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Titel / Referat: Nationalsozialismus - Massenpsychologie und Propaganda im Dritten Reich

Schlagwörter: Geschichte und Politische Bildung, Facharbeit, Redewendungen, Mein Kampf Hausaufgabe, Referat

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Massenpsychologie und Propaganda im Dritten Reich

Facharbeit aus „Geschichte und Politische Bildung“

Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort
  • Teil I Massenpsychologie
  • Gustave Le Bons Massenpsychologie
  • Gefühle der Massen
  • Hingabe der Massen
  • Bilder Worte und Redewendungen
  • Die Vernunft
  • Die Führer der Massen
  • Die Wirkungsmittel der Führer: Behauptung, Wiederholung, Übertragung
  • Der Nimbus
  • Teil II Meinungsbeeinflussung und Propaganda
  • Adolf Hitler „Mein Kampf“ Kapitel 6 Kriegspropaganda
  • Propaganda im Dritten Reich
  • Die Presse
  • Der Rundfunk
  • Kunst und Kultur
  • Hitlers Reden
  • Der Führerkult
  • Propaganda am Beispiel der Olympischen Spiele 1936
  • Literaturnachweis


Vorwort
Um die Funktionalität und die Auswirkungen der Propaganda im Dritten Reich zu verstehen, genügt es meiner Ansicht nach nicht die Vorgehensweisen von Hitler und Goebbels darzustellen. Deshalb habe ich mich entschlossen dieser Geschichtearbeit einen ausführlichen Teil der sogenannten Massenpsychologie zu widmen. Begründer der Massenpsychologie war Gustave Le Bon mit seinem Werk: „Psychologie der Massen, 1895“. Man geht heute davon aus, dass Adolf Hitler dieses Buch gelesen und es sogar als „Kochbuch“ für sein Vorhaben verwendet hat. Die Parallelen zu Le Bons Erkenntnissen und "Vorschlägen zur Massenmanipulation" sind zu eindeutig, als dass sie zufällig sein können. Ich habe mich für dieses Thema entschieden, da ich bereits Le Bons Werk und von Sigmund Freud „Massenpsychologie und Ich Analyse, 1921“ gelesen habe. Ich denke jedoch, dass Freuds Massenpsychologie nur eine Vertiefung bzw. Ausweitung der Thematik ist. Deshalb habe ich mich darauf beschränkt die wesentlichen Gedanken von Le Bons „Psychologie der Massen“ zusammenzufassen. Erst bei der genaueren Analyse und Ausarbeitung ist mir aufgefallen, dass man dieses Buch sehr objektiv lesen sollte. Denn einige Aussagen haben sich im 20. Jahrhundert als grundlegend falsch erwiesen. Andere jedoch, die meist schmerzhafte Erfahrungen mit sich gebracht haben, stellten ihr Gültigkeit im Zuge der nationalsozialistischen Revolution unter Beweis.


Gustave Le Bons Massenpsychologie



Allgemeine Kennzeichen der Massen
Das Wort Masse bedeutet im gewöhnlichen Wortsinn die Vereinigung irgendwelcher einzelner. Es gibt keine Unterscheidung in z.B. Nationalität, Beruf, Geschlecht oder Anlass der Vereinigung.

Le Bon beschreibt, dass dieses Wort im psychologischen Sinn jedoch etwas grundlegend anderes bedeutet. Die sogenannte “psychologische Masse“ oder „organisierte Masse“ bildet unter ganz bestimmten Umständen neue Eigenschaften. Diese neuen Eigenschaften können völlig verschiedene Eigentümlichkeiten als jene der Einzelnen besitzen. Die bewusste Persönlichkeit schwindet, die Gefühle und Gedanken aller Personen in der Masse sind nach derselben Richtung orientiert. Es bildet sich ein einziges „Wesen“. Die Tatsache, dass viele Menschen zusammentreffen, verleiht ihnen noch nicht die Eigenschaften einer psychologischen Masse. Wenn auf einem öffentlichen Platz tausend Menschen aufeinandertreffen so bilden sie keineswegs eine Masse im psychologischen Sinn. Diese entsteht erst unter dem Einfluss bestimmter Reize. Doch wie entstehen diese Reize und was sind die Ursachen für die Bildung der Massen?

Die erste dieser Ursachen besteht darin, dass der einzelne in der Masse schon allein dadurch, dass er sich in einer Menge befindet, ein Gefühl unüberwindlicher Macht und Kraft erhält. In der Masse verschwindet bei jedem das Verantwortlichkeitsbewusstsein. Eine zweite Ursache ist die geistige Übertragung, sie bewirkt ebenfalls das Auftreten bestimmter Eigenschaften. In der Masse ist jedes Gefühl, jede Handlung übertragbar. Und zwar in so hohem Grade, dass der Einzelne sehr leicht seine persönlichen Wünsche den Gesamtwünschen opfert. Eine dritte Ursache ruft in den zur Masse Vereinigten besondere Eigenschaften hervor, welche denen der alleinstehenden völlig wiedersprechen. Die sogenannte Beeinflussbarkeit (Suggestion). Der Einzelne in einer Masse verhält sich wie hypnotisiert. Er ist sich seiner Handlungen nicht mehr bewusst. Unter dem Einfluss der Suggestion einer bestimmten Idee oder Meinung wird er sich in der Masse zu Untaten fortreißen lassen die er sonst nie getan hätte. Er hat außerdem den Zwang die eingeflößten Ideen sofort umzusetzen.

