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Titel / Referat: SARS - Severe Acute Respiratory Syndrome

Schlagwörter: schweres akutes Atemwegs-Syndrom, Krankheit, WHO, Inkubationszeit Hausaufgabe, Referat

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SARS - Severe Acute Respiratory Syndrome



Was ist SARS
Die Abkürzung steht für „Severe Acute Respiratory Syndrome“ , also „schweres akutes Atemwegs-Syndrom“. Ein „Syndrom“ ist, wenn die Ursache einer Krankheit in der Medizin noch relativ unbekannt ist und diese nur über das auftretende klinische Bild beschrieben werden kann. Es kann oft aus mehreren Symptomen bestehen und dann erst wird es als Syndrom beschrieben. Und „akut“ ist es, weil es rasch auftritt (und meist auch verhältnismäßig schnell wieder verschwindet). SARS ist eine neu aufgetretene Virusinfektion, die von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Es handelt sich nämlich um eine typisch ansteckende Lungenentzündung.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) erklärt: krankheitsverdächtig ist jede Person, die nach dem 23. Feb. 2003 an Fieber über 38 Grad Celsius über mehr als 24 Std., Husten, Hals- und Muskelschmerzen, Atemnot, „Erkältungssymptomatik“, direkter Kontakt zu Erkrankten hatte oder aus den Endemiegebieten wie Südchina, Hongkong, Südostasien und Toronto/Kanada kommt.
SARS lässt sich von Grippe vor allem durch den röntgenologischen Nachweis einer Lungenentzündung unterscheiden. Bei Verdachtsfällen werden so genannte Ausschlussdiagnosen vorgenommen: SARS ist nur dann gesichert, wenn alle anderen Erreger, die zu den gleichen Symptomen führen, ausgeschlossen werden. Das Virus ist ansteckender als vorher angenommen.
Zu vermuten ist, dass der Erreger im Tierreich vorhanden ist und durch unbekannte Bedingungen begünstigt, auf den Menschen übertragen wurde, es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass auch mehrere Viren zusammenwirken. Das wäre eine gewisse Ähnlichkeit zu den Bedingungen, unter denen sich neue Influenzagentlich können sie aber Infektionen bei anderen Arten hervorrufen. So ist beispielsweise die Geflügelpest eine Grippevirusinfektion bei Hühnern, die selten auf den Menschen übertragbar ist. Ähnlich muss man sich dieses neue SARS-Virus sehen. Vielleicht liegt in ähnlichen Bedingungen auch die Lösung der Quelle des Virus. Doch das sind alles noch Vermutungen, die noch erforscht werden müssen.

Es handelt sich am ehesten um eine Tröpfchen-Infektion, welche vor allem durch Kontakt und nur in einer eng begrenzten Umgebung in der Luft übertragen wird also auch durch Sekrete aus den Atemwegen. Infiziert wird man auch durch infektiösem Kot oder Flüssigkeiten wie Tränen und Blut, aber dieses wird noch untersucht. Die Ansteckungsfähigkeit ist nicht genau bekannt. Es erkrankten meist enge Kontaktpersonen wie Familienangehörige, behandelnde Schwestern und Ärzte aber auch ein Kanadier, der während seines Hongkong Besuchs einen Tag auf der gleichen Hoteletage mit dem erkrankten chinesischen Besucher wohnte und wahrscheinlich keinen direkten Kontakt mit ihm hatte. Eine Reihe enger Kontaktpersonen erkrankten hingegen nicht.
Die Krankheit ist momentan nur mit einer unterstützenden Therapie zu behandeln.

Die Inkubationszeit beträgt 1-11 Tage. Es handelt sich am ehesten um eine Tröpfchen-Infektion, welche vor allem durch Kontakt und nur in einer eng begrenzten Umgebung in der Luft übertragen wird also auch durch Sekrete aus den Atemwegen. Infiziert wird man auch durch infektiösem Kot oder Flüssigkeiten wie Tränen und Blut, aber dieses wird noch untersucht.
Die Krankheit ist momentan nur mit einer unterstützenden Therapie zu behandeln. Jedoch eine etablierte Therapie gibt es nicht, die Behandlung muss in spezialisierten infektbiologischen Zentren mit entsprechender Isolierung des Erkrankten erfolgen; neben einer symptomatischen Therapie (zum Beispiel mit Sauerstoff) werden Virustatika und hochdosiertes Kortison gegeben. Für die Wirksamkeit dieser Therapie gibt es aber keine Evidenz. Laut einer von der WHO veröffentliche Studie kann der SARS-Erreger durch allgemein übliche Desinfektionsmittel abgetötet werden. Nach den Beobachtungen der WHO-Experten kann das SARS-Virus, dass wie Wissenschaftler identifiziert haben von der Familie der Coronaviren abstammt.

Coronaviren bilden eine große Virusfamilie, deren Mitglieder sowohl beim Menschen wie auch zahlreichen Tierspezies Infektionen auslösen. Gemeinsam ist allen Coronaviren der morphologische Aufbau und das große Genom aus Ribonukleinsäure. Während Coronavirusinfektionen in der Veterinärmedizin große Bedeutung haben, sind die bisher bekannten menschenpathogenen Coronaviren lediglich Auslöser von Erkältungs-Krankheiten (banale Reparationstraktinfektionen der oberen Atemwege). Sie werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Vor Entdeckung des SARS Virus war man davon ausgegangen, dass Coronavirusinfektionen nur bei respiratorischen Vorerkrankungen wie Asthma bronchiale oder chronisch obstruktive Lungenerkrankungen größeren Krankheitswert haben. Obwohl die herkömmlichen humanen Coronaviren unter Menschen sehr weit verbreitet sind 90 Prozent der Fünfjährigen hatte bereits Kontakt - ist ihr diagnostischer Nachweis schwierig. Da sie sich in herkömmlichen Zellkulturen kaum vermehren lassen, müssen sie durch elektronenmikroskopische und molekularbiologische Methoden nachgewiesen werden.
Für den Nachweis des neuen SARS Virus sind inzwischen molekularbiologische Nachweismethoden entwickelt worden, und auch Antikörpernachweisverfahren sind in absehbarer Zeit einsetzbar.

