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Titel / Referat: Medien und Politik - Expertenmeinungen

Schlagwörter: Sabine Christiansen, Meinungsmacher, Nachrichten, Infotainment, Nachrichtensendungen Hausaufgabe, Referat

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Medien und Politik

 

Expertenmeinungen
-> Politik ist, glaube ich, ohne mediale Vermittlung heute gar nicht mehr an die Wähler und Wählerinnen zu bringen. Sprich: Der Bürger muss mitgenommen werden − gerade in Zeiten, in denen ein Staat gezwungen ist, sich ein neues Kleid zu geben, zu sagen: Wir brauchen grundlegende Änderungen, oder: Wir müssen diese einführen, kann er das nicht auf Dauer gegen die Bürger tun, sondern muss es mit ihnen tun. Ich glaube, man holt sich – und das sieht man ja auch am immer wieder gleichen Zuschauerstamm vom Presseclub – aus den politischen Magazinen, aus Nachrichtensendungen, Nachrichtenhintergrundsendungen, Dokumentationen und unserer Sendung ein Gesamtbild heraus.
> Sabine Christiansen, geboren 1957, begann ihre journalistische Tätigkeit 1983 beim NDR. Von 1987 bis 1997 war sie Redakteurin bei ARD-aktuell und Moderatorin der "Tagesthemen". Seit 1997 leitet sie ihre politische Talkshow "Sabine Christiansen" in der ARD. <
Ich glaube, die Zuschauer sind heute medienkompetenter, als wir annehmen. So leicht lassen sich die Zuschauer nicht verblenden, da, wo jeder denkt: Wenn ich dem das erzähle oder einfach mal versuche, etwas unbeantwortet zu lassen, das merkt der schon nicht. Er merkt es schon am Gesichtsausdruck, er bemerkt schon ein unstimmiges Bild. Der Zuschauer ist da weitaus weiter, als wir oftmals denken. Insofern: Machen wir ihm nichts vor, seien wir ehrlich! ->
 
-> Die Medien werden eher zum Instrument der Politik gemacht. Die Politik versucht, die Herrschaft über die Medien zu erringen. Die Politik versucht auch, sich den kritischen Anfragen von Medien zu entziehen. Sie versucht, sie zu steuern; sie versucht, sie durch Drohungen und Verlockungen in einem System von Druck gefügig zu machen. Und ich glaube, dass die Katastrophe der politischen Kommunikation, die wir in diesen Monaten erleben, weil die Menschen nicht mehr verstehen, was die Politik tut, damit zu tun hat, dass die Politik sich verspekuliert hat. Journalisten glauben, sie seien Teil der Politik, sie würden Politik mit machen. Sie werden von der Politik gelockt, auf das Feld der Politik. Sie sind geschmeichelt, wenn sie mit Politikern persönlichen Umgang haben; sie fangen an, sich mit ihnen zu duzen; sie laden sie zu Geburtstagen, Hochzeiten oder ähnlichen Feiern ein; sie werden umgekehrt eingeladen. Das ist eigentlich schon der Kern der Perversion dieses Berufs.
> Hans-Ulrich Jörges ist seit mehr als 30 Jahren im politischen Journalismus tätig. Er war Politik-Ressortleiter beim "Stern", gehörte zum Gründungsteam der "Woche" und war später ihr Chefredakteur. Seit Mai 2002 ist Jörges stellvertretender Chefredakteur des "Stern". <
Die absolute Grenzüberschreitung geschieht dann, wenn Kollegen Politiker beraten, ohne dass das nach außen kenntlich wird, so dass sie gar nicht mehr als Journalisten arbeiten, sondern umgekehrt das Ohr in der eigenen Redaktion aufsperren, um dann den Politikern zu berichten, was dort über sie geredet wird. Das ist die Endstufe. Es müsste eigentlich für den politischen Journalismus einen Kodex geben, mit dem klar geregelt wird, dass jemand, der persönliche Nähe zu Politikern hat, nicht mehr über sie berichten darf. Wer einen Politiker duzt, darf nicht mehr über ihn schreiben; wer einen Politiker zum Geburtstag einlädt, oder von ihm eingeladen wird, darf nicht mehr über ihn schreiben. Es muss klare Grenzziehungen geben und die müssen in den Redaktionen kommuniziert werden. Und da muss darüber gewacht werden, dass sie eingehalten werden. Die Pressesprecher verlieren dramatisch an Bedeutung. Alle, die für politische Kommunikation normalerweise von Berufs wegen zuständig sind, werden degradiert, zum großen Teil, auf das Niveau von Terminverwaltern und Kontaktanbahnern. Die Politiker glauben, sie seien selbst am besten geeignet, ihre eigene Politik zu vermitteln. Sie erliegen diesem Irrtum, weil sie in alle möglichen Talkshows eingeladen werden. Bloß: Die Talkshows vermitteln nichts mehr. ->
 
