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Hausaufgabe oder Referat einsenden und bis zu 25 Frei-SMS kassieren. Titel / Referat: Alternative Energiequellen: Sonnen- bzw. Solarenergie (Photovoltaik)Schlagwörter: Sonne; Himmelsstrahlung; kurzwellige Strahlung; langwellige Strahlung; Solarzelle; Photoeffekt; Solarkollektoren; Solartechnologie; Photovoltaische Systeme; Hausaufgabe, ReferatThemengleiche Dokumente anzeigenThomas Göken und Christopher
Eineke
Bio-Referat : Alternative
Energiequellen
1. Sonnen- bzw. Solarenergie
(Photovoltaik)
Eine für unsere Zeitbegriffe unerschöpfliche Energiequelle ist
die Sonne. Obwohl Sonnenenergie als eine neue oder unkonventionelle
Energiequelle betrachtet wird, wird sie (historisch gesehen) für
verschiedene Anwendungen eingesetzt. Viele Jahrhunderte lang wurden
Salzlösungen durch Verdunstung eingetrocknet, um Salz zu gewinnen; ebenso
wurden landwirtschaftliche Produkte in der Sonne getrocknet. Die
Brauchwassererwärmung, also Warmwassererwärmung, mit Sonnenenergie ist
eine übliche Methode, um in Teilen von Australien, Israel und Japan
Warmwasser für den Haushalt zu bereiten. Auf der Herstellung, dem Verkauf
und der Installation von Ausrüstungsteilen zur Warmwasserbereitung mit
Sonnenenergie beruht in diesen Ländern eine kleine aber lebensfähige
Industrie.
Die Menschen in den hochindustrialisierten Staaten begannen in den letzten
Jahren, ihre Einstellung zur Umwelt, zu den Rohstoffen und zu den
Energiereserven zu ändern. Aus dieser Haltung heraus, angespannt durch die
steigenden Energiekosten, bemühen sich verantwortungsbewußte
Techniker, mit Energie sparsamer umzugehen und die vorhandenen Energiequellen
effektiver nutzbar zu machen. Ganz besonders bemüht man sich in Europa seit
wenigen Jahren, wieder Sonnenenergie zu gewinnen und zu verwerten. Die
praktische Nutzung von Sonnenenergie mit technischen Methoden hat ja bereits
eine über 100jährige Geschichte. Aber Ingenieure, die die
zeitgemäße Technik beherrschen, sehen sich jetzt mit der Technologie
der Solarenergienutzung, der "HELIOTECHNIK", häufiger konfrontiert. Die
Gewinnung von Wärme ist die derzeit wichtigste Form der
Sonnenenergienutzung; das ist nicht zuletzt damit zu begründen, daß
solarthermische Anlagen am ehesten wirtschaftliche betrieben werden
können.
Die Sonnenenergie ist ein "politisch sicherer" Energieträger, da
Kontrollen oder Eingriffe von außen (z.B. des Auslandes) in das
Sonnenenergieangebot in der BRD nicht möglich sind. Versorgungskrisen durch
einen möglichen Ausfall von Sonnenenergie scheiden aus. Es entstehen damit
auch keine betriebs- oder volkswirtschaftlichen Kosten zur politischen Sicherung
des Anteils der Sonnenenergie an der Versorgung mit
Primärenergieträgern.
Die Nutzung der Sonnenenergie verringert den Verbrauch fossiler
Energierohstoffe. Der weltweite Vorrat an fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdgas,
Erdöl) ist begrenzt, obschon dies zur Zeit noch nicht als drängendes
Problem empfunden wird. Die jetzt verwendeten konventionellen Energieträger
wie Erdöl, Erdgas und Kohle sind ursprünglich aus Sonnenenergie
entstanden. Die Nutzung der Sonnenenergie ist nicht nur zum Schutz unserer
heimischen Wälder, sondern auch zur Abwendung der Gefahr einer weltweiten
Veränderung unseres Klimas dringend notwendig.
