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Titel / Referat: Brecht, Bertolt - Mutter Courage und ihre Kinder

Schlagwörter: Bertolt Brecht, episches Theater, Personen- und Figurencharakteristik, Das Lied von der großen Kapitulation Hausaufgabe, Referat

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Mutter Courage und ihre Kinder - Bertolt Brecht


Der Autor des Stücks " Mutter Courage und ihre Kinder", Bertolt Brecht, geht 1933 nach der Machtübernahme der Nazis in Deutschland nach Dänemark ins Exil um dort mit anderen Emigranten seine dramaturgische Arbeit fortzuführen versucht. 1939 emigriert er nach Amerika und am Ende des Jahres entsteht " Mutter Courage und ihre Kinder", ein Lehrstück in dem es um das Verhalten verschiedener Charaktere im Krieg geht. Die Söhne der Courage sind hier Repräsentanten für bestimmte Charaktereigenschaften.

Zu Beginn des Stücks leben die beiden noch gemeinsam mit ihrer stummen Schwester Kattrin bei der Mutter, die als Marketenderin durch den dreißigjährigen Krieg zieht. Eilif, der ältere Sohn, wird hinterhältig von Heeresdienstwerbern genommen, als Mutter Courage gerade einen Handel mit dem Feldwebel abschließt (vgl. S. 17-18). Eilif fügt sich ganz in seine neue Rolle als Soldat ein und so wird er auch dafür ausgezeichnet, dass er den Bauern ihr Vieh genommen hat (vgl. S. 23-24). Schweizerkas wird dagegen Zahlmeister beim zweiten schwedischen Regiment (S. 27), weil seine Mutter ihn nicht direkt am Krieg teilhaben lassen will. Eilifs und Schweizerkas Leben sind vom dreißigjährigen Krieg, in dem sie sich immer noch befinden, sehr stark geprägt. Ihre Mutter lässt sie nicht in den Krieg ziehen, weil "meine [Courages] Kinder sind nicht für das Kriegshandwerk [sind]" (S. 12). Deshalb helfen sie ihrer Mutter den Planwagen mit den Waren durch das Land zu ziehen (vgl. S. 8). Da sich ihnen aber bessere Zukunftsmöglichkeiten bieten wie Soldat oder Zahlmeister, nehmen sie die Gelegenheiten wahr, bezahlen dafür aber aufgrund ihrer kriegsuntauglichen Erziehung mit ihrem Leben (vgl. S. 53/87).

Der ältere Sohn der Courage, Eilif Nojocki genannt, neigt sehr stark zu Gewaltbereitschaft. So möchte er beispielsweise dem Werber, der ihn für den Krieg anwerben möchte, gern "aufs Maul hauen" (S.12), nur weil dieser eine beleidigende Bemerkung über die unterschiedlichen Namen der Familie macht. Auch eine andere Charaktereigenschaft macht sich sehr bemerkbar: seine Gewitztheit, die von seiner Mutter immer wieder hochgelobt wird. Sie mag ihm zwar helfen, aber letztenendes bringt sie ihn ins Grab, als er nichts ahnend im Frieden "bei einem Bauern eingebrochen ist" und die Frau vergewaltigt (S. 86). Eilif ist zudem auch geistesgegenwärtig. Als er nämlich von den Bauern bedroht wird, überlegt er nicht lange oder hat Angst, sondern fängt mit den verdutzten Bauern ein Gespräch über einen Handel an, bückt sich "nach [m]seinem Eisen und hau[t] sie zusammen" (S. 24). Seine Kühnheit und Tapferkeit sprechen für ihn. Wäre es ihm nicht gelungen über "dreimal so viele" Bauern (S. 24) zu siegen und die 20 Rinder zu fangen (vgl. S. 23), so wäre er wohl kaum vom Feldhauptmann als ein[en] solcher[n] Soldat[en] [...], ein mutiger[n] geschätzt worden (S. 25), denn aufgrund seiner überlegenen Denkweise hält dieser ihn für einen " jungen Cäsar" (S. 25).

