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Titel / Referat: Nationalsozialismus - ausführlicher Überblick

Schlagwörter: Machtergreifung der Nationalsozialisten, Judenverfolgung und Judenmord, Führerideologie, Ideologie des Nationalsozialismus, Adolf Hitler, NSDAP Hausaufgabe, Referat

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Der Nationalsozialismus


Der Zweite Weltkrieg liegt über 50 Jahre zurück. Die Folgen des Krieges sind in seinen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereichen bis zum heutigen Tag spürbar. Hauptverantwortliche für einen Krieg, der über 50 Millionen Menschenleben gekostet hat, waren die Nationalsozialisten, an Ihrer Spitze: Adolf Hitler. Der Nationalsozialismus war nach innen totalitär (d.h. die Gesamtheit sich unterwerfend), anerkannte keine Grundrechte des einzelnen und bekämpfte Kommunismus, Sozialismus, Liberalismus, Menschen mosaischen (d.h. jüdischen) Glaubens und auch die christlichen Kirchen; nach außen war er aggressiv, expansiv mit nihilistischer Prägung (d.h. kein anerkannter Glaube, keine Moral). Die hier angesprochene Thematik behandelt nicht das ganze schreckliche Ausmaß, die der Nationalsozialismus über die Menschen gebracht hat, sondern gliedert den Aufbau der Ideologie in seinen fünf wesentlichen Punkten.


Inhalt:

  • Die Anfänge der NSDAP
  • Machtergreifung der Nationalsozialisten
  • Nationalsozialistische Herrschaft
  • Judenverfolgung und Judenmord
  • Der Weg in den Krieg
  • Führerideologie
  • Die Ideologie des Nationalsozialismus
  • Die Erkenntnis des Nationalsozialismus



1. Die Anfänge der NSDAP
Der Weg zum 30. Januar 1933 : In der Zeit nach dem 1. Weltkrieg bildeten sich fast überall in Europa faschistische Gruppierungen. Sie waren antidemokratisch, antiparlamentarisch, antikommunistisch, bisweilen auch betont antisemitisch. Ein starker Staat , ein starker Führer über einem in sich geschlossenen Volk - das waren ihre Ziele. In Italien eroberte diese Bewegung als erste den Staat. Führer war Benito Mussolini. Der Begriff "Faschismus" bezeichnete erst nur die italienische Bewegung, wurde aber später auf all die anderen auch übertragen. Die Anfänge der NSDAP : Adolf Hitler (1889 - 1945) war von Geburt Österreicher. Er wollte eigentlich Kunstmaler werden. Jahrelang lebte er als Gelegenheitsarbeiter in Wien. 1914 - 1918 nahm er als Gefreiter am 1. Weltkrieg teil. Als der Krieg endete, was er als einen Dolchstoß in den Rücken der Kämpfenden Front empfand, lag er in einem Lazarett in Pommern. Er wurde in München nach dem Krieg Mitglied in einer der vielen nationalistischen Gruppen, die er unter dem Namen Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei relativ bald seinem Willen unterordnete. Zusammen mit anderen Gegnern des Systems unternahm die NSDAP 1923 einen Putsch gegen die "Regierung der Novemberverbrecher". Der Umzug, der den Putsch einleiten sollte, brach jedoch unter dem Feuer der Münchner Polizei zusammen. Hitler wurde zu einer Haftstrafe verurteilt.

Nationalsozialistische "Weltanschauung" : Im Mittelpunkt dieser "Weltanschauung" steht Hitlers Rassenlehre . Danach gibt es höherrangige und niedere Rassen, von denen allein eine, die "arische" Rasse, die Herrschaft haben sollte. Hitler leitete aus der Gleichung arisch = germanisch = deutsch ab, dass Deutschland Anrecht auf die Führungsrolle in der Welt hat. Die größte Gefahr für die "arische" Rasse aber ist die "semitische" Rasse. Hier, im Judentum, sind für Hitler die Kräfte des Bösen konzentriert. Hier gibt es eine "jüdische Weltverschwörung": ihre Waffen sind Demokratie & Parlamentarismus, Marxismus & Kommunismus, Pazifismus & Liberalismus. Was auch an Negativem geschieht: "Die Juden sind Schuld".

