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Titel / Referat: Evolution des Menschen

Schlagwörter: Menschwerdung, Entwicklung vom Affen zum Mensch, homo sapiens, aufrechter Gang, Urmensch Hausaufgabe, Referat

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Evolution des Menschen

Facharbeit zum Thema: Menschwerdung

1. Vorwort
Durch meine Facharbeit im Fach Biologie zum Thema Menschwerdung hoffe ich, dass ich die Entwicklung des Menschen etwas genauer beleuchten kann als es im Unterricht geschehen ist. Des Weiteren finde ich das Thema „die Evolution des Menschen“ sehr interessant und wollte mein Wissen in diesem Bereich mit Hilfe meiner Facharbeit etwas ausbauen.

Auf Grund der Tatsache, dass dieses Thema so umfangreich ist, kann ich leider nicht alle Etappen der Evolution des Menschen untersuchen. Ich werde mich in meiner Facharbeit mit den wesentlichen Ereignissen der biologischen und kulturellen Evolution beschäftigen.


2. Hauptteil

2.1 Was versteht man unter Evolution

Die ständige Weiterentwicklung aller Lebewesen bezeichnet man als Evolution. Die Ursachen dafür sind Mutationen (Änderung der Erbsubstanz), die Selektion (nat. Auslese) und die Isolation ( geologische Veränderung). Die Evolution ist in vier Teiletappen untergliedert:
• die kosmologische Evolution: Entwicklungsgeschichte des Universums
• die chemische Evolution: Entstehung von erstem Lebensformen durch chemische Prozesse, begann vor ca. 3 Milliarden Jahren
• die biologische Evolution: Entwicklung der heutigen Lebewesen aus primitiven Urformen, schloss sich direkt an die chemische Evolution an
• die kulturelle Evolution (= psychische Evolution): Entstehung des Bewusstseins und Weiterentwicklung des menschlichen Gehirns


2.2 Die Stellung des Menschen im zoologischen System

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Primates („Herrentiere“)
Unterordnung: Affen
Zwischenordnung: Altweltaffen
Überfamilie: Hominiden (große Menschenaffen, Gibbons)
Familie: Hominidea (Menschenartige)
Gattung: Homo

Der Mensch ist die einzige überlebende Spezies dieser Gattung.


2.3 Was die Menschwerdung begleitete:

Bevor der Urmensch auf unserer Erde auftauchte, musste die biologische Evolution über viele Millionen Jahre Voraussetzungen dafür schaffen. Dabei muss beachtet werden, dass der Mensch nicht als vorgegebenes Ziel dieser Entwicklung galt, sondern dass es durch bestimmte Umweltbedingungen zur Herausbildung des Menschen kam.

Der Vergleich zwischen dem Menschen und den übrigen zu Ordnung der Primaten (lat. primates = Erst- od. Herrentiere) zählenden Halbaffen und Affen, stellt fest, dass der aufrechte Gang die bedeutendste und folgenreichste Neuentwicklung ist. Diese Fähigkeit der aufrechten Rumpfhaltung und der Gang auf zwei Beinen ist nur dem Mensch vorbehalten. Mit dem aufrichten des Körpers und dem Freiwerden der Hände konnten nun Geräte und Werkzeuge zur Erleichterung des Lebensalltages geschaffen werden. 

Da die Hände nun zum Arbeiten eingesetzt wurden, erhielten diese neue Funktionen. Unter anderem wurde Sie durch die Neuerung zum Organ künstlerischer Arbeiten. Doch auch die Opponierbarkeit des Daumens (Kuppe- zu- Kuppe- Kontakt von Daumen zu Fingern) war von großem Vorteil, da nun der Mensch mit einer höheren Genauigkeit greifen konnte. Neben dem Daumen ist auch die Beweglichkeit des Zeigefingers eine große Besonderheit des Menschen. 

Infolge besonderer Anforderungen, zum Beispiel, die Orientierung im Wald, haben sich auch die Sinnesorgane weiterentwickelt. Eine besondere Entwicklung dabei, war die des räumlichen Sehens. Die Augen haben sich mit der Rückbildung der Nase in das Gesichtsfeld verlagert, und sind so auf einander zu gerückt. So wurde dem Gehirn ein zweifaches Abbild der Umwelt zugeleitet, da sich die Sehfelder der Augen folglich überschnitten. Dieses doppelte Abbild ist aber auch leicht verschoben, deswegen kommt ein räumliches und dreidimensionales Bild zustande mit dem sich Entfernungen zwischen verschiedenen Dingen abschätzen lassen. Bei der Werkzeugherstellung kam dieses räumliche Sehen den gezielten Bewegungen der Hand sehr zunutze. Das räumliche Sehen wurde zu einer bedeutenden Grundlage der Evolution.
Durch die Lageveränderung des Beckens, bedingt durch den aufrechten Gang, verschob sich der Geburtskanal und die äußeren Geschlechtsorgane der Frau nach vorn und es bildete sich der Gesäßmuskel, der für das Aufrechthalten des Körpers verantwortlich ist, heraus. Vermutlich führten beide Veränderungen dazu, dass sich der Geschlechtsverkehr in einer Stellung vollzog, in der sich beide Partner die Gesichter zuwenden konnten, dabei konnte ein Gefühl der Zuneigung entstehen. Unter der Berücksichtigung, dass das Brunstverhalten bei Säugetieren ein periodisch auftretender Zustand sexueller Erregung ist, verlor dieser Aspekt bei den Vorfahren des Menschen immer mehr an Bedeutung. Die weiblichen Artgenossen waren nun ständig sexuell attraktiv. Aus solchen Zusammenhängen wurden dauerhafte Bindungen zwischen männlichen und weiblichen Urahnen, dieses Verhalten ist bis heute erkennbar.