-> Seit den Zeiten von Jean Baudrillard gibt es den großen Verdacht oder die große Beschreibung, dass die Massenmedien eine "Eigentlich"-Kommunikation sind, die dem Publikum die Antwort verbietet. Und ich glaube, dass das Unsinn ist. Ich glaube, dass es soziologisch viel interessanter ist, sich auch die Kommunikation zwischen denen, die schreiben oder eine Fernsehsendung machen und denen, die lesen oder nur zugucken als Kommunikation vorzustellen, d.h. als Zwei-Weg-Kommunikation, die dann eben diese Form hat, dass sich die Massenmedien genau anschauen müssen, was sie glauben, was ankommt. Und dass auf diese Art und Weise eine dauernde Suche nach dem, was das Publikum wohl interessieren könnte, stattfindet. Die Massenmedien erproben bestimmte Inhalte, versuchen, herauszufinden, ob das Publikum darauf reagiert, machen das genau so lange, wie sie glauben, dass das Publikum reagiert und lassen die Inhalte fallen, wenn sie glauben, dass die Inhalte das Publikum zu langweilen beginnen.
> Dirk Baecker, geboren 1955, ist Professor der Soziologie an der Privatuniversität Witten/Herdecke. Der Systemtheoretiker ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Soziale Systeme". <
Also, die interessante Frage ist erstens die Frage nach der Zirkularität: Wer glaubt wem was? Und zweitens: Die Frage nach den entsprechenden Karrieren. Themen werden geboren. Viele von den Themen, die geboren werden, sterben sofort wieder. Manche Themen gewinnen an Durchsetzungsfähigkeit, weil andere einsteigen, weil auch andere diese Themen interessant finden. Die Themen werden aufgebaut, werden dramatisiert, werden drastisch, sozusagen. Und in dem Moment, wo sie ihre größte Stärke entfalten, werden sie schon wieder uninteressant. Ich sehe die Qualität der Massenmedien seit der Erfindung der Flugblätter − also seit der Reformation, wenn Sie so wollen − als eine Qualität, die darin besteht, jedem Machthaber, sei es in der Politik, sei es in der Wirtschaft, klar zu machen, dass er gut beraten ist, sich die Akzeptanz seiner Position im Publikum anzuschauen. Sprich: Ein Machthaber, politisch oder wirtschaftlich, der sich nicht selbst kontrolliert im Hinblick auf die Art und Weise, wie er von der Gesellschaft kontrolliert wird, den gibt es schon seit Hunderten von Jahren nicht mehr.
Politische Inszenierung bedeutet, dass die Politiker begriffen haben, dass die Massenmedien diese Rolle spielen und dass sie ohne die Kooperation von Massenmedien, und ohne das sich Einlassen auf die Suche nach dem unbestimmten Publikum, keine Chance hätten, ihre Politik an den Mann zu bringen. Politik ist inszenierte Politik. Das lässt sich darauf zusammen fassen zu sagen: Politik ist Politik, und ohne Inszenierung wäre sie keine Politik.
 
-> Ich glaube, ich habe mich schon immer − weil ich diese alte Affinität zum Journalismus habe − mich nicht ganz so scharf gegen die Medien aufgestellt, wie manche andere das tun. Aber klar: Ich nehme heute noch viel stärker die Perspektive der journalistischen Sicht ein und verteidige auch das eigene Recht des Journalismus gegen die Politik und finde es wichtig, dass die Medien da eine klare Grenze ziehen. Das ist übrigens auch eine Aufgabe der Medien, das ist nicht nur eine der Politiker. Das heißt, da, wo Politiker extrovertiert sein müssen, müssen Journalisten sehr zurückgenommen sein und vor allen Dingen Distanz, Distanz, Distanz haben. Ich bin eher auf der optimistischen Seite und glaube, dass manches von diesem Kulturpessimistischen, was darüber gern gesagt wird, das redet von einer anderen Generation und nicht mehr von der jüngeren Generation. Und das heißt: Wenn man die nicht erreicht, dann hat der Politiker einen Fehler gemacht, weil er nicht gut genug redet, nicht gut genug kommuniziert; dann haben die Journalisten einen Fehler gemacht, weil sie keine angemessene Form finden. Politiker sollen den Menschen erklären, was sie wollen; sie sollen es allgemein verständlich machen. Und dafür ist die Talkshow ein Ort.
> 1998 übernahm Andrea Fischer, Jahrgang 1960, im Kabinett Schröder das Gesundheits- ministerium. Zwei Jahre später gab sie als Konsequenz aus der BSE-Krise die Politik auf und co-moderierte ab 2002 den "Grünen Salon", eine politische Talkshow bei N-TV. <
Ich fände es eher schrecklich, wenn die Politik noch mit den Mitteln von Anno dazumal arbeiten würde. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die elektronischen Medien zentral sind, und da gehört das auch dazu. Ich bin der tiefen, festen Überzeugung – und da spreche ich auch aus meiner sehr persönlichen Erfahrung - dass die Menschen ein sehr feines Gespür dafür haben, ob sie jemandem vertrauen oder nicht. Man kann sich beraten lassen - dass man in Talkshows besser keine karierten Sakkos trägt und der Rock sollte nicht zu kurz sein oder was auch immer - man kann was darüber lernen, wie man besser redet. Aber ich glaube, die Kunst besteht darin, das alles immer noch dicht am Kern der Person dran zu haben. Und ich glaube, die Menschen möchten auch keine stromlinienförmigen Politiker.
 
