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Titel / Referat: Flechten - Meister der Anpassung

Schlagwörter: Symbosium (=Doppelorganismus) von Alge und Pilz, Algen und Moose, Symbioseorganismus Hausaufgabe, Referat

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Flechten


Flechten – Was ist das überhaupt?
Die Flechte ist ein Symbosium (=Doppelorganismus) von Alge und Pilz. Vom Pilz haben Flechten das System, das sie vor dem Austrocknen schützt, von der Alge ein bestimmtes Kohlenhydrat, das dem Pilz die Nahrungsaufnahme ermöglicht. Bis vor kurzem spielte die Flechten eine geringe Rolle in der Botanik. Bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden sie zu Algen und Moosen gezählt. 1694 erkennt der Botaniker Tournefort den eigenen Charakter der Flechten. Doch erst 1684 spricht Anton de Bary von einem Symbioseorganismus aus Pilz und Alge. Seine Theorie bleibt bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts umstritten. Um 1950 wird sie öffentlich akzeptiert.

Weltweit wurden in etwa 20.000 Flechtenarten gezählt. Kaum eine Region, sei sie noch so lebensfeindlich, ist nicht von Flechten besiedelt. Sehr beständige Flechten sind in der Lage, Extremtemperaturen von
–196°C bis +100°C aushalten. Jede Art kann bei Temperaturen von –20°C bis +70°C bestehen. In Form, Farbe und Größe können sie sehr verschieden sein. Die Krustenflechte z.B. wächst weniger als 0,1 mm pro Jahr, kann aber Jahrhunderte überleben. Die Anabiose, die Fähigkeit in einen Arte kontrollierten Scheintod zu wechseln, ermöglicht der Flechte, mit einem sehr geringen Stoffwechsel schwierige Zeiten zu überleben.


„Flechtenwüste Stadt“
Wenn Flechten auch Überlebenskünstler sind, in Europa sterben sie seit 100 Jahren immer weiter aus. Vor allem im Bereich der Großstädte ist ein nachhaltiges Flechtensterben zu beobachten. Im Innenbereich von Paris, Berlin, Frankfurt, Prag usw. sieht man so gut wie keine Flechten mehr. Nur noch kleine krustige Formen findet man manchmal auf Mauern. Die Bäume sind flechtenfrei. Das liegt an der erhöhten Belastung der Luft durch Schwefeldioxid und dem Mikroklima der Städte. Fabriken und Autos sind die größten Schwefeldioxiderzeuger. Doch auch die Hausheizung trägt ihren Teil dazu bei. Flechten sind der anfällig für Luftverschmutzung. Wie bereits erwähnt nehmen sie ihr Wasser aus der Luft auf.

In den letzten Jahrzehnten wurde der Begriff „Flechtenwüste Stadt“ geprägt. Die Flechtenvegetation war immer weiter zurückgegangen. In den Städten fand man so gut wie keine oder gar keine Flechten mehr. In der heutigen Zeit scheint es wieder bergauf zu gehen. Es werden bessere Verfahren entwickelt, um den Schadstoffgehalt der Luft weiterhin zu senken. Es werden Autos erfunden, die nur noch sehr wenig Schwefeldioxid ausstoßen. Immer mehr Haushalte heizen mit Fernwärme oder Erdgas. Auch Fabriken brüten über Lösungen. Man kann also sagen, dass die Flechte gute Chancen in der Zukunft hat sich ihren ursprünglichen Lebensraum wenigstens teilweise wieder zurück zu erobern.



Luftqualitätsindikator Flechte
Was die wenigsten wissen: Die Flechte ist ein „Bioindikator“ für Luftqualität. Sie reagieren sehr empfindlich auf Luftveränderungen und zeigen dieses, im Gegensatz zu manchen technischen Geräten, verlässlich an. Besonders empfindlich reagieren sie auf Schwefeldioxid. Schon kleine Mengen davon schädigen Flechten nachhaltig. Auch Fluor, Staub und Schwermetalle sind ein Problem. Schwefeldioxid entsteht durch Autos, Fabriken und Haushalte. Mittlerweile ist die Belastung schon gesunken, da verschiedene Maßnahmen getroffen wurden. Zum einen haben sich viele Haushalte von Heizöl auf Erdgas oder Fernwärme umgestellt. Erdgas und Fernwärme produzieren weit weniger Schwefeldioxid. Zum anderen haben die Fabriken ihre Schornsteine höher gebaut. So ist die Stadt kein Ballungsgebiet mehr. Diese Methode hat aber den Nachteil, dass das Umland schwerer belastet wird, was ein Waldsterben nach sich ziehen kann.


Folgen für Flechten
Die Empfindlichkeit von Flechten steigt mit erhöhter Luftfeuchtigkeit, da sie die Abgase mit der Luftfeuchtigkeit aufnehmen. Sie haben auch keine Möglichkeit die Giftstoffe wieder abzugeben. Im Sommer verfallen Flechten in eine Art Trockenstarre. Sie nehmen kein Wasser oder nur sehr wenig auf, das heißt auch kein Schwefeldioxid. Im Winter hingegen haben Flechten ihre aktive Zeit. Da aber auch mehr geheizt wird, ist die Luftverschmutzung größer, was wiederum eine Schädigung der Pflanze nach sich zieht. Das zeigt sich folgendermaßen: Zuerst bekommt die Flechte dunkle Flecken, danach entfärbt sie sich, bis sie dann schließlich zerfällt.