Das Gebiss, der Vorfahren des Menschen, gibt Aufschluss darüber, welche Nahrung sie zu sich genommen haben. Es spaltet sich bei den Primaten, die vor dem Menschen gelebt haben in zwei Richtungen. Bei einigen Arten bildeten sich die Mahlzähne besonders aus, das lässt erkennen, dass diese die Anpassung an pflanzliche Nahrung ist. Die zweite Richtung führt zum Menschen. Der ganze Kauapparat bildete sich zurück. Dies bringt bis heute mit sich, dass bei der neuen Methode der Nahrungszubereitung, mittels Feuer, die dritten Mahlzähne (Weisheitszähne) bei einigen Menschen nicht mehr zum Vorschein kommen. Das kleiner werden des Kauapparates hängt zum einen damit zusammen, das im Laufe der Evolution Organe, die in einer bestimmten Größe nicht mehr gebraucht, verkleinert werden aber auch damit, das sich der fliehende Kiefer (Schnauze) zurückbildete.
Die Fähigkeit, bestimmte Körperfunktionen trotz Umweltschwankungen konstant zu halten, war ein weiterer wichtiger Schritt in der Menschwerdung. Zwar besitzt nicht nur der Mensch diese Funktion, aber für ihn war sie besonders wichtig, da der Mensch in einer Periode entstand, in der sich Wärme und Kältezeiten einander abwechselten. Beispielsweise ist der Mensch in seiner Aktivität nicht so sehr von der Außentemperatur abhängig als es die Reptilien sind.


2.3.1 Der aufrechte Gang:

Die aufrechte Körperhaltung musste schon frühzeitig eingesetzt haben, da sie grundlegend für die weitere Entwicklung zum Menschen war. Der aufrechten Laufhaltung geht ein langer Prozess der Selektion voraus. Die Lage des Gewichtsschwerpunktes spielt eine bedeutende Rolle beim aufrechten Gehen.

Liegt dieser Schwerpunkt im hinteren Teil der Wirbelsäule, so ist das aufrecht halten des Körpers leichter Möglich. Bei den Primaten führte diese Entwicklung zu einer Sitzhaltung, dadurch waren ihre Hände frei für andere Arbeiten. 

Mit der Evolution des Menschen, verlagerte sich der Schwerpunkt des Körpers durch die Verlängerung der Beine. Außerdem bekamen die Hintergliedmaßen eine kräftigere Bein- und Beckenmuskulatur, da sie ja nun den ganzen übrigen Körper tragen mussten. Weiter sind ihre hinteren Extremitäten wesentlich länger als ihre Arme. Diese Entwicklung wurde mit der Verfestigung und der doppelten Krümmung der Wirbelsäule (die nun auch eine wichtige Rolle des aufrechten Ganges spielte) und das Abflachen des Brustkorbes unterstützt. Der Schwerpunkt gelangte so mehr und mehr über das Becken.
Eine weitere wichtige Umgestaltung ist die des Fußes und des Beckens. Wobei die Veränderung des Fußes die bedeutsamste ist. Seine Veränderung vollzog sich über einen langen Zeitraum, man kann mit mehreren Millionen Jahren rechnen. Dadurch, dass die Hauptbelastungslinie des Fußes, der nun das ganze Körpergewicht tragen muss, nahe der großen Zähe liegt, kann diese nicht mehr abgespreizt werden. Nach der Entwicklung der Wölbung des Menschenfußes in Längs- und Querrichtung ist er so gebaut, dass er elastisches Laufen und Springen ermöglicht. Außerdem sind die Zähen deutlich verkürzt damit ein besseres abrollen gewährleistet ist. Auch der Schädel spielt eine Wichtige Rolle beim aufrechten Gang des Menschen. Im Laufe der Evolution ist das Hinterhauptsloch, Ansatzstelle der Wirbelsäule am Schädel, mehr und mehr in die Mitte der Schädelbasis gerückt, hingegen beim Affen diese Ansatzstelle noch weit im hinteren drittel des Schädels lag. Dies führte dazu, das der Affe vornüber gebeugt und sein Schädel an der Wirbelsäule hängt und nur durch sehr starke Nackenmuskeln gehalten werden kann. Beim Menschen ist der Schädel balanciert auf der Wirbelsäule gelagert. Da für die Entwicklung des aufrechten Ganges viele Veränderungen stattfinden mussten, war dies einer der wichtigsten aber auch schwersten Wege zur Menschwerdung.



2.4 Stammbaum des Menschen

Der Mensch ist mit der Frage woher er kommt seit jeher beschäftigt. Doch gelingt es Forschern in der heutigen Zeit nicht mit umfangreichen Materialien die ihnen zur Verfügung stehen, das Auftreten des Menschen durch ein Datum festzulegen. Auch seine Stammesgeschichte lückenlos festzusetzen bereitet ihnen Probleme.
Weitere wissenschaftliche Ergebnisse und Fossilienfunde können die bisherigen Erkenntnisse zwar bestätigen, jedoch in manchen Bereichen wieder in Frage stellen.


2.5 Der Weg zum Vormensch:

2.5.1 Die Dryopithecinen

Vor mehr als 20 Millionen Jahren lebten in Afrika menschenähnliche Lebewesen. Diese Lebewesen lebten vermutlich in den riesigen tropischen Wäldern und ernährten sich überwiegend vegetarisch. Der Name den sie von den Forschern bekamen hieß übersetzt: „Baumaffen des Tertiäres“, (Dryopithecinen). In dieser Zeit herrschte ein sehr warmes Klima, das auch durch die große Ausbreitung der Wälder zum Ausdruck kam.

Durch den Bau des Arm- und Beinskeletts lässt sich erkennen, dass die Dryopithecinen noch nicht hangeln und schwingen konnten, so wie die Menschenaffen heute. Wahrscheinlich bewegten sie sich durch klettern oder kriechen auf Bäumen fort. Aus dem Bau der Zähne lässt sich schließen, dass sich die Dryopithecinen von Früchten, weichen Blättern, Blüten und Insekten ernährten. Zu der Zeit gab es noch keine Menschenaffen.

Durch eine eiszeitliche Klimaveränderung vor ca. 17 Millionen Jahren, trat eine Verkleinerung der bis dahin riesigen Tropenwälder ein. Es entstand eine abwechslungsreiche Landschaft mit erstmalig savannenähnlichen Gebieten, die bis heute in Afrika anzutreffen sind. Durch die Entstehung solcher offener Waldlandschaften, und die damit verbundenen Umweltverhältnisse starben die Dryopithecinen allmählich aus. Nach ihnen kamen Tiere, die wegen ihres Körperbaus als Urahnen der Menschenaffen und des heutigen Menschen bezeichnet werden. Sie hießen Ramapithecinen.