2. Machtergreifung der Nationalsozialisten
1920 gründete Adolf Hitler (*1889), Sohn eines österreichischen Zollbeamten und Freiwilliger im 1. Weltkrieg, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). In ihrem Programm hatte die Partei folgende Forderungen:

  • rechte Forderungen:
    • Gleichberechtigung Deutschlands
    • Erwerb von Kolonien
    • Anschluß Österreichs
  • linke Forderungen:
    • Verstaatlichungen
    • Bodenreform
    • Gewinnbeteiligung der Arbeiter
    • Verbot der Zinsknechtschaft
    • Antisemitismus (Juden sollen keine Staatsbürger sein)

Damit waren sowohl die Soldaten und national gesinnten Bürger, als auch die Arbeiter angesprochen. Die Partei hatte auch eine eigene Kampftruppe, die Sturmabteilung (SA). Bereits 1923 versuchte Hitler im sogenannten Hitlerputsch in München die Herrschaft über Bayern zu übernehmen, um danach die Reichsregierung zu stürzen. Da die Wehrmacht sich Hitler nicht anschloß, scheiterte der Putsch. Im Gefängnis schrieb er dann "Mein Kampf" , das Buch, das den Nationalsozialisten im dritten Reich und heute als Richtlinie gilt.

Nach seiner vorzeitigen Entlassung 1925 entschloss sich Hitler zu einer anderen Form der Machtergreifung: über den Stimmzettel. Langsam aber stetig sollten die Massen gewonnen werden. Eine besondere Befähigung half ihm dabei: Seine einmalige Begabung für Propaganda. In den ruhigen und guten Jahren der Republik blieb der Erfolg gering. Als aber 1929 die Weltwirtschaftskrise war und die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand in der deutschen Geschichte stieg, was dazu führte, dass die Bevölkerung sich mehr den rechten Parteien zuwand, gelang 1930 der Durchbruch: Die Nationalsozialisten stellten die zweitstärkste Partei im Reichstag, aber Hitler unterlag bei der Wahl zum Reichspräsidenten. Damit wurden Hitler & seine Leute auch für diejenigen interessant, die zwar nicht seine Anhänger, aber dennoch rechtsgerichtet waren. Eine Anzahl von Industriellen bezahlte seinen riesigen Wahlkampf und die Propaganda. Damit erreichte die NSDAP im Juli 1932 dann 37,4% der Stimmen. Von Reichspräsident Hindenburg wurde Hitler am 30.1.1933 zum Reichskanzler ernannt. Am 1.2.1933 löste Hindenburg auf drängen Hitlers den Reichstag auf. Eine Notverordnung schränkte die Grundrechte ein. Als am 27.2.1933 von Unbekannten der Reichstag angezündet wurde, nahmen das die Nationalsozialisten als Vorwand für die "Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat", die am folgenden Tag beschlossen wurde. Sie setzte die Grundrechte außer Kraft. Eine Verhaftungswelle in linken Kreisen begann. Am 24.3.1933 wurde das Ermächtigungsgesetz verabschiedet, nachdem die Bundesregierung allein Gesetze beschließen kann. Das war der Beginn der 3. Reiches.

 

3. Nationalsozialistische Herrschaft
Seit dem 30. Januar war Hitler Reichskanzler. Am 3. Februar 1933 legte er den führenden Offizieren der Reichswehr seine Absichten & Ziele offen:

  • Straffe Führung des Staates
  • Todesstrafe auf Landes- und Volksverrat. Ertüchtigung der Jugend, Stärkung des Wehrwillens, Ausrottung des demokratischen/kommunistischen Gedankens
  • Kampf gegen Versailles
  • Alles auf innere Wirtschaft ausrichten. Ausweitung des "Siedlungsgebietes"
  • Aufbau der Wehrmacht.
  • Allgemeine Wehrpflicht
  • Ausrottung des Pazifismus, Kommunismus, Bolschewismus. Eroberung neuer Exportmöglichkeiten
  • Neues Land. Das Innere ist nicht ihre Aufgabe, keine Verquickung Heer & SA.

