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Titel / Referat: Herburger, Günter - Ehegedicht (Analyse)

Schlagwörter: Günter Herburger, Analyse eines poetischen Textes, Lyrik, Gedicht Hausaufgabe, Referat

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Analyse eines poetischen Textes: Günter Herburger - „Ehegedicht"


Aufgabe: Analysieren Sie das Gedicht von Günter Herburger!

Günter Herburger - Ehegedicht
Geliebt haben wir uns,
daß das Gras um uns sich entzündete,
doch die Glut schadete uns nicht,
so selbstvergessen waren wir.

Verfolgt haben wir uns,
daß wir uns bis ins Mark trafen,
doch die Wunden schlossen sich wieder,
da kein Blut aus ihnen kam.

Seitdem wir uns aber geeinigt haben,
zusammen alt zu werden,
verwandelt sich die Liebe in Behutsamkeit,

und das Blut, das mitunter
nun aus den Rissen quillt, schmerzt
Tropfen um Tropfen wie heißes Wachs.




Gliederung:

A Einleitung: Liebe – ein ewig aktuelles Thema in der Lyrik
B Hauptteil:

  1. Analyse des Gedichts nach Inhalt und Form
    1. Beschreibung der poetischen Grundsituation
    2. Untersuchung von Aufbau und Struktur des Gedichts
    3. Die Klangmittel im lyrischen Werk
    4. Untersuchung der inhaltlichen Aussagen unter besonderer Berücksichtigung der sprachkünstlerischen Gestaltungsmittel und deren Wirkung
  2. Gedankliche Auseinandersetzung mit der Textproblematik
    1. Verfasserintention mit diesem Gedicht
    2. Die Partnerschaft in unserer Zeit – Probleme des menschlichen Miteinander
    3. Die Ursachen für dieses Problem aus persönlicher Sicht
    4. Mögliche Lösungsvorschläge zur Gestaltung von Partnerschaften aus meiner Sicht

C Schluss: Die Wirkung dieses Gedichts auf mich als jungen Rezipienten

 

Das zeitgenössische, lyrische Werk „Ehegedicht“ von Günter Herburger (geb. 1932) entstand im Jahr 1977. Es beschreibt die Liebesbeziehung zweier Menschen, die von Leidenschaft und Begierde geprägt ist. Im Laufe ihrer Beziehung kehrt sich diese Stimmung aber in Gewohnheit und einem ruhigen Miteinander anstelle der einstigen Intensität um. Günter Herburger setzt in seinem Gedicht „Ehegedicht“ ein lyrisches Subjekt als Vermittlungsinstanz ein. Man kann jedoch nicht ausmachen, ob es sich dabei um ein männliches oder ein weibliches Subjekt handelt. Das lyrische Subjekt reflektiert über seine Liebe zu seinem Partner bzw. zu seiner Partnerin. Diese Liebe ist anfänglich durch Leidenschaft und Begierde gekennzeichnet. Für beide Partner gibt es nur den anderen, sie sind füreinander da. Sie kennen sich in- und auswendig. Ihre Liebe ist stark. Ihr Denken und Handeln ist durch den anderen geprägt und stellt somit die Motivation für ihr Leben dar. Im Laufe der Zeit verblasst die Intensität allerdings und in die Liebe kehrt Routine ein, nachdem sie beschlossen haben, zusammen alt zu werden. Der Titel des Werks „Ehegedicht“ lässt darauf schließen, dass sie geheiratet haben. Die anfängliche Liebe ist durch eine tiefe seelische Verbundenheit geprägt. Diese Verbundenheit wandelt sich aber im Laufe der Zeit in etwas Negatives, etwas Schmerzendes für beide.