2.5.2 Die Ramapithecinen

Die Ramapithcinen wurden nach ihrem ersten Fundort benannt. Sie wurden in Indien gefunden (Rama: hindische Heldengestalt; pithecus griechisch Affe). Weitere Fossilienfunde belegten, dass der Ramapithecus vor 14 bis 18 Millionen Jahren weit verbreitet war. Man fand solche Fossilien in China, Pakistan, Kleinasien, Afrika und Europa.
Der Ramapithecus war ca. 20 bis 30 Kg schwer und nicht mehr als 1.20 m groß. Er passte sich als erster erfolgreich an das Leben außerhalb der Wälder und in savannenähnlichen Gebieten an. Noch lebte er auf den Bäumen, doch aber auch auf der Erde. Man nimmt an, dass er sich auf dem Erdboden manchmal schon aufrecht fortbewegte.
Der Bau seiner Zähne war schon deutlich menschenähnlicher als der, der Dryopithecinen. Durch die Veränderung der Nahrung (zähere Nahrung) verkleinerten sich die Vorderzähne, die langen Eckzähne bildeten sich langsam zurück und es entwickelten sich größere, flachere Backenzähne. Außerdem entdeckte man, dass die Zähne von einer dicken Schmelzschicht umgeben und widerstandsfähiger waren. Auch die Fähigkeit seinen Kiefer seitlich hin und her zu bewegen, um somit die Nahrung mit den Backenzähnen zu zermalmen brachte ihm einen großen Vorteil, da er nun, durch das leben in der Savanne, auch Grassamen und Körner fressen konnte.. Es ist umstritten, ob diese Tiere wegen ihrer Körpermerkmale schon als Vormenschen betrachtet werden können, oder ob sie die Vorfahren der Menschenaffen gewesen sind, da sie auch menschenaffenähnliche Züge aufweisen.

Durch eine große Lücke an Fossilien Funden in der nächsten Periode zum Menschen, bleibt eine lange Zeitspanne von 5 Millionen Jahren noch unerforscht. Es wurden zwar einige fünfhöckrige Zähne gefunden, die den fortbestand der Affen in Afrika und Asien signalisierte, aber mehr auch nicht.


2.6 Vom Vormensch zum Urmensch

1977 entdeckte ein britisches Forscherteam in Afrika fossile Fußabdrücke. Dadurch konnte man beweisen, dass die Vorfahren des Menschen vor etwa 3.7 bis 3.6 Millionen Jahren einen aufrechten Gang hatten. Der aufrechte Gang entwickelte sich ca. vor 8 bis 4 Millionen Jahren. Durch die Umwandlung des Greiffußes zu einem Stand- / Schreitfuß wurden die Hände und Arme als Fortbewegungsorgane entlastet. Weiter ordneten sich die Muskeln durch die Veränderung der Gangart anders an und bekamen andere Aufgaben zugeteilt. Die Vordergliedmaßen der Vormenschen entwickelten sich so, das sie damit immer besser zum Bearbeiten und Ergreifen der Nahrung dienen konnten. In dieser Zeit entwickelte sich auch die Opponierbarkeit des Daumens. Diese Fähigkeit unterschied die Vormenschen deutlicher von den Affen. Später verwendeten sie erste Werkzeuge, die aus Steinen und Knochen bestanden. Außerdem vergrößerte sich das Gehirn der Affenart, da durch die neuen Umstände jede Art der Weiterentwicklung und Gewinn an Intelligenz als Selektionsvorteil diente. 

Der aufrechte Gang brachte auch viele Probleme mit sich. Die Säugetiere konnten nicht ohne weiteres darauf verzichten sich auf ihren Vordergliedmaßen fortzubewegen. Zwar war es in der Savanne von Vorteil wenn sich Tiere langzeitig aufrichten konnten um die Umgebung zu überschauen und Überraschungsangriffe zu vereiteln, doch für eine Flucht auf zwei Beinen war ihr Körper noch nicht gerüstet. Da das Herz nun das Blut gegen die Schwerkraft in den Schädel pumpen und die Wirbelsäule ohne die frühere Abstützung zu Recht kommen musste. Die inneren Organe, die nach dem Bauplan und der Entwicklung an der Wirbelsäule aufgehängt waren und bisher von der Brust-/ Bauchdecke gestützt wurden, mussten nun von dem noch nicht dafür vorgesehenen Becken gehalten werden. Allmählich verbreiterte sich das Becken und konnte die inneren Organe provisorisch halten. Aufgrund dieser Probleme sprach nicht vieles für den aufrechten Gang und es war nicht zu erwarten, dass sich diese Neuerung durchsetzte. Doch aber wurden diese Nachteile durch die Befreiung der Arme und Hände beim aufrechten Gang ausgeglichen. Dadurch begannen sich diese Tiere auch einfache Werkzeuge zur Bewältigung alltäglicher Dinge zu nutze zu machen.



2.7 Der Urmensch

Vor 4 Millionen Jahren gab es auf der Erde mehrere Arten von Lebewesen gleichzeitig. Man kann sie wegen ihres Baus schon als echte Menschen bezeichnen. Durch Fossilienfunde dieser Zeit weiß man, dass diese Lebewesen menschliche Zähne, ein noch kleines Gehirn und Skelett hatten. Der Bau des Skeletts deutet auf den aufrechten Gang dieser Spezies hin.

Es wird angenommen, dass die Urmenschen vor 3 bis 1 Millionen Jahren im heutigen Afrika lebten. Die Frage ob die unterschiedlichen Menschenformen unabhängig voneinander zur gleichen Zeit am gleichen Ort beheimatet waren, ist noch nicht geklärt. Ein sehr bekannter Vertreter der Urmenschen ist der Australopithecus.


2.7.1 Der Australopithecus

Die Australopithecinen lebten vor vier bis eine Millionen Jahren. Durch den Fund eines Fossilien Schädels 1924 in Südafrika, wurde der Australopithecus entdeckt. Nach dieser Entdeckung, sind viele weitere Schädel, Kiefer und Gliedmaßenknochen in Südafrika, aber auch in Ostafrika gefunden wurden. Neben diesen Körperteilen, fand man aber auch Knochen, Zähne und Hornsubstanzen, die, die Australopithecinen als Werkzeuge benutzten. Daher wird diese Kultur als „Knochen-Zahn-Horn-Kultur" bezeichnet.
Die Australpithecinen waren weder Affen noch Menschen. Da ihr Äußeres mehr dem der Großaffen ähnelte, ihr Körper sehr behaart und das Gesicht affenähnlich nach vorn verlagert war, ihre Augenwülste nach vorn sprangen und ihre Arme lang waren. Doch wenn ihr Skelett mit dem des Menschen und des Gorillas verglichen wird, stellt man fest, dass der Australopithecus auch Merkmale des Menschen in sich hat (siehe Grafik: Vergleich Australopithecus mit Mensch und Gorilla)

Doch der größte Unterschied, der sie von den Affen trennt, ist, dass sie zweibeinig waren und dies machte sie zu den Hominiden. Beweise sind fossile Fußabdrücke, die vor 3.6 Millionen Jahren von einem Australopithecus hinterlassen wurden sind. 