Die Energie der Sonne ist die notwendige Voraussetzung für das
Wachstum der Bäume und den Kreislauf des Lebens im ökosystem des
Waldes. Richtig genutzt, mit den vielfältigen, technischen
Möglichkeiten die uns heute schon zur Verfügung stehen, kann die
Sonnenenergie auch dazu beitragen, die Verschmutzung unserer Luft zu vermeiden.
Durch ihre Nutzung werden keine Stoffe an die Umwelt abgegeben (Emissionen), die
den Wald und unsere Gesundheit schädigen und weltweit eine Gefahr für
unser Klima bedeuten. Es gibt also auch kein Entsorgungsproblem wie z.B. bei der
Urannutzung. Es sind also für den Primärenergienutzträger
Sonnenenergie keine zusätzlichen Aufwendungen für den Umweltschutz in
bezug auf Ver- und Entsorgung erforderlich. Daher bedarf ihr Einsatz als
Energiequelle und die Erprobung neuer technischer Möglichkeiten
verstärkter Förderung.
Unsere Wälder sind krank, und noch ist kein Ende bzw. eine Trendwende
abzusehen. Die Ursachen sind vielfältig und wahrscheinlich recht
kompliziert vernetzt. Nach mehr als 10 Jahren intensiver Forschung scheint
jedoch ein Streßfaktor unter vielen bestimmend zu sein: die
übersäuerung der Böden, hervorgerufen durch den "sauren Regen".
Unstrittig ist die verheerende Wirkung des "sauren Regens" auf den Zustand
vieler Seen und ihrer Biotope, und eindeutig ist auch, daß er aus
Schwefeldioxid und Stickoxiden entsteht. Deren Hauptquellen sind konventionelle
öl- und Kohlekraftwerke, aber auch Heizanlagen in Industrie und im privaten
Bereich, sowie die Millionen Automobile. Die Folgen dieser vom Menschen selbst
geschaffenen Belastung können nicht oft und nicht drastisch genug genannt
und beschrieben werden: mit dem Waldsterben - verursacht durch die
Luftverschmutzung - verändern wir Klima und Lebensbedingungen von Tier und
Mensch. Wir müssen also schnellstmöglich handeln und die schon weit
fortgeschrittene Schädigungen unter Kontrolle bringen.
Kalkgaben in Form von Versprühen wiederum mögen kurzfristig dem
Wald helfen, indem sie den "sauren Regen" neutralisieren und die weitere
Versauerung der Waldböden bremsen; sie sind aber kein Mittel zur
Beseitigung der Schadenursachen.
Dies kann aber nur durch eine geänderte Energiepolitik geschehen,
durch ein grundlegendes Umdenken und dadurch, daß altgewohnte Strukturen
verlassen und neue entwickelt werden. Gemeint ist die vermehrte Nutzung der
natürlichen Energiequelle Sonne, in ihrer direkten Form als
Strahlungsenergie und ihrer Sekundärformen Wind, Wasserkraft und Biomasse.
Hierbei kann die Nutzung gleichwohl im industriellen wie im privaten Bereich
erfolgen, im ersten wirkungsvoll allerdings nur, wenn wir bereit sind, die
industrielle Fertigung einer geänderten Energiebereitstellung, nämlich
mehr als nur marginal aus regenerativen Quellen, anzupassen. Die ist durchaus
keine utopische Vorstellung.
Woran Wissenschaftler heute angesichts der immer knapper werdenden
Energievorräten fieberhaft arbeiten, hat die Natur schon vor Millionen von
Jahren entwickelt: die Nutzung und Speicherung der Sonnenenergie. Die Sonne
versorgt die Erde jährlich mit einer Energiemenge in Form von Strahlung m,
die das in allen heute bekannten und vermuteten Vorräten an öl, Kohle
und Gas gespeicherte Enrgiepotential um das Zehnfache übersteigt (siehe
Tabelle).