->http://www.bpb.de/
 

Strippenzieher und Hinterzimmer - Meinungsmacher im Berliner Medienzirkus
Als "ein Karussell der Eitelkeiten", als eine buchstäblich "verrückte Medienwelt": so beschreiben Politiker und Journalisten ihren Arbeitsplatz Berlin. Eine unbekannte Welt, in der es um Meinungsmacht und politischen Einfluss geht. "Denn Politik ist nur, was in der Öffentlichkeit stattfindet", so die Erfahrung eines langjährigen Ministers. Wer macht Meinung in Berlin? Wer umarmt wen? Wie groß ist die Distanz noch zwischen Politikern und Journalisten, wo sie doch wechselseitig aufeinander angewiesen sind? Diesen Fragen gehen die Autoren Thomas Leif (SWR) und Julia Salden (NDR) in ihrer 45-minütigen Dokumentation nach.
Der Film zeigt einen Ausschnitt aus dem hektischen und zum Teil absurden Alltag von Politikern und Journalisten in Berlin: die Jagd nach der exklusiven Nachricht und der knalligen Schlagzeile; die fast konspirative Welt der geheimen Hintergrundkreise; und der aufreibende Party-Marathon am Abend. Die Autoren dokumentieren die Folgen des "Meutejournalismus" im Bundestag und geben einen Einblick in die verborgene Szene der zahlreichen Hintergrundkreise, in denen sich Politiker mit handverlesenen Journalisten treffen. Die heißen dann "Gelbe Karte" oder "Rotes Tuch". Oder schlicht "Sozialpolitischer Hintergrundkreis". "Wir handeln geheime Dinge ab", sagt eine Journalistin über ihren Kreis, "das muss der Zuschauer oder Leser nicht erfahren, sondern er muss dann nur verstehen, was wir sagen." Und liefert auch noch den Grund für diese Schweigsamkeit in eigener Sache: "Was da gemacht wird, ist unser Berufsgeheimnis. Das gleiche gilt für den Lobbyismus. Ein Lobbyist redet ja auch nie offen darüber, mit wem er spricht, welche Papiere er erhält, wo er sie hinschiebt und was daraus wird."
"Strippenzieher und Hinterzimmer" zeigt, wie Journalismus in der Hauptstadt gemacht wird, wer welche Informationen "platziert" und welche Interessen im Wechselspiel von Politik und Journalismus die Oberhand behalten. "Es ist ein System, das sich selber zu fressen beginnt", analysiert Martin Bialecki, der Leiter der Berliner dpa-Zentrale, das Zusammenspiel von Politikern und Journalisten. Das überhitzte Klima in Berlin sei von "mehr und mehr Argwohn und Misstrauen gekennzeichnet".Viele in Berlin empfinden den Kampf um Aufmerksamkeit und Anerkennung als bedrohlich für beide Seiten, für Politik und Medien. "Weil in dieser medienbestimmten Republik jemand, der nicht in den Medien ist, nicht da ist", so Hans Eichel, langjähriger Finanzminister. Und Fritz Kuhn, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, bekennt: "Wenn Sie bei der Frau Christiansen oder bei der Frau Illner in den Talkshows nicht vertreten sind, dann existieren sie politisch nicht"."Wir müssen uns entschleunigen", bilanziert Thomas Roth, Leiter des ARD Hauptstadtbüros . "Einfach mal sagen, nein, ich brauche jetzt 14 Tage oder drei Monate für eine Antwort - auch wenn die Journaille drängt," empfiehlt Vizekanzler Franz Müntefering. "Diesen Mut müssen wir alle miteinander wieder mehr haben," fordert der Minister für Arbeit und Soziales. Doch Anzeichen dafür, dass die Tempospirale gestoppt wird, konnten die Autoren bei ihren Recherchen im "Treibhaus Berlin" nicht entdecken. 

Infotainment 
Allgemein versteht man unter Infotainment die Vermischung von Nachricht und Unterhaltung. Es bestehen drei wesentliche Gefahren:
  1. Der Zuschauer glaubt informiert zu sein, wurde aber bloß unterhalten. Er gibt sich einer Wahrheitsillusion hin.
  2. Die Inhalte der Berichte werden beliebig und die Grenzen von Realität und Fiktion werden verwischt.
  3. Die Zuschauer wenden sich von den sachlichen Informationen ab, wollen nur noch unterhalten werden.
Die Aufgabe der Journalisten bzw. der Nachrichten ist es wahrheitsgetreu, sachlich, umfassend und objektiv zu informieren, über Dinge zu berichten, die uns in unserem Leben betreffen. Die Journalisten wählen die in den Nachrichten zu zeigenden Berichte aus. Damit beginnt schon die Gefahr des Infotainment. Die tägliche Berichterstattung ist eine ständige Gratwanderung zwischen Information und Infotainment, das gilt sowohl für das dramaturgische Gesamtkonzept als auch für die einzelnen Meldungen. Ein Problem für die Journalisten ist es z. B., das Verhältnis von Fernsehbild und abstrakter Wortnachricht herzustellen, ohne dass sich der Zuschauer gelangweilt abwendet. Hierbei ist zu bedenken, dass Bilder den Menschen länger im Gedächtnis bleiben als die Berichte dazu, und inwiefern man diese durch Studien nachgewiesene Tatsache in den Nachrichten verwenden kann. Eine weitere Frage ist auch, ob die Moderatoren bzw. die Auslandskorrespondenten durch ihre Ausdrucksweise Gefühle auslösen oder ob durch bestimmte Bilder Gefühle bewusst ausgelöst werden sollten. Ein weiterer Punkt, der eher der Unterhaltung als der sachlichen Information dient, sind gestellte Szenen, wie z.B. der Mann mit dem ominösen Koffer, dessen Gesicht der Zuschauer nicht zu sehen bekommt und welcher eingesetzt wird, wenn es um Drogenübergabe oder Ähnliches geht. Ein weiterer entscheidender Faktor auf dem Weg zum Infotainment ist der Moderator. Da von den Sendern bestimmte Moderatoren für bestimmte Themen ausgewählt werden und sich der Zuschauer unbewusst darauf einstellt, verleiht dies dem Zuschauer schon beim Auftreten des Moderators ein Gefühl der Informiertheit. Eine weitere Gefahr beim Auftreten des Moderators ist, dass dieser weniger als Sprachrohr dient, das bloß die Arbeit anderer vorträgt, sondern eher als "Entertainer" fungiert. Durch die heutige Technik, die es ihm ermöglicht mit vielen Menschen gleichzeitig zu sprechen, ist das Bild des selbstherrlichen, allwissenden Moderators komplett. Für manche Sendungen werden heute, ganz nach amerikanischem Beispiel, schon mehrere Moderatoren verwendet, die durch gelegentliche "Small- talks" eine gelockerte Atmosphäre schaffen. Leider muss zum Abschluss gesagt werden, dass in der heutigen Zeit die meisten Sender eher zum Infotainment hin tendieren, da die Mehrheit der Zuschauer ihr Interesse eher den "Action-News" zuwendet als sachlicher Berichterstattung. 

