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Titel / Referat: Pisonische Verschwörung

Schlagwörter: Gajus Calpurnius Piso, Verschwörung, Rom, Nero Hausaufgabe, Referat

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Pisonische Verschwörung


Die Verschwörung ist nach ihrem Hauptakteur:
Gajus Calpurnius Piso benannt, der aus einer der angesehensten und bedeutensten Familien Roms stammte. Sein Name ist für immer mit dem des Nero und dem Senecas verbunden. Ein weiteres, in die Analen eingegangenes Mitglied dieser röm. / plebej. Familie war Lucius Calpurnius Piso Frugi, der 149 v. Chr. als Volkstribun das erste Gesetz gegen die Erpressung der Provinzalen erließ, das dann zur Einführung des ersten ständigen Gerichtshofes führte. So weit dieser kleine Einschub.

Um zu verstehen, warum es zu dieser Verschwörung kam, ist es notwendig die Zustände in Rom zur Zeit der Herrschaft des Nero ungefähr ab dem Jahre 59 n. Chr genauer anzusehen und zu beurteilen. Nero ging von diesem Jahr an immer entschiedener seinen eigenen Weg. Das Niveau der maßgebenden Männer an seinem Hofe sank immer tiefer. Nero umgab sich mit Menschen, die man als " Speichellecker" und völlig für konstruktive Politik ungeeignet ansehen kann. Es waren Männer wie der Freigelassene Anicetus, der dem 21 jährigen Nero als Handlanger bei der Ermordung seiner Mutter Agrippina diente, oder der Prätorianerpräfekt Tigellinus, ein Mann, der Neros Wünsche und Neigungen bedingungslos unterstützte. Für den jungen Nero bedeutete der Muttermord einen Einschnitt in seinem Leben;
seit diesem Verbrechen schreckte er bei familiären oder politischen Konflikten vor Mord, politischen Prozessen und Hinrichtungen nicht mehr zurück. Und dies geschah trotz der besonders excellenten Erziehung, die der junge Nero erhalten hatte, z.B. durch den Philosophen Seneca. Der Kaiser strengte misstrauisch gegen jeden viele Majestätsprozesse an, die es lange Zeit nicht mehr gegeben hatte;
die Zahl der vollstreckten Todesurteile, Verbannungen, Enteignungen nahm in nicht geahntem Ausmaß zu, und wir müssen festhalten, dass das gesamte Herrschaftssystem durch und durch korrumpiert und der Staatshaushalt mehr als marode war. Nero fröhnte immer mehr seinen Leidenschaften:
öffentlich als Wagenlenker in der Arena, als Sänger und als Schauspieler aufzutreten. Man spottete hinter vorgehaltener Hand über ihn und seine nur mittelmäßige Begabungen in Rom. So wählte er sich denn für seine Auftritte Neapel, in der Hoffnung, dass seine künstlerischen Ambitionen in dieser Stadt mit ihrer langen griechischen Tradition eher Verständnis finden würden als in Rom.
Zwei Ereignisse der Jahre 64 und 65 n. Chr. machen deutlich, dass der Prinzipat Neros auf eine wachsende Ablehnung der Bevölkerung und vorallem den Senatoren stieß und so zu einer Belastung für das Imperium Romanum wurde:
der Brand Roms auf der einen und die Aufdeckung der Pisonischen Verschwörung auf der anderen Seite. Brandkatastrophen hatte es im alten Rom nicht selten gegeben. Die " suburbiae " mit ihren unzähligen verwinkelten Gassen, offenen Feuerstellen, der äußerst dichten Bauweise, den Menschenmassen waren nur allzu leicht ein Opfer der Flammen. Aber keiner der früheren Brände hatte größere Auswirkungen auf die Politik als der oben erwähnte. Der Brand des Jahre 64 nämlich, der weite Teile der Stadt komplett einäscherte und viele Menschenleben kostete, wurde zum Politikum, weil das Gerücht entstand, Nero habe angesichts der brennenden Stadt auf der Bühne seines Hauses ein Lied auf den Untergang Trojas gesungen und Verse deklamiert. Zu dem glaubte man allgemein, dass Nero selbst den Befehl zum Anzünden der Stadt gegeben habe, da ihn die widerwärtigen Gerüche aus den Massenvierteln bei ungünstigen Winden belästigt haben sollen und er unbedingt Platz schaffen wollte, um ein neue architektonisch bessere Stadt aufzubauen.
Um diesen Vorwürfen zu begegnen, machte Nero die in Rom lebenden Christen für den Brand verantwortlich:
dabei wurden die Christen auch wenn ihnen keine Beteiligung an der Brandstiftung nachgewiesen werden konnte, alleine wegen ihres Glaubens mit dem Tod bestraft. Die öffentlichen Hinrichtungen geschahen auch in den kaiserlichen Gärten auf eine derart graumsame Weise, dass sie nach der Meinung des Tacitus eher das Mitgefühl mit den Veruteilten erweckten als Hass auf die Außenseiter, diese neue Sekte in Rom. Die Christenverfolgung Neros, der dadurch vom Verdacht, dass er der Brandstifter sei, ablenken wollte, wurde zum Präzedenzfall für das Vorgehen Roms gegen die Christen und hat auf diese Weise das Verhältnis zwischen Imperium und Christentum über eine Zeitraum von rund 250 Jahren bestimmt. Für das frühe Christentum war Nero der erste systematische Verfolger, derjenige princeps, der nun Rom selbst zur Blutstätte der Märtyrer gemacht hatte. Nero wurde deshalb auch teilweise mit dem Antichristen identifiziert, so z.B. im Werke Commodians " carmen apologenticum". ( da sich heute islamische Terroristen gerne als Märtyrer bezeichnen, wenn sie sich als Selbstmörder in die Luft sprengen und dabei unschuldige Menschen ermorden, möchte ich hier noch kurz darauf hinweisen, dass der Begriff " Märtyrer " = " Blutzeuge " seit dem 1 Jdh. gebräuchlich für Christen ist, und die trotz der Christenverfolgung an ihrem Glauben festhielten und aus diesem Grund den Tod erlitten.)

