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Titel / Referat: ADS - Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom

Schlagwörter: Kinder, Erwachsene, ADD, Symptome, Problematik für die Familie, Therapiemöglichkeiten, Familientherapie, Verhaltenstherapie Hausaufgabe, Referat

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Das Aufmerksamkeits- Defizit- Syndrom

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ist eine, bereits im Kindesalter beginnende psychische Störung, die sich vorwiegend durch leichte Ablenkbarkeit und geringes Durchhaltevermögen, sowie ein leicht aufbrausendes Wesen mit der Neigung zum Handeln ohne nachzudenken, häufig auch in Kombination mit Hyperaktivität (ADHS), auszeichnet.

Etwa 3-10% aller Kinder zeigen Symptome im Sinne einer ADHS. Jungen werden deutlich häufiger diagnostiziert als Mädchen. Die Symptome können mit unterschiedlicher Ausprägung bis in das Erwachsenenalter hinein fortbestehen.

ADS ist die Abkürzung für „Aufmerksamkeits- Defizit- Syndrom“. Oft wird dies auch, verbunden mit Hyperaktivität, als ADHS für „Aufmerksamkeits- Defizit- Hyperaktivitäts- Störung“ bezeichnet. Im Englischen liegen die beiden Abkürzungen ADD und ADHD für „attention- deficit- disorder“ und „attention- deficit hyperactivity disorder“ vor. Ältere Ausdrücke für diese Störung sind unter anderem „Frühkindliche leichte Hirnschädigung“ oder „Hyperkinetisches Syndrom (HKS)“ .Sie stellt eine Störung im Verhalten bei Kindern dar. Diese reicht oft bis ins Erwachsenen-Alter, ist bei Kindern jedoch besonders ausgeprägt und auffällig und beginnt ca. mit dem 5. oder 6. Lebensjahr. Jungen sind um einiges häufiger davon betroffen als Mädchen, was offenbar daher kommt, dass bei Jungen durch genetische Ursachen eher Fehlentwicklungen des Nervensystems auftreten. Dieses spielt nämlich bei den Ursachen dieser Störung eine wichtige Rolle.
ADS ist ein aktuelles Problem in unserer Gesellschaft – immer mehr Kinder und auch Erwachsene scheinen davon betroffen zu sein. Die USA sind dabei „seit Jahren Führungsnation“ der Aufmerksamkeitsgestörten Kinder. Ein Grund dafür ist offensichtlich die immer hektischer werdende, moderne Welt (siehe Ursachen). Es wurde zudem „noch kein Land und keine Kultur“ gefunden, in denen ADS nicht vorkommt. Doch obwohl diese Störung erst seit kurzer Zeit so aktuell und bekannt ist – man schätzt, dass ca. 2-10% der Kinder von ADS betroffen sind – war schon im 19. Jahrhundert von einer solchen Störung (die Bezeichnung ADS gab es zu dieser Zeit noch nicht) die Rede. Beispielsweise geht es in der Geschichte vom „Zappelphilipp“, die der Arzt Heinrich Hoffmann 1845 als Weihnachtsgeschenk für seinen 3-jährigen Sohn geschrieben hatte um ein solches hyperaktives Kind, das nicht ruhig sitzen bleiben kann und damit seine Eltern zur Verzweiflung bringt. Dies liegt der Realität näher als man zunächst glaubt, denn es gibt sehr viele Eltern, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, in denen sie ihr Kind scheinbar nicht mehr unter Kontrolle haben wenn es nicht gehorchen will und dauernd andere Dinge im Kopf zu haben scheint. Diese Eltern sind oft ratlos, zweifeln an ihren Erziehungsmethoden und sehen keine Lösung für dieses Problem.
Doch ganz hoffnungslos ist die Situation nicht mehr, da seit einiger Zeit hilfreiche Therapiemaßnahmen und – wenn auch umstritten – wirkungsvolle Medikamente bekannt sind. Für viele Eltern ist schon die Diagnose der Störung eine erste Erleichterung, da sie dadurch ihre Selbstzweifel unbegründet sehen. Jedoch sind auch Erziehung und soziales Umfeld wichtige Faktoren bei der Ausprägung der Krankheit und spielen darum in den entsprechenden Therapien eine große Rolle.
Die Diagnose von ADS ist leider nicht ganz einfach, „da seine Symptome durch Verhaltensbeschreibungen definiert werden“ . Zwingend ausgeschlossen werden müssen dabei geistige Behinderungen, organische Hirnschäden und einfach nur niedrige Intelligenzquotienten, die nichts mit einer solchen Störung zu tun haben und daher anders behandelt werden müssen.
Im Folgenden werden die weitreichenden Symptome von ADS, die möglichen Ursachen und die verschiedenen Behandlungsmethoden und Therapiemaßnahmen beschrieben.