Zur Nachrichtensendung RTL-Aktuell vom 01.12. und 08.12.1998   
Die Nachrichtensendung RTL-Aktuell des Privatsenders RTL wird jeden Tag von 18.45 Uhr bis ca. 19.10 Uhr gesendet. Drei Moderatoren gehen auf das Tagesgeschehen ein. Einer ist für den Sport, ein anderer für das Wetter und ein letzter für den allgemeinen Nachrichtenteil zuständig. Die Nachrichtensendung beginnt mit einem kurzen Überblick, danach wird über Politik berichtet. Dem politischen Teil folgt für ca. zwei Minuten ein Bericht über Menschen irgendwo auf der Welt. Am ersten Dezember wurde über die Kältewelle in Osteuropa berichtet. Es wurden Bilder von Obdachlosen und halb Erfrorenen in Krankenhäusern gezeigt. Außerdem wurde die dramatische Rettung eines Filmteams von einer russischen Insel geschildert. Am achten Dezember wurde zu dieser Zeit über die Entführung von Touristen im Jemen berichtet. Es folgten die Kurznachrichten. In diesen zwei bis drei Minuten wurde kein Wort über Politik verloren. Stattdessen gab es Bilder von Großbränden, Entführungen, Erpressungen, Börseneinbrüchen, Vulkanausbrüchen oder aber Bilder vom neuen RTL-Aktuell-Hubschrauber. Auch nach den Kurznachrichten ging es weniger um Politik als um den Welt-AIDS-Tag, Astronauten im Weltall oder um Elefanten, welche aus Afrika in einen deutschen Zoo verschickt werden sollten. Vor dem Wetterbericht gab es noch fünf Minuten Sport, und mit den Aussichten für die nächsten Tage endete die Sendung. Nach gründlicher Untersuchung dieser Sendungen bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass man für die Nachrichtensendung RTL-Aktuell den Begriff "Infotainment" durchaus anwenden kann. RTL vermischt bei seiner Sendung sehr stark den Informationsgehalt mit unterhaltenden Aspekten. Der Moderator wirkt wie ein Entertainer, der nicht nur über das Tagesgeschehen berichtet, sondern darüber hinaus auch sein Publikum unterhält. Er ist dadurch sozusagen der allwissende Star seiner Sendung und gibt den Zuschauern das Gefühl, informiert zu sein. Diese Empfindung wird auch dadurch hervorgerufen, dass mehrere Moderatoren sich die Sendezeit teilen. Privatsender arbeiten sehr stark konsumorientiert. Sie sind auf ihre Zuschauer angewiesen, weshalb sie ihr Programm auch an ihnen orientieren. Das macht sich auch in den Nachrichtensendungen bemerkbar. Die Sender zeigen neben dem Notwendigen vermehrt Berichte, die den Kunden Zuschauer anziehen, die aber meistens nichts in einer Nachrichtensendung zu suchen haben.

 Vergleich von Nachrichtensendungen bei privaten und öffentlichen Sendern  
Grundsätzlich lässt sich die Aussage treffen, dass der informationshungrige Zuschauer viel mehr Chancen bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten hat, bei politischen und wirtschaftlichen Fragen "auf dem Laufenden zu bleiben", als bei den "Privaten". In der "heute"- Sendung des ZDF z.B. werden dem Fernsehzuschauer klare Informationen geboten, bei komplizierten Themen bieten einfache graphische Darstellungen Hilfe, die einzelnen Vorgänge und Handlungen besser zu verstehen. Beim privaten Sender SAT.1 verursachen zur Erklärungen entworfene Graphiken durch unnötige Aufmachung und unzureichende Kommentare beim Zuschauer oft Verwirrung. Wirklich klüger ist man nach solchen "Hilfen" wirklich nicht. In der "heute"-Sendung setzt man vor allen Dingen auf den Vorrang politischer und wirtschaftlicher Fragen vor Meldungen gesellschaftlicher Natur. Die Fusion von zwei großen Pharmaziekonzernen oder Bundespräsident Herzogs Besuch in Großbritannien kommt auf jeden Fall vor dem Welt-AIDS-Tag oder den Nestlé-Erpressern. Doch auch beim ZDF nachrangige Themen stehen im Informationsgehalt über den Hauptthemen des Nachbarsenders SAT.1. Dort bestehen die Hauptthemen häufig aus entlaufenen Tieren oder Scheidungen Prominenter. Wirtschaft und Politik kommen, wenn überhaupt, erst an hinterer Stelle. Der Sportteil ist für den interessierten Zuschauer jedoch beim Privatsender besser gestaltet als beim öffentlichen, wo es meist beim Verlesen von Spielergebnissen bleibt. Die Konkurrenz bietet Berichte, Erklärungen und Interviews auch bei unwichtigeren Spielen und enthält außerdem eine Palette von verschiedensten Sportarten, wo beim ZDF Tennis und Fußball an erster Stelle stehen. Doch fairerweise muß gesagt werden, daß ARD und ZDF zur Information über die Sportereignisse der letzten Woche eigene Sportsendungen ins Leben gerufen hat, die den Zuschauer ebenfalls gut auf dem Laufenden halten, während bei SAT.1 Fußballsendungen den umschaltgeneigten Zuschauer beim Programm halten sollen. Das Fazit ist, dass SAT.1 die Zuschauer mit lebensnahen Themen zu seinen Nachrichten bewegen will, was bei öffentlichen Sendern noch nicht nötig ist. Aber heiligt der Zweck tatsächlich immer die Mittel? Richtig informiert wird der Zuschauer nach wie vor besser bei öffentlich-rechtlichen Sendern als bei der privaten Konkurrenz. 