Nach Le Bon sind die Hauptmerkmale des Einzelnen in der Masse also:

  • Schwinden der bewussten Persönlichkeit
  • Beherrschung der Gedanken und Gefühle von außen durch Suggestion und Übertragung.
  • Neigung zur unverzüglichen Verwirklichung der eingeflößten Ideen

Der Einzelne ist nicht mehr er selbst, er ist ein Automat geworden. Allein durch die Tatsache, Glied einer Masse zu sein, steigt der Mensch also mehrere Stufen von der Leiter der Kultur herab. Als einzelner war er vielleicht ein gebildetes Individuum, in der Masse ist er ein Triebwesen, also ein Barbar. Er lässt sicht durch Worte und Vorstellungen beeinflussen und zu Handlungen verführen die seine eigentlichen Interessen verletzen. In der Masse gleicht der einzelne einem Sandkorn in einem Haufen anderer Sandkörner, das der Wind nach Belieben emporwirbelt.


Gefühle der Massen
Alle Gefühle, egal ob gute oder schlechte, die eine Masse äußert, haben zwei besondere Eigenschaften; sie sind einfach und überschwänglich. Die Überschwänglichkeit in der Masse wird noch dadurch verstärkt, dass sie sich durch die Suggestion und Übertragung sehr rasch verbreitet. Le Bon meint, dass die Einseitigkeit und Überschwänglichkeit der Gefühle der Massen sie vor Zweifel und Ungewissheit bewahren. Die geringste Abneigung und Missbilligung, die der einzelne kaum beachten würde, wächst beim Einzelwesen der Masse sofort zu wildem Hass. Die Heftigkeit der Gefühle der Massen wird zusätzlich durch das Fehlen der Verantwortlichkeit verstärkt. Die Gewissheit der Straflosigkeit ermöglichen der Masse Gefühle und Handlungen, die dem einzelnen unmöglich sind.

Le Bon beschreibt, dass die Massen opferwillig und heldenhaft sein können. Sie sind es sogar in viel höherem Maße als der Einzelne. Die Masse wird nur durch übermäßige Empfindungen erregt. Deshalb muss ein Redner, der sie hinreißen will, starke Ausdrücke gebrauchen. Und zwar solche die wenn möglich Bilder in den Köpfen der Menschen hervorrufen. Zu den gewöhnlichen Mitteln, die der Redner verwenden muss, um seine Ideologien und Ideen zu bestärken gehören:

  • schreien
  • beteuern
  • wiederholen
  • niemals den Versuch machen, einen Beweis zu erbringen
  • heben und senken der Stimme

Die Masse verlang nach der Übertreibung der Gefühle. Die hervorragenden Tugenden der Helden der Massen müssen stets vergrößert werden. Besonders gute Beispiele sind das Theater und der Film. Die Masse verlangt von den Helden Tugenden, einen Mut und eine Moral, wie sie im Leben niemals vorkommen.


Hingabe der Massen
Le Bon beschriebt, dass in jedem von uns Triebe zerstörerischer Wildheit aus der Urzeit schlummern. Dieser Quelle entspringen die Jagleidenschaft und die Grausamkeit der Massen. Die Masse die ein wehrloses Opfer langsam zu Tode quält, gibt den Beweis feiger Grausamkeit. Ebenso die Jäger die zusammenkommen, um mit Vergnügen zu sehen, dass ihre Hunde einem unglücklichen Hirsch den Bauch aufreißen. Aber wenn nun die Massen fähig sind Morde, Brandstiftungen und Verbrechen aller Art zu begehen, dann sind sie ebenso zu Taten der Hingabe, Aufopferung und Uneigennützigkeit fähig. Besonders wirkt man auf den einzelnen in der Masse, wenn man sich auf die Gefühle Ruhm, Ehre und Religion beruft.

Die Geschichte ist voller Beispiele dieser Art. Nur die Gesamtheit ist großer Uneigennützigkeit und Aufopferung fähig. „Wie viele Massen haben sich für Überzeugungen und Ideen, die sie kaum verstanden haben, heldenhaft hinschlachten lassen!“.


Bilder Worte und Redewendungen
Die Phantasie der Massen wird durch Bilder erregt. Le Bon meint, dass einem diese Bilder nicht immer zur Verfügung stehen, aber man kann sie durch geschickte Anwendung von Worten und Redewendungen hervorrufen. Werden sie kunstvoll angewandt, so besitzen sie eine geheimnisvolle Macht. Sie rufen dann in der Massenseele die furchtbarsten Stürme hervor oder besänftigen sie.

Manche Worte sind mit Bildern verbunden, die zum Teil völlig von ihrer eigentlichen Bedeutung abweichen. Worte, deren Sinn schwer zu erklären ist, sind oft am wirkungsvollsten. So zum Beispiel die Ausdrücke Freiheit, Gleichheit, Ehre, Vaterland, Willen, Beharrlichkeit, Unbeugsamkeit. Es knüpft sich eine magische Macht an solche Worte. Es scheint so als ob die Lösung aller Fragen in ihnen stecken würde. In ihnen ist die Zusammenfassung aller Erwartungen und Hoffnungen auf ihre Verwirklichung lebendig.


Die Vernunft
Die Massen sind durch logische Beweise nicht zu beeinflussen. Daher wenden sich die Redner, die es verstehen die Massen zu beeinflussen, niemals an die Vernunft sondern an die Gefühle. Der Redner der die Massen lenken möchte, muss in jedem Augenblick die Gefühle erraten, die er erweckt. Diese Tatsache, seine Ausdrucksweise je nach erzieltem Erfolg zu ändern, verurteilt jede vorbereitete Rede von vornherein zur Wirkungslosigkeit. Wenn der Redner seinen eigenen Gedanken folgt und nicht denen seiner Zuhörer wird er jeglichen Einfluss verlieren.


