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Titel / Referat: BSE - Herkunft und erstes Auftreten

Schlagwörter: Symptome, Krankheitsverlauf, Creutzfeld-Jakob-Krankheit, CJK, Infektionswege Hausaufgabe, Referat

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Herkunft und erstes Auftreten von BSE



Herkunft und erstes Auftreten von BSE
Im April 1985 fiel auf einer Farm im englischen Kent ein Rind auf, das an einer bisher unbekannten Erkrankung litt. Die Symptome ähnelten auffällig der seit 1730 bekannten Schaf-Krankheit Scrapie, auch Traberkrankheit genannt. Die Tiere waren orientierungslos und sehr schreckhaft, verloren dann die komplette Kontrolle über ihre Bewegungen und starben schließlich.

Nachforschungen ergaben, dass jedoch schon im „Illustrierten Haustierarzt“, einem Buch über Krankheiten und deren Behandlung bei Haustieren aus dem Jahre 1898 der Verfasser, Professor Wilhelm Zipperlen, die Symptome einer „Gehirnentzündung“ beim Rind beschrieb: „Die Tiere toben und rasen, zeigen große Unruhe und brüllen öfters; gleichzeitig ist heftiges Fieber zugegen, der Puls ist beschleunigt. Eigentümlich ist, dass die Kranken bei Tobanfällen die Hörner in der Regel nicht gebrauchen, sondern nur mit dem Kopf schütteln. Genesung ist selten, häufig erfolgt Wassererguss in das Gehirn, welches sich durch schiefes Halten des Kopfes, Gehen im Kreise und dergleichen zu erkennen gibt“ Die hier beschriebenen Symptome zeigen ausgesprochen viele Parallelen zu den bei einem BSE-Ausbruch zu beobachtenden Anzeichen.

 


Die Entstehung von BSE
Eingehende Untersuchungen zeigten, dass die Gehirne der Rinder wie bei an der Traberkrankheit erkrankten Schafen schwammartig durchlöchert waren. Deshalb prägten Wissenschaftler den Begriff BSE: Bovine Spongiforme Enzephalopathie (schwammartige Gehirnerkrankung des Rindes). Die Krankheit ist jedoch auch als „Rinderwahnsinn“ bekannt. Die meisten Wissenschaftler sind sich einig, dass BSE durch an Scrapie erkrankte Schafe entstand. Diese wurden zu Tiermehl verarbeitet und an Rinder verfüttert. Die Krankheitserreger der Schafe breiteten sich in veränderter Form auch bei Rindern aus. Die Erkrankung wird wahrscheinlich durch Eiweißverbindungen hervorgerufen. BSE ist keine Seuche, sondern eine Krankheit, da sonst ganze Bestände erkranken würden.


Der Krankheitsverlauf
Der Krankheitsverlauf von BSE vollzieht sich in drei Phasen:

  1. Die Infektionsphase: Sie beträgt eine Spanne zwischen 20 Monaten bis hin zu mehreren Jahren.
  2. Die so genannte „Vermehrungsphase“: Obwohl sie sehr kurz ist, vermehren sich die BSE-Erreger hier rapide und zerstören schon einen erheblichen Anteil von Gehirn und Nervensystem. In beiden Phasen sind allerdings noch keine Krankheitsanzeichen zu erkennen.
  3. Die Endphase: Auch zu ihrem Beginn sind die Symptome eher untypisch, da der Rückgang der Milchleistung vielerlei Gründe haben kann. Später treten dann noch Schreckhaftigkeit, Zittern und Gleichgewichtsstörungen auf. Schließlich tritt der Tod ein.

Ist BSE auch für Menschen ansteckend?
Auch beim Menschen gibt es eine schwammartige Gehirnerkrankung. Sie wurde erstmals im Jahre 1920 beschrieben und trägt nach ihren Entdeckern (Hans G. Creutzfeld und Alfons M. Jakob) den Namen Creutzfeld-Jakob-Krankheit. Die Gehirne der an CJK erkrankten Menschen sehen aus wie die Gehirne an BSE erkrankter Tiere, auch die äußeren Symptome sind ähnlich. Hinzu kommen meist noch Nervosität, Gedächtnisschwäche, Depressionen und andere auffällige Persönlichkeitsveränderungen. Daher beschreiben viele Ärzte die Creutzfeld-Jakob-Krankheit auch als „Alzheimer im extremen Zeitraffer“. Diese Form der CJK ist allerdings extrem selten. Auf eine Million Einwohner kommt nur etwa ein Fall pro Jahr. 