Der erste Schritt dazu sollte eine erneute Reichstagswahl sein. Es war die Hoffnung Hitlers, wirklich die Mehrheit der Deutschen hinter ihn zu bringen. Bisher war er ja nur der Führer der stärksten Partei. Am 5. März 1933 sollte die Neuwahl stattfinden. Am 27. Februar stand plötzlich das Gebäude des Reichstages in Flammen. Hitler ließ sofort verkünden, es seien Kommunisten gewesen. Noch in der Nacht unterzeichnete von Hindenburg eine Notverordnung "zum Schutz vor kommunistischen Gewaltakten", die alle wichtige Verfassungspunkte der Weimarer Republik außer Kraft setzte. Nun konnten ganz legal Kommunisten und andere Gegner verhaftet, Zeitungen verboten, Telefone abgehört werden. Heute spricht vieles dafür, dass ein junger Holländer der Brandstifter war, ohne Ziel und ohne Hintermänner. Den Nazis kam dieser Brand jedoch sehr entgegen, musste doch die Notverordnung auch zehn Jahre nachher noch herhalten, um katholische Priester verhaften zu lassen. Einige Historiker sind sogar der Meinung, daß der Brand auf Anordnung Hitlers gelegt wurde.

Die Uniformierung des Lebens: Das Bemühen der Nazis war, durch alle Bereiche des Lebens zu dringen. Braune Uniformen waren das Kennzeichen der Nazis. Es gab eine Anzahl verschiedene Unterorganisationen:

  • Das "Deutsche Jungvolk" (DJ)
  • Die "Hitlerjugend" (HJ)
  • Der "Bund Deutscher Mädel" (BDM)
  • Die "Schutzstaffeln" (SS)
  • Das "Nationalsozialistische Kraftfahrerkorps" (NSKK)
  • Das "Nationalsozialistische Fliegerkorps" (NSFK)

Das Abzeichen der Partie war ein schwarzes Hakenkreuz in weißem Kreis auf rotem Grund. Das Hakenkreuz war ein Sonnensymbol aus der Bronzezeit. Die Hakenkreuzfahne ersetzte das Schwarz-Rot-Gold der Weimarer Republik.


Die "Erfassung" der Deutschen: Propaganda rieselte nun immer mehr auf die Deutschen nieder; Das Leben in den Schulen und in den Betrieben wurde "gleichgeschaltet", auf den Führer ausgerichtet.
Die Jugend: Es war ein besonderes Anliegen der Nazis, die Jugend für sich zu gewinnen. In einer staatlichen Organisation, der "Hitlerjugend", wurden die Jungen straff zusammengefasst. Zeltlager und Lagerfeuer, Aufmärsche und Geländeübungen, Kleinkaliberschießen und Handgranatenwerfen, das sollte die Jugend "zusammenschweißen" und sie auf die Aufgabe als "Garanten der Zukunft" vorbereiten.
Das Ermächtigungsgesetz: Trotz aller Anstrengungen und aller Propaganda kriegte die NSDAP "nur" 44% der Stimmen. Durch das Bündnis mit der DNVP (8%) schaffte man eine knappe Mehrheit. Nun ging Hitler einen anderen Weg. Er forderte von den Abgeordneten, eine Ermächtigung zu erlassen, nach der er 4 Jahre lang Gesetze erlassen konnte, ohne ihre Zustimmung. Unter Androhung eines Bürgerkrieges stimmten alle Parteien außer der SPD zu. (Die KPD war bereits verboten.) Damit hatte sich der Reichstag ausgeschaltet. Nun war die Gesetzgebende wie auch die Ausführende Gewalt in den Händen Hitlers. Es war der Totenschein der Republik.