Die Führer der Massen
Sobald eine gewisse Anzahl lebender Wesen, egal ob eine Herde Tiere oder eine Menschenmenge vereinigt ist, unterstellen sie sich unwillkürlich einem Oberhaupt d.h. einem Führer. In den menschlichen Massen spielt der Führer eine besondere Rolle. Sein Wille und seine Ideen sind der Kern, um den sich alle Anschauungen bilden.

„Die Masse ist eine Herde, die sich ohne Führer nicht zu helfen weiß“.

Meistens war der Führer zuerst ein Geführter, der selbst von der Idee hypnotisiert war. Sie hat ihn so sehr erfüllt, dass neben ihr alle anderen Anschauungen verschwanden und dass ihm nun jede gegenteilige Meinung als Irrtum und Aberglaube erscheint. Meistens sind die Führer keine Denker sondern Männer der Tat. Sie haben wenig Scharfblick und wenig Kombinationsgabe. Es könnte auch kaum anders sein, da diese Eigenschaften in der Masse Zweifel hervorrufen. Man findet sie üblicherweise unter den Nervösen, Reizbare, Halbverrückten, die sich an der Grenze des Irrsinns befinden. So geschmacklos auch ihre Idee oder das verfolgte Ziel sein mag, gegen ihre Überzeugung kommt keine Logik und keine Vernunft an. Verachtung und Verfolgung stört sie nicht oder erregt sie nur noch mehr. Persönliches Interesse, Familie alles wird geopfert. Die stärke ihres Glaubens verleiht ihren Worten eine große suggestive Macht. Die Menge hört immer auf einen Menschen, der über einen starken Willen verfügt. Die in der Masse vereinigten Einzelnen verlieren allen Willen und wenden sich instinktiv dem zu, der ihn hat. Die großen Führer der Geschichte, wie Cäsar, Luther oder Napoleon, begeisterten erst, nachdem sie selbst durch einen Glauben begeistert waren. Glaube erwecken, egal ob religiöser, politischer oder sozialer Glaube ist eine der wichtigsten Aufgaben der Führer. Von allen Kräften, die der Menschheit zur Verfügung stehen, war der Glaube stets eine der bedeutendsten. Dem Menschen einen Glauben schenken, heißt seine Kraft verzehnfachen.


Die Wirkungsmittel der Führer: Behauptung, Wiederholung, Übertragung
Handelt es sich darum, den Massen Ideen und Glaubenssätze langsam einzuflößen, so wenden die Führer verschiedene Verfahren an. Sie benutzen hauptsächlich drei bestimmte Arten: die Behauptung, die Wiederholung, und die Übertragung oder Ansteckung. Ihre Wirkung ist ziemlich langsam, aber ihre Erfolge sind dauerhaft. Die reine, einfache Behauptung ohne Begründung und jeglichen Beweis ist ein sicheres Mittel, um den Massen eine Idee einzuflößen. Je freier eine Behauptung von Beweisen und Belegen ist, desto mehr Ehrfurcht erweckt sie. Die religiösen Schriften und die Gesetzbücher haben sich stets einfacher Behauptungen bedient. Die Staatsmänner, die zur Durchführung einer politischen Angelegenheit berufen sind, die Unternehmer, die ihre Erzeugnisse durch Werbung verbreiten, kennen den Wert der Behauptung.

Le Bons Auffassung ist, dass die Behauptung nur dann wirklichen Einfluss hat, wenn sie ständig wiederholt wird, und zwar möglichst mit denselben Ausdrücken. Napoleon sagte, es gäbe nur eine einzige ernsthafte Redefigur: die Wiederholung. Das Wiederholte festigt sich so sehr in den Köpfen, dass es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird. „Das Wiederholte setzt sich in den tiefsten Bereichen des Unterbewussten fest. Nach einiger Zeit, wenn wir vergessen haben wer der Urheber der wiederholten Behauptung ist, glauben wir schließlich daran. Daher kommt die erstaunliche Wirkung der Werbung. Haben wir hundertmal gelesen, die beste Schokolade sei die Schokolade X, so bilden wir uns ein, es sei wirklich so. Tausende Beweise überreden uns so sehr, zu glauben, dass das Pulver Y die bedeutendsten Persönlichkeiten geheilt hätte, dass wir uns am Ende, wenn wir selbst an einem derartigen Übel erkranken, versucht fühlen, es zu probieren. Lesen wir täglich in derselben Zeitung, A sei ein ausgemachter Schuft und B ein Ehrenmann, so werden wir schließlich davon überzeugt. Vorausgesetzt, dass wir nicht zu oft in einem anderen Blatt die gegenteilige Meinung lesen“.

Unter den Massen übertragen sich Ideen, Gefühle, Erregungen und Glaubenslehren mit unbegreiflicher Ansteckungskraft. Dasselbe Verhalten beobachtet man auch bei Tieren. Ein Schreck, eine wirre Bewegung einiger Schafe greift sofort auf die ganze Herde über. Die Ansteckung ist stark genug, den Menschen nicht nur gewisse Meinungen, sondern auch bestimmte Arten des Fühlens aufzuzwingen. Überzeugung und Glaube der Massen verbreiten sich nur durch den Vorgang der Übertragung, niemals mit Hilfe der Vernunft.