RTL 2 – Nachrichten vom 07.12.1998  
Am Anfang der RTL 2 – Nachrichten werden die wichtigsten Themen in einer knappen Einleitung vorgestellt. Die Tagesthemen waren Schröders "Bündnis für Arbeit" unter dem Schlagwort "Auftakt", "Jelzin im Krankenhaus" unter dem Schlagwort "Kurzbesuch" und das "Schneechaos in Deutschland"; das Schlagwort hier war "Eiszeit". Die Themen werden von einer brisanten Musik unterstrichen. Nach der Begrüßung durch die Nachrichtensprecherin begannen die Nachrichten mit dem ersten Tagesthema "Bündnis für Arbeit". Die Bilder sprangen hin und her, aus dem Sitzungskabinett nach draußen, wo Demonstranten standen, dann wieder in das Sitzungskabinett, wo die Politiker ihr Programm vorstellten. Regierung, Gewerkschaft und Arbeitgeber saßen gemeinsam am Tisch, um Strategien gegen die Massenarbeitslosigkeit zu finden. An erster Stelle standen die Themen der "Jugendarbeitslosigkeit" und "die freiwillige Rente ab 60 Jahren". Die Arbeitslosen aber fanden keinen Platz in dieser Runde, weshalb sie draußen vor dem Sitzungskabinett protestierten. Es wurde beschlossen, dass mehrere Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen gebildet werden sollen, deren Ergebnisse am 25.02.1999 bekannt gegeben werden sollen. Der Reporter erläuterte kurz und sachlich das Vorhaben Schröders. Ich bin der Meinung, dass in der Berichterstattung die wesentlichen und wichtigsten Punkte genannt wurden. Jedoch fällt auf, dass hier zuerst das Optische wahrgenommen wird. Nur bei genauerem Zuhören bekommt man mit, was der Reporter sagt. Nach diesem Beitrag wurde zu einem Reporter nach Bonn geschaltet, der die Sachlage noch einmal kommentierte. Er brachte zwar seine Meinung kurz mit ein, jedoch blieb er recht "neutral", zumindest habe ich es so empfunden. Mir fiel bei diesem Gespräch auf, dass die Nachrichtensprecherin sich bei ihren Fragen nicht dem Reporter, sondern dem Zuschauer zugewandt hat. Von anderen Nachrichtensendungen kenne ich das anders: Der Nachrichtensprecher wendet sich vom Zuschauer ab und führt ein Frage-Antwort-Gespräch. Indem sich der Nachrichtensprecher mit dem Reporter unterhält, wird die Atmosphäre aufgelockert. Außerdem vermittelt er so sein eigenes Interesse an dem Thema, obwohl er nur die vorgegebenen Fragen stellt. Das heißt, dass er dem Zuschauer sein eigenes Interesse nur vorspielt. So verliert die eigentliche Aussage an Sachlichkeit, da der Zuschauer mehr dem Gespräch folgt als dem Inhalt. Die nächsten Nachrichtenthemen waren "Jelzins Kurzbesuch im Kreml" und "Netanjahu und die Aussprache für das dritte Gipfeltreffen mit Präsident Clinton und Palästinenserchef Arafat". Hier wurde, wie bei der gerade beschriebenen Meldung, die Sachlage kurz erläutert. Aber das Arbeiten mit Bildern spielte die wichtigste Rolle. Das kommt bei Straßenschlachten zwischen palästinensischen Demonstranten der radikalen islamischen Hamas und den israelischen Sicherheitskräften zum Ausdruck. Nach den wichtigsten Nachrichten des Tages folgten die Kurznachrichten aus aller Welt. Sie wurden kurz und wesentlich erläutert, aber der Schwerpunkt der Aussagekraft liegt in den Bildern. Am Ende der Nachrichten wurde über das dritte Tagesthema "Schneechaos in Deutschland" berichtet, das viele Unfälle in Deutschland verursacht hat. Meiner Meinung nach wird darüber zu lange und zu ausführlich berichtet. Es hätte gereicht, wenn der Bericht kurz die Folgen dargestellt hätte. Aber die Reporter sahen es für wichtig an, sämtliche Bilder über unbefahrene verschneite Straßen und unzählige Unfälle zu zeigen. Die RTL 2 – Nachrichten sind zwar wahrheitsgetreu, sachlich und objektiv, jedoch können sie nicht, wie eigentlich alle Nachrichtensendungen heutzutage, auf spektakuläre Bilder verzichten. Die Moderatorin bleibt freundlich und sachlich und bringt nicht ihre eigenen Kommentare und Meinungen zu den einzelnen Beiträgen ein. Ich habe schon das Gefühl über die wichtigsten Punkte informiert zu sein, obwohl sie in aller Knappheit dargestellt wurden. Bei diesen Nachrichten steht an erster Stelle sowohl die Innen- als auch die Außenpolitik. Dann erst folgen die Kurznachrichten und zum Schluss die Umweltkatastrophen. Daraus kann man ersehen, dass der Schwerpunkt auf wichtige politische Ereignisse gelegt wird. Die Sensationen und Katastrophen werden am Ende der Nachrichtensendung gezeigt. 

