero: Leben und Werk


Der Privatmann, Redner und Politiker
Cicero wurde 106 v. Chr. In Arpinum, einer kleinen Stadt östlich von Rom, als Sohn eines Ritters geboren. 43 v. Chr. Wurde er von politischen Gegnern um Marcus Antonius ermordet. Nach Studien der Rede- und Dichtkunst, Philosophie und des Rechts vollendete er als homo novo (einer, der als Erster in einer gens die politische Laufbahn einschlug, ohne in seiner Familie einen Vorfahren zu haben, der Zensor, Konsul, Prätor oder Ädil war) dem cursum honorum ( die politische Laufbahn) bis zum Konsulat 63 v. Chr. Auf de, Höhepunkt seiner politischen Laufbahn und seines Ansehens deckte er die Catilinarische Verschwörung auf. Seine Lebensaufgabe bestand in der Erneuerung des altrömischen Gemeinwesens (res publica).

Seit seinem Erfolg im Prozess gegen den korrupten Statthalter von Sizilien, Verres, im Jahre 70 v. Chr. War Cicero der berühmteste Anwalt Roms. Viele seiner berühmten Gerichtsreden sind erhalten (u. a. für Roscius Americus, gegen Verres, gegen Catilina, für Murena, für Milo).

Was und wie Cicero dachte und empfand, wissen wir aus seinen Briefen, in denen er seine persönliche Meinung oft ungeschminkt und schonungslos äußerte. Im Gegensatz zu Senecas Lehrbriefen Epistulae morales sind Ciceros Briefe echte Briefe, in denen er dem Adressaten ganz Persönliches mitteilt. Die Briefe sind in vier Dammlungen zusammengefasst:

  1. Ad m. Brutum: In insgesamt 26 Briefen (Briefe Ciceros an Brutus, den Caesarmörder, und solche von Brutus an Cicero) von März bis >Juli 43 v. Chr., geht er vor allem um Ciceros Verhandlungen mit Octavian sowie um die Darlegung seiner politischen Überzeugung.
  2. Ad Quintem Fratrem: 27 Briefe aus der Zeit von 60-54 v. Chr.
  3. Ad Familiares: Diese Sammlung umfasst ca. 430 Briefe aus den Jahren 62-43v.Chr., die Cicero an Freunde und Zeitgenossen geschrieben und die er von solchen erhalten hat.
  4. Ad Atticum: In diesen ca. 400 Briefen der Jahre 68-44 an seinen engen Freund Pomponius Atticus konnte dich Cicero aussprechen wie sonst kaum.


Der Philosoph
Nachdem die politischen Machtverhältnisse sich geändert hatten, wurde Cicero im Jahre 58 v. Chr. Ins Exil geschickt, da er die Mitglieder der Verschwörung des Catilina ohne gesetzliche Grundlage hatte hinrichten lassen. In der Folgezeit entstanden zwichen 55 und 51 v. Chr. Neben den Dialogen De oratore die ersten noch stark im Zeichen der politischen Praxis stehenden philosophischen Werke De re publica und De legibus. In der Auseinandersetzung zwischen Pompeius und Caesar zögerte Cicero lange, eindeutig Position zu beziehen, bis er sich endlich für Pompeius entschied und so fehlendes Gespür für Machtverhältnisse offenbarte. In dem Irrglauben immer noch ein politisches Schwergewicht zu sein, versprach er sich nach Caesars Ermordung 44 v. Chr. Ein politisches Comeback. Diese Hoffnung aber wurde ebenso wie der Glaube an ein Wiedererstarken der res publica enttäuscht. Hinzu war noch der Tod seiner über alles geliebten Tochter Tullia (45 v. Chr.) gekommen. So wendete er sich schließlich wieder der Philosophie zu. Auch auf diesem Gebiet zeigte er sich als Meister. Er machte die griechische Philosophie in Rom heimisch, schuf für sie eine lateinische Terminologie. Es entstanden bedeutende Werke wie de finibus, bonorum et malorum, die Tusculanae disputationis, De natura deorum und De officies.

