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Titel / Referat: Aichinger, Ilse - Mein grüner Esel

Schlagwörter: Ilse Aichinger, Monolog, Analyse, Interpretation, Deutung, persönliche Meinung Hausaufgabe, Referat

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Ilse Aichinger: Mein grüner Esel

Die Geschichte „Mein grüner Esel“ aus dem Jahre 1954 stellt einen inneren Monolog dar, der die täglichen Beobachtungen eines grünen Esels und die Fragen der Erzählerin nach dessen Herkunft beinhaltet. Der Leser gewinnt einen Einblick in das Geschehen, während die Erzählerin dieses niederschreibt. Die Erzählung ist in einer leicht verständlichen, durch den Alltag geprägten Sprache und überwiegend im Präsens geschrieben, was zuerst den Eindruck erweckt, die Beobachtung würde in dem Moment stattfinden. Die Geschichte kann in fünf Sinneinheiten eingeteilt werden. Beginnend mit dem Einsatz der Erzählerin „Ich sehe täglich einen grünen Esel über die Eisenbahnbrücke gehen...“ teilt sie dem Leser mit, dass der Esel jeden Abend beim Anbruch der Dunkelheit an den Stegtreppen auftaucht. Dieser Absatz ist durch mehrere bildlich umschreibende Adjektive geprägt, wie „verfallen“, „rostig“, „verlassen“ und „vernagelt“, welche die Gegend, in der die Handlung spielt als sehr negativ und ungemütlich bewerten. Des weiteren gibt sie zu, nicht zu wissen, woher er kommt, stellt aber die Vermutung auf, dass er seinen Weg aus dem aufgelassenen Elektrizitätswerk nehmen könnte.

Im zweiten Abschnitt, der in Zeile 16 beginnt und in Zeile 25 endet, wird dem Leser das typische Verhalten dieses Esels näher gebracht. Er kümmert sich weder um die Leute, welche die Brücke passieren, noch um die Züge. Der Beobachterin scheint es, als würde er den Passanten „höflich“ ausweichen und zeitweise sogar „einige Worte mit den Bahngleisen wechseln“. Diese Idee verwirft sie aber sofort, was mir paradox erscheint, da sie andererseits auch akzeptiert, dass es einen grünen Esel gibt. Wenn er die Mitte der Brücke erreicht hat, verschwindet er, um am nächsten Tag wieder an den Stufen aufzutauchen. Während sich die Beobachterin unschlüssig über das Erscheinen des Esels ist, ist sie sich sicher über die Art seines Verschwindens und versucht den Esel zu verstehen, indem sie nach einer Erklärung sucht.

Der dritte Abschnitt setzt in der Zeile 26 ein und beginnt mit einer Anreihung von Fragen, welche die Erzählerin beschäftigen: „..wie kommt er, von wo kommt er, wo entsteht er ?“ An dieser Stelle beginnt der Leser daran zu zweifeln, dass es sich bei der Beobachtung um einen reellen Esel handelt, wenn sie weiter fortfährt in ihrer Vorstellung, der Esel könnte genauso entstehen wie Blitze. Sie hat zwar kein Wissen darüber, wie sich ein Blitz entwickelt, aber das ist das, was sie sich für ihren Esel wünschen würde. Des weiteren wird ihr hier bewusst, dass sie permanent von „meinem Esel“ spricht. Trotz des Gedankens, dass auch andere Menschen ihn sehen könnten, will sie das „große Wort mein“ nicht zurücknehmen. Sie möchte sich aber auch nicht nach der allgemeinen Anwesenheit des Esels erkundigen, weil sie somit sicherlich auf ihren alleinigen Anspruch verzichten müsste.
Sie hält an diesem Anspruch fest, obwohl sie sich nicht um den Esel kümmert: „Mein Esel, den ich nicht füttere, nicht tränke, dessen Fell ich nicht glatt reibe und den ich nicht tröste.“
Da sie sich im darauf folgenden Satz nur auf die Umrisse des Esels bezieht, wird deutlicher, dass es sich bei diesem Esel nicht um ein reelles Tier handelt, um das man sich kümmern muss, sondern um ein Erscheinung, die ein Symbol für die Beobachterin darstellt und somit nur für deren Augen bestimmt ist: „Für meine Augen, mein Esel also..“ In den nächsten Zeilen spricht sie von der Bedeutung, welche die „Erscheinung“ des Esels für sie hat. An dieser Stelle wird auch die Figurenkonstellation in dieser Geschichte offensichtlich. Sie ist durch eine einseitige Abhängigkeit gekennzeichnet, nämlich die der Erzählerin von dem Esel. Während der Esel auch ohne die Fürsorge seiner Beobachterin existieren kann, ist diese wiederum auf ihn angewiesen, weil er ihr „die Luft zum Atmen schafft..“

Des weiteren spricht sie davon, „nicht in die alten Fehler [zu] verfallen..“, welche an dieser Stelle wohl darin liegen, zuviel von jemandem zu verlangen. Somit zieht sie ihre Lehren: „Ich will mich damit begnügen, ihn zu erwarten, oder vielmehr: ihn nicht zu erwarten.“ Der Leser erfährt weiterhin, dass der Esel bereits zweimal nicht gekommen ist, obwohl die Erzählerin am Anfang davon sprach, er würde täglich erscheinen. Sie versucht dieses zu beschwichtigen, indem sie fragt: „Vergaß ich es zu sagen ?“ Sie sucht wie schon bei der Frage des Verschwindens auch dieses Mal wieder eine Erklärung für sein Verhalten. „Ich schreibe es zögernd nieder...“ zeigt, dass sie ihm wohl niemals einen Vorwurf machen würde. Dadurch wird wieder die Abhängigkeit ihrerseits deutlich gemacht. An dieser Stelle fasst die Erzählerin einen Entschluss für sich: „Ich will lernen, mich auf Vermutungen zu beschränken, was ihn betrifft, später auch auf weniger...“ Es sieht so aus, als hätte sie vor sich abzunabeln, auch wenn dieses nicht sofort funktioniert, da sie doch noch einiges beunruhigt. Sie fährt fort, sich Sorgen zu machen, weil er Ruhe benötigt. Für sie ist es sogar durchaus vorstellbar, dass er jeden Tag stirbt.