Ab 1933 begann die "Gleichschaltung" des Landes in der Verwaltung, den Massenmedien und der Kultur. In den folgenden Monaten wurde in Deutschland "gleichgeschaltet". Die SPD wurde verboten; die Gewerkschaften zerschlagen; die übrigen Parteien lösten sich selbst auf. Eine blieb: Die NSDAP. Ein neues Ministerium für "Volksaufklärung und Propaganda" wurde eingerichtet. Ihr Vorstand: Josef Goebbels, Reichspropagandaminister. Er bestimmte ab sofort, welche Printmedien, welche Radiosendungen und welche Filme erschienen. Welche Künstler noch Arbeiten durften. Man begann, linke und jüdische Bücher zu verbrennen. Jetzt verschmolz Hitler das Präsidenten- und Kanzleramt auf sich und wurde zum "Führer und Reichskanzler". Als neue Polizei war die Schutzstaffel (SS) die eigentliche Gewaltorganisation im Staat. Die Staatsorganisation wurde so dargestellt:
Die Privatsphäre des Einzelnen wurde aufgehoben. Alle sollten dem Staat dienen. Auch die Jugend wurde in diese Richtung erzogen. Ab 10 Jahren mußten die Jungen in das "Jungvolk", später in die "Hitlerjugend", bei den Mädchen hießen sie "Jungmädelbund" und "Bund Deutscher Mädel". Die Jugend sollte zu Gehorsam, Disziplin und bedingungslose Unterordnung unter den Führer erzogen werden. Mit Diensten und Strafen sollten sie auf den Krieg vorbereitet werden.

Die Ausschaltung politischer Gegner: Wer nicht Anhänger der Nazis war, war ein Gegner. Diese wurden verhaftet und in Konzentrationslager verfrachtet.
Der SS-Staat: Der SS unter Heinrich Himmler (1900 - 1945) fiel eine besondere Aufgabe im Staate zu: Der Kampf gegen die inneren Gegner und die "Endlösung der Judenfrage". Himmler wurde 1936 zugleich Chef der deutschen Polizei. Jetzt wurde ein riesiger Überwachungsapparat aufgebaut. Keiner traute dem anderen mehr. Jeder konnte ein Spitzel der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) sein. Immer größer wurden die Massen an Häftlingen, immer größer die Konzentrationslager. Immer mehr verstanden sich die SS-Leute als Auslese, als Elite der Nation.
Der "Röhmputsch": Fast überall waren die Gegner ausgeschaltet. Nur in der Partei noch nicht. Im Chef der SA, Ernst Röhm, sah Hitler einen gefährlichen Konkurrenten. Unter dem Vorwand, Röhm plane einen Staatsstreich, ließ er sie am 30. Juni 1934 einfach niederschießen - ohne Gericht, ohne Urteil. Es wurden gleich noch andere Gegner Hitlers dahingerafft. Etwa 200 Menschen fielen in dieser "Reichsmordwoche".
Die Zusammenfassung der Staatsmacht: Am 2. August 1934 starb Hindenburg. Hitler vereinigte sofort die Ämter des Kanzlers und des Reichspräsidenten. Nun war er Reichsoberhaupt, "Führer". Alle Macht im Staat war nun in der Hand des Führers vereinigt.
Die Wirtschaft: So sah das äußere Bild aus: Die Arbeitslosen verschwanden von den Straßen und den Hinterhöfen. Prunkvolle Staats- und Parteibauten entstanden. Freudig begannen alle auf den "Volkswagen" zu sparen, den ein neu errichtetes Werk in Wolfsburg herstellen sollte.


Die Arbeiter: ...hatten seit der Zerschlagung der Gewerkschaften keine Chance mehr, für sich einen Anspruch geltend zu machen, keine Chance mehr, auf die Durchsetzung seiner Interessen einzuwirken. Keine Tarifautonomie mehr, kein Streikrecht. Arbeiterrechte wurden abgebaut, besonders die freie Wahl eines Arbeitsplatzes. Autobahnprojekte & ähnliches brachten zwar Arbeit, aber ließen den Lebensstandard nicht wieder auf den Stand vor der Krise steigen.
Aufrüstung: Mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht 1935 wurden zahlreiche Kasernen, Flugplätze & militärische Übungsstätten gebaut.
Aufrüstung, pt II : Ganze Jahrgänge junger Männer wurden zum Wehrdienst berufen. 1936 eine ganze Million Männer. An der Grenze zu Frankreich entstand ein großer Wall: Der "Westwall". Die Industrie wurde unter dem Gesichtspunkt "Aufrüstung" gelenkt. Sie wurden mit allen erdenklichen Mitteln zur letzten Leistung angespornt. Nach Stalins Vorbild Verkündete Hitler 1936 einen "Vierjahresplan": Sein erstes Ziel war es, Deutschlands Industrie von der Ausländischen unabhängig zu machen. Rohstoffe, die Deutschland fehlten, sollten durch deutsche Kunststoffe ersetzt werden: Gummi durch "Buna", Benzin aus Erdöl durch Benzin aus Kohle, Wolle und Baumwolle durch Zellwolle und andere Kunstfasern.