Die Sonne
Die Sonne besitzt eine Struktur und Eigenschaften; sie bestimmen die Art
der Energie, die die Sonne in den Raum abstrahlt. Die Sonne ist eine Kugel von
äußerst heißer gasförmiger Materie mit einem
Durchmesser von 1,39 x 10hoch6 km (1390000 km), und ist im Durchschnitt 1,5
x 10hoch8 km (150000000 km) von der Erde entfernt. Von der Erde sieht man,
daß sich die Sonne ungefähr einmal alle vier Wochen um ihre Achse
dreht. Jedoch rotiert sie nicht wie ein fester Körper; der äquator
benötigt ungefähr 27 Tage und die Polarregionen ungefähr 30 Tage
für jede Umdrehung. Die Oberfläche weist eine wirksame Temperatur von
5762 K (Kelvin) auf. Die Temperatur im Bereich der Kernregion wird
unterschiedlich auf 8 x 10hoch6 (8000000) K bis 40 x 10hoch6 (40000000) K
geschätzt und die Dichte auf ungefähr das 80- bis 100-fache von der
des Wassers. Die Sonne ist in der Tat ein kontinuierlich arbeitender
Fusionsreaktor, dessen "Kesselwanderung" aus Gasen bestehen, die durch
Gravitationskräfte zusammengehalten werden. Man vermutet, daß mehrere
Fusionsreaktionen die Strahlungsenergie der Sonne liefern, die wichtigste davon
ist ein Prozeß, in welchem Wasserstoff (d.h. 4 Protonen) verschmilzt, um
Helium (d.h. einen Heliumkern) zu bilden; die Masse des Heliumkerns ist geringer
als die der vier Protonen. In der Reaktion wird also Masse verloren und in
Energie umgewandelt. Bei der Kernfusion auf und in der Sonne werden in jeder
Sekunde ca. 650 Millionen Tonnen Wasserstoff in ca. 646 Millionen Tonnen Helium
umgewandelt. Die Differenz wird als Strahlungsenergie in den Weltraum
gesandt(Materie wird in Energie gewandelt). Die Erde empfängt entsprechend
der Entfernung nur den 2000 milliardsten Teil auf. Die Sonne verliert durch
dieses "Atomfeuer" in 1,5 Milliarden Jahren nur etwa 1 Prozent ihrer
gegenwärtigen Masse. Astrophysiker schätzen das Alter der Sonne auf
etwa 10 Milliarden Jahre, in dieser Zeit hat sie etwa 6 Prozent ihrer
anfänglichen Masse verloren. Die Sonne strahlt der sich drehenden Erdkugel
ständig 175 Milliarden Megawatt (MW) zu. In jeder Stunde empfängt die
Erdkugel und die sie umgebenen Atmosphäre also 175 Milliarden
Megawattstunden oder 175000 Milliarden Kilowattstunden. Diese Energie wird im
Inneren der Sonnenkugel bei Temperaturen von vielen Millionen Grad erzeugt. Sie
muß hinaus an die Oberfläche transportiert und dann in den Weltraum
abgestrahlt werden. Es muß daher eine Folge von Strahlungs- und
Konvektionsvorgängen, also Luftmassentransportsvorgänge, auftreten,
wobei Emission, Absorption und Wiederabstrahlung sich abwechseln. Die
Wellenlänge der Strahlung aus dem Sonnenkern befindet sich im
Spektralbereich der Röntgen- und Gammastrahlen. Die Wellenlänge der
emittierten Strahlung nimmt in dem Maße zu, wie die Temperatur mit
größer werdenden Radialentfernungen abfällt. Man vermutet,
daß 90 % der Energie im Bereich zwischen 0 und 0,23 R (R = Radius der
Sonne) erzeugt wird; darin sind 40 % der Sonnenmasse enthalten. Auf einer
Entfernung von 0,7 R vom Sonnenzentrum hat die Temperatur auf ungefähr
130000 Celvin abgenommen und die Dichte auf 0,07 g/cm³. Hier beginnen die
Konvektionsvorgänge bedeutend zu werden. Die Zone von 0,7 bis 1,0 R wird
Konvektionszone genannt. Innerhalb dieser Zone fällt die Temperatur auf
ungefähr 5000 K und die Dichte auf ungefähr 10 hochminusacht
g/cm³ ab.
Die Sonne strahlt Energie in Form von Strahlung in den Raum, welche auf
verschiedene Weise auf dem Erdboden auftreffen.