Auch außerhalb des Körpers wie zum Beispiel auf Plastikflächen mindestens zwei Tage überleben und in dieser Zeit übertragen werden. Auch im menschlichen Stuhlgang sind intakte Viren noch nach vier Tagen zu finden. Selbst kalte Temperaturen unter null Grad könnten Ihm kaum etwas anhaben. Die Krankheit endet nach vorläufigen Schätzungen in etwa drei bis fünf Prozent der Fälle tödlich. Sie lässt nach bisherigen Erkenntnissen keine bleibenden Schäden zurück. Nach den aktuellen Zählungen der WHO gibt es weltweit rund 6300 wahrscheinliche Fälle und rund 450 Todesopfer. Täglich kommen etwa 200 neue Fälle fast ausschließlich aus China hinzu. In Deutschland liegen weiterhin sieben wahrscheinliche Fälle und keine Todesopfer vor.

Das es sich bei dem Virus vielleicht um einen Kampfstoff oder bei einer Epidemie um einen Terroranschlag handelt, ist sicherlich an keiner Stelle seriös und wird auch in der Fachwelt nicht wirklich diskutiert. In China versuchen die Menschen, sich mit einem Mundschutz den Erreger vom Leib zu halten. Wer öffentlich ausspuckt, muss Strafe zahlen. Inzwischen desinfizieren die Banken sogar schon die Geldscheine. Die Atemschutzmaske hat die Aufgabe, Kleinteilchen (Partikel) von der Einatemluft abzuscheiden. Die Leistung einer solchen Atemschutzmaske wird, im Gegenteil zu einem einfachen Mund-Nasenschutz, durch genormte Prüfungen ermittelt und drei Klassen beschrieben.

Schutzbrillen sollten dann getragen werden, wenn Personen unmittelbaren Kontakt zu Patienten haben. Denn aufgrund der Übertragungswege und der geringen Infektionsdosis der SARS-Erreger ist eine Aufnahme über Schleimhäute des Auges denkbar.


Einige Grundregeln sind:

  1. Gesteigerte persönliche Hygiene, besonders auch Händewaschen
  2. Allgemein Vermeiden von nahen Kontakten; dazu gehört: Menschenansammlungen, enge Kontakte (zum Beispiel: in kleinen Räumen wie Bussen, Fahrstühlen oder ähnliches vermeiden, beziehungsweise die Reise entsprechend planen und einfachen Atemschutz mitführen.
  3. Gänzliches Vermeiden von Kontakten mit Erkrankten.
  4. Kranke sollten derzeit nicht in die besonders belasteten Länder reisen.

In Deutschland sind keine speziellen Vorkehrungen erforderlich. Alle bisherigen SARS-Fälle beruhen auf Ansteckung im Ausland. Wer in die Nähe der Patienten kommt (d.h. medizinisches Personal), muss eine dichte Schutzmaske tragen, vorbeugen. Impfstoffe stehen nicht zur Verfügung. Das Virus kann direkt nachgewiesen werden (durch genetische Untersuchung oder Anzucht im Labor). Ein negatives Ergebnis schließt aber eine Infektion nicht aus, da nur eine bestimmte Probe und nicht der gesamte Organismus eines Patienten getestet werden kann. Indirekt ist ein Nachweis möglich, wenn das Immunsystem eines Patienten reagiert und typische Antikörper bildet. Die sind aber je nach Verfahren verlässlich erst nach zehn bis 21 Tagen nachweisen. Einen sicheren Test gibt es derzeit also noch nicht. Spezielle Arzneien –wie bei den meisten Viruserkrankungen- gibt es noch nicht. Antibiotika etwa wirken nur gegen Bakterien. Derzeit wird der Allgemeinzustand eines Patienten medikamentös gestützt, um sein Immunsystem beim Kampf gegen SARS zu stärken. Die Wirkung der wenigen infrage kommenden antiviralen Mittel wie „Ribavirin“ wird noch getestet.

 

Ausbreitung von SARS

November 2002

Zu diesem Zeitpunkt sind die Krankheitssymptome erstmalig in der Provinz Guangdong in China aufgetreten. Es konnte weder die Krankheit noch der Erreger identifieziert werden. Man bezeichnete die Symptome als Atemerkrankung oder Lungenentzündung. In dem Zeitraum zwischen November 2002 bis Februar 2003 sind in dieser Provinz ca. 200 Fälle dieser Art aufgetreten. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat diese Erkrankungswelle als Beginn von SARS aufgefasst.

19.03.2003

Bis zu diesem Datum sind an der Infektion bereits 4 Menschen gestorben und 219 infiziert weltweit. Diese Tatsache hat die WHO zum ersten mal seit zehn Jahren zu einer globalen Warnung veranlasst. Bereits 3 Tage später sprach sie von 300 Fällen und 10 Toten weltweit.

26.03.2003

Es wird bekannt das die WHO eine weitere Ausbreitung von SARS befürchtet. In Hongkong habe sich der Erreger des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS) wahrscheinlich schon in zehn Krankenhäusern und einer Reihe von Schulen ausgebreitet, berichtet WHO-Experte David Heymann. Bislang hat das neue Virus weltweit 17 Todesfälle verursacht; Infiziert sind mehr als 450 Menschen. Allein in Hongkong wurden gestern 26 neue Verdachtsfälle bekannt. Auch aus Frankreich, Japan und auf der chinesischen Insel Macau wurden neue SARS-Fälle gemeldet. In Frankreich handelt es sich um einen Mann, der in einem Krankenhaus in Hanoi gearbeitet hat. Auf Macau ist eine 25-jährige Britin betroffen, die zuvor Hongkong besuchte. Singapur hat rund 740 Einwohner unter Quarantäne gestellt und schloss gestern eine Tagesklinik sowie eine Schule. Das Ausgehverbot für die Betroffenen soll zunächst für zehn Tage gelten. Bei Verstößen drohen Gerichtsverfahren. Die Behörden in Hongkong befürchten, dass der Virus möglicherweise über einen an SARS erkrankten Passagier nach Peking verschleppt worden seien könnte. Der Mann sei am 15. März von Hongkong in die chinesische Hauptstadt geflogen. Die WHO forderte daraufhin die chinesischen Gesundheitsbehörden zu verstärkten Vorbeugemaßnahmen auf. Jedoch teilten Behördensprecher mit, dass man sich zu so weit greifenden Maßnahmen wie in Singapur in Hongkong außer Stande sehe.