Vom philosophischen Standpunkt her war Cicero der neuakademischen >Skepsis zugewandt, die eher von Wahrscheinlichkeiten als von festen Wahrheiten ausgeht. Dies zeigt sich auch in den dialogisch angelegten philosophischen Werken, in denen philosophische Fragen von Vertretern verschiedener Schulen diskutiert werden, indem diese jeweils nacheinander den Standpunkt ihrer eigenen Schule darlegen. Den Epikureismus lehnt Cicero ab, im Bereich der Ethik steht er der Stoa nahe.


 

Basisautor Seneca: Leben und Werk


Lucius Annaeus Seneca wurde um 4 v. Chr. In Corduba (Spanien) geboren. Mach Rom übergesiedelt, ließ er sich zum Rechtsanwalt ausbilden. Er besuchte aber auch die Vorlesungen vor allem pythagoreischer und stoischer Philosophen, die ihn prägten. Nachdem seine Karriere als Rechtsanwalt in Rom erfolgreich gestartet war, warf ihn die Verwicklung in eine Intrige am Kaiserhof zurück. Messalina, die erste Frau des Kaisers Claudius, ließ ihn nach Korsika verbannen. Im Jahre 49 v. Chr., von Agrippina, der zweiten Frau des Kaisers und Mutter des späteren Kaisers Nero zurückgerufen, wurde Seneca mit der Erziehung ihres 13 Jahre alten Sohnes beauftragt. Als Nero im Jahre 54 Kaiser wurde, lenkte Seneca auf dem Zenit seiner politischen Macht stellvertretend für den noch zu jungen Nero das Reich. Zunächst konnte er positiven Einfluss auf seinen jungen Schüler ausüben. Doch zunehmend kapselte Nero sich ab und trennte sich dann 62 von seinem Erzieher. Seneca zog sich auf seine Güter zurück und widmete sich der Schriftstellerei (Dichtung und philosophische Prosa). Im Jahre 65 zwang Nero ihn wegen angeblicher Beteiligung an einer Verschwörung, sich die Pulsadern zu öffnen. Seneca hinterließ ein umfangreiches literarisches Werk, das eine große Wirkung auf die europäische Geistesgeschichte ausübte. In neun Tragödien behandelt Seneca bekante Stoffe des griechischen Theaters, in denen er am Beispiel von Medea, Oedipus oder Thyestes die zerstörerische Kraft der Leidenschaft darstellt.
Seine Prosaschriften lassen sich in Trostschriften (z.B. Ad Helviam matrem de consolatione) und die Dialoge einteilen. In diesen Dialogen (z.B. De brevitate vitae, De otio, De ira, De vita beata, De tranquillitate animi) veranlasst ein fiktiver Gesprächspartner Seneca zur Entfaltung seines philosophischen Gedankengebäudes. Neben sieben Büchern Naturales quaestiones (Naturwissenschaftliche Untersuchungen) ist noch das Werk Apocolocyntosis („Verkürbissung“), eine bissige Satire auf die Vergöttlichung des toten Kaisers Claudius, erhalten.

Die 124 Epistulae morales ad Lucilium (Moralbriefe an Lucius), die er in seinen letzten Lebensjahren niederschrieb, sind sein Hauptwerk, Der Adressat Lucius, von dem wir sonst nichts wissen, außer das er sich für Philosophie interessiert und sich um innere Vervollkommnung bemüht. In diesen Briefen legt Seneca seine philosophische Erkenntnis, in Tipps zur praktischen Lebenshilfe verpackt, dar. Diese Briefe, von denen nicht sicher ist, ob es sich wirklich um abgeschickte Briefe handelt, sind als literarische Briefe für die Publikation bestimmt und richten sich an die philosophisch interessierte römische Oberschicht.