Heute wird jedoch vCJK, eine neuere Variante der CJK, direkt auf BSE zurückgeführt. Sie trat das erste Mal 1996 in Großbritannien auf und betrifft meist jüngere Menschen.
Der Verzehr von Rindfleisch gilt hier als möglicher Infektionsweg. Am gefährlichsten ist der Verzehr von stark mit Nerven durchzogenen Körperteilen, wie Gehirn und Rückenmark. Das Entfernen dieser Körperteile sowie der Mandeln und Teile des Dünndarms reicht allerdings nicht aus. Beim Bolzenschuss soll das Gehirn nämlich dermaßen ramponiert werden, dass Teile des Gehirns in die Blutbahn geraten und so während der Betäubungsphase (zwischen Bolzenschuss und Entblutestich) über den gesamten Körper generalisieren. Gerade eine Minute dauert es, bis sich die Gehirnpartikel über die Blutbahn im betäubten Rinderkörper verteilen. Auch die Netzhaut des Auges, sowie die Lymphknoten sind hoch infektiös. 

Es ist jedoch nicht allein der Verzehr von BSE erkranktem Rindfleisch, der zur Infektion führen kann, die Wissenschaftler sind sich jedoch noch nicht über alle Ansteckungswege im klaren. Etwa ein Prozent der CJK-Fälle geht auf versehentliche Infektionen bei Verpflanzung von Hirngewebe oder auf Hormone zurück, die aus menschlichen Gehirnen gewonnen wurden, um zum Beispiel Kleinwüchsigkeit zu behandeln.
Weiterhin konnte man bisher die Ansteckung über das Blut noch nicht ausschließen. Auch die Infektion über Kosmetika und Arzneimittel, die infektiöses Gewebe vom Rind enthalten ist gut möglich. Die Ansteckungsgefahr durch engen Kontakt ist jedoch auch nicht auszuschließen. Ein siebenjähriges Mädchen infizierte sich wahrscheinlich bei seiner im Mai 2000 an vCJK verstorbenen Mutter.


Aus biologischer Sicht
Lange Zeit galt in der medizinischen Forschung das ungeschriebene Gesetz, dass alle Erreger von Infektionskrankheiten um sich vermehren zu können mit Erbinformationen ausgestattet sein müssen. Im Falle von Scrapie schien der Erreger diesem Kriterium jedoch nicht zu entsprechen. Wenn man infiziertes Gewebe mit Methoden, die Viren und Bakterien abtöten, behandelte so geschah überhaupt nichts. Auch ultraviolette Strahlung und alkoholhaltiges Desinfektionsmittel konnte den Erregern nichts anhaben. Einzig und allein die Behandlung mit konzentrierten Säuren oder Laugen und chlorhaltigen Lösungen machte ihm schließlich den Gar aus. 

Eine der ersten Ideen der Forscher stellte biologisch gesehen eine kleine Revolution dar: Eiweiße ohne Erbsubstanz sollten als Erreger in Frage kommen. Doch im Jahre 1967 erschien in der englischen Fachzeitschrift „Nature“ ein Artikel: „Kann sich der Erreger von Scrapie ohne Nukleinsäure vermehren?“ Damit war die „Nur-Protein-Theorie“ geboren! 1972 entdeckte der amerikanische Arzt Stanley Prusiner die Aufzeichnungen zweier Ärzte über den „lachenden Tod“. Diese Krankheit, die Eingeborenenstämme in Papua-Neuguinea befiel, ähnelte auffällig der Creutzfeld-Jakob-Krankheit und auch Scrapie. Die beiden Ärzte vertraten die Theorie, dass die Ursache für die Infektion in den kannibalistischen Ritualen zu suchen sei, bei denen der Stamm die Gehirne von Verstorbenen verzehrte. 