31.03.2003

Weitere fünf Tage später sprechen die Medien schon von 1622 Erkrankungen und mindestens 60 Todesfällen weltweit. Trotz massiver Anstrengung der Gesundheitsbehörden zur Eindämmung von SARS breitet sich die Lungenkrankheit weiter aus. Es wurden allein in Hongkong 92 neue Krankheitsfälle und zwei neue Todesopfer gemeldet. Auch in Stuttgart wurde ein Mann mit SARS-Symptomen behandelt, teilte das baden-württembergische Sozialministerium mit. Kanadawerden die Vorsichtmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Erkrankung verstärkt nachdem dort ein vierter Patient gestorben war und weitere Verdachtsfälle bekannt wurden.

02.04.2003

Besonders in Hongkong breitet sich die Krankheit aus; ganze Stadtteile sind abgeriegelt. Weltweit sind nachweislich bis Mittwochabend 2223 Menschen mit dem SARS-Erreger infiziert und er hat 78 Todesopfer gefordert. Davon stammen 46 Opfer aus China und weitere 16 Menschen starben in Hongkong. Auch vor Deutschland macht die rätselhafte Krankheit nicht halt. Ein 72-jähriger Deutscher infizierte sich bei einer Asienreise Anfang April. Er ist außer Lebensgefahr, liegt aber noch auf der Intensivstation einer Lungenfachklinik.
Hier ein Beispiel wie schnell der Virus ausbreitet:
Ein einziger Hotelgast reiste nach Hanoi, Vietnam. Es wird vermutet, dass er die Ursache für 59 weitere Krankheitsfälle ist. Drei andere Gäste des Hotels flogen nach Singapur und infizierten 70 weitere Menschen. Ein Patient wurde von dem Arzt behandelt, der später nach Frankfurt weiterreiste. Er war der erste SARS-Fall in Europa. Andere infizierte Hotelgäste flogen nach Dublin in Irland, Toronto in Kanada und Albuquerque in den USA. So wurde durch eine sehr geringe Anzahl Menschen der Virus in die verschiedenen Teile der Erde getragen. Bis heute meldeten Frankreich, Rumänien, Großbritannien, die Schweiz, Belgien und nun auch Australien Krankheitsfälle.

11.04.2003

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat gestern einen aktuellen Situationsbericht zu SARS veröffentlicht. Derzeit wurden von den offiziellen nationalen Gesundheitsbehörden insgesamt 2.890 SARS-Verdachstfälle und mindestens 109 Todesfälle gemeldet. Und das in einem Zeitraum von insgesamt nur 5-6 Monaten. In China wurden laut Bericht die meisten neuen SARS-Fälle verzeichnen, die Spitze im Februar scheint jedoch überwunden. Bis heute wurden 1.290 Fälle und 55 Verstorbene allein in China gemeldet. Besonders betroffen ist danach der Stadtstaat Hongkong, mit 998 SARS-Fällen und 30 Toten. Ein besonders signifikanter Outbreak war im Stadtbezirk Amoy Gardens festzustellen, hier musste zwischen dem 27.März und 1.April 2003 ein ganzer Häuserblock unter Quarantäne gestellt werden.

Hier ein aktueller Situationsbericht vom Department of Health und der Krankenhausverwaltung Hongkongs: "Um 1 Uhr wurden gestern 61 Patienten mit Symptomen einer atypischen Pneumonie in öffentliche Krankenhäuser eingewiesen. Darunter befanden sich 11 Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen - 5 vom Princess Margaret Hospital, 2 vom Alice Ho Miu Ling Nethersole Hospital, einer vom North District Hospital, und einer vom Hong Kong Baptist Hospital. Auch kamen 11 Patienten aus Amoy Gardens. Die übrigen 39 waren Personen, die Kontakt gehabt hatten mit anderen Patienten... 121 Patienten erhalten derzeit eine Intensivbehandlung. 2 Patienten verstarben in den Krankenhäusern, womit sich die Zahl auf 32 Todesfälle summierte, bedingt durch atypische Penumonie..."
Neben China ist Kanada besonders von SARS betroffen: die nationale Gesundheitsbehörde berichtet aktuell von insgesamt 266 SARS-Verdachtsfällen und insgesamt 10 Todesfälle. Allein im Distrikt Ontario wurden bis gestern 13 Uhr Ortszeit 98 mögliche und 119 verdächtige SARS-Fälle verzeichnet. In British Columbia wird von 3 möglichen und 34 verdächtigen Fällen berichtet, New Brunswick von 2, Saskatchewan von einem, Alberta von 5, Prince Edward Island von 4 SARS-Verdachtsfällen. 54 Personen mit SARS-Verdacht konnten unterdessen aus Krankenhäusern in Ontario wieder entlassen werden.

05.04.2003

Nach statistischen Angaben des chinesischen Gesundheitsministeriums sind bis Dienstag den 15.04.2003 auf dem chinesischen Festland 1445 SARS-Krankheitsfälle registriert worden.
Davon sind 65 an der ansteckenden Lungenkrankheit gestorben, 1099 konnten geheilt und aus den Krankenhäusern entlassen werden. Aus der südchinesischen Provinz Guangdong wurden am Dienstag 4 neue SARS-Krankheitsfälle und 1 Todesfall gemeldet. Sechs Menschen wurden geheilt. In der nordchinesischen Provinz Shanxi gab es 5 neue SARS-Fälle, in Beijing 3 und im Autonomen Gebiet Innere Mongolei 1 neuer SARS-Fall.

21.04.2003

Allein in den letzten 6 Tagen sind 32 Menschen gestorben. Nach Angaben des chinesischen Gesundheitsministeriums sind auf dem chinesischen Festland 2158 SARS-Erkrankungen registriert worden. 97 Personen sind an dieser Krankheit insgesamt verstorben, 1213 konnten geheilt und aus den Krankenhäusern entlassen werden.