Ab 1933 begann die Arbeitslosigkeit wieder zu sinken. Das NS-Regime hatte das durch Autarkiepolitik (Abschottung vom Welthandel) und durch viele Staatsaufträge (vor allem in Rüstungsindustrie) erreicht. Diese sollte vollkommen unabhängig vom Ausland existieren können. Vor allem wegen des geplanten Krieges war das wichtig. Auch die Armee sollte so schnell wie möglich kriegsbereit sein.


4. Judenverfolgung und Judenmord
Mit der Ergreifung der Macht begann auch die Verfolgung der Juden. Obwohl nur eine Religion, wurden die Juden zu einer Rasse erklärt und in der Rassenlehre in den Schulen und in der Propaganda zu Untermenschen erklärt. Die Juden wurden aus dem öffentlichen Leben verbannt (Berufsverbote). Durch die Nürnberger Rassengesetze 1935 wurden ihnen die Staatsbürgerschaft entzogen und die Heirat mit "Ariern" (Bezeichnung europäischer Rassen) wurde verboten. Schließlich wurden sie ab 9.11.1938, der "Reichskristallnacht", in der jüdische Geschäfte und Synagogen zerstört wurden, gefangengenommen und deportiert oder in der "Endlösung" der Nationalsozialisten in Vernichtungslagern ermordet. Das alles wirft die Frage auf, ob die deutsche Bevölkerung dies alles nicht bemerkt hat oder einfach nicht bemerken wollte. Während die Kommunistenverhaftungen fast ohne Volksinteresse abliefen, gab es gegen die Reichskristallnacht öffentliche Proteste. Diese hörten aber auf, nachdem die Geschäfte, Unternehmen und Handwerksbetriebe der Juden zu Billigpreisen an Interessenten verkauft wurden. So konnten sich viele an den Judenmorden bereichern. Ob aber der Judenermordung von den Nationalsozialisten von vornherein geplant oder ob sie als Reaktion auf die Krisen in der NS-Diktatur ausgeführt wurde, darüber streiten sich die Geschichtsforscher. Es besteht die Frage, ob die Errichtung der Diktatur nur Mittel zum Zweck war oder ob der Antisemitismus der Machterhaltung der Diktatur diente. Unbestreitbar ist, das bereits vor dem NS-Regime ein verhältnismäßiger starker Antisemitismus herrschte. Das begründete sich auf den schnellen Aufstieg der Juden in der Industriegesellschaft, da sie die neuen Techniken schneller einsetzten und somit schneller reich wurden. Die Arbeiter, die dann für sie arbeiteten, entwickelten einen so großen Haß auf sie, so dass sie sie schließlich für alle sozialen Probleme und sogar die Wirtschaftskrise verantwortlich machten.

Auschwitz : Nachdem Hitler 1939 einen neuen Weltkrieg entfesselt hatte und große Teile Europas unterworfen waren, begann das entsetzlichste, was je unter deutschem Namen geschehen ist. Die Juden wurden zusammengetrieben und nach Polen verschleppt, um dort "vernichtet" zu werden. Die SS hatte regelrechte "Todesfabriken" eingerichtet, die größte bei dem polnischen Dorf Auschwitz. Was hier geschehen ist, werden wir wohl niemals begreifen können. Mit tödlichster Kälte und Präzision wurden hier Menschen getötet, wie am Fließband.