Direkter Vergleich der "Pro Sieben Nachrichten" und der "Tagesschau" vom 07.12.1998  
Die Pro Sieben Nachrichten gibt es täglich um 19.30 Uhr, die Tagesschau täglich um 20.00 Uhr. Die beiden Sendungen weisen eine unterschiedliche Struktur auf. Die Tagesschau besteht aus einem Nachrichtenteil, der zunächst mit ausführlichen Berichten auf die Hauptereignisse des Tages eingeht. Die Berichte bestehen aus einer etwa dreißig Sekunden langen Ansage und ein bis zwei Minuten langen Filmberichten, in denen auch die Korrespondenten selbst vor die Kamera treten. Es folgen weitere Berichte von mittlerer bis kurzer Dauer, die teils mit und teils ohne begleitenden Film ablaufen. Abschließend gibt es einen Wetterbericht.
Die Themen waren im einzelnen:
  • Bündnis für Arbeit
  • Lehrstellenbillanz
  • Tarifrunde der Metallindustrie
  • Altschulden von Ost-Bauern
  • Diskussion um Amnestieverstoß
  • Streit um Walser-Rede bei der Frankfurter Buchmesse
  • Rußland: Jelzin entlässt Stabschef
  • Abstimmung über Parlamentsauflösung in Israel
  • Anklage gegen bosnisch-serbischen General erhoben
  • Internationale Raumstation
  • Börsennachrichten
  • Krankenkassen kritisieren Ärzte
  • Doping-Verurteilung
  • Döring mit Hubschrauber abgestürzt
  • Unfälle durch Schnee auf den Straßen
Bei den Pro Sieben-Nachrichten gibt es einleitend die Themen des Tages in Schlagzeilen–Form. Anschließend gibt es Berichte, die in Länge und Aufbau denen der Tagesschau ähneln. Darauf folgt ein ausführlicher Sportteil mit einem besonderen Moderator und nach einer Werbeunterbrechung das Wetter mit einem dritten Moderator. Die Themen des Nachrichtenteils waren:
  • Bündnis für Arbeit
  • Schneechaos auf deutschen Straßen
  • Kinderporno-Prozess
  • Brandnacht in Paris: zehn Menschen starben bei Wohnungsbränden
  • Weltraum-Baustelle
  • Börsennachrichten
  • Jelzins Kurzauftritt im Kreml
  • (Sportteil)
  • Tropfende Teekannen in England: die Briten und ihr Teetime-Ärgernis
Vergleicht man allein die Themenlisten beider Sendungen, fällt auf, dass die Tagesschau wesentlich umfangreicher über das Tagesgeschehen berichtet. Die Themenwahl bei Pro Sieben zeugt von Sensationsjournalismus. Besonders deutlich ist dies an der Behandlung des Themas "Schneechaos" zu erkennen. Bei Pro Sieben ist es an zweiter Stelle plaziert, in der Tagesschau ist es das letzte Thema; der Pro Sieben-Bericht besteht aus 35 Sekunden Ansage und 75 Sekunden Bildern von verunglückten Autos, die Tagesschau beschränkt sich auf 25 Sekunden. Der Moderator der Pro Sieben-Nachrichten erfüllt in puncto Infotainment (s.o.) alle Kriterien. Er steht in seinem Studio, hinter ihm dreht sich eine Weltkugel, und erzählt, immer den Zuschauer anblickend, die Nachrichten. Dabei unterstützt er jede Aussage durch Gestik und Mimik. Bei dem Bericht über das Bündnis für Arbeit "unterhält" er sich mit dem deutschen Bundeskanzler Schröder und blickt ihn dabei an. Er scheint ein Übermensch zu sein, er kann alles. Bei der Überleitung zum Sport parliert er locker mit seinem Kollegen über eine verlorene Fußballwette. All diese Punkte dienen jedoch nicht der Information, sie dienen lediglich der Unterhaltung. Somit sind die Pro Sieben-Nachrichten für die reine Information nicht geeignet. Im Gegensatz dazu steht die Tagesschau. Der Sprecher sitzt ganz menschlich in seinem Studio und verliest emotionslos die Nachrichten. Es handelt sich hierbei noch um das "Sprachrohr" (s.o.), das die Arbeit seiner Kollegen weitergibt. Auch findet man hier keine Live-Schaltungen mit einem direktem Gespräch. Jedoch ist auch die Tagesschau nicht unfehlbar. Im Film über Infotainment waren auch fragwürdige Szenen aus der Tagesschau zu sehen, die man kritisieren muss. Die Tagesschau bietet aber einen umfangreicheren Überblick über das Tagesgeschehen als die Pro Sieben-Nachrichten. Sie wird also ihrer Aufgabe gerechter, wahrheitsgetreu, sachlich, umfassend und objektiv zu informieren. 

1. Kurze Einführung in die Massenmedien 
Die Massenmedien sind technische Einrichtungen, durch die fortlaufend ein überschaubar großes Angebot an Nachrichten, Unterhaltung und Wissen öffentlich an ein großes, heterogenes Publikum weitergegeben wird. Die breit gestreute Vermittlung von Botschaften an ein Massenpublikum erfolgt zum einen durch die Presse, das heißt, den Druck von Schrift und Bildern in Zeitungen und Zeitschriften. Des Weiteren bieten Rundfunk- und Fernsehanstalten durch eine Vielzahl von Sendungen und Programmen rund um die Uhr Nachrichten und Unterhaltung an. Als publizistische Einrichtungen haben Presse, Film und Rundfunk eine weit reichende und tief greifende öffentliche Bedeutung. Diese Medienorganisationen besitzen eine große politische und wirtschaftliche Macht und können durch ihre Allgegenwart die Massen stark beeinflussen. 

1.1 Einleitung 
Wie eingangs beschrieben, umfassen die Massenmedien eine Vielzahl an verschiedenen Möglichkeiten Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen. Aufgrund dessen haben wir uns den Schwerpunkt gesetzt, die Funktion des Fernsehens genauer zu untersuchen. Unser Ziel dabei war es herauszufinden, in welcher Form in erster Linie die Parteien das Fernsehen nutzen und wie die vorhandenen Informationen für den Zuschauer interessant zugeschnitten werden. Besonderen Wert wollten wir bei unserer Arbeit auf den Unterschied zwischen der Idee des Fernsehens und der eigentlichen Wirklichkeit legen. Dabei gilt es zu untersuchen, wie hoch der wirkliche politische Gehalt zum Beispiel in den Nachrichten ist und ob politische Sendungen zu Unterhaltung umgeformt werden, um eine möglichst große Bevölkerungszahl anzusprechen. Wir beginnen mit der Darstellung der ursprünglichen Idee des Fernsehens, wie sie zum Beispiel Wissenschaftler formulieren würden. 

1.2 Die Aufgaben des Fernsehens 
Das Fernsehen bietet die Chance, möglichst viele Staatsbürger mit den politischen und sozialen Auseinandersetzungen ihrer Gesellschaft zu konfrontieren. Fernsehen kann
  • Gegenstände eines Konflikts durch Information erst bewusst machen
  • Für die Partei ein Forum sein
  • Oder selbst Stellung beziehen.
Im allgemeinen werden den Massenmedien in einer Demokratie vier Funktionen zugeordnet:
  1. Information
  2. Mitwirkung an der Meinungsbildung
  3. Kontrolle und Kritik
  4. Unterhaltung und Bildung
Die Aufgabe des Fernsehens ist es, vollständig, sachlich und verständlich zu informieren, damit die Staatsbürger sich in der Lage sehen können mit kritischem Bewusstsein das öffentliche Leben zu verfolgen. Das Fernsehen soll dafür sorgen, dass der Einzelne:
  • seine Interessenlage erkennt
  • die demokratische Vefassungsordnung begreift
  • ökonomische, soziale und politische Zusammenhänge versteht
  • und über Absichten und Handlungen aller politischen Prozesse unterrichtet ist, dass er selbst zum Beispiel als Wähler oder Mitglied einer Partei daran teilnehmen kann.
2. Die Wirkung des Fernsehens auf den Zuschauer     
2.1 Bedingungen für die politische Wirkung 
Erst einmal ist festzuhalten, dass die Wirkung der Medien unter anderem von den politischen Redakteuren und den Zuschauern abhängt. Von den Redakteuren hängt zum Beispiel ab,
  • welche Aufgaben ihnen gestellt wurden und welche sie sich selbst gesetzt haben
  • welche Bevölkerungsgruppen sie erreichen wollen
  • in welchem Umfang und in welcher Form sie politische Informationen verarbeiten
  • wie sie sich ihr Publikum vorstellen.
Von den Zuschauern hängt zum Beispiel ab,
  • welche Ansichten sie über die Sendung haben
  • welche Erfahrungen, Meinungen und Kenntnisse sie haben
  • in welchen Gruppenbeziehungen sie stehen
  • wie viele von ihnen welche politischen Informationen zur Kenntnis nehmen
  • welche anderen Medien sie noch benutzen (Zeitung/Rundfunk)
  • welcher Bevölkerungsgruppe sie angehören.
2.1.1 Wovon hängen die Wirkungen ab?  
Vor allem die Eigenschaften des Publikums bestimmen die Wirkung des Fernsehens. Auf der anderen Seite prägen Inhalte und Formen der Aussagen die Nutzer so, dass ein Wechselbezug entsteht.