22.04.2003

Tokio - Nachdem die chinesischen Behörden über das Wochenende nach mehrmonatigem Zögern begonnen haben, die Öffentlichkeit über die wahren Dimensionen der Sars-Epidemie zu informieren, wird das große Ausmaß der Krankheit immer klarer. Auch die chinesischen Medien geben SARS endlich die Aufmerksamkeit, welche die schwere Lungenerkrankung schon seit langem verdient hätte. Die „Volkszeitung» berichtet in ihrer Dienstagsausgabe von der“ unglaublich großen Zahl von 610 Sars-Verdachtsfällen» in der Hauptstadt und meldet, dass gemäss offiziellen Angaben bis zum 21. April in Peking 482 Personen an SARS erkrankt und weitere 25 an der Krankheit verstorben sind. 

Während die hauptstädtische Bevölkerung mit wachsender Verängstigung auf die Krise reagiert, könnte sich SARS zur nationalen Katastrophe ausweiten, so sich die Krankheit in den ländlichen Regionen, weit abseits einer modernen medizinischen Versorgung, ausbreitet. Rund 70 Prozent der Chinesen leben auf dem Land. Wenig Gutes verheißt die Tatsache, dass bis anhin in beinahe der Hälfte der 31 festlandchinesischen Provinzen Sars-Erkrankungen verzeichnet worden sind. Noch sind in den meisten Fällen die offiziell gemeldeten Zahlen gering, doch bei einer Beschleunigung der Ausbreitung, wie sie in Peking zu beobachten ist, könnte die Aufgabe den Behörden bald über den Kopf wachsen. 

Zu einem besonderen Problem könnte das beinahe 100 Millionen umfassende Heer der Wanderarbeiter werden. Diese sind nicht nur mobil, sie werden auch kaum von einer formalen medizinischen Versorgung erfasst. Beim alarmierenden Potenzial einer unkontrollierbaren Ausbreitung der Krankheit ist in den letzten Tagen die Zusammenarbeit der Chinesen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO drastisch verbessert worden. Diese soll ein zweites Expertenteam in die chinesische Wirtschaftsmetropole Schanghai, entsenden. In dieser für die chinesische Wirtschaft sehr wichtigen Stadt sind bisher zwei Sars-Fälle registriert worden, doch nach den Erfahrungen, die man mit dem Wahrheitsgehalt der offiziellen Angaben in Peking gemacht hat, darf bezweifelt werden, dass dies der ganzen Wahrheit entspricht. Vor diesem dunklen Hintergrund gibt es zumindest erste schwache Lichtblicke in Hongkong zu verzeichnen: In den letzten drei Tagen ist die Zahl der Todesopfer dort zwar weiterhin in besorgniserregender Weise angestiegen, doch ist die Zahl der Neuzugänge von Sars-Patienten in den Hongkonger Spitälern kontinuierlich zurückgegangen. Diese Entwicklung wird auf eine striktere Implementierung der Quarantäne bei Sars-Verdachtsfällen zurückgeführt. Für Entwarnung gibt es allerdings noch lange keinen Grund. Experten sorgen sich, dass mit wachsender Dauer der Seuche das Hongkonger Gesundheitssystem in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Nicht nur sind das Personal und die Einrichtungen bis zum Äußersten belastet - rund ein Sechstel der Sars-Patienten muss auf Intensivstationen behandelt werden -, es wird auch eine akute Personalknappheit befürchtet, da es sich bei einem Viertel der Neuerkrankungen jeweils um Spitalangestellte handelt.

Toronto - In Kanada ist die Zahl der an SARS erkrankten Personen um 12 auf insgesamt 316 gestiegen. Bisher seien 14 Personen an SARS gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Toronto mit. Am stärksten betroffen ist Ontario mit 259 Fällen. In der bevölkerungsreichsten Provinz des Landes befinden sich inzwischen rund 7000 Personen unter Quarantäne.

Bern - Aus der Ostschweiz und aus der Zentralschweiz sind am Dienstag vier neue Sars-Verdachtsfälle gemeldet worden. Damit sind in der Schweiz bisher 23 Verdachtsfälle registriert worden.

27.04.2003

Mit schärferen Grenzkontrollen, Ausgangssperren und Schließungen von Kultur- und Freizeiteinrichtungen wollen die asiatischen Länder jetzt verstärkt gegen die gefährliche Lungenkrankheit vorgehen. Das Leben der Menschen in der chinesischen Millionenmetropole Peking wurde inzwischen stark eingeschränkt. 7672 Menschen sind bereits in Quarantäne. Die Krankheit breitet sich unterdessen weiter dramatisch aus. Mittlerweile haben sich nach WHO-Angaben 5836 Menschen mit dem Erreger von SARS infiziert. 293 sind bereits daran gestorben. Betroffen sind 26 Länder, am stärksten China.

In Kanada starben vier weitere Menschen an SARS. Nach der Statistik des kanadischen Gesundheitsministeriums sind 324 SARS-Fälle bekannt. Seit de ersten Ansteckung, welche die Behörden auf einen Fluggast aus China zurückführen, starben insgesamt 20 Menschen im Raum Toronto an SARS.

05.05.2003

Die Zahl der Infizierten steigt weiter auf 6583 und die der Todesfälle auf 461 an. 17 Tage später (22.05.2003) auf 7000 infizierte und 559 Tote.

02.06.2003

Das Pressebüro des chinesischen Gesundheitsministeriums hat die jüngsten SARS- Daten für das chinesische Festland veröffentlicht. Laut dieser Daten wurde in den 24 Stunden bis Montag 10 Uhr keine einzige Neuerkrankung gemeldet. Allerdings starben zwei Patienten. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf dem chinesischen Festland auf 334. Insgesamt gab es 5328 SARS-Fälle, wobei 3495 Patienten inzwischen geheilt das Krankenhaus verlassen konnten.

06.06.2003:

Nach Angaben des chinesischen Gesundheitsministerium sind bis 10 Uhr auf dem chinesischem Festland insgesamt 5329 SARS-Erkrankungen registriert worden. 338 Personen sind an dieser Krankheit gestorben, 3869 konnten geheilt werden und aus den Krankenhäusern entlassen werden. Vor zwei Monat sind fast 280 Menschen an diesem tödlichem Virus gestorben.