Die Größe der weiblichen Australopithecinen betrug ca. 1 m und sie waren etwa 22 kg schwer, die männlichen Australopithecinen waren dagegen etwas größer und schwerer.
Der Australopithecus lebte in kleinen Gruppen in der Savanne. Dadurch, dass er sich auf zwei Beinen fortbewegte, konnte er schon von weitem Feinde ausmachen und flüchten. Auch sein Sehen entwickelte sich weiter und wurde immer besser. Durch den aufrechten Gang waren die Australopithecinen langsamer als die Vierbeiner, hatten aber auch bei größeren Strecken mehr Ausdauer. Zur Nahrungssuche gingen die Australopithecinen durch die Savanne. Ihre Nahrung bestand im Großen und Ganzen aus Früchten und Wurzeln, aber sie aßen auch ab und zu Fleisch, zur Nahrungsergänzung. Trotz des aufrechten Ganges waren die Australopithecinen ausgezeichnete Kletterer und verbrachten einen Teil ihrer Zeit auf den Bäumen. Der Australopithecus spaltete sich in 4 Gruppen, die sich jedoch in einigen Merkmalen voneinander unterschieden. Die erste Abspaltung war der Australopithecus afarensis.



2.7.1.1 Der Australopithecus afarensis


Der erste Fund des Australopithecus afarensis wurde 1939 in Tansania zufällig gemacht. Seinen Namen erhielt er nach der Region „Afar“ in der er gefunden wurde. Man fand weitere Fossilien in Ostafrika, aber vor allem in Kenia, Äthiopien und Tansania. Doch den berühmtesten Fund machten 3 Paläoanthropologen - Yves Coppens, Donald Johanson und Maurice Taieb - 1974 in Nordost- Äthiopien (Region Afar im Hadar- Becken). Sie fanden 52 Skelettknochen, die eindeutig als die eines Australopithecus identifiziert wurden. Da es sich bei diesem Fund um den eines weiblichen Individuums (offensichtlich weibliches Becken) handelte, nannten es seine Entdecker „Lucy“. 

Der Australopithecus afarensis lebte ca. vor 3.7 bis 2.9 Millionen Jahren vor unsrer Zeit in Gegenden mit feuchtwarmen Klima. Er hatte eine Körpergröße von 150 cm und wog 30 bis 70 kg. Sein Schädel war klein und massiv doch sein Gehirn war im Vergleich zu seiner Körpergröße relativ groß. An seinem Gesicht lässt sich der Übergang vom affenähnlichen Äußeren zum modernen, menschenähnlichen Äußeren erkennen. Auch sein Gebiss war deutlich menschlicher als das, der Australopithecinen. Zum Schlafen oder zum Schutz vor Feinden kletterte der Australopithecus afarensis auf Bäume.
Wahrscheinlich haben sich von der Australopithecus afarensis - Gruppe zwei Richtungen abgespaltet, einmal die zum grazilen Australopithecus africanus und zum anderen die zum Australopithecus robustus.


2.7.1.2 Der Australopithecus africanus

Der erste Fund den man von einem Australopithecus africanus machte, war 1925 in einem Steinbruch in Taung (130km nördlich von Kimberly). Dieser Fund zeigte viele Ähnlichkeiten mit dem Menschen. Sein Gebiss war sehr menschenähnlich (kleine Eckzähne), das Hinterhauptsloch war ziemlich in der Mitte der Schädelbasis. Doch die Größe des Schädels war auch im Bezug auf das Alter (ca. 6 Jahre) sehr klein und affenähnlich. Neben weiteren diversen fossilen Funden, entdeckte man auch Höhlen im südlichen Afrika. Diese waren mit unterschiedlichen Dingen gefüllt, wie zum Beispiel mit Tierknochen, Resten von Rindern, verschiedenen Fleischfressern, aber auch mit Resten von Schildkröten, Großeidechsen und Krokodilen.
Der Australopithecus africanus war ein ca. 1,30m und ca. 25 bis 30 kg schweres Wesen. Sein Gebiss war dem des Menschen relativ gleich, die Schneidezähne ragten nicht mehr über die Kauebene, er hatte kleinere Schneidezähne und sein Kiefer war schon menschlich gebogen. Doch die Kraft seines Gebisses war wesentlich schwächer als das der anderen Fleischfresser und Primaten. Was seine Nahrung angeht, so war er wahrscheinlich ein Allesfresser, er fraß Pflanzen, Früchte, aber auch Fleisch.
Da die Hand des Australopithecus africanus an Stützfunktion verloren hatte und zu einer Greifhand geworden ist, konnte er nun um sich vor Feinden zu verteidigen, Steine und andere Gegenstände aufheben und sie als Waffe verwenden.
Der Australopithecus africanus lebte eine zeitlang parallel zu seinen Artverwandten Australopithecus robustus, als auch mit dem Homo habilis und Homo erectus.


2.7.1.3 Der Australopithecus robustus

Als vor ca. 2,3 Millionen Jahren das Klima trockener wurde, entwickelte sich der Australopithecus robustus. Er lebte genau wie der Australopithecus africanus in Südafrika. Diese Australopithecinen Form war dank ihres Kauapparates an zähe Nahrung angepasst und war eine schon höher entwickelte, dem Menschen nahe stehende Form. Der erste Fund dieser Spezies wurde 1938 in der Republik Südafrika gemacht, er war 1,2 Millionen Jahre alt.
Der Australopithecus robustus ist kräftiger und größer als der Australopithecus africanus. Er wurde ca. 1.50 m groß und ca. 50 kg schwer. Sein Gebiss ist genau auf harte, zähe Nahrung spezialisiert, wie zum Beispiel auf harten Knollen, Wurzeln und Samen. Die Kaumuskulatur wurde länger und stärker, da die Jochbeine weit nach vorn ragten. Das Gesicht war noch vorspringend, aber nicht mehr so ausgeprägt wie bei den anderen Australopithecinen. Ein Scheitelkamm (Rista sagitalis) auf der Schädelwölbung, diente für den Ansatz robuster Schläfenmuskeln.
Dadurch das es kaum Funde vom Australopithecus robustus gibt, sind nur wenige Informationen über ihn vorhanden.