2.2 Die Einflussmöglichkeiten des Fernsehens 
  
Es ergeben sich Einflussmöglichkeiten, wenn
  • es um eine noch nicht ausführlich diskutierte Frage geht
  • ein Problem außerhalb der persönlichen Beziehung vorliegt
  • ein Thema mit Grundüberzeugung nicht zu tun hat.
Vieles spricht auch dafür, dass Meinungen über Personen leichter zu ändern sind als über Sachverhalte. Gefühlsansprache mit direkter Handlungsanweisung dürfte erfolgreicher sein als rationale Argumentation. Für besonders wirksam hält man dabei das Fernsehen wegen seines Aktualitätsvorsprunges vor der Presse. Die Theorie des Fernsehens haben wir nun ausführlich dargestellt. Es gilt jetzt zu überprüfen, inwieweit sie der Wirklichkeit entspricht.Erfüllt das Fernsehen wirklich die Aufgaben die es sich stellt, oder  3. Wird die Politik durch das Fernsehen zur Unterhaltung umgeformt?  Sowohl die Nachrichten, die Religion, die Bildung und unsere Wirtschaft, aber in erster Linie die Politik werden scheinbar immer weniger durch gedruckte Worte dargestellt, sondern zunehmend mehr werden diese Dinge fernsehgerecht umgeformt und den Erfordernissen des Bildschirmes angepasst. Gezwungenermaßen muss jeder Diskurs im Fernsehen in Form von Unterhaltung ablaufen, weil
  • das Fernsehen ein visuelles Medium ist
  • es in Bildern und nicht in Worten spricht
  • seine Bilder farbig sind und gerne aufgenommen werden
  • das Fernsehen eine unmittelbare emotionale Reaktion verlangt
  • es in nichts einer Zeitung oder einem Buch gleicht
  • Worte weniger einprägsam sind als Bilder.
Die kurze Beleuchtung, warum eigentlich jede politische Sendung gezwungenermaßen in Form von Unterhaltung gezeigt werden muss, reicht aber noch nicht aus, um die Realität des wirklichen Fernsehens zu erklären. DENN: Das Fernsehen ist für die Politik unverzichtbar, weil es für den Transport ihrer Absichten, Ideen und Beschlüsse dient. Viele Parteien haben die Auffassung ihre Zuschauer zu überzeugen; oft artet diese Auffassung jedoch in Propaganda aus. Unter Propaganda versteht man die Verbreitung von Ideen und Informationen mit dem Ziel der Manipulation. Propaganda kann von oder im Auftrag von Einzelpersonen, Unternehmen, politischen Organisationen und Regierungen verbreitet werden. Unabhängig von ihrem jeweiligen Ziel versucht Propaganda meist durch Appelle zu wirken. Dabei ist der effektive Einsatz von Kommunikationsmitteln und Medien, vor allem dem Fernsehen, unerlässlich. Die politische Propaganda hat das Ziel, die öffentliche Meinung positiv gegenüber den Zielen und Wertvorstellungen einer bestimmten politischen Gruppierung oder der Regierung zu beeinflussen. Das Fernsehen ist nicht nur ein Propagandist, sondern auch ein kollektiver Agitator mit dem Ziel, eine Gruppe der Bevölkerung zu beeinflussen und politische Veränderungen herbeizuführen Die Funktion des Fernsehens ist es nicht, eine kritische Stellung zu wichtigen Beschlüssen zu beziehen, sondern sich in politischer Überredungskunst zu üben und bereits gefasste Beschlüsse zu propagieren. Seine Hauptaufgabe besteht vielmehr noch darin, der Partei zu dienen und nicht nur stur über Tagesereignisse zu berichten. Das Fernsehen wird also benutzt, um das Wort der Partei zu übermitteln, es dient hierbei zur Steuerung und Rationierung jeder Art von Informationen. Das Fernsehen strebt gegenüber den anderen Massenmedien eineMonopolstellung an, die Priorität soll an erste Stelle gesetzt werden. Da wir nun wissen, was das Fernsehen wirklich anstrebt und wie es versucht sich zu vermitteln, müssen die Funktionen, die wir im 1. Teil herausgearbeitet haben, umformuliert werden. Sie müssten eigentlich so lauten:
  1. Umformung des Bewusstseins durch die Medien so, wie es sein soll
  2. Politisch geeignete oder genügend manipulierte Übermittlung von Informationen
  3. Aufbereitung, Zusammenstellung und Verbreitung von Nachrichten
Ein passendes Beispiel für die Darstellung der Parteien mit Hilfe des Fernsehens ist ein Werbespot der SPD. Das Wichtigste bei solchen Parteispots ist die Attraktivität der Beiträge. Das Angebot an verschiedenen Parteien ist groß genug, der Konsument muss also erst "gewonnen" werden. Aufgrund dessen muss auf Show und Witz zurückgegriffen werden, wobei die Ziele und das Programm der Partei völlig in den Hintergrund treten. Bei dem Werbespot laufen mehrere Männer durch einen Gang in einem Raumschiff, ihre Gesichter sind nicht zu erkennen, sie tragen einen Helm. Dann geht für den Zuschauer alles ganz schnell. Die Bilder wechseln in rasanter Geschwindigkeit – das Licht flackert – Musik wird eingespielt – eine Sirene heult los. Bis jetzt weiss noch keiner der Zuschauer, für was dieser Werbespot werben soll, bis die Männer gebeamt werden – nur einer bleibt zurück. Als dieser den Helm abnimmt, erkennt man Helmut Kohl und eine Stimme sagt:" Nicht alle sind für die Zukunft geschaffen!" Wo bleibt hier die politische Mitteilung??? Wissen wir jetzt, welche Ziele die SPD verfolgt??? Sollen wir jetzt die SPD wählen??? Wie auch dieses Beispiel noch einmal untermauert, werden die Parteiprogramme für die breite Bevölkerung komprimiert und auf wenige Parolen zusammengepresst. Die eigentlichen Vorhaben der Parteien bleiben den politisch Interessierten vorbehalten, die die Parteiprogramme und/oder den Politikteil der Tageszeitung lesen. Das Fernsehen wird am ehesten zur allgemeinen Information genutzt und erreicht damit auch eine breite Bevölkerungsmasse, doch der politische Gehalt ist auf ein Minimum reduziert. Bei schneller Information ist das Fernsehen gefragt, bei vollständiger Information die Zeitung. Diese These wird durch Behauptungen gestützt, deren 

