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Hausaufgabe oder Referat einsenden und bis zu 25 Frei-SMS kassieren. Titel / Referat: Biedermeier und Vormärz (Literatur zw. 1815 und 1848)Schlagwörter: Zensur; Musik; Junges Deutschland; Der hessische Landbote; Cocooning; Franz Grillparzer; Adalbert Stifter; Hausaufgabe, ReferatThemengleiche Dokumente anzeigenBIEDERMEIER UND
VORMäRZ
Literatur zwischen
1815 und 1848
An dieser Stelle wurde eine Grafik entfernt! Die Zeit des Biedermeier beginnt 1815
mit dem Ende der napoleonischen Herrschaft in Europa und dem Wiener Kongress und
endet 33 Jahre später mit der bürgerlichen Revolution, der sogenannten
„Märzrevolution“, deshalb wird diese Epoche auch Vormärz
genannt. Kennzeichen für diese Epoche ist die äußere Sicherheit
und die innere Unterdrückung aller mitteleuropäische Staaten.
Fürst Metternich setzte beim
Wiener Kongress die Ideen der Restaurationspolitik durch und behielt seine
Machtposition bis zur Märzrevolution.
Man versuchte die aufkeimenden Ideen
des Liberalismus, des Nationalismus und der Demokratie durch militärische
Intervention zu verhindern, deshalb entwickelte sich österreich zu einem
Polizeistaat. Metternich war der Meinung, dass das größte und
dringenste übel zu jener Zeit die Presse war, so richteten sich der
Polizeistaat und die scharfen Zensuren vor allem gegen die populären
Schriften, Zeitungen und Zeitschriften, Broschüren und Flugblätter.
Das Bürgertum und die Studenten reagierten unterschiedlich auf die
politischen Verhältnisse. Der eine Teil akzeptierte die Verhältnisse
und der andere Teil versuchte sich dagegen zu wehren und erhob sich immer wieder
zu Aufständen.
In dieser Zeit erlebte die Technik
einen unaufhaltsamen Aufschwung. Die
„Donaudampfschifffahrts-Gesellschaft“ wurde gegründet und die
erste Pferdeeisenbahn zwischen Linz und Budweis wurde in Betrieb genommen. Durch
diese Veränderungen entwickelte sich der industrielle Bereich in
österreich.
Die soziale Not und die Unzufriedenheit
mit der politischen Unterdrückung wird immer größer, deshalb
entwickelt sich der Nationalismus immer mehr und es kommt zur
Märzrevolution.
Die Bürger gewinnen im Biedermeier
Geld und Ansehen, haben jedoch keinerlei politisches Mitspracherecht, deshalb
ziehen sie sich in die eigenen vier Wände zurück und schätzen das
häusliche private Glück. Die Wohnung wird zum Mittelpunkt des Lebens,
dennoch gewinnen Kaffeehäuser und Theater, als wichtige Treffpunkte in den
Städten, an Bedeutung.
Die Literatur des Biedermeiers wird als
Erbe der Klassik und Romantik, aber auch als Rückgriff auf Tendenzen der
Aufklärung und der Empfindsamkeit verstanden. Sie wird oft als
reaktionär und epigonal bezeichnet, tatsächlich versucht sie aber
auch, dem bewusst erlebten Spannungsverhältnis zwischen Ideal und
unbefriedigender Wirklichkeit eine heile poetische Welt entgegenzusetzen. Dies
ist von genügsamer Selbstbescheidung, Zähmung der Leidenschaften,
Unterordnung unter das Schicksal, von innerem Frieden und der Liebe zu den
kleinen Dingen geprägt.
Als literarische Formen findet man im
Biedermeier neben Drama und Lyrik Skizzen, Stimmungsbilder, Märchen,
Erzählungen, Novellen und Romane.
Der biedermeierliche Autor sucht in
einer Epoche der gesellschaftlichen Unsicherheit Halt in sittlichen Gesetzen und
in der Ordnung der Vergangenheit, die aber auch von innen (menschliche
Leidenschaften) als auch von außen (neue gesellschaftliche Strukturen)
immer wieder in Frage gestellt werden. So treten in dieser Zeit nicht nur
Auseinandersetzungen zwischen Konservativen und Progressiven auf, sondern auch
Konflikte im inneren vieler Intellektueller und Autoren, was diese Zeit
resignieren und im Weltschmerz versinken lässt.