Meister der Anpassung
Es gibt kaum klimatische Bedingungen auf dieser Erde, die eine Besiedelung von Flechten in einer Region verhindern können. Man sieht sie in Wüsten, arktischen Regionen, Tundra, Taiga, Regenwälder, Hochgebirge. In manchen Regionen wie z.B. der Namib sind sie ein fester Bestandteil des Ökosystems ohne dass es nicht existieren könnte. In der Namib bilden Flechten teilweise km2 Erdkrusten. Diese Erdkrusten verhindern die Erosion, was das Leben für andere Organismen erst möglich macht. Diese Flechten haben eine starke Färbung. Diese dient zum Schutz des Photosyntheseapparates, der sonst durch die Sonneneinstrahlung beschädigt werden würde. Ein anderes Beispiel eines sehr unwirtlichen Lebensraumes ist die Tundra. So weit im Norden sind nur 2 Blütenpflanzen zu finden. Flechten dominieren eindeutig: Über 350 Arten kommen in der Tundra vor. Die Rentierflechte, die man sehr häufig antrifft, bildet einen wesentlichen Bestandteil des Rentierfutters. Der Regenwald liefert die besten Lebensbedingungen für die Flechten. Flechten nehmen ihr Wasser aus der Luft auf. Und da in tropischen Gegenden eine große Luftfeuchtigkeit herrscht, können sie prächtig gedeihen. Teilweise besiedeln dichte Flechtenteppiche sogar Asphaltstraßen, wenn diese nicht zu oft befahren sind.


Zusammenfassung: Flechten
Flechten sind ein Symbioseorganismus aus Pilz und Alge. Das heißt Pilz und Alge geben beide einige Eigenschaften an die Pflanze. Flechten sind wohl eine der widerstandsfähigsten Pflanzenarten dieser Erde. Besonders beständige Arten können im Labor künstlich erzeugte –196°C und +100°C unbeschadet überstehen. Sie sind nicht nur sehr resistent, sondern auch langlebig. Einige Arten leben Jahrhunderte. Sie wachsen dabei nur den Bruchteil eines Millimeters im Jahr. Es ist wohl die Anabiose, die Fähigkeit, sich in einen kontrollierten Scheintod zu versetzen, die ihnen ihr langes Dasein ermöglicht. Sie wird eingesetzt, wenn die Pflanze z.B. über Jahre kein Wasser bekommt oder ähnliches. Dann wird der Stoffwechsel auf fast 0 gesetzt. Die Flechte kann überleben. Was die wenigsten wissen: Flechten waren lange zeit ein wichtiger Rohstoff für die Menschen. Als Nahrungsmittel wurden sie in den nordischen Ländern wie Finnland und Norwegen als Brotbeimischung oder Brei verzehrt. In Kanada diente sie als Notnahrung. In China gilt die Nabelflechte noch heute als Delikatesse. Auch als Farbstoff wurden einige Arten genutzt. In Frankreich und im alten Ägypten mischte man sie als Duftstoff in Seifen und Parfums.

Wie bereits erwähnt ist die Flechte sehr widerstandsfähig. Sie kann sich an nahezu alle klimatischen Bedingungen anpassen. Man findet sie in Wüsten, in arktischen Regionen, Tundra, Taiga, Gebirgen und auch in den mittleren Breiten. In der Namib bilden Flechten teilweise eine km2 große Erdkruste. Sie schützt vor Erosion und ermöglicht so anderen Organismen ein Leben. In der Tundra können nur 2 Blütenpflanzen wachsen. Die Flechten sind eindeutig dominierend: 350 Arten haben sich dort angesiedelt. Flechten haben keine Wurzeln, nehmen ihr Wasser also aus der Luft. So bietet der Regenwald ideale Bedingungen. Selbst vor Asphaltstraßen macht der dichte Flechtenteppich nicht halt. Flechten wurden Anfang letzten Jahrhunderts als Indikatoren für die Luftqualität entdeckt. Sie zeigen verlässlich an, wie verschmutzt die Luft ist. Sie reagieren auf Schwefeldioxid, Schwermetalle, Staub und Fluor in der Luft. Bei schlechter Luftqualität bekommen die Flechten erst Flecken, dann entfärben sie sich bis sie schließlich zerfallen. Deswegen findet man im Zentrum von Großstädten fast nie Flechten. Am widerstandsfähigsten ist die Krustenflechte. Sie ist manchmal in Randgebieten der Städte an Mauern und Bäumen zu finden.

Die Empfindlichkeit von Flechten steigt mit erhöhter Luftfeuchtigkeit. Im Sommer verfallen sie in eine Art Trockenstarre. Sie nehmen so gut wie kein Wasser auf, was zur Folge hat, dass die Luftverschmutzung einen geringeren Einfluss auf sie hat. Im Winter werden Flechten aktiv. Es wird auch mehr geheizt, was wiederum zur Folge hat, dass mehr Abgase in der Luft sind, das die Flechten schädigt. Im Großen und Ganzen hat sich die Lage der Luftverschmutzung gebessert. Noch vor einigen Jahren sprach man von der „Flechtenwüste Stadt“. Da Maßnahmen getroffen wurden, die die Luftverschmutzung eindämmen, können sich die Flechten ihren Lebensraum vielleicht irgendwann zurück erobern.

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