Kennzeichnend für Senecas Briefe und die philosophischen Schriften sind Darstellungsformen, die die philosophischen Grundpositionen durch eine unterhaltsame Belehrung aufzeigen und die Adressaten zur praktischen Umsetzung dieser individual-philosophischen Position erzeihen sollen. Dabei gibt es einerseits deskriptive Abschnitte, in denen Seneca einen Standpunkt oder eine Problemstellung in indikativischen Sätzen darstellt. Andererseits finden sich paränetische Abschnitte, in denen Seneca zu einer Verhaltensänderung auffordert oder praktische Tipps zur Lebensführung gibt. Metaphern und Personifikationen sollen die Argumentation verständlich machen. Allgemeingültige Aussagen in Form von Sentenzen fassen Positionen fast wie Kalendersprüche prägnant zusammen. Kennzeichnend für Senecas Stil ist die brevitas, die sich in kurzen, formal und inhaltlich pointierten Sätzen äußert, wobei Aussagen häufig asyndetisch hintereinander folgen und den Eindruck des „Einhämmerns“ erwecken( Stakkatostil).


Senecas philosophisches Denken
Seneca ist ein Anhänger der Philosophieschule Stoa. Aus dem Kosmos (=sinnvolle Ordnung der Welt) lässt sich das Wirken eines ordnenden Weltgeistes/Gottes (deus oder recta ratio oder summa lex oder animus) erkennen, dessen innerstes Prinzip eine wohlgeordnete Gesetzlichkeit ist. Aus dem Wirken des ratio in der Natur lässt sich auch für das menschliche Handeln die Gültigkeit fester Normen ableiten, die sich in Sittlichkeit und Recht, manifestieren und gleichen Absolutheitsanspruch haben wie die Naturgesetze. Dieses Prinzip der „Ordnung“ bzw. ´Gesetz’ ist als animus bzw. ratio auch im Menschen als sein eigentlicher, wesensbestimmender Kern (sein proprium) von Geburt an angelegt und ermöglicht ihm, die in ihm angelegte Göttlichkeit zu entwickeln und in seinem Leben und Handeln zur Geltung zu bringen. Nur wer das anstrebt bzw. erreicht, erfüllt seine eigentliche Seins- oder Daseinsbestimmung und kann das wahre Glück erreichen. Der Mensch gewinnt im Heranwachsen allmählich die Vorstellung seines eigentlichen Seins, er findet seine persönliche Identität. Der göttliche Funke animus ist dabei gleichzeitig Mittel und Ziel: Der Mensch erkennt mit Hilfe seiner Vernunft die Vernunft als sein wahrhaft naturgemäßes Wesen, an dessen Vervollkommnung er täglich arbeiten muss. Die Vernunft ist sowohl Instrument des Erkennens als auch Objekt der Vervollkommnung. Die Vernunft hilft zu erkennen, dass sich einerseits die so genannten Glücksgüter der zuverlässigen Beherrschung und Steuerung durch den Menschen entziehen (vielmehr sind sie der höheren göttlichen Weltvernunft, der göttlichen ratio, dem fatum unterworfen) und dass andererseits die Selbstbestimmung/Autonomie des Menschen darin besteht, sich nicht gegen diese unabänderlichen Schicksalsläufe zu stemmen und dadurch Unglück zu empfinden, sondern sie in den eigenen Willen aufzunehmen und dadurch frei zu werden. Der äußere Freiraum der Menschen besteht also darin, and dem festgelegten Lauf der äußeren Welt durch eine innere positive Haltung mitzuwirken.