Der Nimbus
Den Ideen die durch Behauptung, Übertragung und Wiederholung verbreitet wurden wird eine große Macht durch den sogenannten Nimbus verliehen. Alles was in der Welt geherrscht hat, Ideen oder Menschen, hat sich hauptsächlich durch die Kraft des Nimbus durchgesetzt. Der Nimbus ist eine Art Zauber, den eine Person, ein Werk oder eine Idee auf uns ausübt. Diese Bezauberung lähmt alle unsere kritischen Fähigkeiten und erfüllt uns mit Staunen und Ehrfurcht. Der Nimbus ist die Quelle aller Herrschaft. Götter und Könige hätten ohne ihn niemals herrschen können. Man kann die verschiedenen Arten des Nimbus auf zwei Grundformen zurückführen: auf den erworbenen und den persönlichen Nimbus. Als erworbenen Nimbus bezeichnet man den durch Namen, Reichtum und Ansehen entstandenen Nimbus. Der persönliche Nimbus ist dagegen etwas Individuelles und kann mit Ansehen, Ruhm und Reichtum zusammen bestehen oder durch sie verstärkt werden. Er kann aber auch völlig unabhängig davon sein.

Der erworbene Nimbus ist am weitesten verbreitet. Die bloße Tatsache, dass jemand eine gewisse Stellung einnimmt, ein gewisses Vermögen besitzt, gewisse Titel hat, bildet einen besonderen Einfluss. Ein Soldat in Uniform, ein Beamter in der roten Robe haben immer einen Nimbus. Pascal hat die Notwendigkeit von Talar und Perücke für die Richter treffend erklärt:

  • „ohne sie würden sie einen großen Teil ihrer Macht einbüßen“

Dieser Nimbus beruht nur auf angehäufter Wiederholung. Seine Eigenschaft ist, dass er verhindert, die Dinge so zu sehen wie sie sind, und dass er alle unsere Urteile lähmt. Der persönliche Nimbus hingegen ist von ganz anderer Beschaffenheit als der erworbene. Er ist unabhängig von allen Titeln und allem Ansehen. Die wenigen Menschen, die ihn besitzen, üben einen wahrhaft magnetischen Zauber auf ihre Umgebung aus.

Die großen Führer der Massen wie Buddha, Jesus, Mohammed, Napoleon besaßen diese Art des Einflusses. Als Napoleon ein großer Mann geworden war, wuchs sein Einfluss mit seinem Ruhm und glich dem einer Gottheit. General Vandamme sagte eines Tages 1815:

  • „Mein Lieber, dieser Teufelskerl übt auf mich einen Zauber aus, den ich nicht begreife. Das geht soweit, dass ich, der weder Gott noch Teufel fürchtet, in seiner Nähe fast wie ein Kind zu zittern beginne, und er könnte mich dazu bringen, durch ein Nadelöhr ins Feuer zu gehen.“

Die Menschen die ihren Nimbus lange zu bewahren wussten, haben Erörterungen nie geduldet. Wer von den Massen bewundert werden will, muss sie stets in Abstand halten.


Teil II - Meinungsbeeinflussung und Propaganda
Adolf Hitler „Mein Kampf“ Kapitel 6 Kriegspropaganda
Bei meinem aufmerksamen Verfolgen aller politischen Vorgänge hatte mich schon immer die Tätigkeit der Propaganda außerordentlich interessiert. Ich sah in ihr ein Instrument, das gerade die sozialistisch-marxistischen Organisationen mit meisterhafter Geschicklichkeit beherrschten und zur Anwendung zu bringen verstanden. Ich lernte dabei schon frühzeitig verstehen, dass die richtige Verwendung der Propaganda eine wirkliche Kunst darstellt, die den bürgerlichen Parteien fast so gut wie unbekannt war und blieb. Nur die christlich-soziale Bewegung, besonders zu Luegers Zeit, brachte es auch auf diesem Instrument zu einer gewissen Virtuosität und verdankte dem auch sehr viele ihrer Erfolge.

Je bescheidener ihr wissenschaftlicher Ballast ist, und je mehr sie ausschließlich auf das Fühlen der Masse Rücksicht nimmt, um so durchschlagender der Erfolg. Dieser aber ist der beste Beweis für die Richtigkeit oder Unrichtigkeit einer Propaganda und nicht die gelungene Befriedigung einiger Gelehrter oder ästhetischer Jünglinge.

Gerade darin liegt die Kunst der Propaganda, dass sie, die gefühlsmäßige Vorstellungswelt der großen Masse begreifend, in psychologisch richtiger Form den Weg zur Aufmerksamkeit und weiter zum Herzen der breiten Masse findet. Dass dies von unseren Neunmalklugen nicht begriffen wird, beweist nur deren Denkfaulheit oder Einbildung.

Versteht man aber die Notwendigkeit der Einstellung der Werbekunst der Propaganda auf die breite Masse, so ergibt sich weiter schon daraus folgende Lehre: Es ist falsch, der Propaganda die Vielseitigkeit etwa des wissenschaftlichen Unterrichts geben zu wollen.


Propaganda im Dritten Reich
Terror und Propaganda, das waren die entscheidenden Mittel, mit denen der Nationalsozialismus die Macht erringen und behaupten konnte. Nach Goebbels gab es zwei Methoden, das Ziel dieser Macht, die nationalsozialistische Revolution, zu verwirklichen: Einmal durch Gewalteinfluss den Gegner gehörig zu machen oder auszuschalten. Oder durch eine Revolution des Geistes die Nation umgestalten und damit den Gegner nicht zu vernichten, sondern zu gewinnen. Beide Methoden wurden von den Nationalsozialisten genutzt. Während Heinrich Himmlers SS und Gestapo die physische Gewalt praktizierten, war es insbesondere Dr. Joseph Goebbels der mit seinem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, möglichst weite Teile des Volkes, durch eine „Revolution des Geistes“ für die nationalsozialistische Idee gewinnen wollte.