2.7.1.4 Der Australopithecus boisei

Der Australopithecus boisei wurde 1959 von Mary und Louis Leakey der Öffentlichkeit vorgestellt. Er wurde in Olduway in Tansania gefunden. Da es sich bei diesem Fund um den eines jungen Australopithecus boisei handelte, gaben sie ihm den Beinamen „lieber Junge“. Der gefundene Schädel hatte ähnliche Merkmale, die bei dem Australopithecus robustus in Südafrika auftauchten. Diese Form wurde „Zinjanthropus“ oder auch „Mensch von Zinj (arabisch: Wort für Ostafrika). Seinen Gattungsnamen, boisei, bekam er, um Charles Boise zu würdigen, da er die Expedition finanziell unterstützte. Weitere Funde wurden in Koobi Fora (Kenia, östlich des Turkana- Sees) und im Omo- Tal (Äthiopien) gemacht. Neben diesen Funden wurden auch Hauwerkzeuge entdeckt.
Der Australopithecus boisei lebte vor etwa 2,4 bis 1,1 Millionen Jahren. Er war ca. 1.50m groß und wog zwischen 40 und 80 kg. Ein Kennzeichen dafür, dass er sich von Pflanzen ernährte, ist die Verkleinerung seines vorderen Gebisses. Weiter besaß er sehr große Backenzähne, überhaupt die größten aller Hominiden, deswegen wird er auch „Nussknacker- Mensch“ genannt. Auch sein Schädel hatte einen robusten Scheitelkamm. Er konnte auch auf zwei Beinen gehen, doch sein Körper ließ kein schnelles fortkommen, oder flüchten zu. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Urmensch sogar schon Werkzeuge herstellte.
Neben den oben beschriebenen Untergruppen des Australopithecus gibt es noch weitere, doch sind nur der Australopithecus afarensis und der Australopithecus africanus direkte Vorfahren des heutigen Menschen (homo sapiens). Zu der Gruppe der Urmenschen gehörte jedoch auch noch der Homo habilis.


2.7.2 Der Homo habilis

Der Homo habilis ist die früheste Form der Gattung Homo. 1963 wurde in der Olduway- Schlucht der erste Fund von ihm gemacht. Man fand einen Schädel dessen Volumen 660 cm³ entsprach und eine starke Wölbung aufwies. Am gleichen Fundort entdeckte man bearbeitete Kieselsteine. Später wurden auch Funde in Koobi Fora (Kenia), Sterkfontein (Südafrika) und an anderen Orten Afrikas gemacht.
Der Homo habilis lebte vor ungefähr 2.4 bis 1.6 Millionen Jahren. Er stammt vom Australopithecus ab und lebte mit ihm eine Weile parallel auf der Erde. Sein Gehirn ist wesentlich größer als des Australopithecus, es betrug im durchschnitt 630 cm³. Bei diesem Gehirn entwickelte sich zum ersten Mal Ansatzweise das Sprachzentrum und der Hirnschädel wurde runder. Er stellte als erste Menschenform einfache Steinwerkzeuge her (Oldowan- Industrie). Schnittspuren an Tierknochen und Abnutzungsspuren an den Zähnen beweisen, dass sich der Homo habilis nicht nur von Pflanzen, sondern auch von Tieren, also von Fleisch ernährte. 

Das umfangreiche Fossilienmaterial des Homo habilis, zeigt viele unterschiedliche Variationen, so viele, dass es möglicherweise zwei Gruppen der ersten Homo- Gattung gab. Den Homo habilis und die größere Gruppe der Homo rudolfensis. Noch ist es unklar aus welcher der beiden Arten sich der Homo erectus entwickelt hat. Doch eines ist klar, der Homo erectus ist der Nachfolger einer dieser beiden Gruppen.



2.8 Vom Frühmensch zum Jetztmensch

Als die Vormenschen vor etwa 2 Millionen Jahren und die Urmenschen vor etwa 1 Millionen Jahren ausstarben, trat an ihre Stelle der Homo erectus (aufrecht gehender Affenmensch). Er war der erste Frühmensch.


2.8.1 Der Homo erectus

Der Homo erectus lebte vor 1.5 Millionen bis 300.000 Jahren in Afrika, Asien und Europa. Man fand ihn zum ersten Mal 1891 bei Trinil auf Java. Weitere Fossilien Funde wurden in China, Afrika und auch in Deutschland, bei Bilzingsleben (Thüringer Wald) gemacht. Außerdem, fand man verschiedene Steingeräte, Grundrisse von Behausungen, Werkzeuge aus Knochen und Steinen und Spuren von Holzarbeiten. Durch diese Funde ließ sich ein genaues Bild vom Leben des Homo erectus bilden, wie von sonst keinem anderen Vorfahren des Menschen.
Der Grund weswegen der Homo erectus so weit verbreitet ist, liegt darin, dass er vor ca. 1 Millionen bis 700.000 Jahren aus seiner ursprünglichen Heimat Ostafrika in andere Teile der Erde wanderte. Die Ursachen dafür waren klimatische Veränderungen. Er wanderte aus der tropischen Region in kältere Gebiete und da er sich das Feuer zu eigen gemacht hatte, konnte er auch dort überleben. Er richtete sich Wohnhöhlen ein, um so zu überwintern. 