Das Ziel des Menschen besteht darin in Übereinstimmung mit seiner Vernunftnatur zu leben (secundum naturam vivere), um so zur Glückseligkeit (eudaimonia) und zu einem glücklichen Leben (beata vita/beate vivere) in absoluter Seelenruhe (tranquillitas animi) zu gelangen. Dieses Glück aber ist nur zu erreichen, wenn der Mensch sich kraft seiner Vernunft (ratio) und seines Willens (voluptas) von den Affekten Lust, Unlust, Begierde und Furcht gelöst hat. Diese innere unerschütterliche Haltung (bona mens) kommt aber nicht über Nacht, sondern ist das Ergebnis eines langen Reifeprozesses. Seneca verwendet dafür häufig das Bild des Weges, auf den sich der Mensch Tag für Tag neu machen muss (proficere). Führerin auf diesem Weg ist dabei die Philosophie als Richtschnur für das tägliche Leben. Nicht das philosophische Fachgespräch, sondern der die Einstellung des einzelnen Menschen im täglichen Leben ist dabei der Prüfstein, wie weit er auf dem Weg hin zum Weisen (vir sapiens) gekommen ist.

Die durch ratio vermittelte Einsicht in den wahren Wert der Dinge schützt den Menschen davor, falsche Güter zu begehren, und beseitigt die Furcht vor vermeintlichen Übeln. Die ratio führt nämlich zu der Erkenntnis, dass z.B. materielle Güter wie Reichtum oder eine herausgehobene gesellschaftliche Stellung keinen Wert für die Glückseligkeit haben. Der Mensch muss keine Furcht vor den Göttern oder vor dem Tod haben, da zum einen die Gottheit von Natur aus Gutes tut und den Menschen dient, zum anderen sind auch Schicksalsschläge wie Krankheit oder der Tod Teil des von sich aus richtigen Weltenplanes, in dem jeder Mensch wie ein Rädchen in einem großen Uhrwerk an der ihm vorbestimmten Stelle seine Funktion erfüllt. Die Dinge um uns herum teilt die Stoa in gute, schlechte und gleichgültige (adipahora) ein. Gut sind die Tugenden wie Gerechtigkeit, Tapferkeit (virtutes/bona), schlecht deren Gegenteil (vitia/mala). Gleichgültig sind alle anderen Dinge, wie z.B. Reichtum. Erst unsere Einstellung diesen adiaphora gegenüber macht sie zu einem malum oder bonum. Mit der Bestimmung der ratio als Wesensmerkmal des Menschen, war es die Stoa vor allem, die zur Verbreitung und Weitergabe des heute noch in Europa vorherrschenden Menschenbildes beigetragen hat, dass der Mensch wesentlich vom Geist her bestimmt ist. Das einzige proprium des Menschen ist die virtus, die zu verwirklichen er ganz alleine in der Hand hat. Keiner kann ihn hindern, „gut“ zu sein, keiner ihn zwingen „schlecht“ zu sein.
Aus dem Grundgedanken, dass alle. Menschen Brüder sind, da sie Teilhaber des deus/animus sind, ergibt sich auch die politische Idee des staatenübergreifenden Kosmopolitismus (Weltbürgertum). Der Staat ist gemeinsam ein Abbild des Kosmos (mundus), ein Mikrokosmos. Daher wird eine politische Tätigkeit fernab von den Stoikern nicht abgelehnt, aber Seneca empfiehlt aus individualphilosophischen Gründen den Rückzug aus der Politik in den privaten Bereich (Spannungsfeld negotium - otium). Der tägliche Stress der Politik mit ihren Anfeindungen schadet dem Seelenheil, das der Mensch besser fernab vom öffentlichen Trubel eher im privaten Bereich findet.

Dem Staat gegenüber zeigt sich der Weise allerdings dankbar, da dieser ihm durch stabile politische Verhältnisse die Rahmenbedingungen gibt, fern jeder politischen Tätigkeit ein Leben nach seinem Ideal zu führen.


