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Titel / Referat: Roman - Was ist ein Roman?

Schlagwörter: Gattungen, Epos, Drama, Charakteristika des Romans, Barock, Aufklärung, Klassik, Romantik, Sturm und Drang Hausaufgabe, Referat

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Der Roman

Der Roman ist im Spektrum der literarischen Gattungen, wie es sich seit dem 19. Jahrhundert herausbildete, die Langform der schriftlich fixierten Erzählung. Historisch benachbarte Gattungen sind die Novelle, sie gab im Englischen und im Spanischen den Gattungsbegriff, und die Kurzgeschichte, die im 20. Jahrhundert eigens eingegrenzt wurde.

der Begriff „Roman“:

  • entwickelte sich im 12.Jhrd. in Frankreich
  • bezeichnete zunächst jede Schrift in der lingua romana, also in der Volkssprache – im Gegensatz zur lingua latina, das gelehrte Schrifttum
  • im 13. Jhrd. volkssprachliche Erzählung in Prosa oder Versen
  • seit Ausgang des 13. Jhrd. nur das Prosaschrifttum
  • im Deutschen existierte der Begriff „Roman“ in der heutigen Bedeutung erst seit dem 17. Jhrd.

Gattung:

  • epische Großform, in Prosa geschrieben
  • eine, der am spätesten entwickelten Gattungen
  • seit 19.Jhrd. die am weitesten verbreitete Form der Literatur
  • stammt vom Epos ab
  • bringt wie das Epos, umfassend angelegten und weitausgesponnenen Zusammenhang zur Darstellung

Charakteristika des Epos

  • zeigt ein breites Totalbild der Welt, der Zeit und der Gesellschaft in bunter Handlungsfülle, ohne geschlossenen Geschehensaufbau
  • typische Helden innerhalb des auf typische Ziele und feste Ordnung ausgerichtetem Lebensidealkein Spielraum für individuelle Persönlichkeit – und Charakterentwicklung
  • zeitlose Öffentlichkeit der Gestalten

Charakteristika des Dramas

  • Hauptthema: Gegensätzlichkeit der Welt, wird am Einzelfall aufgerollt

Charakteristika des Romans

  • zeitgebunden, raumgebunden
  • losgelöst aus dem geordneten Glaubenshorizont
  • richtet Blick auf die einmalig geprägte Einzelpersönlichkeit oder einer Gruppe von Individuen mit ihren Schicksalen
  • nach Verlust der alten Ordnung und Geborgenheit treten die Problematik, Zwiespältigkeit, Gefahr und die ständigen Entscheidungsfragen des Daseins an Individuen heran
  • ihnen wird ewige Diskrepanz von Ideal und Wirklichkeit, innere und äußerer Welt bewusst gemacht
  • deren Schicksal in das Weltgeschehen eingebettete -> in ständiger Auseinandersetzung mit den äußeren Formen und Mächten
  • individuelle Reaktionen auf Welteindrücke/-einflüsse und damit ständig eigene Schicksalsgestaltung
  • trotz Gebundenheit an die Außenwelt bestimmt letzten endlich die innere Entwicklung den Roman
  • in der Gegenwart: hat bis zur „Entfabelung“ geführt  Verzicht auf äußere Handlung und nur noch Beschränkung auf subtile Seelenanalyse zur Selbstvergewisserung des Menschen

geringe Formstrenge, unterschiedliche Zielsetzung und Lesererwartung, Themen und Stoffe, Stilarten und Erzählstrukturen -> außerordentliche Vielfalt

verschiedenste Aufteilungsmöglichkeiten

Theorie des Romans

  • durch Fehlen der normativen Regeln wechselte Auffassung über den Roman in den Epochen


Barock

  • ersten spezifischen Abhandlungen über den Roman von franz. Bischof P. D. Huet ► verweist in « Traité de l’origine des romans » (1670) auf sittenbildenen Charakter des Romans und seine Bedeutung für das Geistesleben und beeinflusst die europäische Poetik
  • deutsche Barockpoetik erwähnt Roman teils überhaupt nicht oder verurteilt ihn aus moralischen Gründen (G. Heidfegger)


Aufklärung

  • Anerkennung des Romans als vollgültige Dichtgattung als Nachfolger des Epos -> fordern Mendelssohn (deutscher Philosoph), J. A. Schlegel (deutscher religiöser Lyriker, * 18. 9. 1721, † 16. 9. 1793; Vater Friedrich von Schlegel; Pfarrer) und besonders Blanckenburg ( „Versuch über den Roman“ 1774)
    ►behandelt Mensch nicht mehr als Bürger der Staatsgemeinschaft, sonders als Individuum


Klassik (Goethe)

  • Goethe bemühte sich anfangs im Verein mit Herder um die Formgesetze des Romans
  • stellt ihn in „Wilhelm Meister Lehrjahren“ als Darstellung von Gesinnung und Begebenheiten den Charakteren und Taten des Dramas gegenüber