 


5. Der Weg in den Krieg
Das Ziel der Nazis war es, den Versailler Vertrag aufzuheben. Die Eroberung neuen "Lebensraums", die Vorherrschaft in Europa.
Die Bündnispolitik: Einen Bündnispartner zur Durchsetzung seiner außenpolitischen Ziele fand Hitler in Italien. Italien wurde von Faschisten regiert, wie Deutschland auch. Italien wollte das "römische Großreich" wiederherstellen, und überfielen als erstes das alte Kaiserreich Abessinien. Die ganze Welt verurteilte diesen Überfall, nur Deutschland unterstützte Mussolini. Dadurch hatte Hitler Italiens Freundschaft erworben. Sie schlossen 1936 einen Freundschaftsvertrag. Noch im gleichen Jahr konnten sie ihr Bündnis im spanischen Bürgerkrieg erproben.

Der spanische Bürgerkrieg (1936 - 1939): Seit 1931 war Spanien eine Republik. Als nun 1936 die Republikanische Regierung Reformen einleiten wollte, entbrannte ein Bürgerkrieg zwischen den Republikanern & den Faschisten unter Franco. Er bekam Hilfe von Deutschland & Italien. Der Krieg endete 1939. Eine weitere faschistische Diktatur entstand in Europa.

Das erste Ziel: Revision von Versailles. Unterdessen hatte Hitler schon mit der Verwirklichung seines ersten Zieles begonnen: der Revision des Versailler Vertrages . An diesem mochte ohnehin niemand mehr so richtig festhalten: Seit 1926 Deutschland in den Völkerbund aufgenommen worden war, wurden viele Zugeständnisse seitens der Alliierten gemacht: 1930 war das Rheinland frei von fremden Truppen, 1932 wurden die deutschen Reparationszahlungen endgültig eingestellt. Die im Vertrag festgehaltene Abstimmung über die Zugehörigkeit des Saarlands fand termingemäß 1935 statt. 90% der Saarländer waren für eine Rückkehr zu Deutschland. Die allgemeine Wehrpflicht, die Aufrüstung und die Wiederbesetzung des Rheinlandes verstießen zwar gegen den Vertrag von Versailles, aber außer Protesten auf dem Papier geschah nichts. Hitlers nächster Schritt: Die Angliederung Österreichs.

Das zweite Ziel: die Schaffung "Großdeutschlands". Die Österreicher wollten nun (nicht wie 1919) nicht mehr alle zu Deutschland. Im Frühjahr 1938 wurde Österreich "heimgeholt", wie Hitler das nannte. Österreich wurde gleichgeschaltet und wurde fortan nur noch "Ostmark" genannt. Die Sudetendeutschen : Bei der Zerschlagung Österreich-Ungarns war auch die Tschechoslowakei entstanden, wo unter Tschechen und Slowaken auch ca. 3,5 Mio. Deutschösterreicher lebten, die "Sudetendeutschen". Die Nationalsozialisten des Sudetenlandes forderten von der Regierung in Prag eine Abtretung ihrer Siedlungsgebiete an Deutschland: mit Aufmärschen, Kundgebungen, Zwischenfällen. Hitler unterstützte sie offen und drohte mit Krieg. Seit Mai 1938 verschärfte sich die Sudetenkrise immer mehr. Allgemein befürchtete man einen Krieg, denn die Tschechoslowakei hatte ein Bündnis mit Frankreich. Im letzten Augenblick kam es in München zu einer Konferenz zwischen Deutschland, England, Frankreich und Italien. Es kam zu einem Vertrag, der Deutschland die deutschen Gebiete der Tschechoslowakei zuwies. Er habe nun nirgendwo mehr gebietsmäßige Forderungen, meinte Hitler nach der Unterzeichnung.

Das dritte Ziel: Die Vorherrschaft: In Europa wurde die Erhaltung des Friedens mit Jubel begrüßt. Im westlichen Lager war 1918 die Forderung nach "Selbstbestimmung" laut geworden, und bisher hatte Hitler sich mit seiner Politik darauf berufen können. Schon bald aber wurde deutlich, dass Hitler das Selbstbestimmungsrecht für sich ausgenutzt hatte, um auch sein drittes Ziel anzugehen: die Vorherrschaft in Europa und -irgendwann- in der Welt.

