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Titel / Referat: Eichendorff, Joseph von - Sehnsucht (Gedichtinterpretation)

Schlagwörter: Joseph von Eichendorff, Interpretation, Analyse, Strophe, Vers Hausaufgabe, Referat

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Joseph von Eichendorff - SEHNSUCHT


Es schienen so golden die Sterne
am Fenster ich einsam stand
und hörte aus weiter Ferne
ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leib entbrennte
da hab´ ich heimlich gedacht:
Ach, wer da mitreisen könnte
in der prächtigen Sommernacht!

Zwei junge Gesellen gingen
vorüber am Bergeshang,
ich hörte im Wandern sie singen
die stille Gegend entlang:
von schwindelnden Felsenschlüften
wo die Wälder rauschen so sacht,
von Quellen, die von den Klüften
sich stürzen in Waldesnacht!

Sie sangen von Marmorbildern
von Gärten, die überm Gestein
in dämmernden Lauben verwildern
Palästen im Mondenschein,
wo die Mädchen am Fenster lauschen
wann der Lauten Klang erwacht,
und die Brunnen verschlafen rauschen
in der prächtigen Sommernacht!


2 junge gesellen symbolisch für 2 junge lustige burschen
Junge gesellen = Pleonasmus, jung und gesellen, gesellen sind meistens jung

Überschrift nicht unbedingt passend mit Texinhalt
Erste Strophe letzter Vers identisch mit letzte Strophe letzter Vers



Interpretation
Schon beim ersten Lesen des Gedichtes „Sehnsucht“ von J.v. Eichendorff kommt man sehr gut in die Materie hinein. Das Gedicht ist nicht besonders von Chiffre geprägt und der regelmäßige Takt erleichtert das Lesen ebenso. Das Tuch der Romantik hängt schon an der Überschrift, aber auch J.v.E. war ein prägender Dichter dieser Epoche, sodass man von anfang an weiß, das Gedicht einzuordnen.

Optisch gliedert sich das Gedicht in 3 Strophen à acht Verse. Das Hauptmerkmal dieses Gedichtes ist sein Takt und der Fluss, in dem man das Gedicht liest. Im ersten Vers die Worte „schienen“, „golden“ und „Sterne“ stehen wunderbar in Bezug zueinander, sodass man das Gedicht schon mit diesem wunderbar schwingendem Gefühl anfangen kann zu lesen. Die Absicht, mit der Eichendorff dem Gedicht diesem „Lesefluss“ gegeben hat, bestätigt sich auch in Sätzen, in denen dieser eigentlich unterbrochen werden müsste. Durch diese Hilfen bleibt der Binnenreim bestehen:

In der ersten Strophe, Vers drei: „und hörte aus weriter Ferne“ benutzt Eichendorff eine ausgedachte Wortumstellung, um den Takt der Strophe beizubehalten. Eine sehr gute Idee, denn das Wort verwirrt nicht und verliert nicht seinen Sinn, es hilft nur, im „Schwung“ zu bleiben. Dasselbe ist in Vers fünf, zehn und zwanzig, bei denen jeweils auch zusätzlich „en“ (MondENschein), „e“ (LeibE) oder „es“ (BergEShang) angehängt wurde. Dieser ewige Begleiter des rhythmischen Gefühls versucht Eichendorff auch zusätzlich mit Enjambements zu unterlegen. Passend dazu der typische Kreuzreim abab, der mich dann richtig in den Reiz der Romantik eintauchen und auch fühlen lässt.