Davon angeregt entwickelte Prusiner die Hypothese von der Erbsubstanzlosigkeit des Scrapie-Erregers. Er vermutete, dass es sich lediglich um ein Eiweiß handelte und nannte es Prion-Protein. Dieses Eiweiß lebt nicht, da es weder Nukleinsäuren noch Erbinformationen enthält. Trotzdem ist es in der Lage, sich zu vermehren und ist übertragbar. Damit stellt es sämtliche Regeln der Toxikologie und Mikrobiologie auf den Kopf. Trotz anfänglicher Ablehnung setzte sich die „Prionen-Hypothese“ immer mehr durch und Prusiner bekam letztendlich im Jahre 1997 den Nobelpreis für Medizin verliehen. In weiteren Forschungsarbeiten stellte sich heraus, dass sowohl „gute“ als auch „böse“ Prionen existieren. Gesunde Prionen kommen bei mehreren Tierarten als unterschiedlich zusammengesetzte Proteinbestandteile in Gehirnzellen vor. Sie sitzen an der Nervenmembran und spielen wohl bei der Reizübermittlung eine Rolle. Der Unterschied zwischen diesen und den „bösen“ Prionen ist, dass die „Gesunden“ durch Enzyme leicht abbaubar sind, während die anderen sehr resistent gegenüber Hitze, Desinfektionsmitteln und Enzymen sind. 

Es müssen aber beide Prionen im Körper enthalten sein, um BSE, Scrapie oder die Creutzfeld-Jakob-Krankheit hervorzurufen. Offensichtlich sind die pathologischen, bösen Prionen in der Lage, die zelluläre Form in ihr Ebenbild zu verwandeln. Dies ist inzwischen sogar im Reagenzglas nachweisbar. Durch den Kontakt mit pathologischen Prionen ändern zelluläre Prionen ihre räumliche Struktur.
Die Prionen sind bei Mensch und Tier ähnlich. Sie können im krankhaften Zustand je nach Herkunft und Wirt BSE bei Rindern, Scrapie bei Schafen oder CJK beim Menschen auslösen.

Mögliche Infektionswege
„Als wahrscheinlichster Übertragungsweg des Rinderwahn-Erregers auf ein Tier gilt nach wie vor das Futter. Dabei könnten außer dem für ältere Tiere üblichen Kraftfutter auch Ersatzmilchprodukte für junge Kälber möglicherweise BSE-Erreger enthalten“, sagte Walter Schulz-Schaeffer vom Zentrum für Neuropathologie der Universität Göttingen. Die Tiermehltheorie hält jedoch auch nicht recht als Infektionsgrund her. Wieso ist dann zum Beispiel in Schleswig-Holstein nur eine Kuh und nicht der komplette Bestand erkrankt? Es haben doch alle Tiere im Bestand davon abbekommen. Auch in England sind immer nur einzelne Tiere eines Bestandes betroffen. 

Unbestritten ist jedoch, dass der Infektionsweg über die Fütterung führen kann. So hat das Verfütterungsverbot von Tiermehl an Rindern in Großbritannien die Häufigkeit von BSE-Fällen nach der Inkubationszeit von rund fünf Jahren deutlich gedrückt. Von rund 36.000 Fällen in 1992 ging die Zahl der an BSE klinisch erkrankten Tiere im Jahr 1999 auf etwa 2.000 Tiere zurück, nachdem Tiermehl in der Rinderfütterung verboten worden war. Als zweiter Weg könnte BSE von einer infizierten Kuh auf das Kalb durch den Mutterkuchen, das Blut oder bei der Geburt übertragen werden. Laut Schulz-Schaeffer liegt die Wahrscheinlichkeit dafür aber deutlich unter 10 Prozent. Er sagt auch, dass alle anderen Infektionswege zwar sehr unwahrscheinlich, aber trotzdem denkbar seien. Rein theoretisch könnte auch das Ausbringen von Kadaver-Material BSE-kranker Tiere in den Boden zur Verbreitung des Erregers führen. Der Erreger von Scrapie könnte im Boden sogar mehrere Jahre überdauern. Praktisch ist es jedoch unüblich, Kadaver zur Weidedüngung zu verwenden. 

Auch die Übertragung von Tier zu Tier hält Schulz-Schaeffer für äußerst unwahrscheinlich, da dies nur bei operativen Eingriffen geschehen könnte, die jedoch beim Rind unüblich seien.
Bei der Ausbreitung könnte jedoch das Immunsystem eine wichtige Rolle spielen. Bei Schafen, Menschen und Rindern fanden Wissenschaftler Prionen außer im Gehirn auch noch verstärkt in den Mandeln, dem Darm und der Milz. Unklar ist jedoch noch, wie die Prionen von Mandeln, Darm und Milz ins Gehirn kommen. Die Übertragung von Schaf auf Mensch ist nicht möglich, da die Prionen-Struktur zu unterschiedlich ist. So unterscheiden sich die Schaf- und die Rind-Prionen nur an sieben Positionen. Dagegen ist der Unterschied zwischen dem Kuh und dem Menschen-Prion mit 30 Stellen erheblich größer. Wissenschaftler sprechen hier von einer „Art- oder Spezies-Barriere“.