Dabei stütze er sich im wesentlichen auf die Grundsätze die Adolf Hitler in „Mein Kampf“ niedergeschrieben hatte, auf die Lehren von Gustave Le Bon und auf eigene Erfahrungen. Besonders die Propaganda der sonst so verhassten Sozialdemokratie mit ihren Fahnen, Kapellen und Straßendemonstrationen imponierte ihm. Unter den Einflüssen der Kriegspropaganda aus dem ersten Weltkrieg und aus seiner Begabung, das instinktive Wollen der Massen zu erahnen, entwickelte Hitler jene Gedanken von denen die nationalsozialistische Propaganda bestimmt war. An wen hat sich Propaganda zu wenden? An die wissenschaftliche Intelligenz oder an die weniger gebildete Masse? Sie hat sich ewig nur an die Masse zu richten...Die Psyche der breiten Masse ist nicht empfänglich für alles Halbe und Schwache. Gleich dem Weibe, dessen seelisches Empfinden weniger durch Gründe abstrakter Vernunft bestimmt wird als durch solche einer undefinierbaren, gefühlsmäßigen Sehnsucht nach ergänzender Kraft, und das sich deshalb lieber dem Starken beugt als den Schwächling beherrscht, liebt auch die Masse mehr den Herrscher als den Bittenden und fühlt sich im inneren mehr Befriedigt durch eine Lehre, die keine andere neben sich duldet, als durch die Genehmigung liberaler Freiheit; sie weis mit ihr auch meist nur wenig anzufangen und fühlt sich sogar leicht verlassen. Die Unverschämtheit ihrer geistigen Terrorisierung kommt ihr ebenso wenig zum Bewusstsein wie die empörende Misshandlung ihrer menschlichen Freiheit, ahnt sie doch den inneren Irrsinn der ganzen Lehre in keiner Weise. So sieht sie nur die rücksichtslose Kraft und Brutalität ihrer zielbewussten Äußerungen, der sie sich endlich immer beugt.

Nicht minder verständlich wurde mir die Bedeutung des körperlichen Terrors dem einzelnen der Masse gegenüber. Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus dieser Tatsache heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwerten, bis auch der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag.

Wer die breite Masse gewinnen will, muss den Schlüssel kennen, der das Tor zu ihrem Herzen öffnet. Er heißt nicht Objektivität, also Schwäche sondern Wille und Kraft.

Jede Propaganda hat Volkstümlich zu sein und ihr geistiges Niveau einzustellen nach der Aufnahmefähigkeit des Beschränktesten unter denen, an die sie sich zu richten gedenkt. Damit wird ihre rein geistige Höhe um so tiefer zu stellen sein, je größer die erfassende Masse der Menschen sein soll.

In der ewig gleichmäßigen Anwendung der Gewalt allein liegt die aller erste Voraussetzung zum Erfolge.

Aus diesen Ausführungen lässt sich deutlich ersehen, was Hitler mit seiner Propaganda bezweckte. Es ging ihm nicht um eine intellektuelle Überzeugung des einzelnen, sondern um eine Überrumpelung, eine gefühlsbetonte Überwältigung von Massen. Nicht zur liberalen Freiheit, zur Objektivität, zur Herausbildung der eigenen Persönlichkeit und Selbständigkeit wollte Hitler den Menschen heranbilden. Sondern zu einer psychologischen Masse, die nicht mehr fähig ist zu denken, sich seinem Führer beugt und ihn auf all seinen Wegen begleitet. Er wollte wie die vielen großen Führer vor ihm ein ganzes Volk zu einer substanzlosen Materie, der psychologischen Masse, formen.

Fahnen, Heilrufe, Fanfaren, Marschkolonnen, Massenveranstaltungen, Flammen, Fackeln, Lichterdome, das ganze Arsenal all dieser „Stimulantien zur Erregung öffentlicher Verzückungszustände“ war zuletzt auf die Selbstaustilgung und Besinnungslosigkeit des Individuums gerichtet. Um zuerst die Anhängerschaft und später das ganze Volk total gefügig zu machen. Hitler, dem es gelang, durch sein einmaliges Talent die Sehnsüchte, Wünsche und Triebrichtungen der Massen aufzuspüren und durch Art und Inhalt seiner Reden Millionen in einen Besinnungslosen Taumel der Begeisterung zu versetzten, ging nach der Machtergreifung mit allen Mitteln daran eine kritikfrei und glaubensbereite Sphäre zu schaffen. Um seinen umfassenden Machtanspruch möglichst tief in dem Glauben und der Stimmung des Volkes zu verankern.

Obwohl Hitler und sein Bewunderer Goebbels dauernd auf dem Klavier der Massesuggestion spielten empfanden sie Beide eine tiefe Verachtung gegenüber den Massen. Hitler war überzeugt die Massen wären langsam und bequem, und würden nur auf die tausendfache Wiederholung einfachster Begriffe reagieren. In „Mein Kampf“ betonte er, das Volk sei „so feminin veranlagt und eingestellt, dass weniger nüchterne Überlegung als gefühlsmäßige Empfindung sein Denken und Handeln bestimmt.... Daher darf die Propaganda nur ein Schwarz und Weiß, ein Positiv und Negativ kennen und muss stets an Liebe oder Hass appellieren.“

Um die Masse einer einheitlichen und zentralgelenken Meinungsführung zu unterwerfen, wurde am 13. März 1933, gleich zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft, das Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda gesetzlich verankert. Dieses Ministerium war das erste von Geburt nationalsozialistische das nach der Machtübernahme geschaffen wurde. Sein Vorläufer in gewissem Sinne war die Reichspropagandaleitung der NSDAP. Diese hatte zuvor für die Partei Werbung für ihre Weltanschauung und für nationalsozialistisches Wollen durchgeführt. Der Aufgabenbereich des Ministeriums wurde folgend bestimmt: “Der Reichsminister für Volksauklärung und Propaganda ist zuständig für alle Aufgaben der Geistigen Einwirkung auf die Nation.“

Demgemäss wurden ihm zugewiesen das Nachrichtenwesen, die Aufklärung im In- und Ausland, die Gestaltung der nationalen Festtage und Feiern, die Presse, der Rundfunk, das Werbewesen, die Bekämpfung schädlichen Schrifttums, die Betreuung der Kunst.