Der Epochenname Biedermeier stammt von
dem Parodisten Ludwig Eichroth, der seit 1855 Gedichte des schwäbischen
Schullehrers Gottlieb Biedermeier und seines Freundes Horatius Treuherz
veröffentlicht und darin das Spießertum der zurückliegenden Zeit
kritisch betrachtet. Erst seit etwa 1900 wird der Begriff "Biedermeier" positiv
verstanden und zur Epochenbezeichnung sowohl der Innenarchitektur und bildenden
Kunst als auch der Literatur dieser Zeit verwendet.
Mit Vormärz verbindet man
fortschrittliche Tendenzen - etwa ab dem Jahr 1815 - und eine Literatur mit
liberalen, später sozialpolitischen Zielen. Unterteilt wird die Literatur
des Vormärz in Junges Deutschland (von ca. 1830 bis zum Verbot dieser
Schriften 1835) und - nach einer unbenannten Zwischenphase - in den eigentlichen
Vormärz, auch politische Tendenzdichtung genannt.
Buchmarkt und ZensurBis in die 20er Jahre des 19.
Jahrhunderts vermag niemand vom Schreiben zu leben. Der „freie“
Schriftsteller scheitert zumeist an seiner finanziellen Situation. Doch nach dem
Wiener Kongress kommt es zu einer schnell steigenden Buchproduktion. Diese
Steigerung wird durch die Entwicklung technischer Neuerungen ermöglicht,
wie etwa die Papiermaschine, die Schnelldruckpresse und das Verfahren der
Stereotypie.
1819 wird eine für alle Staaten
des Deutschen Bundes geltende Vorzensur eingeführt. Davon sind alle
Publikationen unter 320 Seiten betroffen, dazu zählen Zeitungen,
Zeitschriften, Broschüren und Flugblätter. Umfangreichere Werke
können jedoch auch nach der Fertigstellung noch verboten und eingezogen
werden. Autoren und Verleger versuchen nun, mit Hilfe von Sammelbänden,
großer Schrift oder breiten Rändern die Vorzensur zu umgehen. Manche
Schriftsteller gehen ins Exil, besonders nach England oder Frankreich, wie
Ludwig Börne oder Heinrich Heine. Trotz der strengen Zensur erlebte das
Wiener Theater eine neue Blütezeit, die in den Volksstücken von
Ferdinand Raimund und Johann Nestroy ihre Krönung fand.
Musik im Biedermeier1812 wurde die "Gesellschaft der
Musikfreunde" gegründet, später der "Singverein" und die
"Singakademie", 1842 die "Wiener Philharmoniker". Die Hausmusik erlebte einen
großen Aufschwung, in bürgerlichen Häusern entstanden Quartette
und musikalische Zirkel. Auch die heitere Musik (Wiener Walzer) strebte einem
Höhepunkt zu. Wien entwickelte sich in diesen Jahrzehnten zur klassischen
Weltstadt der Musik.
Das Junge DeutschlandAls Junges Deutschland wird eine lose
Vereinigung von politisch engagierten Schriftstellern bezeichnet, denen Ludolf
Wienbarg den Namen gibt: "Dem jungen Deutschland, nicht dem alten widme ich
diese Buch."
Die wichtigsten Vertreter dieser
Richtung sind: Karl Gutzkow, Heinrich Laube, Theodor Mundt und Anastasius
Grün. Die nach Paris emigrierten Dichter Ludwig Börne und Heinrich
Heine sind ihre Leitbilder. Die Jungdeutschen haben das gemeinsame Ziel, die
Literatur zu erneuern, das Recht auch der Frauen auf Bildung und
Selbstständigkeit und die Emanzipation des Fleisches durchzusetzen. Sie
schreiben gegen die Zensur und für die Pressefreiheit, gegen die
Willkür der absoluten Herrscher und für das Recht auf Freiheit und
Gleichheit der Bürger, gegen die Kleinstaaterei und für eine
demokratische Verfassung. Sie treten für eine Trennung von Staat und
Amtskirche ein.
Die Jungdeutschen (ebenso ihre
Dichterkollegen im eigentlichen Vormärz nach 1840) verstehen sich als
Schriftsteller, deren Kunst weder zweckfrei-idealistisch noch
mystisch-verklärt, sondern eine poetische Verarbeitung und Widerspiegelung
politischer und kultureller Ereignisse sein soll. Neben lyrischen Texten,
Romanen und Novellen erscheinen literarische Zweckformen wie Briefe,
Reiseberichte, Memoiren, Flugblätter, journalistische Texte und
Feuilletons.