Lösungen
Bis jetzt wurden mehrere vorläufige Lösungswege gefunden. Zum einen stellte sich die Frage, was man mit den erkrankten Tieren oder den im Verdacht befindlichen Tierbeständen machen sollte. Zunächst wurde das betroffene Rind, sowie die gesamte restliche Herde, getötet und das Fleisch hinterher verbrannt. Dies ist nach dem Tierseuchenrecht vorgeschrieben. Doch Bayern bietet eine Alternative zur Herdenkeulung im Falle von BSE: „Es muss nicht mehr die ganze Herde getötet werden, wenn in einem Bestand ein an BSE erkranktes Rind entdeckt wird.“ Diese Entscheidung präsentierte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber als Ergebnis der Beratungen zu BSE. Ein so genannter „runder Tisch“ war einberufen worden. Rund 40 Mitglieder aller mit diesem Problem befassten Gruppen nahmen daran teil. Die Lösung lautet wie folgt: Betroffene Betriebe können zwischen der Totalkeulung und der Kohortenkeulung wählen. 

Die nach dem Tierseuchenrecht vorgeschriebene Keulung wird mit dem bayerischen Sonderweg nicht unterlaufen, sondern nur für eine bestimmte Zeit ausgesetzt. Der Chamer Landrat Theo Zellner sagte, dass er nun nicht mehr dazu bereit sei, eine Keulungsverfügung zu unterschreiben. Denn es sei doch bekannt, dass eine BSE-Ansteckung von Tier zu Tier nicht möglich ist. Sämtliche Stallgefährtinnen einer BSE-Kuh erwiesen sich nach den Herdenkeulungen bisher als BSE-frei.

Der Bayerische Weg soll nun ein Aufschub der Tötung der gesunden Tiere sein. Natürlich wird die Kohorte des erkrankten Tieres getötet. Unter einer Kohorte versteht man die Tiere, die im Zeitraum von einem Jahr vor und nach dem betroffenen Tier geboren wurden, sowie alle direkten Nachkommen. Das Modell der Kohortenkeulung stammt ursprünglich aus der Schweiz, wo es sich auch erfolgreich durchgesetzt hat. Wer in Deutschland den Aufschub durch Kohortenkeulung in Anspruch nimmt, darf ein Rind erst töten, wenn dieses mindestens 30 Monate alt ist und damit ohnehin auf BSE getestet werden muss. Außerdem besteht ein totales Verwertungsverbot, was bedeutet, dass keine Milch, keine Tiere, weder zur Weitermast noch zur Schlachtung oder Zucht verkauft werden dürfen. Ferner dürfen die Tiere auch nicht mehr gedeckt werden. Dadurch stellt sich ein kompletter Stillstand ein. Und genau das ist das Problem. Die Produktionskosten bleiben bestehen, aber die Einnahmen fallen aus. Ein betroffener Rinderhalter muss also abwägen, ob er aus emotionalen und tierschützerischen Gründen seine Herde behalten will.
Während sich Thüringen der bayerischen Auffassung angeschlossen hat, stehen andere Bundesländer und auch die Bundesregierung dieser Regelung skeptisch gegenüber. Der bayerische Ministerpräsident ist sich bewusst, dass das Angebot, die Tötung auszusetzen, juristisch auf sehr dünnem Eis steht. Diese Entscheidung hätte aber in erster Linie zum Ziel, die Änderung des Tierseuchengesetzes möglichst schnell herbeizuführen. 

Die Gesetzesänderung soll folgendermaßen aussehen:

 

 

  • BSE wird nicht als Seuche sondern als Krankheit definiert, womit
  • BSE nicht mehr unter dass Tierseuchenrecht fällt.
  • Zur Behandlung einer BSE-Herde soll das „Schweizer Modell“ vorgeschrieben werden.



BSE-Tests
Inzwischen wurden einige Verfahren entwickelt, bei denen es sich feststellen lässt, ob ein Rind die BSE-Erreger in sich trägt. Allerdings lassen sich diese BSE-Test erst nach der Schlachtung des Rindes durchführen. Mittlerweile kamen jedoch Zweifel an den so genannten BSE-Schnelltest auf. Bei einer infizierten Kuh aus Bayern verlief einer von zwei Schnelltest negativ. Als sie dann in der Tübinger Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten untersucht wurde, wurde BSE zweifelsfrei festgestellt. 

