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Titel / Referat: Goethe, Johann Wolfgang - Die Leiden des jungen Werthers (psychologische Analyse)

Schlagwörter: Liebe als Ursache für Selbstmord, Facharbeit, Johann Wolfgang von Goethe Hausaufgabe, Referat

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Die Leiden des jungen Werther "Liebe als Ursache für Selbstmord" Facharbeit (psychologische Analyse)

 

Einleitung
„In Deutschland wählt im Durchschnitt alle 47 Minuten ein Mensch den Freitod.“ (shortnews) Die Ursachen scheinen immer die gleichen zu sein: „Träume, die nicht aufgehen, oder wenn man am Ziel seiner Träume angekommen ist, empfängt einen eine Leere. Manch einer verkraftet das nicht.“ (Praxis Jugendarbeit) Von den 11.000 Menschen (im Jahr 2004) liegt der Prozentsatz von Jungen bzw. Männern, bei 72 Prozent. (shortnews) Bezogen auf die Lektüre stellt sich auch hier die Frage: Was ist eigentlich die Ursache für Werthers Selbstmord? Seine unerfüllte Liebe zu Lotte scheint der wohl naheliegendste Grund zu sein. Doch eine solche Offensichtlichkeit regt zum Denken an. Um letztendlich die Gründe seines Selbstmordes zu finden, untersuche ich verschiedene Aspekte.
Was bedeutet es sich aufgrund einer unerfüllten Liebe umzubringen? Was passiert in der menschlichen Seele?

Hier versuche ich eine Antwort zu finden durch die Auseinandersetzung mit Werthers Charaktereigenschaften. Ist es wirklich die Liebe, die ihn in den Selbstmord trieb? Oder gab es frühe Anzeichen einer seelischen Instabilität, sodass er von seinen Mitmenschen noch hätte gerettet werden können? Scheitert er nicht vielleicht an seiner eigenen psychischen Labilität und seiner Unfähigkeit, mit sich selber in Einklang zu leben?


Inhaltsangabe
In dem Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe hat der Leser die Möglichkeit von Mai 1771 bis Dezember 1772 an dem Leben des jungen Werther teilzuhaben. Dieser flüchtet als recht isoliert lebender Sonderling vor dem wirren Stadtleben aufs Land und sucht Ruhe in „Wahlheim“. Der junge Mann ist von der Natur begeistert und hält seine Gedanken hin und wieder durch Zeichnungen und Geschriebenes fest. Einziger näherer zwischenmenschlicher Kontakt besteht zu Wilhelm, den er durch seine Briefe an seinem (Gefühls)leben teilnehmen lässt. Während seines Aufenthaltes in „Wahlheim“ lernt er auf dem Weg zu einer Tanzveranstaltung Lotte kennen und ist spontan von ihr begeistert. Er verliebt sich in sie, als er Seelenverwandtschaft und enge Verbundenheit zu ihr feststellt.

Zunächst hat Werther hohe Erwartungen auf eine Beziehung mit Lotte, doch nach und nach macht er sich der Hoffnungslosigkeit bewusst, denn Lotte ist beinahe verlobt. Werther flüchtet aus dem Dorf und findet wieder realistische Ansätze in seiner Bewertung der Beziehung. Ihm wird bewusst, dass er Lotte vergessen muss. Doch trotz einiger Zeit des Abstands zu Lotte vermag er die Enttäuschung nicht zu überwinden. Selbst die aufgenommene Arbeit am Hofe eines Adeligen zeigt ihm keine neue Lebensorientierung. Da er sich auch diesen menschlichen Kreisen nicht zugehörig fühlt und er keinerlei Beziehungen aufbauen kann, gerät er in eine noch tiefere Isolation. Seine Frustration dehnt sich auf weitere Lebensbereiche aus und hindert ihn daran, sein Leben aktiv in die Hand zu nehmen. Mit der Entscheidung, nach „Wahlheim“ zurückzukehren, liefert er sich seinen Leiden aus. Obwohl Lotte dort bereits verheiratet ist, besucht er sie weiterhin. Als sie einen Kuss zurückweist, verzweifelt er endgültig und beendet seinen Abschiedsbrief, den er schon vor seiner Abreise aus „Wahlheim“ begonnen hat. Mit einer aus Lottes Haus ausgeliehenen Waffe erschießt er sich und erliegt schließlich seinen Verletzungen. Eine christliche Beisetzung bleibt ihm verwehrt.