Nun soll der Textinhalt in Anspruch genommen werden:
In der ersten Strophe, die auch gleichzeitig als Einleitung wirkt, beschreibt der Dichter die Ausgangslage: Das lyrische Ich steht allein am Fenster und schaut in die „prächtige Sommernacht“. Es ist schon dunkel und Nacht, denn es kann die Sterne erkennen, die golden scheinen. Ich habe das leichte Gefühl, das lyrische Ich ist in irgendeiner Form gebunden, kann sich nicht lösen. Das Gefühl habe ich durch Vers fünf und sieben. Der Ausdruck „Ach“ am Anfang des Satzes und das Gefühl von „Brennen im Herz“ lassen mich an Mitgefühl und eben einer Sehnsucht denken. Sehnsucht ist ein typisches Merkmal aus de Romantik, ebenso wie die Nacht, die eine eigene Welt darstellt, in der das lyrische Ich während seiner Gedanken lebt. In der zweiten Strophe sieht das Ich zwei „junge Gesellen“ am Hang vorbeilaufen, die während des Laufens von Marmorbildern singen, was man der dritten Strophe entnehmen kann. Die zwei Gesellen werden durch das vorangehende Attribut „jung“ genauer(überflüssig) personifiziert, was eigentlich überflüssig ist, da Gesellen meistens im jungen Alter sind. Dieses Stilmittel nennt man Pleonasmus.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Eichendorff mit dieser unnützigen Verbindung die Distanz vom (alten) lyrischen Ich, dass alleine vor dem Fenster steht, und den jungen Burschen, die draußen in aller Freude Lieder singen, stärken und deutlich machen wollte. Denn so wird auch klar, wonach es sich sehnt. Die Gegend, in der sich die Gesellen aufhalten, wird als „Still“ personifiziert und Vers fünf bist sieben ist eine Idealisierung der Natur, das auch typisch für die Epoche der Romantik ist.

In der letzten Strophe sagt das lyrische Ich genau, worüber die jungen Burschen singen. Sie singen von Gärten und Palästen, die hoch „überm Gestein in dämmernden Lauben verwildern“.
Mädchen würden am Fenster lauschen, wenn die lauten Klänge erwachen. Ob dies eine Gleichstellung mit dem lyrischen Ich ist, bleibt offen, denn das Ich steht auch am Fenster und lauscht den Buben, sonst würde es nämlich nicht so genau verstehen, was sie singen. Immer wenn man nach etwas anderem lauscht, macht man das, weil man neugierig nach diesem ist. Das lyrische ich lauscht auch, woraus man schließen kann, dass es sich dafür interessiert. Das wiederrum verstärkt den Verdacht, dass genau dort die Sehnsucht ist, die es verspürt. Es verspürt die Sehnsucht zu den zwei Burschen, Neid, nicht an ihrer Stelle zu sein und nicht auch in dieser prächtigen Sommernacht mitreisen zu können; „Ach, wer da mitreisen könnte“.

Beim Lesen des Gedichtes wurde mir anfangs überhaupt nicht klar, worin diese Sehnsucht besteht, schlieslich muss ja eine große Vorhanden sein, wenn das Gedicht danach benannt ist. Deshalb waren auch meine ersten Gedanken: Textinhalt und Textüberschrift sind nicht passend. Erst beim Bearbeitung und Überdenken bin ich darauf gekommen, dass sie definitiv darin besteht, dass sich das lyrische Ich nach der Freiheit sehnt, der die Burschen nachgehen. Das lyrische Ich steht alleine am Fenster, beobachtet und lauscht dem Tun und Sagen der Gesellen, was eindeutig für die Interesse ist. Das besondere an diesem Gedicht ist wie schon gesagt dieser Textfluss, der sich durch das ganze Gedicht zieht. Aber auch, dass alle drei Strophen in ihren letzen Versen auf „Nacht“ enden, ist besonders.

Würde man das Gedicht mit einem Romantiksieb sieben, würden eindeutige Begriffe und Ausdrücke der Romantik hängenbleiben, wie z.B. „gold“, “Sterne“, “einsam“, “Herz“, “Nacht“, „Felsen, Berge und Wälder“, „Marmorbilder“ und die „verschlafenen Brunnen.“ Deshalb hat auch dieses Gedicht wieder etwas, nicht auf den ersten Blick zu erkennen, geheimnisvolles, nachdem erstmal gesucht werden muss. Das alles macht das Gedicht zu einer sehr schönen Poesie der Romantik.

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