Inzwischen werden aber für die Sicherheit der Verbraucher, sowie der Rinderhalter, BSE-Testverfahren gefordert, die exakte Testergebnisse schon in einer frühen Phase der Inkubation liefern. Die jetzigen Tests, die nur an toten Tieren angewandt werden können, dauert es bei Feststellung der Krankheit nur noch sechs bis acht Monate, bis sie ausbricht. Bei einer Inkubationszeit von mehreren Jahren kann also BSE bei einem Rind erst festgestellt werden, wenn die Krankheit schon ziemlich fortgeschritten ist. Anfang diesen Jahres hat jedoch die Boehringer Ingelheim Vetmedica ein Testverfahren am lebenden Rind entwickelt. Er ist europaweit patentiert. Allerdings befindet sich er sich noch in der Testphase und kommt frühestens im Spätsommer 2001 auf den Markt. 

Für diesen Test wird dem Rind eine Blutprobe gezogen. Bei jeder Erkrankung produziert der Organismus Antikörper. Dies ist jedoch bei BSE nicht der Fall, da das Prion kein Eindringling ist, sondern ein körpereigenes Eiweißmolekül. Trotzdem „spürt“ der Körper, dass etwas nicht in Ordnung ist und setzt Eiweißmoleküle in Bewegung, deren Struktur sich in eine ganz bestimmte Form verändert haben. Markerproteine nennt man solche Eiweiße, deren Aufbau und Aussehen die Reaktion auf einen bestimmten Vorgang im Körper zurückzuführen sind. Können diese Markerproteine in der Blutprobe nachgewiesen werden, so ist von einer BSE-Infektion auszugehen.

Wie merke ich, ob ich erkrankt bin?

Zunächst treten psychische Symptome auf:

  • Depressionen
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Halluzinationen
  • Wahnvorstellungen
  • Schlafstörungen

Dieser Verlust der intellektuellen Fähigkeiten ist vergleichbar einer Alzheimer Erkrankung im Zeitraffer. Im Verlauf der Krankheit treten dann vermehrt physische (körperlich sichtbare) Symptome auf.

  • Sprachstörungen (Aphasie) / Lesestörungen (Alexie)
  • Lähmungen
  • Muskelzittern
  • Unkontrollierte Bewegungen (Chorea bzw. Ataxie)
  • Unkontrollierbare Muskelzuckungen nach äußeren Reizen
  • Krampfanfälle (vergleichbar epileptischen Krämpfen)

Im Endstadium tritt eine spastische Muskellähmung (Endhirnungsstarre) auf. Diese ist tödlich. Letztendlich diagnostiziert werden kann eine Erkrankung nur im fortgeschrittenen Stadium durch eine mikroskopische Untersuchung bzw eine Computertomographie. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen in der Regel 5-35 Jahre. In dieser Zeit merkt man nicht, dass man infiziert ist. Nach Ausbruch stirbt man 6-24 Monate später einen (relativ) qualvollen Tod. Eine vorbeugende Impfung gegen eine Infektion ist zur Zeit nicht möglich. Eine Heilung nach Ausbruch ist zur Zeit ebenfalls nicht möglich.


Wie kann ich mich infizieren?
Sicher weiß man bisher, dass ein Verzehr von BSE verseuchten Tierprodukten zu einer Infektion führen kann. Besonders hoch ist das Risiko derzeit beim Verzehr von Rinderinnerreien/-hirn, oder Kalbfleisch.
Bei Schaf-/Ziegenfleisch besteht ebenfalls ein Restrisiko. Konkrete Beweise über eine Ansteckung durch Geflügel, Schweinefleisch, oder Fische gibt es derzeit nicht. Allerdings werden Schweine/Geflügel/Fische auch zumeist weit vor dem 30. Monat geschlachtet, wodurch eine Überprüfung durch einen BSE-Test nicht/ kaum möglich ist. Jedoch besteht ein erhöhtes Restrisiko dadurch, dass diese Tiere zumeist mit Tiermehl gefüttert werden/ worden sind. 