12.06.2003

Die Ausbreitung der Lungenkrankheit SARS ist sieben Monate nach Bekannt werden der Ersten Fälle nahe zu gestoppt. In China steht laut der WHO aber noch viel Arbeit an um einen neuen Ausbruch zu verhindern. Am Mittwoch seien weltweit nur noch sieben Erkrankungen bekannt geworden. Ein Fall wurde demnach in China registriert, einer in Taiwan, einer in Kanada und vier in den USA. Weltweit haben sich mehr als 8000 Menschen mit dem Virus angesteckt, über 700 sind daran gestorben. In China, dem Schwerpunkt der Sars-Epidemie, sei die Lage unter Kontrolle, in Taiwan noch nicht ganz. Es sei derzeit aber nicht auszuschließen, dass die Verbreitung des Sars-Virus zu einem späteren Zeitpunkt wieder zunehme.

Die Behörden in Peking teilten mit, dass in den vorangegangenen 24 Stunden kein neuer Krankheitsfall gemeldet wurde. Ein Infizierter sei in diesem Zeitraum an den Folgen von Sars gestorben. In den vergangenen 17 Tagen lag die Zahl der Neuinfektionen in der Volksrepublik jeweils unter zehn.

Der oberste WHO-Experte für ansteckende Krankheiten, David Heymann, sagte nach Gesprächen in Peking, ein wirksames Beobachtungssystem müsse aufgebaut werden, damit man im Ernstfall schneller reagieren könne. Über die bereits vergangene Woche in Aussicht gestellte Aufhebung der Reisewarnungen für fünf Provinzen und Städte Chinas, darunter aber noch nicht das besonders schwer betroffene Peking, wird Heymann am Freitag nach seiner Rückkehr aus Peking mit WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland diskutieren.

Sars Virus identifiziert

Die Erreger
Die Erreger der gefährlichen Lungenkrankheit sind mutierte Coronaviren. Ungefährlichere Vertreter dieser Virenfamilie verursachen zum Beispiel einfache Erkältungen. Rezeptoren auf der Proteinhülle ermöglichen das Andocken an Wirtszellen.


Die Übertragung
Die Übertragung erfolgt wie bei einem gewöhnlichen Schnupfen durch Tröpfcheninfektion der Schleimhäute. Über Rachen und Luftröhre gelangt das Virus dann in die Bronchien. Während der zwei- bis siebentägigen Inkubationszeit bleibt der Infizierte ohne Symptome.


Vermehrung und Abwehr
Das Virus befällt eine Lungenzelle, schleust seine RNS ein und vermehrt sich im Zellinneren. Die neu entstandene Virengeneration tritt aus und sucht neue Wirtszellen. Die körpereigenen Abwehr bildet vermehrt weiße Blutkörperchen (Leukozyten), welche die Eindringlinge angreifen. Abgestorbene Zellen, Leukozyten und Viren sammeln sich in der Lunge bald zu einer blutig- eitrigen Flüssigkeit.


Der Krankheitsverlauf
Der Krankheitsverlauf hat drei Phasen: „Die Anfangsphase “, „der weitere Verlauf “ und „nach sieben bis zehn Tagen“.

  • Die Anfangsphase
    Der sich in der Anfangsphase befindende Mensch hat Fieber über 38 °C, und leidet unter Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Appetitlosigkeit und Durchfall.
  • Der weitere Verlauf
    Bei dem weiteren Verlauf ist trockener Husten und deutliche Atembeschwerden zu beobachten . Außerdem sind durch die Lungenentzündung befallende Zonen sind auf einer Röntgenaufnahme verschattet .
  • Nach sieben bis zehn Tagen
    Nach sieben bis zehn Tagen entscheidet sich der Wettlauf zwischen Erreger und der körpereigenen Immunabwehr. Hat sich die Entzündung des Lungengewebes zu stark ausgebreitet , droht der Erstickungstod, bei günstigem Verlauf klingen die Symptome schnell ab .


Wie ist der Virus identifiziert 
Forscher haben durch Vergleich der Aminosäuresequenz und biochemische Experimente festgestellt, dass die Struktur des entsprechenden Enzyms aus dem neuen SARS- Corona- Virus ähnlich zu dem des Schweine- Corona- Virus ist. Es bildet durch seine entscheidenen Rolle bei der Vermehrung einen guten Angriffspunkt für Medikamente gegen SARS. Man sagt, dass SARS ein Kaliber wie Aids hat. Es ist nämlich heraus gekommen, dass die Todesraten am Anfang der Epidemie falsch berechnet worden sind, denn nicht 4 bis 6 Prozent der infizierten Menschen sterben, sondern 8 bis 15 Prozent. Vor allem alte Leute und gesundheitlich Angeschlagene verlieren den Kampf gegen SARS. Wer sterben muss, oder nicht, dass entscheidet sich zwischen dem siebten und dem zehnten Tag nach der Infizierung. Bei denen, die sterben müssen, erstickt der Erreger die übrigen Organe. Bei den Überlebeden verschwindet der Virus innerhalb von Stunden aus den Lungenflügeln. Ein weiteres Problem bei SARS ist, das die Geheilten rückfällig werden können, weil sie den Virus noch nach Wochen in Urin und Fäkalien ausscheiden, der in diesem Zustand vermutlich noch ansteckend ist. Anstecken kann man sich ja wie schon gesagt durch die Tröpfcheninfektion. Doch auch Schmierinfektionen können der Übeltäter sein, wie zum Beispiel bei einem Besuch auf der Toilette oder an einer Türklinke. (Internet)