Direkte Strahlung (direkte Sonnenstrahlung) S, das ist die
Strahlung, die, von der Sonne kommend, ohne Richtungsänderung empfangen
wird.
An dieser Stelle wurde eine Grafik entfernt! Diffuse Strahlung (Himmelsstrahlung) H, das ist die Strahlung, die
von der Sonne kommend empfangen wird, nachdem die Richtung durch Reflexion und
Streuung in der Atmosphäre verändert worden ist.
An dieser Stelle wurde eine Grafik entfernt! Weitere grundlegende Arten von Strahlung, die beim thermischen Ablauf
solartechnischer Prozesse von Bedeutung sind. Kurzwellige Strahlung wird durch
gerade Pfeile versinnbildlicht, langwellige durch gewellte Pfeile:
An dieser Stelle wurde eine Grafik entfernt! An dieser Stelle wurde eine Grafik entfernt! An dieser Stelle wurde eine Grafik entfernt! An dieser Stelle wurde eine Grafik entfernt! Strahlungsflüsse sind wichtig in Verbindung mit dem thermischen
Verhalten solartechnischer Anlagen. Für diese Zwecke betrachtet man die
Strahlung in zwei Wellenlängenbereichen:
1. Sonnen- oder kurzwellige Strahlung
Das ist Strahlung, die von der Sonne stammt; sie liegt im
Wellenlängenbereich von 0,3 bis 3,0 μm, und
ihre Strahlungsquelle weist eine Temperatur von ungefähr 6000 K
auf.
2. Langwellige Strahlung
Das ist Strahlung, die von Strahlungsquellen stammt, deren Temperatur nahe
der gewöhnlichen Umgebungstemperatur liegt und die daher im wesentlichen
Wellenlänge mit λ > 3
μm aufweist.
Die Entdeckungsgeschichte der Solarzelle
Grundsteine der >>elektrischen Lichtzellentechnik<< wurden von
vier weltbekannten Forschern gelegt: von Heinrich Hertz, dem Entdecker der
Rundfunkwellen; Werner von Siemens, er erfand die Dynamomaschine und baute als
einer der ersten Ingenieure industrielle Lichtmesser; Max Planck, dem Entdecker
der Strahlungsquanten und Begründer der Quantentheorie: und Albert
Einstein, dem Begründer der Relativitätstheorie. Albert Einstein
erhielt 1921 den Nobelpreis für die Deutung der Lichtelektrizität,
also der Vorgänge, die auch in der Solarzelle eine entscheidende Rolle
spielen. Im einzelnen ist die 47jährige Entdeckungsgeschichte so
verlaufen:
1873 beobachtete W. Smith eine Stromleitfähigkeitsänderung
von Selen durch Lichteinwirkung. Werner von Siemens nutzte alsbald diese
Entdeckung zum Bau von Lichtmessern und half damit in Technik und Wissenschaft
diese wichtige Beobachtung von W. Smith zu verbreiten.
1887 bemerkte Heinrich Hertz bei Untersuchungen über die
Ausbreitung elektrischer Wellen als Nebenergebnis eine weitere lichtelektrische
Erscheinung, den sogenannten äußeren lichtelektrischen Effekt. Er
stellte fest, daß durch Bestrahlung der positiven Elektrode mit
ultraviolettem Licht eine elektromagnetische Wellen erzeugende Funkenentladung
bei niedrigeren Spannungen einsetzt. Diesen >>Hertz-Effekt<<
untersuchte zunächst W. Hallwachs sehr gründlich und fand, daß
die Bestrahlung der negativ geladenen Elektrode dagegen keine Veränderung
hervorruft und auch keinerlei Ladungsabnahme bewirkt. Diese beiden Effekte
wurden in den folgenden Jahren von sehr vielen Forschern immer wieder untersucht
und bestätigt. Dabei wurde mehrmals u.a. festgestellt, daß die
Energie der durch Licht herausgelösten Elektronen (der Photoelektronen, wie
wir heute sagen) offensichtlich nicht von der eingestrahlten
Lichtintensität, sondern nur von der Wellenlänge des Lichtes
abhängt. Diese Versuchsergebnisse waren mit der damals gültigen
Theorie von der Wellenlänge des Lichtes nicht vereinbar, nicht
erklärbar, und lösten immer wieder Kopfschütteln aus.