Selbstmord unter psychologischem Aspekt
Generell ist der Selbstmord „eine Kurzschlusshandlung aus vorübergehender Verzweiflung, die unterblieben wäre, hätte es eine vernünftige Prüfung der Lebensmöglichkeiten gegeben.“ (psychology48.com) Meistens erhoffen sich die Selbstmörder eine Bestrafung derer, die ihnen dieses seelische Leid zugefügt haben. So will er „sie gleichsam in seinen Tod mitnehmen.“ (psychology48.com) In der Psychologie wird der Selbstmord als freiwillige Beendigung des Lebens angesehen. In bestimmten Kulturen wird er teilweise auch als Verbrechen aufgefasst, da sich der Mensch endgültig der Gesellschaft entzieht. (psychology48.com) Andere erachten ihn als einen Beweis des eigenen Mutes, wenn „jemand mit dem Freitod die Unvereinbarkeit einer sinnvollen Existenz mit den äußeren Bedingungen einbekennt.“ (psychology48.com)

Auch Werther bietet seine eigene Auffassung der menschlichen Psyche. So glaubt er: „Die menschliche Natur hat ihre Grenzen: Sie kann Freude, Leid, Schmerzen bis auf einen gewissen Grad ertragen und geht zugrunde, sobald der überstiegen ist. Hier ist also nicht die Frage, ob einer schwach oder stark ist, sondern, ob er das Maß seines Leidens ausdauern kann.“ (Goethe, S. 66)

Unerwiderte Liebe als Grund des Selbstmordes
Schon im 13. Jahrhundert dichtete der Italiener Dante Alighieri „ Nie hat auf den sich wahrer Schmerz ergossen, der nicht gefühlt der Liebe bitt’res Weh.“ (Luchmann) Gründe, die Menschen in den Selbstmord treiben, gibt es viele, doch „unerwiderte Liebe oder der Verlust des Partners ist die häufigste Ursache für Selbstmord bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.“ (Luchmann) Sie entwickeln Vorstellungen einer harmonischen Zukunft. Sie suchen Liebe, Geborgenheit, nach etwas Sinnvollem. Diese Lebensperspektive wird durch das „Nicht-(mehr)-da-sein“ einer Person zerstört, d.h. die gesamte Konzeption ist in der anderen Person verankert, nicht in der eigenen. Folglich gelingt es uns schwer oder auch gar nicht, Alternativen zu denken und zu leben. So kann auch jemand aus einer geordneten Familie plötzlich den Halt verlieren (Praxis Jugendarbeit). „Der Schmerz einer nicht erwiderten Liebe kann bohrend, zerrüttend und zutiefst vernichtend sein, an dem nicht nur die Seele leidet. (…) Die heftigen Emotionen lösen eine Art hormonellen Stresszustand aus, der je nach Dauer, wirklich schädigen kann“ (Rehmet). Auch kann man die Anfälligkeit für Selbstmorde auf eine bestimmte Personengruppe nahezu einschränken: „Dazu gehören (…) sehr junge und emotional unerfahrene Menschen, die sich einfach noch schwer tun, ihre eigenen Gefühle, aber auch die Gefühle eines anderen richtig einzuschätzen.“ (Rehmet)

Dabei sind die Suizidziffern bei Männern um einiges höher als bei Frauen, so sind etwa 2/3 der Opfer männlich. (toxinfo.org) All diese allgemeinen Studien bieten Rückschlüsse auf Werthers Suizid. So ist er ein junger, unerfahrener Mensch, zudem noch männlichen Geschlechts, der unter der unerwiderten Liebe zu Lotte Höllenqualen leidet.