Das Leben in China mit SARS
Über das Leben mit der Krankheit SARS erfahren wir etwas im Kölner Stadtanzeiger, auf der Homepage der Tagsschau und auf der Homepage der Deutsche Schule in Peking
Die Deutsche Schule in Peking meldet sich auf ihrer Homepage am 27.4.03 bei den Eltern. Zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht klar, wie der Betrieb nach den Osterferien weitergehen wird. Es wird darüber berichtet, dass die Situation in Peking unübersichtlich und das öffentliche Leben sehr ruhig ist. Viele Veranstaltungen wurden abgesagt. Der Schulleiter wartet auf eine Informations-Veranstaltung am 28.4.03 und auf ein Treffen mit der SARS-Arbeitsgruppe. Es wird darüber informiert,dass die Chinesischen Schulen ihre Schulpflicht ausgesetzt haben. Dennoch können die Eltern davon ausgehen, dass wahrscheinlich am 5.5.03 der Unterricht in der Deutschen Schule Peking wieder beginnen soll. Auf der Homepage vom 29.4.03 berichtet die Deutsche Pekingdetailliert darüber, wie der Schulbetrieb nach Beendigung der Osterferien aufgenommen werden soll. In einem Elternbrief wird die Sorge um die weitere Ausbreitung von SARS deutlich. Es wird von einer Informationsveranstaltung berichtet, an dem der Botschafter und ein Regionalarzt teilgenommen hat. In einer SARS-Arbeitsgruppe wurden folgende Entscheidungen getroffen:

  • Der Schulbetrieb wird am Montag, den 5.5.03 wieder aufgenommen. Es wird den Eltern aber freigestellt, ihre Kinder vorerst nicht zur Schule zu schicken, bzw.in Deutschland zu lassen.
  • Es werden in der Schule Schutzmaßnahmen getroffen, um das Ansteckungsrisiko so klein wie möglich zu halten. Räume, Geräte usw. werden regelmäßig desinfiziert. Jeder, der das Schulgelände betritt, muss sich die Hände desinfizieren, über eine Saubermatte laufen und sich Fieber messen lassen. Wer Fieber hat, darf das Schulhaus nicht betreten. Alle Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für Busfahrer, Putzfrauen und das gesamte Personal der Schule.
  • Alle Busse werden desinfiziert, und jeder, der einsteigt muss sich die Hände desinfizieren.
  • Alle Abendveranstaltungen und Sportveranstaltungen werden abgesagt. Die Eltern werden außerdem gebeten die Besuche in der Schule auf das notwendigste zu beschränken. Sie sollen ihre Kinder beobachten, um Krankheitssymptome zu erkennen. Bei einem Verdacht auf Krankheit, sollen die Kinder zu Hause bleiben. Wenn sie Ferien in SARS-Krisengebieten gemacht haben, dürfen die Kinder erst nach einer Beobachtungszeit von 10 Tagen in die Schule zurückgehen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die DSP auf ihrer Homepage die Eltern ausführlich informiert über den weiteren Fortlauf des Schulbetriebs und durch die Aufklärung über Schutzmaßnahmen versucht, den Eltern die Angst zu nehmen.

Am 5.5.03 berichtet auch der Kölner Stadtanzeiger über die Auswirkung von SARS auf die Arbeit in der deutschen Schule in Peking. Nach den Osterferien fehlten am Montag fast ein Drittel der 243 Schüler. Die Botschaftsschule hatte sich entschlossen, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Es wird über die Sicherheitsvorkehrungen berichtet. So mussten die Kinder bei Eintritt in die Schule Fieber messen und ihre Hände desinfizieren lassen. Alle Schulen in Peking, die geöffnet sind, verfahren ähnlich. Der Leser wird ebenfalls darüber informiert, dass den Eltern freigestellt wurde, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken möchten. Einige Familien waren aus den Ferien wohl nicht nach Peking zurückgekommen. Am vergangenen Wochenende sind 183 neue Fälle dazugekommen, 100 Menschen starben. Es wurden Häuser, Studentenwohnungen und Krankenhäuser abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt. Auf den Ausfallstraßen gibt es Straßensperren und auf den Straßen der Hauptstadt sind nur wenige Menschen zu sehen. Auch der Flughafen ist leer und jeder muss am Eingang Fieber messen.

Auch der Generalanzeiger berichtet am 2.5.03 ausführlich auf seiner homepage im Internet darüber, dass in der deutschen Schule in Peking ein Dritteln der Kinder fehlt.Auch dort werden die Sicherheitsvorkehrungen in der schule genau beschrieben. Ebenfalls wird hier gemeldet, dass es den Eltern freigestellt wurde, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Es wird beschrieben, dass mehrere Appartmenthäuser, Studentenwohnheime und Baustellen unter Quarantäne gestellt wurden. Bei der ZDF homepage medizin und gesundheit vom 1.5.03 werden auch die Auswirkungen beschrieben, die deutsche zu spüren bekommen, die aus Peking zurückkommen. So wurde eine Lehrerin nach einem Besuch in China wie eine Aussätzige behandelt. Auch nicht infizierte Journalisten machten die gleichen Erfahrungen. Passagiere müssen mit einer Zwangsquarantäne von 10 tagen rechnen. Dabei sind die Risiken der Ansteckung geringer als angenommen.
Auch unter www.tagesschau.de erfahren wir am 29.5.03 etwas über das Leben mit SARS.

Auch hier werden Vorsichtsmaßnahmen wie das Messen der Temperatur beschrieben. Es steigt die Nachfrage nach Atemschutzmasken. Selbst in Krankenhäusern gibt es Engpässe bei Schutzkleidung und Masken. Die Preise hierfür sind zum Teil sehr überhöht. Dagegen verhängte die Regierung harte Strafen. Es wird ferner gemeldet, dass es schwierig ist, die Umsetzung der Quarantänevorschriften zu erzwingen. Um bei Temperaturkontrollen nicht aufzufallen, schlucken viele fiebersenkende Mittel. Mögliche SARS-Fälle werden dadurch zu spät erkannt und das Ansteckungsrisiko für andere erhöht.

In Taipeh sind während der Woche kaum Veränderungen erkennbar. Am Wochenende meiden die Leute jedoch die Orte, an denen dichtes Gedränge herrscht. Restaurants verlegen sich nun auf den Außer-hausverkauft. Auch ist auffällig, das viele Ärzte und das Pflegepersonal wegen der hohen Ansteckungsgefahr die Kündigungen einreichen. 