1905 gab dann Albert Einstein die richtige Deutung. Er verband die
von Max Planck am 14.12.1900 vor der Berliner Physikalischen Gesellschaft
vorgetragene >>revolutionär<< wirkende Quantenhypothese
(>>Strahlung ist von doppelter Natur: entweder Wellenerscheinung oder
Energiequantenerscheinung<<) mit dem Wissen über
Lichtelektrizität. Er zeigte, daß sich dadurch die beobachteten
Erscheinungen verstehen lassen. Einstein zeichnete dabei folgendes durch weitere
Experimente bestätigtem Bild von den Vorgängen:
1. Das auffallende Licht ist als ein >>Regen<< von
Energiequanten anzusehen. Ein absorbiertes Energiequant überträgt
einem Elektron seine Energie. Ist die Energie groß genug, das Elektron aus
seiner Atombindung zu befreien, wird dieses aus der Metalloberfläche
heraustreten (die zugeführte Energie wird in Austrittsarbeit
umgesetzt!).
2. Die Quantenenergie ist abhängig von der Frequenz des Lichtes. Mit
wachsender Frequenz (kürzer werdenden Wellenlängen) steigt die
Energie. Die Intensität des Lichts (Vielzahl der Quanten) bestimmt nur die
Zahl der befreiten Elektronen, sofern die Quanten die Mindesaustrittsarbeit
zuführen.
3. Durch elektrische Ladung der dem Licht ausgesetzten Metallplatten wird
der Austritt von Elektronen durch änderung der Austrittsarbeit entweder
erschwert, bei positiver Ladung, oder erleichtert, bei negativer Ladung. Die
positive >>Elektronen anziehende<< Ladung vergrößert die
Austrittsarbeit, die negative >>Elektronen abstoßende<<
verkleinert sie.
1920 Die überzeugende Erklärung des
>>äußeren lichtelektrischen Effekts<< erlaubte
schließlich auch die Erklärung des von Smith 1873 entdeckten
>>inneren lichtelektrischen Effekts<<
(Leitfähigkeitserhöhung). Die Erklärung gaben W. Gudden und R.W.
Pohl im Jahre 1920. Bei dem inneren lichtelektrischen Effekt verbleiben die
>>abgelösten<< Elektronen im Körper und tragen zur
Leitfähigkeitserhöhung bei.
1954 Die Solarzelle wird erfunden. In ihr werden die vom Licht im
Innern abgelösten Elektronen an einem sogenannten n-p-übergang
spannungserzeugend gefangen.
Die Solarzelle
Man spricht von Photovoltaik, wenn die Energie des Sonnenlichts mit
Solarzellen in Strom verwandelt wird. Das griechische "photo" steht dabei
für Licht, während "Voltaik" vom Namen des italienischen Physikers
Alessandro Volta abgeleitet ist, dem die Erforschung der Elektrizität viel
verdankt und nach dem deshalb auch die Maßeinheit Volt für die
elektrische Spannung benannt wurde. Von der Photovoltaik zu unterscheiden ist
die solarthermische Stromgewinnung, die die Wärme der Sonne zur Erhitzung
von Wasser oder eines anderen geeigneten Mediums verwendet, um die so gewonnene
Energie wiederum in Strom zu verwandeln. Im Grunde gehen alle fossilen und
erneuerbaren Energien auf die Sonne zurück. Das gilt für Kohle, Erdgas
und öl ebenso wie für Wasserkraft, Windenergie, Biogas oder
nachwachsende pflanzliche Rohstoffe. Die Photovoltaik ist aber sicher die
eleganteste Art, die Sonnenenergie in Strom zu verwandeln: Man braucht lediglich
die Solarzelle dem Licht auszusetzen und an ihren Kontakten den elektrischen
Strom abzugreifen. Die Solarzelle stellt sozusagen ein elektrisches
Mini-Kraftwerk dar. Sie ersetzt Dampfkessel, Turbine und Generator. Die
Solarzelle leistet sogar noch mehr: Sie überspringt selbst den Vorgang der
Photosynthese, die die Voraussetzung für pflanzliches Leben ist und dem wir
deshalb unsere vor Jahrmillionen entstandenen Vorräte an Kohle, öl und
Gas verdanken. Sie wandelt die Sonnenenergie ganz unmittelbar in Strom um.