Der Homo erectus war sehr menschenähnlich, er ging völlig aufrecht, sein Rücken war nicht mehr gewölbt und sein Gehirnvolumen hat sich auf 900 bis 1200cm³ vergrößert, dadurch konnte die geistige Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Doch sein Schädel glich immer noch dem eines Affen. Er hatte immer noch starke Augenwülste, eine fliehende Stirn, einen nach vorn springenden Gesichtsschädel und einen massiven Unterkiefer. Auch war bei ihm noch kein Kinn erkennbar. Der Homo erectus erreichte eine Körpergröße bis zu 1.68m und ein Gewicht von etwa 65kg. Ein Beweis dafür, das der Homo erectus mit seinen Artgenossen kommunizieren konnte gibt es nicht, vermutlich konnte er aber Kenntnisse und Erfahrungswissen von einer Generation zur nächsten Generation weitergeben.
Der Homo erectus stellte seine Werkzeuge viel geschickter und gezielter her als wie es der Homo habilis getan hat. Er schaffte somit Schaber und einseitige kurze Säbel aus Steinen oder Knochen. Weiter waren diese ersten Menschen Jäger und Sammler. Sie lebten und jagten in Gruppen. Sie bauten sich Hütten aus biegsamen Pfosten und bedeckten diese mit Tierhäuten von erlegten Tieren. Vor 500.000 Jahren machte sich der Homo erectus das Feuer zunutze. Am Anfang hütete er das Feuer was durch Blitze oder Vulkanausbrüche entstandene war. Später lernte er mit Hilfe von Feuersteinen selber Feuer zu entfachen. Dazu schlug er einen Feuerstein gegen ein eisenhaltiges Material, oder rieb zwei Holzstöcke so lange, bis Feuer entstand. Damit hatte der Homo erectus die Möglichkeit die Umgebung zu erhellen, sich zu verteidigen und zu wärmen, seine Nahrung zu kochen und sich gesellig um das Feuer zu versammeln. 

Aus dem Homo erectus entwickelten sich vor 300.000 bis 200.000 Jahren der Homo sapiens (Altmensch). Ebenfalls zu dieser Zeit spaltete sich der Neandertaler vom Homo sapiens ab.


2.8.2 Der Neandertaler (Homo sapiens neanderthalensis)

Der erste Neandertaler, auch Homo sapiens neanderthalensis genannt, trat vor ca. 250.000 Jahren, in Europa auf. Er wurde erstmals in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Neandertal bei Düsseldorf (Deutschland) gefunden und bekam daher auch seinen Namen. Die Neandertaler lebten nur eine „kurze“ Zeit ca. von 70.000 bis 35.000 Jahren.
Der Homo sapiens neanderthalensis ist eine frühe Form des Homo sapiens. 

Er hatte trotz einer noch fliehenden Stirn, einem fehlenden Kinn und großen Augenbögen eine menschliche Gestalt. Der Neandertaler hatte ein platte Nase mit großen Nasenhöhlen. Dies hatte den Vorteil, das er die damalig kalte Luft in seinen Nasenhöhlen erwärmen konnte bevor sie in seine Lunge kam. Seine Knochen waren fester aber auch schwerer als die der heutigen Menschen.
Der Neandertaler war ein sehr muskulöser Mensch, sein Körpergewicht betrug bis zu 100kg, der Grund für diese Entwicklung zu einem sehr robusten Menschen, war wahrscheinlich die damaligen extremen kalten, bzw. eiszeitlichen Bedingungen vor 100.000 bis 300.000 Jahren. 

Aus den Fundorten des Neandertalers lässt sich schließen, das ihr denk vermögen größer als das des Homo erectus gewesen sein muss, denn wo der Homo erectus nur ein Werkzeug herstellte, konnte der Neandertaler schon mehrere fast identische Werkzeuge schaffen und das zeigt, das sich bei ihm die Kunst des Werkzeugbaus verfeinert und weiterentwickelt hat.
Er konnte auch schon ausgezeichnete Kleidungen und Hütten schaffen, er half verletzten Artgenossen und bestattete seine gestorbenen in Gräbern mit Grabbeilagen.
Auch seine Jagdmethoden waren ausgeklügelter als die seiner Vorfahren. Er plante die Jagd in größeren Gruppen. Bei großräumigen Treibjagden trieb er Wildpferde, Mammuts und andere große Säugetiere in schlammiges und sumpfiges Gebiet, um sie aus der Nähe angreifen zu können. Auf diese Weise konnte er sich Fleischvorräte schaffen. Diese Vorratskammern waren in die Erde gegrabene Löcher.
Durch die Untersuchung der Gene beim Neandertaler entdeckte man, das er gar nicht zu unseren Vorfahren zählt, sondern nur ein ferner Ururgroßonkel ist, dessen Linie sich vor 600.000 Jahren von der Menschwerdungsbahn entfernte. 

Begründungen dafür warum der Neandertaler ausgestorben ist, trotz seiner guten Anpassung an die Umwelt, gibt es nicht. Einige Paläontologen erklären sich das Aussterben des Homo sapiens neandertalensis mit dem harten Konkurrenzkampf, den er mit dem Homo sapiens hatte. Vermutlich hat der Homo sapiens aufgrund der technischen Weiterentwicklung den Neandertaler verdrängt. Doch Spuren für einen Kampf gibt es nicht.



2.9 Der Jetztmensch- Homo sapiens

Der Homo sapiens kam vor 100.000 aus Afrika und traf vor 40.000 Jahren in Europa ein. Seine Entwicklung kann nicht nur durch Körpermerkmale ausgedrückt werden, sondern bedarf einer genauen Beschreibung der kulturellen und sozialen Entwicklung. Während die Entwicklung der Menschen aus affenähnlichen Vorfahren über einen langen Zeitraum von 10 Millionen Jahren andauerte, nimmt die kulturelle Evolution etwa 3 bis 2 Millionen Jahre in Anspruch. Die ersten bekannten kulturellen Entwicklungen waren zu der Zeit als der Australopithecus gefundene Knochen, Zähne und Hornsubstanzen nahm um sich den Alltag zu erleichtern. Der bekannteste Homo sapiens ist der Chro-Magnon-Mensch.