Symptome von ADS



Zu den Symptomen (den Zeichen, die auf das Krankheitsbild von ADS hindeuten) gehören vor allem Auffälligkeiten im Verhalten der Kinder mit ADS innerhalb der Familie oder in der Schule / im Kindergarten. In der Familie fällt vor allem auf, dass diese Kinder oft impulsiv sind, also handeln ohne zu überlegen und die möglichen Folgen zu bedenken, dass sie kein Spiel zu ende bringen, also wenig Ausdauer darin zeigen, dass sie sehr zerstreut sind und oft Spielsachen verlieren oder Dinge vergessen. Ihr Spielverhalten ist auch in der Hinsicht anders als bei Kindern ohne ADS, dass es „sinnwidrig und sogar destruktiv“ ist. Die Kinder machen also sehr häufig Spielsachen kaputt oder erkennen ihren eigentlichen Sinn nicht. Auch sind sie sehr leicht reizbar, z.B. durch Kritik oder Ermahnungen der Eltern bei ungehorsamem Verhalten und neigen zu heftigen Stimmungsschwankungen und Wutanfällen, sind schnell erregbar und reagieren aggressiv. Auffällig ist außerdem, dass sie schlecht aus Erfahrungen lernen und Arbeitsanweisungen schnell vergessen oder nicht zu verstehen scheinen. Sie können sich nur schwer Handlungsabläufe, die sie vorgegeben bekommen, merken. Dadurch führen Kleinigkeiten im Alltag wie Aufstehen, Anziehen, Essen und Schlafengehen häufig schon zu Stress, Streit und Verzweiflung der Eltern.
In der Schule wirkt sich die Krankheit noch stärker aus, da sie die Fähigkeiten der Kinder mit ADS meist stark beeinträchtigt und auch hemmt. Zu den Symptomen, die in der Schule problematisch sein können, gehört z.B. der Mangel an Konzentration, vor allem bei längeren Zeitspannen. Da sich diese Kinder sehr schnell von den kleinsten Geräuschen oder Bewegungen vom Unterricht ablenken lassen und es ihnen nicht möglich ist, sich nur auf den Lehrkörper zu konzentrieren, werden sie schnell unruhig und fallen dadurch störend auf. Oft verkörpern sie in einer Klasse den sogenannten „Klassenclown“, um Aufmerksamkeit zu erhalten und von ihrer Konzentrationsschwäche abzulenken. Viele denken darum von den betroffenen Kindern, sie wären faul oder einfach dumm. Jedoch entsprechen die Leistungen, die sie in der Schule erbringen nicht denen, die sie ohne ADS erreichen könnten. Ihr Problem ist der Dauerstress durch die Reizüberflutung. Normale Kinder können die Reize ihrer Umgebung ausschalten, um sich auf eine Sache zu konzentrieren. Kinder mit ADS jedoch sind dazu nicht imstande, sie empfangen willkürlich alle Reize iher Umgebung und können dabei nicht zwischen wichtig und unwichtig unterscheiden. Darum stellt der Lehrer oder die Lehrerin in der Schule nur einen von vielen auf die Kinder einwirkenden Reizen dar und sie schaffen es so nicht, nur diesem einen bestimmten Reiz Aufmerksamkeit zu schenken. Bei ADHS, also ADS mit Hyperaktivität fallen die Kinder zusätzlich durch ihren starken Bewegungsdrang und ihre Unruhe auf, wobei sie in der Schule oft nicht stillsitzen können und von den anderen als Störung empfunden werden.
Die Krankheit zeigt sich zudem oft in einer Lese- und Rechtschreibschwäche. Auch Rechenschwächen sind häufig bei Kindern mit ADS. Diese Leistungsschwächen kommen ebenfalls daher, dass sich die Kinder meist keine Handlungsabläufe und keine Reihenfolgen merken oder widergeben können. Auch die schnelle Reizbarkeit zeigt sich in der Schule stark, z.B. wenn ein Kind durch seine Verträumtheit oder sein Rumzappeln auf dem Stuhl auffällt und vom Lehrer oder der Lehrerin ermahnt wird. Dann reagiert es oft trotzig auf die Kritik, wird wütend und aggressiv, da es seine Emotionen nicht zensieren kann und diese daher vollständig nach außen zeigt. Jedoch ist es wiederum nicht imstande, durch die Ermahnungen sein Verhalten zu ändern und leidet darum häufig unter einem schwindenden Selbstbewusstsein.
Zu den Symptomen zählen zudem auch noch ein vermindertes Zeitgefühl, eine Schwäche beim Erinnern an vergangene Ereignisse oder eine Voraussicht auf mögliche kommende Ereignisse oder Reaktionen anderer Menschen. Außerdem finden ADS-kranke Kinder häufig Sachen nicht, die direkt vor ihnen liegen und haben oft „Störungen ihrer motorischen Fähigkeiten“ , können also bestimmte Bewegungsabläufe nicht richtig ausführen (dies beruht auf der Störung des Nervensystems). Seltener leiden sie unter sogenannten Tic-Störungen, bei denen es sich um unwillkürliches Zucken von Muskeln, meist im Gesichtsbereich, handelt.
Wenn die Krankheit nicht erkannt oder behandelt wird, nehmen die Symptome häufig größere Ausmaße an. Wegen der geringen oder fehlenden Anerkennung tendieren Menschen mit ADS oftmals zu sozialen Randgruppen. Häufig leiden sie sogar unter Depressionen. Darum ist versärkt die „Gefahr einer kriminellen Laufbahn oder einer Suchtkarriere“ vorhanden. Unbehandelte ADS-Kranke beginnen schon früher als Menschen ohne ADS oder solche mit einer erfolgreichen Behandlung mit der Einnahme von Zigaretten und / oder Alkohol.
Erwachsene mit ADS haben häufig Anpassungsschwierigkeiten im Beruf und in der Ausbildung und Probleme mit Kindererziehung, Partnerschaft und anderen sozialen Umfeldern. Sie sind – wie auch schon im Kindesalter – zerstreut, vergessen leicht Dinge und Vereinbarungen und können Stress nur schwer ertragen.