Physiker haben errechnet, daß der Wirkungsgrad von Solarzellen, je nach
Material, theoretisch an die 30 % betragen könnte. In der Praxis werden
gegenwärtig etwa 13 bis 15 % erzielt, unter besonders günstigen
Bedingungen bis zu 18 %. Damit ist der Wirkungsgrad in jede Falle erheblich
größer als bei der pflanzlichen Photosynthese (2%) und nur etwa um
die Hälfte niedriger als bei den öl- oder Kohlekraftwerken. Wenn die
Photovoltaik bisher dennoch nur einen verschwindend geringen Anteil an der
Deckung des gesamten Strombedarfs hat, so liegt dies weniger an ihrem
Wirkungsgrad als an den bislang noch relativ hohen Herstellungskosten in
Verbindung mit der grundsätzlichen geringen "Leistungsdichte" der
Sonnenstrahlung. Diese beträgt nämlich höchstens 1 Kilowatt je
Quadratmeter. Dies bedeutet in sonnenreichen Gegenden eine nutzbare Leistung von
jährlich etwa 2,5 kWh je Quadratmeter, in unseren Breiten jedoch nur etwa
1kWh je Quadratmeter. Für die Nutzung der Sonnenenergie sind demnach
große Flächen erforderlich. Hinzu kommt, daß die Herstellung
von Solarzellen zunächst mal einen beträchtlichen Energieaufwand
erfordert. Und dieser Energieaufwand wird erneut fällig, wenn sie
ausgedient haben und deshalb ersetzt werden müssen. Die Lebensdauer von
Zellen aus Silizium wird derzeit auf rund dreißig Jahre
veranschlagt.
Der Photoeffekt
Die Solarzelle nutzt den sogenannten Photoeffekt, genauer gesagt den
Sperrschicht-Photoeffekt, zur Stromerzeugung. Der Photoeffekt ist im Prinzip
schon seit über 150 Jahren bekannt: 1839 stellte der französische
Physiker A. E. Becquerel fest, daß zwischen zwei Elektronen, die er zuvor
in ein Säurebad getaucht hatte, ein Strom floß, wenn er die eine
davon dem Licht aussetzte. 1887 entdeckte der deutsche Physiker Heinrich Hertz,
daß zwischen zwei Elektroden eines Funkeninduktors der elektrische Funken
leichter übersprang, wenn die eine Elektrode mit ultraviolettem Licht
bestrahlt wurde. Sein Schüler Hallwachs erforschte dieses Phänomen
näher und stellte dabei fest, daß eine mit ultraviolettem Licht
bestrahlte Zinkplatte einen schwachen Strom erzeugen kann.
Zusammenbau zu Modulen und Solarzellenanlagen
Um Verluste durch Reflexion des Lichts zu vermindern, werden die
Solarzellen mit einer dünnen Schicht Titanoxid überzogen, die ihnen
ihr charakteristisches blaues Aussehen verleiht. Ferner müssen die
dünnen, spröden und zerbrechlichen Zellen gegen mechanische
Erschütterungen und Witterungseinflüsse geschützt werden.
Normalerweise baut man gleich mehrere Solarzellen in einem Gehäuse mit
transparenter Abdeckung zu einem "Modul" (engl. panel) zusammen. Zur Erzielung
höherer Spannungen werden dabei die einzelnen Zellen in Serie geschaltet.
Um zuverlässig in eine 12-Volt-Batterie einspeisen zu können,
muß ein solches Modul bis zu 40 polykristalline oder bis zu 30
monokristalline Zellen enthalten, was Spannungen von 15 bzw. 20 Volt entspricht.