Doch nichtsdestotrotz bleibt Eilif unflexibel in seiner Lebensgestaltung. Als er den Wagen zog, kannte er nur das Leben eines Marketenders, der dem Krieg hinterher zieht und nun, als Soldat erfüllt er nur seine Pflicht ohne groß nachzudenken, dass er sich der jeweiligen politischen Lage des Landes anpassen muss. So bricht er während des Friedens bei Bauern ein und wird deshalb "nicht zum Guten [geführt]" (S. 86), sondern vor ein Kriegsgericht, wo er dann zum Tod verurteilt wird. Er versucht sich also an das Leben anzupassen, doch mit der Anti- Kriegserziehung seiner Mutter gelingt es ihm nicht und er bezahlt dafür mit seinem Leben.

Seinem Bruder Schweizerkas ergeht es ähnlich: auch er stirbt, weil sich seine Tugenden nicht mit dem Krieg vereinbaren lassen. So ist er zum Beispiel einfältig. Dies zeigt sich als er sich aus einer Redlichkeit heraus, zu der ihn seine Mutter erzogen hat, in seinem Amt als Zahlmeister für die Regimentskasse verantwortlich fühlt und sie verstecken will, denn er wird ertappt und vors Feldgericht gestellt (vgl. S. 44ff.). Trotz des Rates seiner Mutter, die Kasse herzugeben, behält er sie aus reiner Dummheit, nur um seine Arbeit zu machen. Durch seine Redlichkeit erst ist er zum Zahlmeister des zweiten schwedischen Regiments geworden. Die von seiner Mutter anerzogene Tugend erweist sich aber als nachteilig im Krieg, denn als sie in Gefangenschaft der Katholischen kommen, hat er ein schlechtes Gewissen was die Regimentskasse betrifft, weil er sie schon seit Tagen vor den Katholischen versteckt und der Feldhauptmann den Sold nicht auszahlen kann, so dass ihm sein Essen nicht einmal mehr schmeckt (vgl. S. 41).

Auch ist seine Loyalität zu seinem Beruf existenzschädigend. Mit den Worten "Die [Regimentskasse] ist anvertraut." (S. 38) hält er, selbst, wenn er in Gefahr ist, aufzufliegen und zu sterben, an seiner Aufgabe, seinem Beruf fest. Er ist dem Feldwebel unbedingt loyal und so würde er die Kasse "woanders hingeben oder damit flüchten" (S. 39). Er händigt sie nicht einmal aus, als die Katholischen ihn abführen (S. 45). Schweizerkas ist, genauso wie sein Bruder, inflexibel. Er beschränkt sich lediglich darauf, seine Arbeit zu tun und sieht mögliche Folgen nicht. So wird er Zahlmeister, weil sich die Gelegenheit bietet (vgl. S. 27), aber anstatt sich zu verstellen und sich anzupassen als die Katholischen sie überfallen wie der Feldprediger (vgl. S. 37), hält er an seinem Beruf fest und muss somit sie Konsequenzen tragen: seinen Tod, als die Katholischen ihn erkennen (vgl. S. 45).

In Brechts Lehrstück stellen Eilif sowie Schweizerkas nicht nur einzelne Personen dar, sondern sind gleichzeitig Typisierungen. Dies lässt sich daraus schließen, dass beiden kaum Individualität zugesprochen wird. Sie verfügen zwar beide über wesentliche Charaktermerkmale, doch sie verkörpern diese Züge lediglich pauschal für viele. Eilif ist mutig, kühn und klug, doch nie wird etwas, das sehr für ihn als einzelne Person sprechen würde, gesagt oder dargestellt. Auch Schweizerkas verfügt über gewisse Eigenschaften, doch wie bei Eilif treffen sie nie auf eine Person allein und unanhängig von anderen Personen zu. Hinzu kommt noch, dass beide Träger von Tugenden wie Mut, Tapferkeit, Ehrlichkeit und Loyalität sind, die Brecht im Krieg darstellt. Er zeigt so, dass eine Tugend im Krieg niemanden weiterbringt, solange er nicht auch über Eigenschaften verfügt, die im Krieg "Erfolg" versprechen, deshalb sterben Eilif und Schweizerkas auch, weil ihre Erziehung auf den Tugenden basiert.