Die Folgen von SARS für die Wirtschaft
Das Schwere Akute Atemwegssyndrom (SARS) stellte sich nicht nur als ein medizinisches Problem dar, dass die Gesundheit von Menschen gefährdet, denn schon kurz nach Ausbruch von SARS wurde deutlich, dass sich durch die Seuche erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen ergeben würden. War vordergründig zunächst der südostasiatische Raum betroffen, weiteten sich die Folgen aufgrund der weltweiten Verflechtungen der Wirtschaft schnell auf andere Regionen der Welt aus. Von Anbeginn an betroffen waren China, Hongkong und Taiwan. Dort erschütterte die Lungenkrankheit die Bereiche wie Tourismus, Industrie, Handel und Börse (Finanzmärkte). Kanada folgte unmittelbar. Es dauerte aber nicht lange, bis die Auswirkungen der durch SARS hervorgerufenen wirtschaftlichen Folgen Europa und damit auch Deutschland erreichten. Sofort und besonders hart betroffen war der Reiseverkehr in die Länder, in denen die Lungenkrankheit ausgebrochen war und zunächst nicht kontrollierbar erschien. Dies hatte Auswirkungen auf den Geschäftsreiseverkehr, insbesondere aber auf die Tourismusbranche. Flüge in die von SARS betroffenen Zonen wurden storniert, Buchungen von Pauschal- und Individual- Reisen oder Hotels, um nur einige Bereiche zu nennen, wurden aufgehoben. Die Flüge in die sonst so beliebten Urlaubsländer sind um 60 % rückläufig, somit schwand die Zahl der Besucher auf 30 %. Flugausfälle bei manchen Fluglinien haben sich schon verdreifacht. In Thailand sank die Zahl der Urlauber im Gegensatz zum Vorjahr um fast die Hälfte, obwohl für Ausländer in Thailand praktisch keine Gefahr bestand, sich anzustecken.

Wegen der Besucherrückgänge müssen nun knapp 200.000 Menschen um ihren Arbeitsplatz zittern. Doch nicht nur in Thailand wurden Verluste von Arbeitsplätzen befürchtet, sondern auch in allen anderen Urlaubsländern. Durch die wenigen Urlauber machen sowohl die Fluglinien und Reisebüros hohe Verluste, aber auch Hotels erzielen nicht mehr genug Einnahmen, sodass auch dort Angestellte entlassen werden mussten und müssen. Hotels hatten einen Einbruch ihrer Übernachtungen. Lag die Belegungsquote noch im letzten Jahr bei 70 %, sank sie nach Ausbruch von SARS um mehr als die Hälfte auf etwa 30 %. In China wird von der Tourismusbranche wegen der Lungenseuche in diesem Jahr Einnahmeverluste von mehr als vier Milliarden Euro erwartet. Die chinesische Führung geht von dem schlimmsten längerfristigen Einbruch für den Fremdeverkehr seit 1989 aus. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Flügen nach Peking Hongkong und anderen betroffenen Gebieten abgeraten hat, haben mehr als 150.000 ausländische Urlauber ihre Reisen abgesagt. Die Zeitungen schreiben, dass im April im Vergleich zum Vorjahr 78 % weniger Touristen aus Übersee in die chinesische Hauptstadt gekommen sind. Ein weiteres Problem des zurück gehenden Tourismus ist der Einnahmeverlust durch Besuch von Sehenswürdigkeiten, die sonst gerne von Urlaubern besichtigt werden. Alleine in Peking sind 143 von 167 Sehenswürdigkeiten bis voraussichtlich September geschlossen worden. Der einheimische Fremdenverkehr ist um etwa 30 % eingebrochen. Doch nicht nur fehlende Touristen schaden den Fluglinien und Hotels, sondern auch Geschäftsreisende, für die solche Reisen aus Furcht vor gesundheitlichen Schäden ausfallen, machen der Brache zu schaffen.

Aber nicht nur die Angst vor Infektionen, sondern auch die schwer zu durchschauenden Quarantänebestimmungen machen eine Dienstreise zum Beispiel nach China praktisch unmöglich. Das Problem ist nicht nur auf Südasien und Kanada beschränkt, sondern auch in Europa könnte es zu Komplikationen führen, denn es sind auch viele Flüge aus den betroffenen Gebieten nach Europa storniert worden, weil man Angst hatte, dass der Virus in die EU eingeschleppt werden könnte. Dennoch sehen die EU- Gesundheitsminister keine akute Gefahr, dass SARS sich in Europa ausbreitet. Die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen sind folglich nicht weiter verschärft worden, denn viele finden die Sicherheitskontrollen wenn man aus den betroffenen Ländern reist seien vollkommen ausreichend.

Man bekommt auch Angst wenn man in einem Flughafengebäude steht, indem alle Mitarbeiter mit Atemschutzmasken arbeiten und die Fluggäste empfangen. Doch längst ist nicht mehr nur die Reisebranche betroffen, der Virus wirkt sich auch auf die Industrie aus. Die Industrie leidet sehr unter SARS. Die ganze Welt ist von der High- Tech- Produktion Asiens abhängig. Da aber wegen SARS kaum Messen veranstaltet werden können, und wenn doch, nur mit Atemschutzmasken abgehalten werden können, lockt dieses auch keine Abnehmer an. Neu entwickelte Produkten können somit nicht vorgestellt werden, mangels Interessenten können keine neuen Abnehmer gefunden und auch deutlich weniger Verträge geschlossen werden. Bei den inländischen Firmen, die nach Südostasien exportieren, herrscht absolute Krisenstimmung. denn die erfolgsverwöhnten deutschen Firmen rechneten bis vor kurzem noch mit einem erneuten Rekordsjahr. Zum Beispiel hatten Volkswagen große Pläne, denn sie wollten bei einer Autoshow in Shanghai eine Reihe neuer Modelle vorstellen, um eine Menge Kunden anzulocken. Doch da keine oder kaum noch Dienstreisenden in diese Gegenden reisen, haben sie damit eher weniger Erfolg, als sie sich zuvor erhofft hatten. Die Autoshow musste aus Angst vor Infektionen verkürzt werden. (Frankfurter Rundschau)
Zwar hat es bei deutsche Firmen noch keine nennenswerten Produktionsausfälle gegeben, jedoch ist SARS generell für einen Nahfrageeinbruch verantwortlich, denn viele Chinesen meiden aus Angst vor gesundheitlichen Schäden noch immer Kaufhäuser. 