Die erhöhte Spannung ist deshalb erforderlich, weil bei Erwärmung des
Moduls Spannung und Stromstärke absinken, und zwar bei polykristallinen
Zellen stärker als bei monokristallinen. Aufgrund der
Wärmeempfindlichkeit der Solarzellen ist die Stromproduktion unter
ansonsten gleichen Lichtverhältnissen an heißen Standorten schlechter
als an kühlen. Standorte im Hochgebirge eignen sich deshalb besonders
für Photovoltaik. Aus den Modulen lassen sich wiederum Anlagen mit noch
größeren Leistungen zusammenstellen. Dabei muß darauf geachtet
werden, daß alle Solarzellen gleichmäßig dem Licht ausgesetzt
sind. Fällt nämlich die Spannung eines Moduls ab - beispielsweise weil
es von einem Baum beschattet wird -, so speisen die anderen Solarzellen
"rückwärts" in dieses Modul ein, was dessen Erwärmung, weiteren
Leistungsabfall und möglicherweise sogar die Zerstörung bewirkt.
Dieser Effekt kann durch Parallelschaltung einer "Bypaß-Diode" vermieden
werden, die beim Leistungsabfall das Modul gleichsam überbrückt bzw.
kurschließt.
Solarkollektoren
Der Einstaz von Solarkollektoren beschränkt sich in der Bundesrepublik
Deutschland weitgehend auf den Niedertemperaturwärmebereich, da hier die
Direkteinstrahlung der Sonne für eine Nutzung im Mittel- und
Hochtemperaturwärmebereich zu gering ist. Die Anwendungsschwerpunkte
der
Kunststoff-, Flach- und Vakuumröhrenkollektoren liegen bei der
Brauchwassererwärmung und der Schwimmbadbeheizung. Die insgesamt in der
Bundesrepublik Deutschland installierte Kollektorfläche beträgt knapp
300.000 m². Die technische Leistungsfähigkeit der Anlagen konnte in
den vergangenen Jahren deutlich verbessert werden. Ein PV-Feld von 16 m²
(so viel Platz ist im Mittel auf dem Süddach eines ein- bis
vier-Familienhaus in der Bundesrepublik in der Bundesrepublik vorhanden) erzeugt
pro Jahr rund 1600 kWh Strom. Jede auf diese Weise (anstatt im Kraftwerk im
heutigen Primär-Energieträger-Mix) gewonnene und ins öffentliche
Netz eingespeiste Kilowattstunde (kWh) vermeidet Schwefel- und Kohlendioxid,
Staub und andere Schadstoffe; die selbstproduzierten 1600 kWh sparen Jahr
für Jahr ca. 1000 kg Kohlendioxid und 1,2 kg Schwefeldioxid.
Die Anwendungen der Solartechnologie
Die Solartechnologie ist heute bereits in der Lage durch die Vielzahl ihrer
Anwendungsmöglichkeit im Einfamilienhaus, Schwimmbad-, Freizeit- und
Campingbereich, in der Landwirtschaft sowie im industriellen Bereich ihren
Beitrag zur Energieversorgungsfähigkeit dieser Energiequelle ist positiv zu
bewerten. Der dezentrale Einsatz der Photvoltaik könnte auch bezüglich
der Haupt-Stickoxidquelle, des Automobils, positives für den Wald - und
ganz allgemein für gesündere Luft - leisten, sofern wir als
autofahrende Gesellschaft bereit wären, ein klein wenig Abstriche am "immer
schneller, immer mehr"-Denken in Kauf zu nehmen.
Die Solarenergie wird also
verwendet.
Passive Nutzung der Sonnenenergie
Die passive Nutzung der Sonnenenergie für Wärmeversorgung von
Gebäuden umfaßt eine Vielzahl von architektonischen
Konstruktionselementen. Die nach Süden weisende Fensterfläche ist die
energetisch wirksamste Komponente solaren Bauens. Dabei lassen sich mit
hochwärmegedämmten Fenstern höhere solare Gewinne als bisher
erreichen. In Zukunft dürfte vor allem die transparente
Wärmedämmung eine größere Bedeutung erlangen.