Auch sollte man zur Zeit von einern Collagen- Behandlung absehen, da dieses Produkt aus der Rinderhaut/-leder gewonnen wird und direkt mit dem eigenen Blut (es wird unter die Haut injiziert) in Kontakt kommt. Ähnliches gilt auch für eine Frischzellenbehandlung, da diese von Organen - und damit von Risikomaterial von Schafen- gewonnen wird. Konsultieren Sie vor einer derartigen Behandlung auf jeden Fall Ihren Arzt. Ob eine Infizierung von Mensch zu Mensch, wenn einer mit nvCJD infiziert ist, möglich ist, ist zur Zeit noch nicht bekannt. Sollte dies jedoch der Fall sein, dann würde BSE eine völlig neue Bedeutung bekommen und wäre dann nur mit der Gefährdung durch AIDS vergleichbar. Sicher ist zumindest, dass es außer einer Infizierung durch Tierprodukte eine andere Art der Ansteckung geben muss, da auch Menschen an nvCJD erkrankt und gestorben sind, welche sich ausschließlich vegetarisch ernährt haben.

So gibt es die Theorie, dass ein Pestizid (Mittel zur Schädlingsbekämpfung) zu Mutationen bei den körpereigenen ungefährlichen Prionen führt, so dass Menschen an nvCJD/ bzw. Rinder an BSE erkranken.
Es handelt sich hierbei um das Organophosphat Phosmet. Dabei geht man davon aus, dass durch dieses Schädlingsbekämpfungsmittel dem Körper Kupfer (Cu) entzogen wird. Dieses wird durch eine zusätzliche Aufnahme von Mangan (Mn) ausgeglichen. Diese Überdosis Mangan (Mn) bewirkt eine Veränderung der körpereigenen Prionen, so dass man/ das Rind erkrankt. Das SSC hat offiziell bestätigt, dass es eine Verbindung zwischen den Schädlingsbekämpfungsmittel und nvCJD besteht. (ScientificSteeringCommittee: verantwortlich bei der EU (EuropäischeUnion) für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit). (http://heynkes.de/phosmet.htm) 

Besonders zu erwähnen ist, dass die englische Regierung 1982 per Gesetz den flächendeckenden Einsatz eben dieses Pestizids zur Bekämpfung der Drasselfliegen angeordnet hat. In diesem Zusammenhang ist ebenfalls zu bemerken, dass im Tierfutter zumeist größere Mengen Mangan (Mn), durch Hühnerkot enthalten ist. Ob letztlich das Pestizid der Auslöser für BSE/ nvCJD ist oder die Krankheit nur fördert und letztlich andere Dinge zu der Erkrankung führen, muss noch abschließend geklärt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses möglichst bald geschieht - und bis dahin kann man nur feststellen: Sicherlich hat nicht jeder das gleiche Risiko - doch letztendlich kann es jeden treffen - und ein effektiver Schutz für sich selbst und seine Familie ist somit auch nicht möglich.



Wie viel Fleisch reicht aus, um sich zu infizieren?
Auf diese Frage gibt es derzeit noch keine als sicher anzusehende Antwort. Jedoch haben Labortests bei Rindern ergeben, dass bereits der einmalige Verzehr von 0,1g BSE-infizierten Hirns zur deren Ansteckung führt, da in diesen 0,1g ca. 100.000.000 krankmachende Prionen enthalten sind. 

 

Wie kann ich mich vor BSE-Schützen?
Die Möglichkeiten eigenen Handelns sind eingeschränkt.

  1. Wer nicht völlig auf Fleisch verzichten möchte, sollte zumindest bewusst einkaufen und zumindest auf den Genuss von Rinderinnerreien/-gehirn oder Kalbsfleisch verzichten.
  2. Fragen Sie Ihren Metzger, wie alt das Rind war als es geschlachtet wurde. Kaufen sie bewusst Fleisch von Rindern, welche 30 Monate und älter waren. Das Fleisch ist dann zwar nicht so zart wie das eines Jungtieres - aber die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Fleisch nicht BSE-infiziert ist, ist deutlich höher.
  3. Fragen Sie Ihren Metzger, wie das Rind geschlachtet wurde. Standart-Methode ist es zu Zeit, das Rind in 2 Hälften zu zersägen. Dabei wird natürlich auch das Rückenmark aufgetrennt und es ist ein Risiko, dass sich im Rückenmarkbefindliche Prionen weiter verteilen ist vorhanden. Es ist jedoch auch möglich, mit etwas zeitlichem Mehraufwand das Tier zu zerlegen, ohne das das Rückenmark verletzt wird.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Forscher sehr bald neue effektive Teste zur Feststellung von BSE bzw. Impfstoffe oder Medikamente zur Heilung der neuen Form von Creuzfeldt-Jakob-Krankheit finden.
Auch bleibt zu hoffen, dass einen Infizierung durch nvCJD von Mensch zu Mensch nicht möglich ist.

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