Einzelhändler berichteten nach Angaben von Volkswirten von zweistelligen Umsatzeinbußen, denn Verbraucher meiden Einkaufstouren, die sehr wichtig für die Einnahmen der Einzelhändler sind.
Märkte sind wie ausgestorben, denn kaum einer lässt sich mehr in den Einkaufzentren oder auf den großen Märkten blicken, weil die Nähe von anderen Menschen die Ansteckungsgefahr um einiges erhöht. Es wird unter anderem spekuliert, dass die Lungekrankheit schon durch Berühren eines „ Verseuchten “ auf einen überspringen könnte. Wenn die Krankheit auf bestimmte Gebiete übergreifen würde, machten die Angst vor Ansteckungen der Mitarbeiter und die Angst vor verseuchten Waren den Im- und Export fast unmöglich. Die einzige Handelsmöglichkeit, die im Moment boomt ist der Handel mit Atemschutzmasken. Denn in den betroffenen Ländern sind diese Masken schon zu Alltag geworden. Doch auch Europäer fangen an sich mit solche Masken auszustatten. Im Internet kann man Atemschutzmasken bestellen, was schon einige getan haben, und an Flughäfen kann man sie auch kaufen.

Die Folgen für die ohnehin angeschlagenen Ökonomien Hongkongs oder Singapurs sind beträchtlich. Schnell korrigieren Analysten und auch Regierungen die Wachstumserwartungen nach unten.
Auch bei den asiatischen Finanzmärkten wurde auf SARS reagiert, doch Marktexperten berichten, dass von Panik keine Rede sein könnte, denn der Hang- Seng- Index legte nach siebentägiger Talfahrt wieder ein wenig zu. Die ausgefallenen Flüge und die Flüge, die noch ausfallen werden schaden nicht nur der Tourismusbranche, sondern auch der Börse. Beispielsweise bei den Fluglinien hatte der größte Verlierer ein minus von 12 %, und zwei weitere Fluglinien waren mit 11 % im minus. Volkswirte befürchten eine Rezession, denn unter den Einschränkungen bei den Flügen leiden nicht nur Manager der Finanzbranche, sondern auch investment- Banker und Anlage- Berater, die auf ein persönliches Gespräch mit ihren Kunden angewiesen sind. Viele Besuche dieser Art mussten wegen Ansteckungsgefahr gestrichen werden. Wie groß der wirtschaftliche Schaden durch SARS wirklich ist, kann man wegen Mangel an eindeutigen Zahlen nur schwer schätzen.
Volkswirte sind sehr pessimistisch, was die Situation von SARS angeht. Morgen Stanleys Chef- Volkswirt Stephen Roach glaub, dass sich die Lungenseuche massiv auf die Weltwirtschaft auswirkt, was er so ausdrückte : „SARS ist ein weiterer Nagel für den Sarg der Weltwirtschaft.“ Doch größer als der reale Schaden dürfte der Imageverlust sein, der die Stadt der Mitte sehr hart trifft. Ein deutscher Unternehmer drück diesen Verlust so aus : „China hat sein Glitzern verloren.“

Doch auch die unbekannte und tödliche Lungenseuche gerät langsam aber sicher wieder in Vergessenheit. Kaum noch eine Zeitung schreibt über den Fall SARS, und im Fernsehen werden auch keine Berichte mehr gezeigt. Die Wirtschaft erholt sich langsam wieder, wenn erst auch nur in Europa und nicht in den betroffenen Ländern. Vor allem aber atmet die Tourismusbranche langsam wieder auf.



Entwarnung?
Mitte Mai schreibt sowohl der Generalanzeige, als auch die Frankfurter Rundschau über eine Entwarnung für SARS. Die WHO hob wegen rückläufiger Neuinfektionen die Reisewarnungen für die chinesische Sonderzone und die Provinz Guangdong auf. Die strengen Kontrollen am Flughafen sollen jedoch nicht gelockert werden. Für Peking und andere Reisestädte bleiben jedoch die Reisewarnungen bestehen. Die Bildzeitung berichtet am 25.5. über neue SARS- fälle in Toronto. Auch die Frankfurter Rundschau berichtet am 26.5. über einen Rückschlag im Kampf gegen SARS. Es wird von 30 neuen Infektionen ausgegangen. Weltweit waren bis zu diesem Datum 8141 SARS- fälle bekannt. 696 Menschen waren an SARS gestorben. Am 27.5. meldet der Generalanzeiger, dass das Robert Koch Institut einen neuen Test für die Lungenkrankheit SARS entwickelt hat. Damit können im Blut von infizierten Patienten Antikörper festgestellt werden. Auch hier wird von neuen SARS- fällen berichtet. 1 Tag später teilt die Frankfurter Rundschau mit, dass die WHO Toronto wieder auf die Liste der gefährdeten Gebiete gesetzt hat. Man geht davon aus, dass die neue Infektionswelle auf die erste vom Frühjahr zurück geht. Am 31.5 schreibt der Generalanzeiger: SARS scheint wieder unter Kontrolle. Kanadas führender Mikrobiologe Donald Low hält die Welle für überschritten. Es gab in Kanada keine neuen Erkrankungen. Auch die WHO äußerte sich vorsichtig optimistisch. Am 2. Juni wird Singapur nicht mehr als SARS- Gebiet geführt. (Frankfurter Rundschau vom 3.6)
Deutschland hingegen meldete einen weiteren Fall der gefährlichen Lungenkrankheit. Darüber berichtet auch der Generalanzeiger am 3.6. Auch am 4.6 wird über Quarantäne von 45 Personen im Raum Düsseldorf und Umgebung berichtet. Der Kölner Stadtanzeiger berichtet am 21/22.6 über den Sieg über SARS. Auf einem großen, bunten Bild feiern chinesische Soldaten triumphierend die Schließung einer Notfallklinik am Stadtrand von Peking. 100 Tage nach dem Ausbruch der Epidemie hält die WHO die Epidemie für “ klar“ unter Kontrolle.

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