Der vierte Abschnitt fängt in Zeile 58 an. Die Erzählerin spricht an dieser Stelle von all ihren Sorgen, die ihren Esel betreffen. Sie fragt sich, ob er genug gestreichelt wird und ob er genug Freunde hat. Sie muss auch hier zugeben, dass sie die Antwort nicht kennt. Sie will es auch gar nicht wissen, da es ihr Ziel ist, immer weniger von ihm zu erfahren. Hier erfährt der Leser, dass der Esel nun schon ein halbes Jahr kommt, und dass sie in dieser Zeit viel gelernt hat, sie wiederholt emphatisch: „von ihm gelernt“ hat. Sie meint, wenn sie immer weniger von ihm weiß, wird es ihr leichter fallen „wenn er eines Tages nicht mehr kommt..“
Der letzte Absatz, beginnend in Zeile 70, setzt sich mit den Träumen der Erzählerin auseinander. Sie wünscht sich für ihn Eltern, Heu, Freude und „dass er manchmal schläft, anstatt zu sterben.“


Ich denke dass es in dieser Geschichte zum einen um Hoffnung geht. Vielleicht hat die Erzählerin aus diesem Grund den Eindruck, der Esel sei grün. Grün ist einerseits die Farbe der Hoffnung, des weiteren könnte sie einen Neuanfang bedeuten, wie im Frühling, wenn alles grünt, weil die Natur neu erwacht. Die Erzählerin spricht fast liebevoll von ihrem Esel, und sie versucht fortwährend sein Verhalten zu ergründen, so als sei sie ihm unendlich dankbar. Sie projiziert all ihre Ängste auf ihn: die Sorge nach einem Zuhause, den Eltern, genügend Essen, Streicheleinheiten und Freundschaft. Es scheint als hätte sie diese Dinge verloren und versucht jetzt, jemanden zu finden, der nicht diese Sorgen hat und ihr vielleicht Hoffnung geben kann. Sie lebt davon, dass er in Erscheinung tritt, um ihr Zuversicht zu geben. Er lenkt sie von ihren eigenen Problemen ab, weil sie nur noch über ihn nachdenkt, wenn er kommt. Sie weiß, dass es für ihn anstrengend ist, ihr soviel Hoffnung zu geben. Sie nimmt seinen Tod dafür in Kauf.

Hier stellt sich die Frage, inwiefern der Esel reell ist. Für mich ist er ein bloßes Phantasiegebilde, aber es ist fraglich, ob er dieses auch für seine Beobachterin ist. Ich denke, dass sie sich darüber auch gar keine Gedanken machen will, da ihr Ziel ja ist, möglichst wenig von ihm zu wissen, um den möglichen Verlust besser verkraften zu können. Des weiteren handelt diese Geschichte von dem Versuch der Vergangenheitsbewältigung. „Aber man soll sein Mitleid bezähmen. Ich bin alt genug dazu...“ Sie hat sicherlich gelernt, dass man Menschen nicht helfen soll, die keine Hilfe benötigen. Das mag eine persönliche Erfahrung sein, die ihr der Krieg gebracht hat. Ich glaube auch, dass sie einen Menschen verloren hat, den sie geliebt hat, so wie sie jetzt ihren Esel liebt. Die Erscheinung des Esels war für sie der Grund eines Erfahrungsprozesses: Sie hat gelernt, nicht zu viel von jemandem zu erwarten, so dass sie auch nicht mehr enttäuscht werden kann. Das war das, was sie der Esel gelehrt hat durch seine unregelmäßigen Besuche. Dadurch, dass sie seine Erscheinung nicht herbeisehnt, kann sie mit seinem Verlust besser leben. Ich denke, dass sie vorher durch den Verlust einer ihr nahe stehenden Person eine tiefe Krise erlebt hat. Durch die Hilfe des Esels wird sie nicht mehr „in alte Fehler verfallen..“

Die Erzählerin ist sich im klaren darüber, dass es den Esel viel Kraft kostet, soviel Hoffnung zu geben. Sie hält es „für anstrengend, jeden Abend so grün wie er über die Brücke zu gehen...“ So ist es möglich, dass er jeden Tag stirbt. „Seine Nacht ist länger als die unsere „ Aber er schafft es anscheinend auch immer wieder, neu zu erscheinen, so lange wie seine Freundin von seiner Zuversicht abhängig ist. Sie weiß, dass um so weniger Hoffnung sie braucht, desto weniger ist sie von ihm abhängig. Und wenn sie vollkommen gesundet ist, wird er überhaupt nicht mehr kommen. Um so weniger Hoffnung sie benötigt, desto mehr wird er schlafen können, um neue Kraft zu bekommen, anstatt jedes Mal sterben zu müssen.
Aber noch ist sie nicht soweit. Die Träume, die sie für ihren Esel hat, denke ich spiegeln ihre Wünsche wider, wie Eltern, ein Zuhause, Essen und Freude am Leben. Sie wünscht sich auch, dass sie weniger Hilfe benötigt: „daß er manchmal schläft, anstatt zu sterben.“

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