Selbstmord am Beispiel von Werther 
Charakterisierung Werthers unter psychosozialem Aspekt
„Werthers Charakter ist wirklich nicht einfach zu beschreiben, er ist komplex, vielschichtig und alles andere als eindeutig. Wenn man eines mit Gewissheit über ihn sagen kann, dann, dass er eine große Spannung, ein großen Bogen von Konflikten in sich trägt.“ (Wienecke)
Der junge Werther ist „zuerst und vor allem ein idealistischer Träumer, der immer nach dem Unbedingten, Vollkommenen und Unendlichen sucht und mit der ihm eigenen Schärfe des Verstandes überall in der Welt nur das Bedingte, Unvollkommene und Endliche erkennt.“ (Wienecke) Auch äußert Werther immer wieder seine Gedanken, die das Leben im Bezug auf einen Traum beschreiben: „Dass das Leben des Menschen nur ein Traum sei, ist manchem schon so vorgekommen, und auch mit mir zieht dieses Gefühl immer herum.“ (Goethe, S.17) Dies hebt seinen Verlust des Bezugs zur Realität hervor. Schnell lässt sich der Grund für sein letztendliches Scheitern erkennen: „In dieser Welt, in der er lebt, kann Werther niemals glücklich werden.“ (Wienecke)
Insgesamt ist Werther ein äußerst empfindsamer Mensch, der in der Intensität seiner Empfindungen und dem starken Einfluss seiner Leidenschaft ertrinkt. „Schon allein der Aufenthalt in der Natur, der bei einem anderen zu Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit führt, verzückt und erschüttert Werther bis ins Mark der Seele.“ (Wienecke)
Werther ist grundlegend nicht in der Lage seine Gefühle und Emotionen zu regulieren, im Gegenteil: Sie beherrschen ihn und all seine Handlungen: „Er ist unfähig, sie durch Überlegung und Einsicht zu kontrollieren.“ (Wienecke)
„Friedrich Schiller beschreibt Werther als einen ‚Charakter, der mit glühender Empfindung ein Ideal umfasst und die Wirklichkeit fliehet, um nach einem wesenlosen Unendlichen zu ringen, der, was er in sich selbst unaufhörlich zerstört, unaufhörlich außer sich suchet, dem nur seine Träume das Reelle, seine Erfahrungen ewig nur Schranken sind.’“ (Wienecke)
Werther ist auf ewiger Suche nach etwas, was für ihn unmöglich zu finden ist und somit in seiner ambivalenten Denkweise gefangen, so schwebt er ständig zwischen Selbstanbetung und Selbstverachtung. (Auer, S. 95)


Liebe als Ursache für Selbstmord
Dass Liebeskummer zu den häufigsten Gründen für einen Selbstmord gehört, wurde bereits festgestellt. (Rehmet) Ob dies allerdings bei Werther auch der Fall ist, gilt nun behandelt zu werden.
Bei der näheren Betrachtung Werthers Charakters wird immer wieder deutlich, wie sehr er von der Intensität seiner Leidenschaften getrieben wird. So verwundert es nicht, dass er sich Hals über Kopf in eine beinahe verheiratete Frau verliebt und sich aus seiner misslichen Lage nicht alleine zu befreien weiß. Die Missachtung seines Verstandes, sein Verlass auf sein Herz, die Dominanz der Gefühle und auch ein zu erkennendes Selbstmitleid zeigt sich immer wieder: „Auch halte ich mein Herzchen wie ein krankes Kind; jeder Wille wird ihm gestattet.“ (Goethe, S.13)
Doch ist es nur die unglückliche Liebe, die ihn in den Selbstmord treibt, oder ist vielleicht seine Psyche generell nicht im Gleichgewicht und droht schon vor der Bekanntschaft mit Lotte die Balance zu verlieren?


Frühe Anzeichen Werthers Leiden
„Wir müssen uns aber vor Augen halten, dass Werthers Gefährdung und Zerrüttung nicht erst durch die Bekanntschaft mit Lotte ihren Anfang nehmen. Ein Indiz für seinen von vornherein labilen inneren Zustand liefert bereits einer der ersten Briefe: ‚So ungleich, so unstet hast du nichts gesehen als dieses Herz.’“ (Wienecke)
Schon der Beginn des Buches lautet: „Wie froh bin ich, dass ich weg bin“ und lässt auf einen zerrütteten Zustand seiner Psyche schließen. (Goethe, S. 9)
Beigetragen zu seiner inneren Zerrissenheit hat das schlechte Verhältnis zu seiner Mutter. „Wir können nur spekulieren, dass es ihm an Bindung, Nähe und Vertrauen (…) fehlt.“ (Wienecke) So ist auch bekannt, dass er Lotte nicht nur als Frau, sondern auch als Mutter schätzt. Als er versucht, Lotte zu beschreiben, wählt er die Szene, in der er sie mit ihren kleinen Geschwistern sieht. „Welch eine Wonne das für meine Seele ist, sie in dem Kreise der munteren lieben Kinder, ihrer acht Geschwister, zu sehen.“ (Goethe, S. 27) Aber auch der frühe Tod seines Vaters hat ihn stark beeinflusst, denn dieser bedeutete einen ersten tiefen Schicksalsschlag. Auch sein unablässiges Streben nach der für ihn nie zu erreichenden Vollkommenheit und Glückseligkeit ist mitverantwortlich für seine frühen Leiden, denn so ist er in seinem Unglück und der Unvollkommenheit seines Lebens sichtlich gefangen. Sicher ist, dass seine melancholische Veranlagung in Form von „Stimmungsschwankungen und Fantasievorstellungen, seinem sensiblen Wesen, seiner Entscheidungsfähigkeit und seinem Narzissmus“ schon vor seiner Begegnung mit Lotte zu erkennen ist. (Minde) Hier weise ich auf Werthers Äußerung hin, er halte sein Herzchen wie ein krankes Kind. (Goethe, S. 13) Ebenso der Selbstmordgedanke zeichnet sich schon früh ab.