Das Gedicht ist regelmäßig aufgebaut: die ersten zwei Strophen mit je vier Versen und die dritte und vierte Strophe mit je drei Versen. Die zwei Quartette und die zwei Terzette erinnern an ein Sonett; dieser Gedanke kann aber durch das fehlende Reimschema nicht bekräftigt werden. So wählte Herburger eine „moderne“ Form des Sonetts. Es gibt einen unregelmäßigen Wechsel von Kurz- und Langzeilen. Der Gegensatz zwischen der kräftigen Liebe am Anfang des Gedichts und der alltäglichen Gewohnheitsbeziehung, der alltäglichen Liebe am Ende des Werks bildet die Grundlage der antithetischen Bauform des Gedichts. Formal gesehen sind die dritte und vierte Strophe auffällig: am Ende der dritten Strophe findet man kein Satzschlusszeichen wie bei den anderen Strophen, sonder ein Komma, wodurch die dritte und vierte Strophe miteinander verbunden sind. In der vierten Strophe fallen die zwei Enjambements (Z. 12-13 und 13-14) auf, die die einzigen im gesamten Werk sind. Somit beschränkt sich die vorhandene Interpunktion auf das Versinnere. Bei der Untersuchung der Klangmittel stößt man auf eine freie Metrik, auch eine Endreimform lässt sich nicht feststellen. Auffällig sind die a-Assonanzen als Binnenreimform in Zeile 6 und 10. Günter Herburger wählt für sein lyrisches Werk eine sehr bildhafte Sprache. So beginnt er seinen ersten Vers mit einer Inversion, um das Partizip II des Verbs „sich lieben“ in Stirnstellung setzen zu können („Geliebt ...“ (Z.1)). Den Inversionsstil behält er auch im zweiten Vers bei: „daß das Gras um uns sich entzündete“ (Z.2) anstelle des Verses: „daß sich das Gras um uns entzündete“. Die dabei gebrauchte metaphorische Personifikation „das Gras entzündet sich“ bezieht sich auf die Intensität ihrer Liebe. Das lyrische Subjekt und sein Partner bzw. seine Partnerin lieben sich so sehr, dass sie damit ihre Umgebung anstecken. Die dritte Verszeile wird von der adversativen Konjunktion „doch“ eingeleitet. Dieser und der nächste Vers: „doch die Glut schadete uns nicht, / so selbstvergessen waren wir.“ (Z.3-4) beschreiben ihre Liebe als ein Feuer ( entzünden, Glut). Dieses Feuer ist im Laufe der Beziehung erloschen und es ist nur noch die Glut davon übrig. Die Glut als Ende des Feuers ist aber nicht mit dem Ende der Liebe gleichzusetzen, sondern eher ein andauernder und beständiger Zustand voller Wärme und Liebe, der aber nicht mehr die anfängliche Intensität besitzt. Das Paar ist selbstvergessen, sie brauchen nur sich selbst zum Leben und zum Lieben.

Auch die zweite Strophe beginnt mit einem Partizip II des Verbs „sich verfolgen“ und ist ebenso invers formuliert worden: „Verfolgt haben wir uns, / daß wir uns bis ins Mark trafen“ (Z.5-6). Die hier gebrauchte Metapher „sich im Mark treffen“ steht für die symbolische Tiefe ihrer Verfolgung. Sie verbringen wahrscheinlich Tag und Nacht zusammen, ohne irgendwann von dem anderen genug zu haben. Das Mark steht in diesem Zusammenhang übertragen für das Innerste des Menschen und somit auch für den verletzlichsten Teil des Menschen. Die durch ihre Verfolgung entstandenen Wunden sind keine echten Wunden, da „kein Blut aus ihnen kam.“ (Z.8). Blut steht immer in erster Linie mit Schmerzen in Verbindung, Blut bedeutet aber auch Leben und somit ist ohne Blut kein Leben möglich. Das heißt, die nicht blutende Wunde steht für Leben oder die Lebendigkeit der Liebe, die sich im Inneren des Körpers abspielt. Die ersten beiden Strophen sind parallelistisch aufgebaut, da sie beide den Aufzählungscharakter zeigen. Somit bilden sie den ersten Sinnabschnitt des Gedichts. Die beiden letzten Strophen stellen den zweiten Sinnabschnitt dar, der durch die Präposition „seitdem“ eingeleitet wird. Diese indirekte Zeitangabe deutet auf ein nicht näher erwähntes Ereignis in der Vergangenheit hin, bei dem beide beschlossen haben, für immer zusammen zu bleiben. Dieses Liebesbündnis könnte in Form einer Hochzeit geschehen sein, wie es auch die Überschrift „Ehegedicht“ vermuten lässt. Diese neue Form ihrer Liebe macht die Beziehung zueinander zur Gewohnheit. Dies wird in der Personifikation: „verwandelt sich die Liebe in Behutsamkeit“ (Z.11) deutlich.

In der letzten Strophe wird das Blutbild wieder aufgegriffen: „und das Blut, das mitunter / nun aus den Rissen quillt, schmerzt“ (Z.12-13). Das in dem Relativsatz gebrauchte Substantiv „der Riss“ assoziiert etwas Kaputtgegangenes, etwas Zerbrochenes und ist somit negativ konnotiert. Dieser Vorgang wird mit dem veralteten Verb „quillen“ (Archaismus) für „quellen“ bildlich unterstützt, was die Länge und die damit verbundenen Schmerzen und Qualen verdeutlicht. Die Personifikation „das Blut schmerzt“ zeigt noch einmal das Negative, den Stimmungswechsel im Gedicht. Sprach Günter Herburger in Strophe zwei noch von „Wunden“, so sind es in der letzten Strophe sogar „Risse“. Dieser klimaktische Verlauf zeigt, dass das Blut jetzt verloren geht, dass das Leben jetzt nach außen dringt, das es verloren geht. Unterstützend wirkt dabei der Vergleich in Zeile 13-14: „schmerzt / Tropfen um Tropfen wie heißes Wachs.“ Dieses Bild verdeutlicht die nun entstehenden Schmerzen, die sich beide zufügen und so stark sind wie auf die Haut tropfendes, heißes Wachs sind. Im Gegensatz dazu steht die zweite Strophe, in der von keinen Schmerz die Rede war, sondern nur Wunden, die sich durch ihre noch starke und intensive Liebe wieder schmerzlos schlossen. In der vierten Strophe wird auch nicht gesagt, dass die Risse wieder heilen, sondern der Schmerz steht in diesem Teil des Gedichts im Vordergrund, den sich die Liebenden gegenseitig antun. Meiner Meinung nach will Günter Herburger mit seinem „Ehegedicht“ an alle Menschen, die in einer Beziehung leben, appellieren, etwas mehr in die eigene zu investieren, um sie so lange wie möglich und so intensiv wie möglich zu erhalten. Die dargestellte Beziehung, die an der eingekehrten Routine zerbricht, nimmt er als abschreckendes Beispiel einer Beziehung und fordert auf, seine Liebe nicht so leichtfertig zu verlieren. Er zeigt in seinem Gedicht aber auch die schönste Zeit des Verliebtseins, die anfänglich zögerliche und unsichere Kennenlernphase, die in Leidenschaft gipfeln kann.