Richtigkeit bis heute bewiesen wurde:
  1. "Die Erreichbarkeit mit politischer Information ist primär eine Funktion des grundsätzlichen politischen Interesses, weniger des bevorzugt genutzten Mediums.
  2. Im Bereich der politischen Information ergänzen sich in hohem Maße.
  3. Der Besitz eines Fersehgerätes beeinflusst die Erreichbarkeit des Bundesbürgers durch politisch Information in der Tageszeitung nicht negativ. Er hat auch keinen negativen Einfluss auf die Dauer der Zeitungslektüre.
  4. Der Besitz eines Fernsehgerätes wirkt bei politisch Uninteressierten eher anreizend auf die Nutzung der Zeitung.
  5. Die Selektion zugunsten der politischen Information ist beim Zeitungsleser größer als beim Fernsehteilnehmer.
  6. Fernsehteilnehmer mit starkem politischen Interesse haben eine starke Bindung auch an die Tageszeitung, die vertiefende und weiterführende Informationen vermittelt."
4. Werden die Parteien gleichberechtigt behandelt?  
Nach der eingehenden Auseinandersetzung mit dem Thema "Wie wird Politik im Fernsehen dargestellt?" stellt sich uns die Frage, inwiefern die Parteien sich im Fernsehen überhaupt präsentieren können. Als besonders interessant erscheint uns hierbei die Frage, ob alle Parteien gleichberechtigt auftreten dürfen. Wir könnten uns zum Beispiel vorstellen, dass kleine Splitterparteien gegenüber den großen Volksparteien eventuell im Nachteil sind. Vor anstehenden Wahlen macht sich der Drang der Parteien zum Bildschirm besonders bemerkbar. In einem solchen Fall teilen die Rundfunkanstalten die Termine nach dem Grundsatz der "Chancengleichheit" auf. Als Maßstäbe für die Bedeutung der Parteien, nach denen die Sendezeiten begrenzt verschieden bemessen werden dürfen, gelten: 

Das letzte Wahlergebnis, Die Dauer des Bestehens, Die Mitgliederzahl, Der Ausbau des Organisationsnetzes 
  
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat daraufhin in den Rundfunkgesetzen und Staatsverträgen das Recht der Parteien für Wahlsendungen generell zu streichen. Dieser Anspruch ist nach Meinung des DJV nicht aus der Verfassung abzuleiten. Sowohl die Bundesregierung als auch die Landesregierungen können jederzeit wichtige Erklärungen über das Fernsehen abgeben. In einem Staatsvertrag mit Deutschland heißt es wörtlich: "Der Bundesregierung und den Landesregierungen ist in Katastrophenfällen oder bei anderen vergleichbaren Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung unverzüglich angemessene Sendezeit für amtliche Verlautbarungen unentgeltlich einzuräumen." Ende 1962 wurde von den drei Bundestagsfraktionen vereinbart, dass die Fernsehsender vom Deutschen Fernsehen Sendezeiten erhalten, um ihre Meinung darzustellen, wenn
  • der Bundeskanzler zuvor eine Erklärung auf dem Bildschirm abgab
    oder
  • es um Fragen geht, die zwischen Regierung und Parlament strittig sind.
5. Schlusswort  
Abschließend stellen wir fest, dass Theorie und Praxis weit auseinander klaffen. Das Fernsehen dient in erster Linie der Unterhaltung, anstatt einer wirklich ausführlichen und stichhaltigen Information über Politik. Den Politikern selbst kann in diesem Punkt wohl am wenigsten ein Vorwurf gemacht werden. Anders, als es zum Beispiel bei der Zeitung ist, erwartet der Konsument vom Fernsehen, dass es rund um die Uhr Unterhaltung bietet. Für das Fernsehen stellt sich also der Zugzwang seinen Zuschauern gerecht zu werden, um danach hohe Einschaltquoten verzeichnen zu können. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind wohl die einzigen, die es sich leisten können ihre Politiksendungen nicht ausschließlich in Form von Unterhaltung aufzumachen, sondern auch ein wenig auf den politischen Gehalt zu achten. Wie sich bereits im Laufe unserer Untersuchung herauskristallisierte, greift ein politisch wirklich interessierter Bürger sowieso eher auf Medien mit höherem politischen Gehalt zurück, wie zum Beispiel auf Zeitungen und Zeitschriften, als auf das Fernsehen.
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