In seinem endgültigem Aufbau umfasste das Ministerium die folgenden zwölf Abteilungen:

  1. Verwaltung, Haushalt, Personalien, Gesetzgebung, Reichskulturkammer
  2. Propaganda, Überwachung der kulturellen Betätigung der Nichtarier
  3. Rundfunk
  4. Inlandspresse, Auslandspresse
  5. Film
  6. Theater
  7. Ausland
  8. Schrifttum
  9. Bildende Kunst
  10. Musik
  11. Volkskulturelle Arbeit
  12. Fremdenverkehr

Damit wurden dem knapp 36 jährigem Dr. Goebbels mit Ausnahme der Bereiche Wissenschaft und Erziehung alle Kompetenzen eines Reichskulturministers zugeteilt. Er selbst beschriebt seine Aufgabe als eine neue revolutionäre Form der Regierung. Das Volk sollte nicht mehr sich selbst überlassen sein sondern geführt werden. Das Volk sollte anfangen einheitlich zu denken, zu fühlen und einheitlich zu reagieren.

Goebbels äußerte sich ganz offen:

„Wir haben eine Tendenz. Wir treten auch für diese Tendenz ein, und wir sind auch entschlossen, dem ganzen öffentlichen Leben diese Tendenz einzuhämmern und aufzuzwingen.“

Denn, so hieß es, der Nationalsozialismus stehe auf einem totalitärem Standpunkt. Entweder er ist davon überzeugt, dass seine Weltanschauungen richtig sind, oder er ist das nicht, dann aber verdient er gar nicht, dass er die Macht besitzt.


Die Presse
Das Propagandaministerium hatte die Macht über den gesamten Kulturbereich. Wobei besonders der Presse und dem Rundfunk die Aufgabe der direkten Propaganda zukam. Schon in „Mein Kampf“ beschreibt Hitler, dass er in der Presse eine Waffe zur Volkserziehung sieht. Die Aufgabe einer zukünftigen Regierung sei es mit allen Mitteln das Volk zu einem sturen, absoluten, selbstverständlichen Glauben zu zwingen. Dazu sei es auch notwendig, dass die Presse sich ganz blind zu dem Grundsatz bekennt: Die Führung handelt richtig!

Mit dem Schriftleitergesetz vom 4. Oktober 1933 wurde dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Jeder Zeitung wurde ein sogenannter Schriftleiter zugeteilt, der natürlich arischer Abstammung sein musste und auch nicht mit einer nichtarischen Person verheiratet sein durfte. Der Schriftleiter war also von nun an nicht mehr nur ein Organ seiner Zeitung sondern ein beauftragter des Hitlerstaates. Seine Aufgabe war es die Presse in ein öffentliches Organ umzuwandeln, und für die rechtliche und geistige Eingliederung in den Staat zu sorgen.

„Die Regierung wird der Presse nicht nur Informationen, sie wird ihr auch Instruktionen geben“, hatte Goebbels 1933 treffend formuliert.

Die Abteilung IV des Propagandaministeriums stand mit den 45 Außenstellen, in den Provinzen, durch Fernschreiber in direkter Verbindung. Diese Außenstellen wurden als Reichspropagandaämter bezeichnet. Die in Berlin ausgegebenen Tagesparolen und Instruktionen befanden sich also nach wenigen Stunden auf den Schreibtischen der Schriftleiter. Somit wurde die einheitliche geistige Ausrichtung gewährleistet.



„Das Goebbelsche System der Meinungsbildung hüllte das Volk in eine Atmosphäre berauschender Dämpfe ein und schloss es gleichzeitig fast schalldicht von der übrigen Welt und dem wirklichem Geschehen ab. Deshalb konnte der einfache Mann von der Straße die Dinge, Geschehnisse und Männer im Dritten Reich und vor allem im Krieg nur in der völlig verzerrten Perspektive der >Goebbelschen Optik< erkennen.“



So beschreibt eine Nachkriegsstudie mit dem Titel „Presse in Fesseln“ die Medienlandschaft im Dritten Reich.

Die Presse war also nur mehr das Vollzugsorgan einer skrupellosen und totalitären Diktatur.


Der Rundfunk
So wie die Presse wurde auch der Rundfunk zu einem Instrument der zentralgesteuerten Meinungsbeeinflussung. Goebbels ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, welche Bedeutung er dem Rundfunk beimaß, für ihn war es das wirksamste Medium zur Beeinflussung der Massen. Am 15. Februar 1933 notierte er in sein Tagebuch:



„Ich fliege Nachmittags mit dem Führer nach Stuttgart...Da wir in der Nacht nicht zurückfliegen können, lasse ich die verantwortlichen Herren vom Rundfunk im Hotel antanzen und geige ihnen die

Meinung in einer Art und Weise, dass ihnen Hören und Sehen vergeht. Gleich am anderen Tage sollen zwei von ihnen telegraphisch ihres Amtes enthoben werden. Jetzt wird den anderen wohl die Lust vergehen, uns durch Sabotage zu stören. es scheint sich im übrigen Deutschland noch nicht herumgesprochen zu haben, dass eine Revolution im Gange ist.“

Es folgte die personelle Reinigung des Rundfunks. Wobei viele bewährte Mitglieder aus politischen oder rassistischen Gründen entfernt wurden. Goebbels bestimmte was im deutschen Rundfunk gesendet wurde, wie es gesendet wurde und wann es gesendet wurde. Dabei widmete er sich sogar manchmal selbst den Programmeinzelheiten und detaillierten Ausführungsbestimmungen. Zum Beispiel bei wichtigen politischen Ereignissen, Führerkundgebungen oder nationalsozialistischen Feiertagen (Reichsparteitag, 1. Mai, Erntedankfest...).