So schreibt Werther bereits in einem der ersten Briefe: „Hält er doch im Herzen das süße Gefühl von Freiheit, und dass er diesen Kerker verlassen kann, wann er will.“ (Goethe, S 18)
„Wenn man den Kerker nun als Metapher für das Leben sieht, so spricht Werther von der Möglichkeit des Freitods, um sein Dasein zu beenden (…).“ Sieht man den Übergang zwischen dem Diesseits und Jenseits als Hindernis, so könnte der Wunsch, die Grenzen seines Gefängnisses zu verlassen, die Sehnsucht nach dem Tod bedeuten. (Minde) Ferner berichtet Werther mehrmals von seinen Kommunikationsproblemen und seiner Unfähigkeit ernsthafte Freundschaften zu schließen. Bloße Bekanntschaften macht er unzählige: „Ich habe allerlei Bekanntschaft gemacht – Gesellschaft habe ich noch keine gefunden“ und „Missverstanden zu werden ist das Schicksal von unsereinem.“ (Goethe, S. 14/15) Werther scheint isoliert von der Gesellschaft, ein Einzelgänger, der sich nicht austauschen kann, jemand, der leidet, und vielleicht sogar aus dem Schmerz seine Befriedigung zieht. Wilhelm ist sein einziger Vertrauter.

Zudem vermutet Elisabeth Auer, Werther leide unter dem präsuizidalen Syndrom, das 1953 von Erwin Riegel beschrieben wurde:
„Worte einer endgültigen Perspektive wie ‚immer’, ‚nie’[...] und ähnliche werden immer gewöhnlicher. Er [der Mensch] fühlt sich völlig alleine und erfasst seine Situation als schmerzhaft und unlösbar. [...] Das präsuizidale Syndrom geht in der Regel jeder Suizidhandlung voraus. Im Zusammenhang [...] erfolgt eine zunehmende Einengung der zwischenmenschlichen Beziehungen, bis man sich schließlich an eine Person anklammert, von der man völlig abhängig ist.“ (Riegel)

Die unerwiderte Liebe zu Lotte ist also eindeutig nicht der Grund, der ihn in den Selbstmord treibt, denn „schwankend und instabil erleben wir Werther bereits, bevor er sich unglücklich verliebt“ (Wienecke) – dennoch vielleicht das fehlende Gewicht auf der einen Seite seiner inneren Gleichgewichtswaage.

Hätte Werther gerettet werden können?
Das tragische Ende des Romans lässt sicht bereits aus den ersten Worten vorausahnen: „Wie froh bin ich, dass ich weg bin.“ (Goethe, S.9) Doch es stellt sich die Frage: Warum greifen die beiden Werther nahe stehenden Menschen, Wilhelm und Lotte, nicht ein, obwohl Werther mehrmals nicht misszuverstehende Andeutungen bzgl. eines Freitods macht. Im Folgenden verweise ich auf einige von vielen Hinweisen: 

„Oft zurzeit, wo ich mir eine Kugel vor den Kopf schießen möchte.“ (Goethe, S. 54)
„Ach, ich habe hundertmal ein Messer ergriffen, um diesem gedrängten Herzen Luft zu machen. (Goethe, S. 98)
„Mit mir ists aus, ich trag es nicht länger!“ (Goethe, S. 127)