Der Überfall auf die Tschechoslowakei: Hitler marschierte in die Tschechoslowakei ein und gliederte sie dem Großdeutschen Reich an. Diese Angliederung von 10 Mio. Menschen stellte ein deutliches Zeichen der Machtpolitik Hitlers dar und wurde im Ausland auch so verstanden.

Dem Kriege entgegen : Schon wurde das nächste Opfer Hitlers erkennbar: Polen. Jetzt wurde ein Bündnis zwischen Frankreich und England geschlossen, ganz klar war die Haltung der Westmächte: "Bis hierher und nicht weiter". Dann geschah etwas Unvorstellbares: Am 23. August 1939 schlossen Hitler und Stalin einen Nichtangriffspakt ab. Nicht nur die deutschen waren verwirrt. Für den Augenblick hatte Hitler das erreicht, was er wollte: Polen war rettungslos eingekreist. Und die beiden Bündnispartner hatten Polen in einem geheimen Zusatzvertrag schon aufgeteilt, ehe der erste Schuss gefallen war.


6. Die Hierarchie der Führerideologie
Der Nationalsozialismus vertritt im kleinsten wie im größten den Grundsatz der unbedingten Führerautorität. Bereits die Art und Weise, wie Hitler innerhalb der deutschen Arbeiterpartei die Rolle des alleinigen Führers an sich gezogen hatte, wie er sich von seinen Anhängern zum Führer der NSDAP ausrufen ließ, wie er die Partei von da an organisierte und auf sich zuordnete, wobei jeder Unterführer vom nächsthöheren Verantwortlichen eingesetzt wurde und Hitler selbst die Spitze bildete, zeigte das Ordnungsprinzip, das Hitler auch als Ziel für die Staatsordnung vorschwebte.
Die Reichsleitung wurde gebildet durch den "Führer" Hitler, seinen Stellvertreter und die Reichsleiter mit besonderen Fachgebieten, vielfach zugleich Minister. Die Gauleiter, häufig als Reichstatthalter oder Oberpräsidenten gleichzeitig oberste Regierungsbeamte, sicherten die Herrschaft der Partei innerhalb der staatlichen Verwaltung.


Die "besten Köpfe", die "rassisch wertvollsten", sollten unter Adolf Hitler als Führer nachrangige Autorität über das in Gefolgschaftskader gegliederte Volk erhalten.
Hitlers Stellung: In der pyramidenförmigen Führeranordnung war Hitler niemand mehr Rechenschaft schuldig, auch nicht der nationalsozialistischen Weltanschauung, da diese wiederum nur seine eigene Weltanschauung war; da es in dieser Ideologie weder einen Gott gab, noch die Gefolgschaft, da sie niedriger stand, eine Rechenschaft fordern konnte, bedeutete dies uneingeschränkte Herrschaft.


7. Die Ideologie des Nationalsozialismus
Volksgemeinschaft: Die Nazis propagierten das Ideal einer einheitlichen Volksgemeinschaft, in der durch die Aufhebung der sozialen Gegensätze, alle sozialen Gruppen zu einer Einheit verschmelzen sollten. Diesem folgend waren die Gewerkschaften nach Meinung der Nationalsozialisten zur Vertretung der Interessen einer Arbeiterschaft unnötig, da in der Volksgemeinschaft vielmehr alle Berufsstände zum gemeinsamen Nutzen beitragen sollten.
Arier/arisch: (sanskr. Ärya, "der Edle") Im Altertum die Selbstbezeichnung von Völkern in Indien und Iran mit engverwandten indoeuropäischen Sprachen. Das Wort "arisch" kam im 18. Jahrhundert in Westeuropa als sprachwissenschaftlicher Ausdruck in Gebrauch; zum Teil wurde es gleichbedeutend mit "Indogermanen" verwendet. Die im 19. Jahrhundert aufkommende Rassenideologie prägte den Begriff "arische Rasse", die mit der "nordischen Rasse" gleichgesetzt wurde. Im Sprachgebrauch der Antisemiten, besonders der Nationalsozialisten verengte sich die Bedeutung von Arier auf "Nichtjude".