Günter Herburger stellt in seinem lyrischen Werk die Problematik der heutigen Partnerschaften dar. Diese werden in unserer Zeit zunehmend seltener, denn mehr und mehr Menschen ziehen es vor, als Single allein zu leben; sei es aus Überzeugung oder als Konsequenz nach gescheiterten Beziehungen in der Vergangenheit. Auch sind Singles bei der Jobvergabe zunehmend beliebter, da sie mobil sind und in nächster Zeit nicht durch Schwangerschaften ausfallen werden. Wenn sich aber zwei Menschen gefunden haben und zu ihrer Liebe stehen, können sich aber auch noch vielfältige Probleme ergeben. So muss mindestens ein Partner etwas ganz oder teilweise aufgeben oder einschränken, um die Liebe erhalten zu können. Sei es ein Hobby, Freunde oder gar ein Ortswechsel. Diese Opfer kommen dem oder der Verliebten aber nicht als Opfer vor, sie merken es meist gar nicht, weil man nur mit dem Liebsten bzw. der Liebsten zusammen sein will und die einem vorher wichtigen Sachen automatisch in den Hintergrund rücken. Die Liebe ist in diesem Stadium noch erfüllt und ausgeglichen. Auch die eigentlich so unterschiedlichen Ansichten, Hobbies und Geschmäcker des Auserwählten, die am Anfang so herrlich anders sind, nerven am Ende nur noch. Überhaupt ändert sich die Liebe innerhalb einer Beziehung. So ist am Anfang alles total aufregend und interessant. Die Leidenschaft und Begierde der zwei Menschen bestimmen den Alltag. Im Laufe der Beziehung rücken diese Attribute allerdings mehr und mehr in den Hintergrund, ohne das sie aufhören, sich zu lieben. Die Liebe findet auf einer anderen Ebene statt, wobei man aber nicht sagen kann, die anfängliche Liebe sei stärker oder die nach Jahren herrschende Liebe sei stärker. Beide sind nicht vergleichbar, sie sind so unterschiedlich, aber auf der anderen Seite so gleich.

Die Gründe für die entstehenden Probleme sind ebenfalls sehr unterschiedlich und individuell zu betrachten. Allgemein kann man sagen, dass die heutige Gesellschaft ein wesentlicher Grund ist. Das heute unerlässliche Streben, um beruflich Erfolg zu haben, und den dadurch immer kleiner werdenden Faktor Freizeit zerstören auf kurz oder lang jede Beziehung. Aber auch die Beziehung zweier Menschen untereinander ändert sich, wenn man zum Beispiel schon einige Jahre zusammen ist. Die Liebe wird insgesamt ruhiger. Auch muss eine Heirat nicht unbedingt förderlich sein; so denken einige Verheiratete, dass sie ihren Partner sicher haben und investieren nichts mehr in ihre Beziehung. Wenn man bereits so weit ist, ist der Schritt zum Vertrauensmissbrauch oder sogar –bruch nicht mehr weit. Partnerschaften müssen von Anfang an auf der Basis von Vertrauen aufgebaut sein, um die Beziehung ehrlich gestalten zu können. Sobald man Zweifel an der eigenen Liebe oder der des Partners bzw. der Partnerin hat, sollte man offen darüber reden können, um eventuelle Missverständnisse zu beseitigen oder die nicht wirklich existierende Liebe zu beenden. Auch muss in eine harmonische Liebe eine Menge Zeit, Zuwendung, Vertrauen und Verständnis eingebracht werden. Aber eine gewisse Prise gesunder Eifersucht schadet auch keiner Beziehung, da dem Partner bzw. der Partnerin und einem selbst dadurch bewusst wird, dass man sein Gegenüber wirklich liebt oder dass man geliebt wird.

Mir persönlich gefällt dieses Gedicht sehr gut, da einem bewusst wird, dass eine Beziehung nicht von alleine funktioniert. Diese Erfahrungen kann ich auch schon in meinem Alter bestätigen. Durch die Verwendung einer bildhaften Sprache wirkt die Beschreibung der anfänglichen Gefühle sehr authentisch auf mich. 

häufige Suchphrasen:
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