Die epikureische Philosophie
Das Weltbild von Epikur (342-271 v. Chr.) gründet auf die Atomlehre Demokrits, demzufolge alles Sein und Werden (auch das geistige: diese Atome sind besonders fein!) auf rein materiellen Vorgängen beruht, der Bewegung der Atome im leeren Raum. Die Atome, die jeweils für sich ewig und unabänderlich sind, haben Haken und Ösen, durch deren Verkettung sie sich zu den sichtbaren Dingen zusammenfügen. Wenn ein Körper stirbt, lösen sich die Atome wieder voneinander und können sich dann zu neuen Körpern zusammenfügen. Diese Auflösung vollzieht sich gänzlich ohne Schmerz, sodass kein Grund dafür besteht, den Tod zu fürchten. Da auch die Götter abgeschieden in ihrer eigenen Welt – den Intermundien- leben und sich nicht um das Leben der Menschen kümmern, wird auch das zweite existenzielle Grundübel dieser Lehre aufgehoben: die Furcht vor einem strafenden Gott.

Vom ersten Augenblick der menschlichen Existenz (als Neugeborener) zeigt der Mensch (Signale: Lachen oder Schreien), dass er die Orientierung für sein Tun nicht in idealistischen Normen, sondern in dem findet, was ihm zuträglich ist: Er handelt also nach seiner persönlichen voluptas, die am vollkommensten erreicht ist, wenn sie frei von dolor ist (Schmerzvermeidung als Prinzip des Handelns). Dabei lässt die philosophische Durchdringung seiner Existenz ihn erkennen, dass die wahre, d.h. ungetrübte Lust nicht auf Besitz (avaritia) und Macht (ambitio) beruht – mit beiden gehen negative Affekte einher: cupiditas als „Nie-zufrieden-Sein“ und metus als Folge ständiger Gefährdung von Besitz und Macht -, sondern in einer von äußerem Einwirken unabhängigen sittlichen Persönlichkeit besteht, die es allein erreicht, frei von Schmerz zu sein. Das ideale Lebensglück besteht also – fern vom Getriebe politischen oder wirtschaftlichen Strebens – in bescheidenem, maßvollem Genuss der Güter, die die Natur uns auch ohne rastloses Streben bereitstellt und in einer Gemeinschaft echter Freunde.


 

Basisautor Ovid: Leben und Werk (Liebesdichtung)


Vita
Als Sohn eines Ritters wurde Publius Ovidus Naso 43 v. Chr. , im Todesjahr Ciceros, in Sulmo geboren. Seine Jugend fällt in die durch Bürgerkriege gekennzeichnete Krisen- und Untergangszeit der res publica, also in eine Zeit, die durch existenzielle Not ebenso geprägt ist wie durch politische Orientierungslosigkeit. Vom Vater nach Rom zur Erziehung und Ausbildung geschickt, drängt es ihn selbst immer wieder zur Dichtung, sodass er in einem ständigen Konflikt zwischen öffentlicher Laufbahn und Poesie steht. Er bekommt Kontakt zu zeitgenössischen Dichtern und entschließt sich endgültig zu einer literarischen Karriere. Sein in der Folgezeit entstandenes Werk umfasst Liebesdichtung, mythologische Werke und poetische Briefe. Ovid verdankt seine Berühmtheit vor allem drei Werken: den Metamorphosen, der Ars amatoria und den Amores. Die Metamorphosen galten im Mittelalter als Bibel der Heiden und sind heute noch Fundgrube antiker Mythologie sowie Inspirationsquelle für Kunst und Literatur. Die Ars amatoria ist das meistgelesene poetische Liebeslehrbuch der Weltliteratur und verblüfft durch die erstaunlich moderne und humane Auffassung von Liebe. Weit weniger bekannt ist dagegen Ovids Exilliteratur. Aus der Elegie 4,10 der Tristien lassen sich Angaben zu Leben und Werk entnehmen. Zu Ovids Liebesdichtung gehören v. a. die Amores, die Ars amatoria und die Epistulae heroidum.

Die Veröffentlichung der Ars dürfte einer der beiden Hauptgründe für seine relegatio, die Verbannung auf Lebzeit, nach Tomi am schwarzen Meer im Jahre 8 n. Chr. Gewesen sein. Augustus selbst soll die Ars amatoria als Affront gegen seine Restaurationspolitik aufgefasst haben. Wie Ovid in den Tristien 2,207 schreibt, sei der zweite Grund ein error gewesen. Worin dieser error bestanden hat, ist nicht geklärt. Ovid starb 17 oder 18 n. Chr. In der Verbannung, ohne sein geliebtes Rom je wiedergesehen zu haben.