Antisemitismus: Feindschaft gegen die Juden, insbesondere aus sogenannten rassischen Gründen. Die 1879 von W. Marr geprägte Bezeichnung ist irreführend, da die Antisemiten nicht die Angehörigen der semitischen Sprachfamilie (Bewohner Nordostafrikas und Vorderasiens) bekämpfen, sondern die Anhänger der jüdischen Religion und Nachkommen dieser. Diese Menschen werden fälschlich als einheitliche Rassengruppe betrachtet, und die so konstruierte "jüdische Rasse" wird als minderwertig bezeichnet. Von anderen Formen der Judenfeindschaft, die seit frühchristlichen Zeiten anzutreffen sind, unterscheidet sich der Rassen - Antisemitismus dadurch, daß er die behaupteten negativen Eigenschaften der Juden als unaufhebbar betrachtet.
Führer: Das Oberhaupt des Volkes in der Ideologie des Nationalsozialismus. Er entscheidet über den allgemeinen Volkswillen, dem sich jeder Angehörige des Volkes bedingungslos zu beugen hat. Er symbolisiert in gewisser Hinsicht das Ergebnis eines trägen Volkes, daß die Entscheidungen gerne auf der "Regierung" beruhen läßt und sich selbst nicht oder nur kaum mit Politik bzw. politischen Problemen auseinandersetzt.

Darwinismus: "Basierend" auf die auf Darwin beruhende Selektionslehre, leiteten die Nationalsozialisten die Theorie ab, daß der Überlebenskampf der Tierwelt auch auf die Menschen zutreffe und den unterschiedlichen menschlichen Rassen von Natur aus verschiedene Fähigkeiten zugeteilt wurden. Dieser Teil der NS-Ideologie setzte voraus, daß es wie im Tierreich mehr- und minderwertige Rassen gebe, wobei die arische Rasse, also alle deutschstämmigen "Nichtjuden" von Natur aus die mehrwertige Rasse sei und damit zu einer "Herrenrasse" emporgehoben werde.

8. Die Erkenntnis des Nationalsozialismus
Das Phänomen des Nationalsozialismus ist angesichts der schwierigen Thematik nicht leicht zu erklären. Die faschistische Bewegung beinhaltete eine Weltanschauung, die als wissenschaftlich lächerlich einzustufen ist. Carl Joachim Friedrich hat eine gewisse Systematik in die Totalitarismustheorien gebracht; zugrunde liegen sechs Merkmale:

  1. Eine "offizielle Ideologie", die "einen Endzustand der Menschheit ein Paradies auf Erden, proklamiert".
  2. Eine "Massenpartei, die im alleinigen Besitz der formellen Herrschaft ist", hierarchisch aufgebaut ist und in der Regel von seinem Diktator geführt wird.
  3. Die "terroristische Geheimpolizei", die die nachweisbaren Feinde des Regimes, aber auch eigenmächtig ausgewählte Bevölkerungsgruppen bekämpft.
  4. "Das nahezu vollkommene Monopol aller Nachrichtenmittel in der Hand der Partei und ihrer Kader."
  5. Das "fast vollkommene Waffenmonopol" des Staates.
  6. "Die zentrale Lenkung und Beherrschung der gesamten Wirtschaft... durch eine bürokratische Gleichschaltung aller vorher unabhängigen Wirtschaftskörper."

Durch eine Analyse und Systematisierung des Faschismus und totalitärer Systeme kann die begrenzte zeitgeschichtliche Betrachtung überwunden werden.


verwendete Quellen:

 

  • Otto Braun: "Von Weimar zu Hitler" 1940 Europa-Verlag erstmals auf deutsch 1943 (Zürich)
  • Heinrich Pleticha: "Deutsche Geschichte"
  • dtv-Atlas der Geschichte
  • "Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg" 1989 Tigris Verlag
  • Heinrich Brühning: "Memorien 1918-1934" dva
  • "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg" (6-Teiler) dva
  • "Chronik der Deutschen" Chronik-Verlag

 

häufige Suchphrasen:
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