Ursachen von ADS



Für ADS gibt es zwei verschiedene Ursachen: Zum Einen ist die Krankheit genetisch vererbbar, was durch „Zwillings- und Adoptionsstudien“ bewiesen wurde. Dort stellte sich heraus, dass ein Zwilling zu 55-92% ADS entwickelt, wenn der andere Zwilling die Krankheit auch hat. Die Kinder kommen dabei mit unterschiedlicher Anfälligkeit für die Störung zur Welt.
Zum Anderen wirken die biologischen und psychosozialen Faktoren wie Familie, Schule, Beruf und Umfeld, auf die Krankheit auslösend und verstärkend. Sie haben einen Einfluss darauf, wie stark sich die Symptome im Laufe der Kindheit ausprägen.


Biologische Faktoren:

Es wurde festgestellt, dass bei Kindern mit ADS im Gehirn, genauer gesagt im Stirnhirn, ein Mangel an dem Botenstoff Dopamin herrscht. Dadurch ist die Aktivität der Nervenzellen in diesem Bereich, der für die Handlungsplanung, die Aufmerksamkeit und die Entwicklung eines Bewusstseins von Selbst und Zeit zuständig ist, deutlich herabgesetzt. Deshalb kann das Gehirn seine Impulse nur unzureichend oder gar nicht kontrollieren, steuern oder regeln. Es liegt eine Funktionsstörung des Hirnstoffwechsels vor. Dies wirkt sich negativ auf die Verarbeitung von Informationen aus, da das Gehirn so von Impuls zu Impuls und von Reiz zu Reiz springt, ohne entscheiden zu können, welches der bedeutsamere und situationsangemessenere ist.