Tugenden im Allgemeinen sind in einer kapitalistischen Gesellschaft fehl am Platz. Wer sich nicht durchsetzen kann und einmal auf Ehrlichkeit oder Loyalität verzichtet, der ist bald verloren und wird von den anderen, die sich aus Tugenden wenig machen, überrollt. Diejenigen, die Tugenden im Krieg haben, schlagen eben aufgrund ihrer Tugenden fehl, weil sie im Krieg untergehen. Der Krieg nimmt auf niemanden Rücksicht und deshalb sind Kühnheit oder Redlichkeit tödlich, solange man nicht auch skrupellos und feig sein kann.

Bertolt Brecht - das epische Theater


Bertolt Brecht (auch Bert Brecht; gebürtig Eugen Berthold Friedrich Brecht; * 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Berlin) wird als einflussreichster deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Er ist auch international für seine Werke angesehen und ausgezeichnet worden. Brecht gilt als Begründer des epischen Theaters bzw. „dialektischen Theaters“, obgleich dieser Begriff bereits zuvor von Erwin Piscator ins Leben gerufen worden ist. Brecht bezeichnete sich selbst (gegenüber Walter Benjamin) als Kommunisten.

Brecht wollte ein analytisches Theater, das den Zuschauer eher zum distanzierten Nachdenken und Hinterfragen anregt als zum Mitfühlen. Zu diesem Zweck „verfremdete“ und desillusionierte er das Spiel absichtlich, um es als Schauspiel gegenüber dem wirklichen Leben erkennbar zu machen (Brecht nannte dies den „Verfremdungseffekt“). Schauspieler sollten analysieren und synthetisieren, das heißt von außen an eine Rolle herangehen, um dann ganz bewusst so zu handeln, wie es die Figur getan hätte. Das epische Theater Brechts steht im Gegensatz zur Lehre Stanislawskis als auch zur Lehre des method acting (methodische Schauspielkunst) von Lee Strasberg, die größtmögliche Realitätsnähe anstrebten und vom Schauspieler verlangten, sich in die Rolle hineinzuversetzen. Brecht vertrat die Auffassung der Dialektik vom Menschen als Produkt der Verhältnisse und seiner Fähigkeit, diese zu verändern.

Brecht nannte seine Neukonzeption des Theaters ursprünglich „episches Theater“, ging aber später dazu über, den Begriff „Dialektisches Theater“ dafür zu benutzen, da in Brechts Theater ein Widerspruch zwischen Unterhaltung und Lernen entstehen soll, was die Illusion des „Emotionalen Hineingezogenwerdens“ beim Publikum zerstören soll und damit einen von Brechts „Verfremdungseffekten“ hervorruft.

Dialektische Ansätze sind in dieser Epoche durchaus verbreitet und finden sich z. B. auch in den Filmen des Japaners Akira Kurosawa, wie die Beschreibung seines Films Zwischen Himmel und Hölle verdeutlicht.

Personen- bzw. Figurencharakteristik

Schweizerkas
Der Schweizerkas zeichnet sich vor allem durch seine Ehrlichkeit aus. Seine Ehrlichkeit zum Regiment jedoch, kostet ihm das Leben weil seine loyale Aktion, den Platz der versteckten Regimentskasse nicht zu sagen, vom Feind nicht akzeptiert wurde. Mutter Courage bezeichnet seine Ehrlichkeit als Einfältigkeit:
„Vergiss nicht, dass sie dich zum Zahlmeister gemacht haben, weil du redlich bist (...), und vor allem, weil du so einfältig bist, dass du sicher nicht auf den Gedanken kommst, damit wegzurennen, du nicht" (3/S.30).


Kathrin
Die Kathrin ist voller Mitgefühl. „Sie leidet am Mitleid“ (9/s.90). Ihr größter Traum ist einen Mann zu finden und eine Familie zu gründen. Sie spielt das Opfer des Krieges in diesem Stück. Denn durch ihre Stummheit und Narben (später) wird sie wahrscheinlich nie ihre Sehnsucht stillen können. Sie hilft den anderen, zum Beispiel lässt sie ihr Leben um die Stadt zu retten. Sie trommelt weiter obwohl sie weiß, dass das sie ihr Leben kosten wird. Ich Merkmal ist ihre Selbstlosigkeit an der sie letztlich stirbt.