Amores
Um 15 v. Chr. Beginnt Ovid mit der Publikation der Amores, einer drei Bücher umfassenden Sammlung erotischer Gedichte, die ihn zum Vollender der römischen Liebeselegie machen. In ihnen erklärt Ovid, dass ein Leben ohne Liebe einem frühen Tod gleichkäme. Für ihn sind Frustrationen und Leiden unauflöslich mit der Liebe verbinden. Ovid gibt sich in den Amores als Anhänger des Lustprinzips, da er nicht nur die Geliebte namens Corinna, sondern die Liebe selbst liebt. Ausdruck dieser Haltung ist auch der Wunsch nach einem Tod bei der Liebe. Charakteristisch für die Liebeselegie ist die Dreiecksbeziehung zwischen poeta/amator, vir und puella. Diese drei Personen sind jeweils poetische Konstrukte. Der poeta/amator erlebt mit seiner puella alle Stationen der Liebesbeziehung: vom Kennenlernen über Momente des Liebesglücks bis hin zu Enttäuschungen.


Ars Amatoria
Ovid kombiniert in diesem Werk die Form des Lehrgedichts mit der Liebeselegie. Adressaten der praecepta, die Ovid als Liebeslehrer (praeceptor amoris) gibt, sind all die, welche die Liebeskunst nicht kennen (Ars 1, 1). Ziel ist es, mit verstand (Ars 1, 2) zu lieben. In der Ars amatoria löst sich Ovid bewusst von den elegischen Grundhaltungen ( Et quod nunc ratio est, impetus ante fuit): Der Liebende soll sich nicht mehr allein von seinen Emotionen leiten lassen, sondern in der Liebe ein mit Überlegung ausgeübtes handwerkliches Können (ars) sehen. Ovids Auffassung von Liebe ist fortan mehr von Rationalität geprägt, Treue und Gefälligkeit dürfen nicht zur Selbstzerstörung führen. Diese Haltung spiegelt sich auch in der Darstellungsweise: Ovid dichtet mit humorvollem Ton, mit Witz und feiner Ironie. Adressaten der beiden ersten Bücher sind die jungen Männer Roms, während Ovid sich im dritten Buch an die Frauen wendet. Neben Ratschlägen zu Themen wie Körperpflege, Kleidung und Liebesbriefen vermittelt er vor allem psychologische Grundlagenkenntnisse, die eine Einfühlung in die Geliebte und damit den Erfolg ermöglichen.


Epistulae heroidum
Bei den epistulae heroidum handelt es sich um 15 Briefe verlassener Frauen an ihre Männer oder Liebhaber in den drei Büchern. In der Sorge um den Geliebten spiegelt sich das Wesen der liebenden Frau wider, wie Ovid sie sieht. Im Vergleich zum Mann liebe die Frau sinnlich leidenschaftlicher (Ars 1, 281 f. ), sie sei treuer und beständiger. Die Frau schreibt, im Stich gelassen, mit der Hoffnung, den Geliebten zurückzuholen. Zum Corpus gehören auch drei Briefpaare, in denen der Mann an die Frau schreibt und diese antwortet (ep.16-21: Paris an Helena, Helena an Paris, Leander an Hero, Hero an Leander, Acontius an Cydippe, Cydippe n Acontius).
Amores und epistulae heroidum zeigen zwei Seiten Ovids: Spielt Ovid in den Amores mit den Topoi der römischen Liebeselegie als lusor tenerorum amorum, so zeigen die liebenden und zugleich leidenden Frauen – allesamt große „Heldinnen“ der Mythologie – insbesondere die Verbindung von Amor und Psyche und offenbaren so das außerordentliche psychologische Einfühlungsvermögen Ovids. 

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