Psychosoziale Faktoren:

Diese Faktoren wirken sich oft negativ auf den Verlauf von ADS aus.
Ungünstige Familienverhältnisse können solch einen Faktor darstellen. Viel Streit und Stress innerhalb einer Familie wirken sich meist verschlimmernd auf das Syndrom aus. Dazu gehören auch unklare, unzuverlässige oder schnell wechselnde Beziehungen entweder der Eltern oder der Bezugspersonen zu dem Kind. Auch unklare Tagesabläufe sollten vermieden werden. Vernachlässigung oder gar Misshandlung wirken sich natürlich auch negativ auf die Psyche und somit auch auf die Störung der Kinder aus. Belastende Lebenseinflüsse können zum Beispiel die Scheidung der Eltern, eine schlimme Krankheit oder ein Todesfall innerhalb der Familie oder andere Belastungen sein. Ebenso können sich eine verfrühte Geburt und Alkohol- und Tabakkonsum der Mutter verstärkend auf die Ausprägung der Symptome auswirken.
Die moderen Welt stellt mit „rastlos wechselnden visuellen Reizen, den sich verminderten Bewegungsspielräumen und den oft überforderten Klein- und Patchworkfamilien“ ebenfalls ein Hinderniss für die Besserung von ADS dar.
Deshalb ist es bei der Behandlung der Krankheit auch so wichtig, all diese Faktoren mit einzubeziehen und zu verbessern.




Behandlung von ADS



Familientherapeutisches Verfahren:

Die familienbezogene Therapie bring oft mehr Erfolge vor als eine Einzeltherapie, da die gesamte Familie des Patienten mit einbezogen wird.
Vor dem Beginn einer Behandlung ist es nötig, dass die Eltern der aumerksamkeitsgestörten Kinder ausführlich von einem Arzt über die Krankheit, ihre Symptome und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt und beraten werden. Dies stellt schon den ersten Schritt zur Besserung des Syndroms dar, da die Eltern so in einer speziellen Beratung lernen können, wie sie mit der Krankheit und den alltäglichen Problemen mit ihrem Kind umgehen können. In Form eines speziellen Elterntrainings üben die Eltern ein, welche Reaktionen bei betimmten Verhaltensweisen von Kindern mit ADS richtig, und welche falsch sind. Sie lernen zum Beispiel, wie sie am besten mit ihrem Kind alltägliche Dinge wie Hausaufgaben bewältigen und Konflikte lösen oder minimieren können,und so Stress und Streit vermeiden. Es gibt auch spezielle Selbsthilfegruppen für Eltern von Kindern mit ADS, in denen ihnen Hilfe angeboten wird und wo sie sich mit anderen Eltern von ADS-Kindern austauschen können.
Wie schon erwähnt, ist die Diagnose nicht einfach, da die Symptome von ADS ziemlich unspezifisch sind. Bei Kindern, die an ADS ohne Hyperaktivität leiden, fällt die Krankheit zum Beispiel meist gar nicht oder erst nach längerer Zeit auf, da diese Kinder oft nur als verträumt gelten. Daher ist es nötig, dass sich die Therapie nach dem individuellen Befund richtet, also störungsspezifisch und den Symptomen entsprechend gestaltet wird. Dazu muss der Arzt genau über das soziale Umfeld des Kindes informiert werden und „alle Lebens- und Verhaltensaspekte von Kind und Familie erfassen. So ist es ihm möglich, einen individuellen Förderplan für das Kind zu erstellen“ , in dem diese ganzen Aspekte mit berücksichtigt sind. Am besten ist es zudem, wenn die Lehrer oder Erzieher im Kindergarten von den Eltern über die Krankheit und die Therapie aufgeklärt werden und so auch Rücksicht nehmen, Verständnis zeigen und durch Mithilfe aktiv zur Verbesserung beitragen können.
Die Eltern lernen in der Familientherapie zum Beispiel, dass sie dem Kind klare Ordnungsmuster und Regeln vorgeben und die Kriterien dafür möglichst klar darlegen sollten. Es sollte „Richtlinien wie feste Uhrzeiten, Zeitintervalle oder andere sichere Signale und Rituale geben, an die das Kind sich halten kann und muss“ . Diese Alltagsstrukturen müssen dem Kind möglichst überschaubar und vorhersehbar gemacht werden, am besten ist ein deutlich strukturierter oder immer gleicher Tagesablauf.
Auch können die Eltern und Lehrer durch häufige Rückmeldungen den Kindern helfen. Wenn diese sofort erfolgen, erfährt das Kind oft und schnell die Konsequenzen auf sein Verhalten und kann sich diese besser und schneller merken. Verspäteter Tadel hingegen
ist nicht sehr hilfreich. Besser sind Lob, Anerkennung und Belohnungen bei positivem Verhalten. Auch die Anerkennung über Mimik, Gestik und Berührungen spielt eine ebenso wichtige Rolle. Wenn die Eltern und Lehrer an die Stärken und nicht an die Schwächen der Kinder ansetzen, helfen sie ihnen, ihr Selbstbild zu verändern und wieder neues Selbsvertrauen zu gewinnen, was sich widerum positiv auf die Symptome der Krankheit ausübt.
Ein solches „Gerüst aus festen Zeiten, Geboten und Rückmeldungen“ verhilft dazu, eine Besserung der Krankheit zu erreichen und den Alltag für Eltern, Lehrer und Kinder einfacher zu gestalten.