Romantik

  • F. Schlegel (deutscher Schriftsteller, Philosoph, Programmatiker der Romantik und Sprachforscher, * 10. 3. 1772, † 12. 1. 1829) definiert Roman als „mehr oder weniger verhülltes Selbstbekenntnis des Verfassers, den Ertrag seiner Erfahrungen, die Quintessenz(das eigentliche Wesen einer Sache) seiner Eigentümlichkeit“ (Brief über Roman, Athenäum III)
  • R. Hegel. definierte ihn als „bürgerliche Epopöe ( 1. veraltet für Epos; 2. kurzes, komisches Heldengedicht)“


Realismus

  • F. Spielhagen (deutscher Schriftsteller, * 24. 2. 1829, † 25. 2. 1911; schrieb liberale Gesellschaftsromane und theoretische Schriften ["Beiträge zur Theorie und Technik des Romans" 1882])forderte der Erzähler, selbst der Ich-Erzähler müsste völlig hinter dem objektiven Bericht zurücktreten


Naturalismus

  • erstrebt den wirklichkeitsschildernen Experimentalroman
  • weist ihm neue Aufgaben und Stoffe zu, J. Schlaf leitet von hier zum Religiösen über und H. Bahr zum Romantischen


Neue Sachlichkeit

  • Th. Mann verteidigt den Roman als echte und vollwertige Kunstgattung, entwickelte eine Roman Typologie, versuchte die Vielfalt der Ausprägungsformen des Romans in Typen einzuteilen
  • G. Lukas (ungarischer Philosoph und Literaturwissenschaftler, * 13. 4. 1885, † 4. 6. 1971; "Die Theorie des Romans" 1916) -> drei gemeineuropäische Ausformungen: abstrakt-idealistischer Roman, Desillusionsroman und die Synthese beider


20. Jhrd

  • literaturwissenschaftliche Analyse des Romans weitet sich zur Erzählforschung allgemein aus

Geschichtliche Entwicklung des Romans


Barock

  • erster bedeutender, deutscher Roman: „Der abenteuerliche Simplicissmus Teusch“ Grimmelhausen, beeinflusst von spanischen Schelmenroman

Aufklärung

  • Entwicklung des Trivialromans:
    • einfache sprachliche und inhaltliche Strukturen
    • ausschließlich auf Unterhaltung orientiert
    • Ansprechen der Gefühle des Lesers
    • bildhafte Sprache, die zuweilen klischeehaft wirkt
    • Handlungsfiguren und Handlung entsprechen ein- und dem selben Raster
    • Bewertung richtet sich nach dem Märchenmuster (das Gute: jung, schön, ehrlich /das Alte: alt, hässlich, falsch)
    • wenige Themen: Liebe, Abenteuer, Kriminalfall, Schauergeschichte 
  • Robinsonaden ( in Anschluss an Daniel Defoes „Robinson Crusoe“)
  • psychologischer Sittenromane, Donquichotiaden (Einfluss: Cervantes’ „Don Quichote“) -> spielen im bürgerlichen Milieu
  • erster deutscher Bildungsroman: „Die Geschichte des Agathon“ Wieland

Sturm und Drang

  • bedeutendste Roman: Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ Goethe


Klassik

  • wichtigster Roman: Entwicklungs- und Bildungsroman „Wilhelm Meister“ Goethe, in Tradition von Wieland


Romantik

  • sehr beliebt war der Künstlerroman als eine Form des Bildungsroman
  • Dichterroman „Heinrich von Ofterdingen“ Novalis


Realismus und Naturalismus

  • einige Romane zeigen unter dem Einfluss der französischen und russischen Epik einen schwachen, fremdbestimmenden und orientierungslosen Helden
  • „Der grüne Heinrich“ von G. Keller


Moderne 

  • Experimenteller Roman, künstlerisch hochstehender Roman:
    • Held verfällt häufig in Einsamkeit und Passivität
    • Welt zunehmend verfremdet, eine sinnvolle Ordnung einer nicht mehr überschaubaren Komplexität gewichen, keine einheitliche Wirklichkeit
    • Zeit und Raum werden relativiert
    • kein allwissender Erzähler – zieht sich zurück
    • Montage
    • Wirklichkeit, Fantasien, Erinnerungen, Zukunftsräume werden miteinander vermischt
    • kein klarer Romanschluss, wirkt wie ein unfertiges Werk 
  • Postmoderner Roman:
    • soll Lust am Lesen anspruchsvoller Literatur fördern und unterhalten
    • klarer Romanaufbau
    • kombiniert werden Vergangenheit und Gegenwart, Elitäres und Triviales, Geistiges und Sinnliches, Akademisches und Massenkultur
    • montiert werden Wirklichkeit und Fiktion, philosophische Strömungen, literarische Zitate und unterschiedliche Sprachen
    • Ironie und Parodie
    • Figuren: Außenseiter mit besonderen Eigenschaften
    • Romansprache aus Fremdsprache, Fachsprache, Hochsprache, Dialekt 

 

Quellen:

  1. Wilpert, Gero
    Sachwörterbuch der Literatur
    7.verb. und erw. Aufl., Stuttgard: Körner, 1989, S.784ff.
  2. Abitur – Wissen
    Deutsch, Stark
    Verlagsgesellschaft
    mbff, S.67f. 

 

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