Den Nationalsozialisten war es damit möglich, den Rundfunk ganz nach ihrem Belieben zu gestalten.

Doch trotz der Freiheit über den Rundfunk herrschen zu können, war dieser nicht ausschließlich durch direkte Propaganda geprägt. Goebbels war sich durchaus der Tatsache bewusst, dass er das nicht politisch engagierte Volk nur abschrecken würde, wenn er jeden Abend schmetternde Märsche und Hitler Parolen ertönen lassen würde. Er war der Meinung, die Phantasie müsse mit allen Mitteln und Methoden in Anspruch genommen werden. Der Rundfunk sollte deshalb, vor allem während der Kriegszeit, ein Mittel zur Ablenkung und Tröstung sein.

Es war also nicht die nationalsozialistische Taktik der Meinungsführung ununterbrochen offensichtliche Propaganda an das Volk heranzubringen. Man versuchte durch Erholungsphasen die Massen in eine gute Stimmung zu versetzen. Um später mit der direkten Propaganda zuzuschlagen.


Kunst und Kultur
Am 22. September 1933 wurde die Reichkulturkammer gesetzlich ins Leben gerufen. Mit dem Reichskulturkammergesetz wurde der Reichminister für Volksaufklärung und Propaganda dazu berufen, seine Tätigkeitszweige in öffentliche Organe umzuwandeln. Im Zuge der Nationalsozialistischen Machtübernahme wurden die Kammern

  • Reichsfilmkammer
  • Reichschrifttumskammer
  • Reichspressekammer
  • Reichsrundfunkkammer
  • Reichstheaterkammer
  • Reichsmusikkammer
  • Reichkammer der bildenden Künste

gebildet. Sehr bald wurden die Auswirkungen dieses Reichkulturkammergesetzes spürbar. Es war das eigentliche Ermächtigungsgesetz für Goebbels. Es bedeutete, dass es eine gesonderte soziale oder wirtschaftliche Interessensvertretung für die Künstler nicht mehr gab. Damit wurde jeder Künstler dazu gezwungen, sich an die kulturellen Vorgaben des Staates zu halten. Jeder der sich weigerte, verlor das Recht einen kulturellen Beruf auszuüben. Er konnte auch durch Polizeigewalt daran gehindert werden und wurde es auch. Nun war es für Goebbels möglich alle für ihn ungeeigneten und unzuverlässigen Elemente aus dem Kulturleben auszuschneiden. Er sah in seiner Aufgabe die kulturelle Erziehung des Volkes.

Von nun an wurden alle jüdischen Künstler bzw. Künstler mit jüdischen Ehepartnern sowie Ausländer von der Ausübung eines kulturellen Berufes abgehalten. Oder solche Personen, die sich dem Diktat der nationalsozialistischen Weltanschauung nicht beugen wollten.

So wie Hitler hier dem italienischen Wirtschaftsminister Lantini im Haus der deutschen Kunst eines der ausgestellten Werke zeigt, genauso nahm er es für sich in Anspruch, dem ganzen deutschen Volk zu zeigen, was Kunst ist und was nicht. Die neue Kunst musste schön sein und möglichst naturgetreu wie eine Fotographie. Kriterien wie „rassisch“, „nordisch“, „völkisch“, „heroisch“ wurden durch die Ausschließlichkeit ihrer Anerkennung zu Fesseln für die eigenschöpferische Kraft eines freien Künstlers.

Währenddessen wurde die echte Kunst als entartet gebrandmarkt. Und diente lediglich der Devisenbeschaffung, da sie im Ausland zu Schleuderpreisen angeboten wurde.


Hitlers Reden
Zweifellos war die Kunst zu reden eine besondere Stärke von Hitler. Er hatte die Fähigkeit die Massen durch bloßes Reden zu beeinflussen. Bei der Methodik der Reden waren für Hitler die äußeren Begleitumstände von großer Bedeutung. Ort, Temperatur des Versammlungsraumes, die Tageszeit hielt er für bedeutend um bei dem Publikum gut anzukommen. Reden am Vormittag hielt er für psychologisch ungünstiger als solche am späten Nachmittag oder Abend. „..der Dämmerschein katholischer Kirchen“ oder „der geheimnisvolle Zauber des Festspielhauses in Bayreuth“, erschienen ihm als wesentliche Voraussetzungen zur besseren rhetorischen Beeinflussung der Menschen. Seinen Zuhörern den geistigen Besitz, den Verstand zu nehmen, das war für Hitler zunächst einmal die Hauptaufgabe jeder größeren Rede. Er legte es darauf an die Massen durch eineinhalbstündige oder noch ausgedehntere Reden über Erzählungen, Geschichte oder philosophische Betrachtungen sowohl körperlich als auch geistig zu ermüden. Um sie im zweiten Teil, wenn sie mürbe geworden waren, durch demagogische Schlagworte und nationalsozialistische Parolen zu elektrisieren, und zu immer stärkerem Beifall und kritiklosem Mitgehen zu veranlassen. Doch seine Redewendungen und gefühlsbetonten Gesten waren meist nicht spontan, sondern genau vorherberechnete und einstudierte Szenen. Er verbrachte Stunden damit, vor dem Spiegel zu stehen und Satz für Satz, sich selbst genau beobachtend, vorzusprechen. Er studierte seine Bewegungen und seinen Gesichtsaudruck so lange bis er mit dem Geleistetem zufrieden war.