Verhaltenstherapie:

Die Verhaltenstherapie ist eine Einzeltherapie, bei der der Therapeut versucht, die störenden Verhaltensweisen der betroffenen Kinder abzubauen und dafür mit ihnen neue, angemessenere zu erlernen. Dabei werden meist die gewünschten Verhaltensweisen, also die, die erlernt werden sollten, belohnt.


Medikamentöse Therapie (Pharmakotherapie):

Die Meinungen sind im Bezug auf die Behandlung von ADS durch Medikamente sehr gespalten. Viele Ärzte behaupten, die Verabreichung solcher Stimulanzien schaffe oft die „Grundlage für für die notwendigen psychotherapeutischen Maßnahmen und gebe den Kinder erst die Chance, ihre Fähigkeiten nach außen zu zeigen“ . Andere behaupten, medikamentöse Maßnahmen wären nur für den äußersten Notfall, wenn die Eltern kurz davor sind, ihr Kind aus Verzweiflung in ein Heim zu bringen oder Gewalt anzuwenden. Andere sind völlig gegen diese Medikamente und behaupten, sie wären „ein bloßes Mittel zur sozialen Kontrolle“ . Die Zweifel vieler rühren auch von Tatsache her, dass diese Stimulanzien unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Es wurde jedoch bewiesen, dass sie nicht zur Sucht führen.
Untersuchungen haben belegt, dass diese Mittel durchaus eine positive Wirkung haben können, wenn bestimmte Kriterien bei der Verschreibung und Einnahme beachtet werden und wenn sie ausschließlich in Kombination mit einer Psychotherapie erfolgen.
Zunächst ist es natürlich besser, nur therapeutische Maßnahmen zu ergreifen und auf diesem Weg zu versuchen, eine Besserung der Krankheit zu erreichen. Wenn dies aber nicht zur Verbesserung der Symptome führt, ist es ratsam, sich über solche Mittel zu informieren. Auch bei sehr stark ausgeprägten Symptomen, also bei nicht mehr kontrollierbarem Risikoverhalten des Kindes, das zu Unfällen und Verletzungen führen kann oder bei einem ausgeprägten negativen Selbstbild des Kindes, bei Depressionen und Minderwertigkeitsgefühlen ist dies ratsam.
Die Höhe der Dosierung ist individuell verschieden und der Arzt muss die Einnahme immer begleiten. Das Kind muss zudem mindestens 6 Jahre alt sein und das Rezept sollte von einem Kinderarzt oder –Psychiater verschrieben werden.
Die Wirkung der Mittel wurde bereits in Studien belegt. Sie bewirken eine Erhöhung von Transmittern am Synaptischen Spalt, dem Botenstoff Dopamin, indem sie seinen Rücktransporter hemmen und vereinfachen so die Verarbeitung von Informationen im Gehirn. Dadurch fördern sie bei Kindern mit ADS die Konzentration und Aufmerksamkeit und verbessern so durch Erfolgserlebnisse das Wohlbefinden und Selbstwertgefühl. Es sind jedoch auch einige Nebenwirkungen bekannt, die beachtet werden müssen, wie zum Beispiel Einschlafstörungen, Appetitlosigkeit, Erregungszustände, Angst, Verfolgungsideen, Weinerlichkeit und leichte Tics. Diese Nebenwirkungen lassen sich aber normalerweise durch eine niedrigere Dosierung abschwächen. Auch die Furcht vor möglichen Spätfolgen ist bei vielen immer noch vorhanden, da bis jetzt Langzeitstudien fehlen. Bei Menschen ohne ADS wirken die Mittel anregend, aufputschend und schlafmindernd, daher ist eine eindeutige Diagnose der Krankheit unbedingt notwendig. Wenn sich das Verhalten der Kinder durch die Verabreichung dauerhaft bessert und die Leistungen stabil sind, sollte einmal jährlich ein „Auslassversuch“ unternommen (die Einnahme der Mittel unterbrochen) werden, um die Notwendigkeit der weiteren Einnahme zu überprüfen.
Das bekannteste Beispiel eines solchen Medikaments ist das Ritalin®. Es enthält Methylphenidat, das dazu dient, eine Erhöhung des Botenstoffes Dopamin in den Synapsen zu bewirken und somit die Konzentration und Aufmerksamkeit der Kinder zu verbessern. Die Wirkung tritt nach ca. 30-45 Minuten nach der Einnahme ein und hält ca. 2-4 Stunden. Durch Ritalin® zeigen ca. 80% der Kinder mit ADS im Unterricht ein „normales“ Verhalten. Das Problem bei diesem Medikament ist, dass es häufig von den falschen Ärzten, zum Beispiel Radiologen, Laborärzten, Hals-Nasen-Ohrenärzten an zu junge Patienten verschrieben wird. Es sollte aber auch im Interesse der Eltern liegen, sich ausreichend zu informieren und einer Kinderarzt oder –Psychiater aufzusuchen.
Eine andere Form des Mittels mit verlängerter Wirkdauer ist das RitalinSR®. Es enthält die doppelte Wirkstoffmenge von Ritalin und ist in Deutschland noch nicht zugelassen. Es kann nur über eine internationale Apotheke bezogen werden.