Nero hatte beim Volk und bei den angesehenen Familien aber auch noch aus einem anderen Grund ungeheuer viel an Ansehen verloren;
er ließ sich von seiner Frau Ocatavia scheiden. Diese war ungemein beliebt. Erst schickte Nero sie auf die Insel Pandateria in Verbannung und wenige Tage später ließ er sie dort umbringen. Das Maß war voll!

Es brodelte und gärte in Rom und im Reiche, und die Stimmung schlug immer mehr gegen den Herrscher um. In die große weitverbreitete Verschwörung gegen Nero, die Pisonische, waren nicht nur Senatoren, sondern auch viele Prätorianeroffiziere ( = Leibgarde des jeweiligen Kaisers, die sich aus ihm treu ergebenen Männer zusammensetze) verstrickt.
Die Motive der Verschwörer hat prägnant denn auch der Prätorianer Subrius Flavius formuliert, der auf die Frage Neros, warum er seinen Fahneneid gebrochen habe, antwortete:
" Ich hasste dich. Keiner von den Soldaten war dir treuer, solange du es verdientest, geliebt zu werden. Zu hassen begann ich dich, nachdem du zum Mörder deiner Mutter und deiner Gattin, zum Wagenlenker und Schauspieler und Brandstifter geworden warst." Um sich während der Dauer und der Aufdeckung der Verschwörung und danach die Loyalität der Prätorianergarde zu sichern, ließ der in Panik geratene Imperator pro Mann 2000 Sesterzen auszahlen. Wir kennen übrigens die Aussage des Subrius Flavius, weil Nero, um das rücksichtslose Vorgehen gegen die Verschwörer zu rechtfertigen, ihre Geständnisse in Buchform publizieren ließ.

Wahrscheinlich lag es auch an der Menge der an dieser im Jahre 69 n. Chr. gegen Nero laufenden Verschwörung Beteiligten, dass die Späher des Imperators diese entdecken konnten. Neros Rache war fürchterlich. Durch Folter gelang es Nero in kurzer Zeit alle Mitwisser und Mitverschwörer zum Geständnis zu zwingen, auf ordentliche Gerichtsverfahren wurde verzichtet. Die Aufdeckung der Verschwörung gelang nicht zuletzt deshalb in vollem Umfang, weil die beschuldigten Aristokraten ihre Mitwisser reihenweise unter der Folter verrieten. Einzig die Freigelassene Epicharis schwieg selbst unter Folter. Lobenstein hat sie zu Recht zur Heldin eines Barockdramas gemacht!
Mit Verbannung oder dem Tod wurden die überführten Verschwörer bestraft:
Der als neuer Princeps vorgesehene C. Calpurnius Piso, auf den sich die Verschwörer als Nachfolger Neros geeinigt hatten, ( Historiker sprechen sogar davon, dass auch Seneca im Gespräch als Nachfolger gewesen sein soll) ebenso wie der designierte Konsul Plautius Lateranus sowie Faenius Rufus, einer der Prätorianerpräfekten, und der Dichter Lucan. Seneca, von dem man weiß, dss er von der Verschwörung nur wusste, wurde jetzt ( Ich verweise hier an dieser Stelle auf mein kürzlich gehaltenes Seneca Referat) zum Selbstmord gezwungen, bei dessen Ausführung zum Schluß auf kaiserlichen Befehl brutal nachgeholfen wurde. Eine Verfolgung stoischer Denker setzte ebenfalls nach der Aufdeckung der Verschwörung ein. Die Pisonische Verschwörung, die den Tod bzw. Sturz Neros als Ziel hatte, scheiterte, aber sie zeigte auf, dass man Neros Haltlosigkeit, Dekadenz, Brutalität, Unentschlossenheit und auch sein immer unverschämter werdendes Auftreten gegenüber dem Senat überdrüssig war und ihn mitsamt seinen unterwürfigen Kreaturen hinwegzufegen gewillt war.

Am 9. Juni 68 n. Chr. ( also nur 3 Jahre nach dem Tod Pisos am 19.04.65 n. Chr.) starb Nero durch eigene Hand kurz vor seiner Festnahme als der
erste römische Princeps, der vom Senat abgesetzt und geächtet worden war. Nach der Aufdeckung der Pisonischen Verschwörung beruhigte sich die Lage nämlich nicht, und es kam zu weiteren Verschwörungen und Umsturzversuchen gegen Nero. Galba, dem Nachfolger Neros, gelang dann das, was Piso verwehrt blieb und was er mit seinem Leben bezahlte und viele Gleichgesinnte.



Literatur:

Meyers großes Taschenlexikon
Die römischen Kaiser Hrsg. Manfred Clauss im C.H. Beck Verlag
Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit in Becks historischer Bibliothek

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