2.9.1 Der Chro-Magnon-Mensch

Der Chro-Magnon-Mensch wurde das erste mal 1868 bei Les’ Eyzies (Südfrankreich) gefunden, daher bekam er auch seinen französischen Namen „Chro-Magnon“.
Er war sehr modern und unterschied sich von den heute lebenden Europäern kaum noch. Dieser Mensch hatte nur eine kleinere Körpergröße und einen größeren Kopf, vielleicht sogar ein größeres Gehirnvolumen. Sein Äußeres war von einer hohen Stirn, einem hervorstehendem Kinn und einer Adlernase geprägt. Seine Körpergröße betrug im Durchschnitt 1,70m.
Der Chro-Magnon-Mensch unterschied sich nicht nur in seinem Äußeren von seinen Vorfahren, sondern auch in seiner Intelligenz, die größer war als je zuvor. Er war das erste Wesen der modernen Welt, welches durch körperliche und geistige Fähigkeiten sprechen konnte. Diese Entwicklung der Sprache war von großer Bedeutung, denn damit war der erste Schritt zum Ausbau und zur Verfeinerung der menschlichen Kommunikation und Kultur geschaffen. Außerdem war er wahrscheinlich der erste Mensch mit technischem Verstand, da er die ersten rohen gebrannten Formen der Keramik erfand, Brennöfen baute und diese mit Kohle heizte. Sie kleideten sich noch besser als die Neandertaler und stellten noch bessere und feinere Kleidung und Werkzeuge her. Weiter bauten sie größere Wohnungen und ernährten sich abwechslungsreicher. 

Die Kunst die uns vom Chro-Magnon-Mensch auf Höhlenwänden und –decken, Tongefäßen und verschiedenen Gegenständen vollständig erhalten geblieben ist, ist eine weitere bedeutende Errungenschaft für ihn gewesen. 

Die Höhlenmalereien sollten nicht nur zur Verschönerung der Höhle dienen, sondern es sollte durch Zauber, das Wild in die Gewalt der Jäger gebracht werden. Dies war Teil einer Beschwörung. So eine Beschwörung sah wie folgt aus: der Zauberer eines Stammes zeichnete die Tiere und den Jagdverlauf auf eine Höhlenwand- oder decke, dann wurden die Jäger von ihm vor die Bilder geführt und dabei sprach er einige Beschwörungsworte, danach wurde vor den Bilder getanzt. In einer Höhle sind die Fußabdrücke der tanzenden Männer zu erkennen. Zuvor hatte noch nie ein Mensch soviel Sinn und Verständnis für Kunst. Als das Ende der Chro-Magnon-Menschen vor 10.000 Jahren gekommen war, hatten sie die Grundlage geschaffen für den letzten Abschnitt auf dem Weg zum heutigen Menschen, für den Ackerbau und die Viehzucht, die Metallbearbeitung, die Religion, die Schrift und für das gesellschaftliche und politische Leben.


2.9.2 Der Homo sapiens und die Kultur

Am Ende der letzten Eiszeit, gab es einen kulturellen Aufschwung. Der Homo sapiens konnte nun sehr gut Tierhäute bearbeiten, nun nutzte er auch andere Möglichkeiten außer seinen Zähnen, seine Jagdmethoden verbesserten sich, er plante die Jagd und seine künstlerischen Tätigkeiten erhielten einen Aufschwung. Vor 35.000 Jahren fing der er an Dinge zu schaffen, die eigentlich keinen praktischen Wert hatten. Es waren kleine Figuren aus Knochen, Stein oder Holz. Sie stellten Tiere oder Frauen da, doch ihre Proportionen waren völlig übertrieben. Zu dieser Zeit entstanden auch die ersten Gemälde, zum Beispiel in der Höhle von Aktamira (Norspanien) und Lascaux (Südfrankreich)
(Bilder siehe Anhang)

Alles in allem ab dieser Zeit gilt der Mensch nicht nur als biologisches, sondern auch als gesellschaftliches, künstlerisches, soziales und geistiges Wessen auf. Außerdem nimmt er damit hinsichtlich der anderen Primaten und Lebewesen eine Sonderstellung ein.



2.10 Vergleich zwischen Affe und Mensch


2.10.1 Unterschiede

Kriterium Mensch Affe 

Schädel 
• Gerade Stirn
• Keine Augenwülste
• Nasenwurzel aus Gesichtsfeld herausragend
• Stirn- Kiefer- und –Kinn in einer Ebene
• Hinterhauptsloch in der Mitte des Schädels und Jochbein, öffnet sich vertikal
• Fliehende Stirn
• Stark Ausgebildete Augenwülste
• Nase Nicht Aus Gesichtsfeld Herausragend
• Langgezogener, Hervorstehender Kiefer
• Fliehendes Kinn
• Hinterhauptsloch im hinteren 1/3 des Hirnschädels, öffnet sich schräg 

Wirbelsäure 
• Doppelt S- förmig gebogen • Dornfortsätze
• Einfach S- förmig gebogen 

Becken 
• Schüsselförmig gewölbt • Brettartig gestreckt ( U- förmig) 

Hintergliedmaßen (Beine) 
• Stand- Schreitfuß
• Schienbein senkrecht zur Körperachse • Klammerfuß
• Geknickt und nach außen verdreht 

Vordergliedmaßen (Arme) 
• Sind frei, d.h. werden nicht zur Fortbewegung gebraucht
• Opponierbarkeit des
• Daumens (Kuppe- zu- Kuppe- Kontakt von Daumen zu Fingern)
• universelle Greifhand
• kürzer als Hintergliedmaßen • dienen zur Fortbewegung
• lange Arme zum Verhältnis zur Körpergröße
• viel zu kurzer Daumen
• Kuppe- zu- Kuppe- Kontakt von Daumen zu Fingern ist nicht möglich 

Kiefer/ Zähne 
• Bogenförmiger Kiefer
• Eckzähne sind kleiner
• Bilden eine Linie mit Schneide- und Backenzähnen
• U- förmiger Kiefer
• Eckzähne größer als beim Menschen
• Lücke zwischen Eck- und Schneidezähnen ( „Affenlücke“) 

Gehirnvolumen • Ca. 500 cm³ • Ca. 15000 cm³ 

Fortbewegung • Auf zwei Beinen • Auf zwei Beinen, nimmt aber Arme zu Hilfe 

Behaarung • nur stellenweise • am ganzen Körper 

Kommunikation • Laut- Wortsprache • Schreie 

Lebenserwartung • 72 Jahre • 30-40 Jahre (in Menschenobhut ca. 50 Jahre)


2.10.2 Gemeinsamkeiten

Der Mensch sowohl auch der Affe gehören zur Klasse der Säugetiere. Beide verfügen über die Fähigkeit des räumlichen Sehens und den aufrechten Gang. Die zweite Übereinstimmung liegt im Körper- und Skelettbau. Ihre Handgelenke bestehen aus 8 Handwurzelknochen. Das Gebiss des Affen und Menschen, besteht 32 Zähnen beiden auf den Mahlzähnen die Höckerbildung gleich ist. 