Weitere (Psycho-)Theurapeutische Maßnahmen:

Es werden außer der Familien- und der Pharmakotherapie auch noch weitere Maßnahmen angeboten, die zu einer Besserung von ADS führen sollen. Dabei ist zum Beispiel von sogenannten „alternativen Therapieansätzen die Rede, deren Wirkung jedoch nicht erwiesen ist“ . Auch die Wirkung von Atlastherapie, Klangtherapie, Hörtherapie, Festhaltetherapie, Bachblüten-, Algen- und kombinierter Calcium- und Vitamin-D-Gabe, Phosphat- und salicylfreier oder zuckerreduzierter Diät ist nicht erwiesen. Grundsätzlich hat sich eine Wirkung ernährungsbezogener Therapieformen wissenschaftlich nicht belegen lassen, da diese nicht an den Ursachen der Krankheit ansetzen.
Wirksam bei Problemfällen können jedoch pädagogische Sondereinrichtungen für ADS- Kinder sein. Diese bieten den Kindern eine spezielle Betreuung und Schulung. Außerdem haben sie dort eine überschaubarere Umwelt, weniger Konkurrenz durch „normale“ Kinder und werden individuell unterstützt und gefördert. Zudem erhalten sie dort auch ein sogenanntes soziales Kompetenztraining, wobei sie lernen, wie sie soziale Situationen richtig einschätzen und sich angemessen verhalten und zu reagieren.





ADS bei Erwachsenen



Trotz des Fortschrittes in der Wissenschaft im Wissen um die Krankheit ADS sollten sich Psychologen, Ärzte und Eltern bewusst sein, dass sich die Krankheit nie vollständig wegtherapieren lässt. Auch im Erwachsenenalter haben die Menschen mit dieser Störung noch häufig Probleme im Alltag. Ungefähr ein Drittel aller ADS-Kinder bleibt im Erwachsenenalter verhaltensauffällig und bis zu 80% müssen mit Restsymptomen wie Zerstreutheit, Vergesslichkeit und Reizbarkeit rechnen. Eine Therapie kann diese Menschen und deren Familien also bestenfalls lehren, sich der Störung möglichst gut anzupassen und auch noch im späteren Leben mit ihr umgehen zu können.
Trotzdem gibt es genügend positive Beispiele von ehemaligen ADS-Kindern, die ihr späteres Leben sehr erfolgreich gestalten konnten. Dazu gehören unter anderem Mozart, Thomas Alva Edison, Einstein, Winston Churchill und auch Madonna, die alle trotz der Krankheit zu berühmten Persönlichkeiten und Vorbildern für viele wurden und noch heute sind. Sie geben den betroffenen häufig Hoffnung für ihr späteres Leben. Es gibt offensichtlich keinen Grund zur Verzweiflung für ADS-Kranke, denn wie diese Beispiele zeigen, sind auch sie in der Lage, außergewöhnliche Leistungen zu erbringen.

häufige Suchphrasen:
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