Eilif
Der Eilif ist so zu sagen der perfekte Soldat. Er trotzt jeder Gefahr „Ich fürcht kein Krieg“ (1/S.15). Er geht aber zu weit und das kostet ihm das Leben. Er kann nicht unterscheiden was Krieg und was Friede ist. Er tötet nämlich eine Bauernfrau in Friedenszeiten. Seine größte Tugend ist das, was ihn umbringt. Seine Kühnheit.


Mutter Courage
Die Mutter Courage hat nur das Geschäft und den Gedanken an Profit im Sinn. Sie ist egoistisch, wie das folgende Beispiel beweist. Sie weigert sich die Offiziershemden her zu geben um ein paar Menschen zu verbinden und so ihnen das Leben zu retten. Sie ist auch schuldig am Tod des Schweizerkas, denn sie handelt nicht konsequent. Sie denkt die Ganze Zeit nur an den Profit vom Krieg. „Im Krieg ist noch allerhand für uns drinn“ (9/S.93). Ihre Eigenschaften sind: Sie ist uneinsichtig und immer nur ans Geschäft denkend. Das auffällige ist aber, dass alle Kinder an den eigenen Eigenschaften scheitern und daran sterben.

 

Das Lied von der großen Kapitulation

Der Song „Das Lied von der großen Kapitulation“ wird von Mutter Courage gesungen, als sie einen aufgebrachten Soldaten zur Ruhe bringen will, und handelt von einem Mädchen, das in ein gezwungenes Leben gesteckt wird. Es wird erzählt, dass ein Mädchen glaubte, sie sei etwas Besonderes, nicht wie die alle anderen. Sie wollte sich auch nicht gleich mit einem Mann einlassen, „jedenfalls nicht den Nächstbesten.“. (Z.7) Vorschriften machen lässt sie sich zu den Zeitpunkt noch nicht. Doch nach einem Jahr „lernte ich zu schlucken meine Medizin.“ (Z.20), was soviel heißt, dass ihr klargemacht wurde, welche Rolle sie hat. „Zwei Kinder aufm Hals“ (Z.21). Das ist ihre Rolle, Mutter. Die Frau wurde mehrmals vergewaltigt, was man an dem Satz „Als sie einmal fix und fertig mit mir waren“ (Z.23) erkennt. Als im ersten von den drei Refrains mit „du marschierst in der Kapell“ gesprochen wurde, wir im zweiten schon „sie“ (Z.30) gesagt. Der Ehrgeiz und das Selbstvertrauen sind aus dem Mädchen verschwunden. In den letzten vier Strophen will das Mädchen uns klarmachen, man sollte nicht zu viel auf einmal habe wollen, sondern dass man klein anfangen soll. „Man muss sich nach der Decke strecken!“ (Z.43) Dieser Satz steht im Gegensatz mit dem nicht eingeklammerten Satz „Viele sah ich schon den Himmel stürmen“ (Z.37) Man kann auch sagen: Nur wenn man etwas richtig will, soll man hart dafür kämpfen!

Die Hauptfunktion der Songs ist die kommentierende Funktion. Durch die Art des Aufbaus (lyrisch-musikalisch) ziehen sie die Aufmerksamkeit des Lesers durch Verfremdung auf sich. Die Verfremdung macht sich in darin sichtbar, dass die Songs plötzlich in den Bildern anfangen. Die Songs haben oft nicht direkt etwas mit der aussetzenden Handlung zu tun, wie auch das „Lied von der großen Kapitulation“. Sie verdeutlichen die Gedanken, Einstellungen und Motivationen der Figuren - in diesem Fall Mutter Courage - obwohl sie oft auch im Gegensatz zur Handlung stehen; dies trägt ebenso zu bei, den Leser zum Nachdenken anzuregen und die Gedankengänge und Entwicklungen der verschiedenen Charaktere zu verstehen. Dieselben Funktionen, wenn auch nicht so intensiv, erfüllen die Songs in den Disney-Filmen.

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