Der aufrechte Gang ist beim Affen aber nur eingeschränkt möglich. Auch der Affe ist ein alles Fresser und ist ab und zu Fleisch, aber hauptsächlich frisst er Früchte und Pflanzen. Eine weitere Gemeinsamkeit, die, die Menschen nicht immer wahrnehmen, ist, das der Affe auch Werkzeuge benutzt. Zum Beispiel benutzt er kleine Stöcke steckt sie in Termitenbauten und leckt sie danach ab um die Termiten zu Fressen. Seine Nase ist genau so schlecht ausgebildet wie die unsere. Weiter besitzt er auch Fingernägel an den Fingern und Zehen und kann Fingerabdrücke hinterlassen. Der Affe kann sich auch jederzeit Fortpflanzen ohne das er auf die nächste Brunftzeit warten muss. Gebären tut er genau wie wir im normal Fall nur ein Junges, was noch sehr unbeholfen zu Welt kommt.




2.11 Die Entwicklung der Wortsprache

Ein wesentliches Kennzeichen des Menschen ist seine Sprache. Er benutzt sie um Informationen auszutauschen, um Pläne zu schmieden und Kenntnisse an andere weiter zu geben. Die Sprache spielte deswegen in der Evolution des Menschen eine große Rolle. Kein anderes Lebewesen auf dieser Erde besitzt so ein Ausdrucksmittel.
Doch wann die Sprache im langen Prozess der Menschwerdung eingesetzt hat, lässt sich aufgrund mangelnder Beweise und Fossilienfunde ( Stimmapparat besteht aus Knorpel und ist so mit vergänglich und kann nicht versteinert werden) nicht genau festlegen.

Das Zusammenleben mit unseren Vorfahren und die Entwicklung unseres Gehirns, war die Voraussetzung für unsere begriffliches Denken und diese war die Grundlage der Sprache. Man nimmt an, dass die mimische und gestische Sprache angeboren ist, da diese auch kulturübergreifend ist. Das heißt, das ein Lächeln in einer industrialisierten Kultur dasselbe bedeutet, wie bei beliebigen Naturvölkern, dies kann auch auf unsere Vorfahren zurück zu schließen sein.
Anders ist es bei der Wortsprache, es gibt viele Verschiedene Sprachen, die kaum Gemeinsamkeiten besitzen. Wahrscheinlich läuft das erlernen einer Sprache auch zu einem Teil auf angeborene Mechanismen hinaus. Dies ist aber noch nicht eindeutig bewiesen.


2.11.1 Warum kann der Mensch sprechen:

Der Stimmapparat des Menschen ist aus dem Rachen, dem Kehlkopf, den Stimmbändern (Pharynx), der Zunge und den Lippen aufgebaut. Die Affen, andere Säugetiere und menschliche Säuglinge haben die Fähigkeit während sie atmen gleichzeitig zu schlucken, ohne sich zu verschlucken, dies liegt daran, das ihr Kehlkopf weiter oben im Hals liegt und der Kehlkopf dadurch die Verbindung zwischen Mund- und Nasenhöhle verschließen kann. Der Nachteil dieser Fähigkeit ist allerdings, dass der Rachenraum, der für die Lautbildung besonders wichtig ist, sehr stark eingeschränkt ist. Der Mensch verliert jedoch die „Schluck- Atem- Funktion“ im alter von einem halben Jahr, denn zu dieser Zeit wächst der Kehlkopf langsam nach unten. In diesem Alter kann das Baby auch sein erstes Wort sprechen. Der Grund dafür ist, das sich der Rachenraum oberhalb der Stimmbänder erweitert hat. Der entstandene Resonanzraum kann den Lauten, die durch den Kehlkopf und den Stimmbändern gebildet wurden, Klangfarbe und feinste Nuancierungen verleihen.


2.12.Die kulturelle Entwicklung

Beruht genau wie die biologische Evolution auf den Erwerb, der Anhäufung und selektiven Weitergabe ausgewählter Funktionen. Das heißt, das Informationen, die besonders wichtig waren oder einen Vorteil gegenüber anderen brachten weitergegeben wurden. Auch die kulturelle Evolution ist durch Weiterentwicklung gekennzeichnet. Die kulturellen Informationen werden nicht wie bei der biologischen Evolution durch Gene sondern zum Beispiel durch Weitergabe von Erfahrungen, Büchern, Zeitschriften und anderen kulturellen Datenträgern (Gemälde, Höhlenmalerei) weitergegeben. Die nachfolgende Tabelle soll verdeutlichen, was in den einzigen Kulturstufen geschehen ist.




Aurignacien
35.000 bis 15.000 Nähnadeln; Schmuck aus Tierzähnen, Muscheln und Elfenbein; Beginn der Eiszeitkunst: Höhlenmalerei, Kleinplastiken 1230cm³ Homo sapiens

Magdalénien
Bis 12.000 Sauber bearbeitete Stein-, Holz- und Knochenwerkzeuge; Harpune, Speerschleuder, Pfeil und Bogen 1230cm³ Homo sapiens 

Neolithikum
10.000 bis 4000 Ackerbaugeräte, erste Metallwerkzeuge;
Keramik, Städte mit Straßennetz und anderer Infrastruktur, Handelswege, Metallgewinnung 1230cm³ Homo sapiens



4.Quellenverzeichnis

• „Sehen- Staunen- Wissen, Die ersten Menschen“ , Gerstenberg Verlag,
1.Auflage 1989
• „ Bibliothek des Wissens, Auf den Spuren des Lebens“, Arena Verlag
1. Auflage 2000
• „Der Mensch“, Natur Verlag, dt. Ausgabe 1991, Fiorenzo Facchini
• „Der Mensch- Krone der Evolution“, Verlag neues Leben Berlin, 1984,
Gerhard Sraaß
• „Der Brockhaus, von A – Z“, F.A. Brockhaus- Leipzig/ Mannheim, 9.
neu bearbeitete Auflage 2002
• „Evolution- Biologie Sekundarstufe 2“ Schroedel- Verlag,
Neubearbeitung 1999
• „Biologie- Band 3- Sachsen“, Volk und Wissen Verlag, 1. Auflage 1997

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