Am 10. Dezember 1835 werden die
gesamten Schriften des Jungen Deutschland durch den deutschen Bundestag
verboten, womit zum erstenmal in der deutschen Geschichte eine gesamte
literarische Richtung von der Zensur betroffen ist. Den jungen Literaten wird
vorgeworfen, "die christliche Religion auf die frechste Weise anzugreifen, die
bestehenden sozialen Verhältnisse herabzuwürdigen und alle Zucht und
Sittlichkeit zu zerstören". Das Verbot und die damit verbundenen
Repressionen bewirken, dass die jungdeutschen Autoren den Glauben an Recht und
Freiheit verlieren und viele von ihnen die gesellschaftspolitische Arbeit
beenden.
Literatur und
Revolution:
Der Hessische LandboteDer Literaturbetrieb des Vormärz
ist durch Aufklärungs- und Agitationsschriften
mitgeprägt.
Die Karlsbader Beschlüsse von 1819
und die nachfolgenden Maßnahmen drängen viele Aktivisten der
bürgerlichen Verfassungsbewegung, Studenten, Schriftsteller und
Intellektuelle in den Untergrund; sie werden unerbittlich verfolgt und
eingekerkert oder ins Exil getrieben. Bald, ab den 30er Jahren, werden
missliebige Werke nachträglich verboten und konfisziert, ja sogar ganze
Verlage geschlossen und die Struktur der Oppositionen
zerstört.
Entstehung und Verbreitung des
Hessischen Landboten
Im März 1834 gründet Georg
Büchner eine Giessener Sektion der „Gesellschaft der
Menschenrechte“ und verfasst eine Flugschrift mit dem Titel Der
Hessische Landbote, deren Entstehung und Verbreitung wegen der herrschenden
Zensur heimlich geschehen muss. Friedrich Ludwig Weidig, selbst anonymer
Verfasser der politischen Flugschrift Leuchter und Beleuchter für
Hessen, überarbeitet und redigiert (druckfertig machen) den Text
Büchners abschwächend.
Vom Landboten werden zwischen
700 und 1000 Exemplare gedruckt. Ein Student wird noch vor der Verbreitung der
Flugschrift mit 139 Exemplaren verhaftet. Trotzdem können viele Exemplare
in den Dörfern um Butzbach und Gießen verteilt
werden.
"Cocooning" - Die neue
Biedermeierzeit am Ende des 20. Jahrhunderts?
Die gesellschaftlichen Vorlieben der
Gegenwart weisen erstaunliche Parallelen zur Biedermeierzeit auf, wenngleich
auch die politischen Verhältnisse nicht vergleichbar sind. Ein
Rückzug in die eigenen vier Wände ist ebenso bemerkbar wie ein neues
Aufkeimen von "Natur-Romantik" und ein stärker werdendes Desinteresse an
der Politik. Wissenschafter haben den Begriff "Cocooning" ("sich
einhüllen") geprägt.
Grillparzer und
Stifter
Franz Grillparzer
Franz Grillparzer wurde am 15.
Jänner 1791 in Wien, als Sohn eines Hof- und Gerichtsadvokaten geboren und
starb am 21. Jänner 1872 in seiner Geburtsstadt.
Nachdem er das Anna-Gymnasium besucht
hatte studierte er Rechtswissenschaft und Philosophie. Nach dem
österreichischem Staatsdienst war er Theaterdichter am Burgtheater. Von
1832 arbeitete er als Hofarchivdirektor bis zu seiner Pensionierung 1856. Nach
1849 wohnte er im Hause der Schwestern Fröhlich Katharina, die dritte der
Fröhlich Schwestern, war Grillparzers „Ewige Braut". Er erlebte in
seinem Leben viele Enttäuschungen, doch wurden ihm am Ende seines Lebens
viele Ehrungen zuteil.
Adalbert Stifter
Adalbert Stifter wurde am 23. Oktober
1805 in Oberplan im Böhmerwald als Sohn eines Webers geboren und starb am
28. Jänner 1868 in Wien. Nach seiner Zeit als
Schüler der Bendiktiner in
Kremsmünster wurde er in Wien Student und Hauslehrer bei reichen Familien.
1837 heiratet er Amalie Mohaupt. 1848 zog er nach Linz, wo
er von 1850 bis 1860 Schulrat war.
„Stifter, der auch als Landschaftsmaler tätig war, begann im Zeichen
von Jean Paul und wurde dann zum maßvollen Dichter
„des
sanften Gesetzes".
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