Die einzige Handlung Wilhelms, die der Leser erfährt, ist eine Bitte an Werther am Ende des Buches, nach Hause zurückzukehren (Goethe, S.140). Doch Werther, welcher eindeutig unfähig ist sich unterzuordnen, weist die „Ratschläge seines Brieffreundes (…) freundlich, aber bestimmt, zurück und setzt seinen eigenen Kopf durch.“ (Wienecke) Auch könnte man sich fragen: Wo ist Lottes so brillanter Verstand, von dem Werther häufig schwärmt? So bewundert Werther: „Ich fand so viel Charakter in allem, was sie sagte, ich sah mit jedem Wort neue Reize, neue Strahlen des Geistes aus ihren Gesichtszügen hervorbrechen.“ (Goethe, S. 30) Natürlich kann verborgen bleiben, dass ein anderer Mensch eine heimliche Liebe empfindet. Allerdings müsste dies einer Frau nach immerhin längerer Zeit auffallen. Auch berücksichtigt werden muss, dass Werther Lotte zu küssen versucht und Lotte hieraus bereits seine Gefühle hätte erkennen müssen. Selbst als Werther vorbeikommt, um sich das Gewehr auszuleihen „ging sie in ihr Zimmer, in dem Zustande der unaussprechlichsten Ungewissheit. Ihr Herz weissagte ihr alle Schrecknisse.“ (Goethe, S.167) Sie ging in ihr Zimmer und überließ Werther seinem Schicksal. Gleichgültig, inwieweit Lotte unaufmerksam, oberflächlich, unverantwortlich oder auch nicht mutig genug war – sie, wie Wilhelm, ist mit verantwortlich für Werthers Tod. Mit dieser Verantwortung ist auch die Möglichkeit, Werthers Leben zu retten, verbunden. Auch, wenn damals psychologische Hilfen nicht vorhanden waren, hätte ein verantwortungsbewussteres menschliches Handeln Werthers engster Vertrauten vermutlich einen Selbstmord verhindern können.


Schluss/Fazit
Es ist schwierig zu einer eindeutigen Antwort zu kommen, ob Liebe bzw. die unerfüllte Liebe zu Lotte die Ursache für Werthers Selbstmord ist. Beigetragen hat sie zu seiner Entscheidung sein junges Leben zu beenden, insofern als sie der Auslöser ist. Doch müssen wir beachten, dass Werther psychisch labil und vermutlich mit psychischen Erkrankungen vorbelastet war. Eine stabile Psyche hätte dieser bitteren Enttäuschung standhalten können, doch Werther fühlte sich ohnehin verloren in der Gesellschaft, umgeben von oberflächlichen Bekanntschaften. Seine einzigen Vertrauten scheinen ihn in dieser bitteren Lage im Stich zu lassen bzw. zu einer Hilfestellung nicht in der Lage zu sein. Vielleicht war in der damaligen Zeit aber auch der Aufbau einer solchen zwischenmenschlichen Nähe unmöglich. So ist Werthers Selbstmord ein Zusammenspiel aus vielen gewichtigen Faktoren.


Anhang - Bibliografie

1. Auer, E.: Selbstmord begehen zu wollen ist wie ein Gedicht zu schreiben – Eine psychoanalytische Studie zu Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“, Stockholm, Almqvist&Wiksell International 1999

2. Goethe, J.W.: Die Leiden des jungen Werther, Frankfurt am Main und Leipzig 2006, Insel Taschenbuch 3500

3. Luchmann, D.G.: Liebeskummer – der Liebe bitt’res Weh (online), http://www.psychotherapie.de/psychotherapie/sex/00012601.html 12.02.2008

4. Minde, A.: Werthers Krankheit zum Tode – Die Selbstmordthematik in Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“, Kiel 2003/2004, Grin

5. Jugendliche und Selbstmord (online), www.praxis-jugendarbeit.de/andachten-themen/thema-jugendliche-selbstmord.html 10.02.08

6. Selbstmord (online), http://psychology48.com 10.02.08

7. Rehmet, G.: Astrologie und Liebe (online) http://www.allgeier-verlag.de/ausg/2006/06/art_2.htm 12.02.08

8. Schelling, K.: Werthers Krankheit zum Tod, Heidelberg, Grin

9. Selbstmord zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen (online), http://www.shortnews.de/start/cfm?id=636129 10.02.08

10. Wienecke, D.: Werthers ambivalente Persönlichkeit (online), http://www.o-livro.de/buecher/goethe/dirk1c.htm 17.02.08

häufige Suchphrasen:
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