Der Führerkult
Hitler selbst stand im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Propaganda. Ihm hatte sich jeder zu unterwerfen und jeder hatte ihm zu gehorchen. Er war das Objekt eines Führerkultes, dem alle anderen Propagandisten in Wort, Schrift und Bild zu dienen hatten. Von allen Seiten wurde ihm eine geradezu verblendende und abgöttische Verehrung entgegengebracht.

„Mit Stolz sehen wir: Einer bleibt von aller Kritik ausgeschlossen, das ist der Führer. Das kommt daher, dass jeder fühlt und weiß: Er hat immer recht und er wird immer recht haben. In der kritiklosen Treue, in der Hingabe an den Führer, die nach dem Warum im Einzelfalle nicht fragt, in der stillschweigenden Ausführung seiner Befehle liegt unser aller Nationalsozialismus verankert.“ bekannte Rudolf Hess, und Goebbels meinte:

„Wenn der Führer spricht, ist das wie Gottesdienst.“

Ein besonderes gutes Beispiel solcher Führerervergötzung liefert Goebbels Sportpalastrede vom 18. Februar 1943:

„Die Engländer behaupten, das deutsche Volk habe den Glauben an den Sieg verloren. Ich frage Euch: Glaubt ihr mit dem Führer und mit uns an den endgültigen und totalen Sieg des deutschen Volkes?

Ich frage euch: Seid ihr entschlossen, dem Führer in der Erkämpfung des Sieges durch dick und dünn unter der Aufnahme auch der schwersten persönlichen Belastung zu folgen?

Zweitens: Die Engländer behaupten, das deutsche Volk ist des Kampfes müde.

Ich frage euch: Seid ihr bereit, mit dem Führer, als Phalanx der Heimat hinter der kämpfenden Wehrmacht stehend, diesen Kampf mit wilder Entschlossenheit und unbeirrbar durch alle Schicksalsfügungen fortzusetzen, bis der Sieg in unseren Händen ist?

Drittens: Die Engländer behaupten, das deutsche Volk hat keine Lust mehr, sich der überhandnehmenden Kriegsarbeit, die die Regierung von ihm fordert, zu unterziehen.

Ich frage euch: Seid ihr und ist das deutsche Volk entschlossen, wenn der Führer es befiehlt, zehn, zwölf und, wenn nötig, vierzehn und sechzehn Stunden täglich zu arbeiten und das Letzte herzugeben für den Sieg?

Viertens: Die Engländer behaupten, das deutsche Volk wehrt sich gegen die totalen Kriegsmaßnahmen der Regierung. Es will nicht den totalen Krieg, sondern die Kapitulation.

Ich frage euch: Wollt ihr den totalen Krieg? Wollt ihr ihn, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir ihn uns überhaupt noch vorstellen können?...



All diese Fragen wurden im Rausch der Massenhysterie mit einem Ja-Geschrei beantwortet.

Die Geschichte kennt viele Tyrannen, Hitler jedoch blieb es vorbehalten, dass ein ganzes Volk sich Tag für Tag und Stunde für Stunde mit einen Heilruf auf ihn begrüßen lässt. Es gab keine Amtsstube, kein Klassenzimmer, und wenig Privatwohnungen ohne ein Bild des Führers. Jede Briefmarke erinnerte an ihn. Es gab kaum eine Stadt, kaum ein Dorf, indem die Hauptstraße nicht den Namen „Adolf-Hitler-Straße“ trug. Und in den Jahren von Hitlers Kampf gegen die Arbeitslosigkeit sah man keinen Bauplatz ohne ein großes Plakat, welches verkündete: “Dass wir hier arbeiten, verdanken wir dem Führer!“. Vielen Neuvermählten wurde unmittelbar nach der Eheschließungszeremonie Hitlers Buch „Mein Kampf“ in einer Luxusausgabe geschenkt. Auf diese


Weise erreichte man, dass Hitlers Name und Sache sich mit der Erfahrung größten Glücks und größter Erwartung im Leben vieler junger Menschen verknüpfte.


Propaganda am Beispiel der Olympischen Spiele 1936 
Nach den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen vom 6. bis 16. Februar 1936 fanden vom 1. bis 16. August in Berlin die XI. Olympischen Sommerspiele statt. Das NS-Regime verwandelte sie in ein perfektes Propagandaspektakel für das nationalsozialistische Deutschland.

Einmarsch der französischen Mannschaft, die Rechte Hand zum olympischen Gruß erhoben. Die Menge, die diese Geste irrtümlich als Hitlergruß auffasste, brach in eine überquellende Begeisterung aus. Unter Hakenkreuzfahnen entzündete der Läufer das olympische Feuer im Berliner Lustgarten.

Hakenkreuz auf dem Dress. Die starken Männer im Ring kamen ohne Hakenkreuz und deutschem Adler ebenso wenig wie die Schwimmerinnen aus.


Literaturnachweis:

  • Gustave Le Bon „Psychologie der Massen“
    15. Auflage 1982.
  • Christian Zentner „Illustrierte Geschichte des Dritten Reiches“
    1983
  • Dokumentation Das III. Reich „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“
    1989
  • Lucian O. Meysels „Nationalsozialismus Das Phänomen einer Massenbewegung“
    1988 

 

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