Photovoltaische Systeme
Photovoltaische Systeme auf Basis kristallinen und amorphen Siliziums sind
zwar bereits in größerem Umfang verfügbar, doch besteht noch ein
erheblicher technischer Entwicklungsbedarf. Der Markt umfaßt heute im
wesentlichen der Kleingerätebereich (Rechner, Uhren u.ä.), das
netzferne Wohnen(Beleuchtung, Pumpen u.ä.), die netzferne kommerzielle
Nutzung(Kommunikation, Signalanlagen u.ä.) und die netzgekoppelten Anlagen
(Wohn- und Fabrikgebäude, Kraftwerke). Die technische Weiterentwicklung
konzentriert sich auf Fortschritte in der elltechnologie, um höhere
Wirkungsgrade und geringere Kosten zu erzielen. Dem sollen auch neue Materialien
und kostengünstigere Herstellungsverfahren dienen. Wesentliche
Verbesserungen werden außerdem auf dem Gebiet der Systemtechnik
erwartet.
Photovoltaik in der Praxis
Theoretisch lassen sich mit Solarzellen beliebige Spannungen und
Stromstärken erzielen. Man braucht nur die einzelnen Module - wie bei
Batterien - entsprechend hintereinander (höhere Spannung)
oder parallel (höhere Stromstärke) zu schalten. Der erzeugte
Strom läßt sich in Batterien einspeisen, so daß er selbst dann
zur Verfügung steht, wenn es dunkel ist. Ebenso kann der Solarstrom
über Wechselrichter ins Netz eingespeist werden. In der Praxis ist der
photovoltaisch erzeuge Strom allerdings noch so teuer und erfordert einen derart
hohen Flächenbedarf, daß er bislang nur für spezielle
Anwendungen im Schwachlastbereich in Frage kommt. Zum Beispiel sind Solarzellen
ideale Stromerzeuger für Taschenrechner, Kopfhörer-Radios, elektrische
Weidezäune, Meßstationen, Signaleinrichtungen und sonstige
verbrauchsarme Elektronik. Auch Fernsehumsetzer werden mitunter schon mit ihnen
betrieben. Sie können auch preisgünstiger, als es der Bau einer
Leitung wäre, die Stromversorgung einer Berghütte oder eines
Wochenendhaus sicherstellen. Eine Alternative zur normalen Stromerzeugung
können sie aber - bislang jedenfalls - nicht bieten. Von praktischer
Bedeutung sind die Solarzellen beim gegenwärtigen Stand der Technik vor
allem für die Stromversorgung in Entwicklungsländer. In diesen
sonnenreichen, aber unerschlossenen Gebieten können sie beispielsweise
Bewässerungspumpen antreiben und eine bescheidene Stromversorgung für
Beleuchtung, Rundfunkempfang oder Kühlung sicherstellen.
Weitere Steigerung der Wirtschaftlichkeit
In den Labors ist man zuversichtlich, den Wirkungsgrad von Solarzellen noch
erheblich verbessern und gleichzeitig die Herstellungskosten senken zu
können, so daß sich der wirtschaftlich sinnvolle Einsatzbereich
erheblich erweitern könnte. So hofft man, den Wirkungsgrad von Zellen aus
amorphem Silizium auf bis zu 15 % steigern zu können. Durch sogenannte
Tandem- oder Tripelzellen, bei denen zwei oder drei Dünnschicht-Solarzellen
mit unterschiedlichen Spektralempfindlichkeit übereinander liegen,
könnte man sogar etwa 20 % erreichen. Es wird nicht nur mit Silizium
experimentiert, sondern auch mit anderen Halbleitermaterialien wie
Kadmiumtellurit, Kupferindium-Diselenid oder Legierungen aus Silizium und
Germanium. Ebenso hofft man das Langzeitverhalten der Dünnschicht-Zellen
verbessern zu können, das bislang solchen aus kristallinem Silizium
unterlegen ist. Bei der traditionellen "Dickschichtzelle" aus Silizium
eröffnet die MIS-I-Zelle
(Metall-Isolator-Silizium-Inversionssolarschichtzelle) neue Möglichkeiten
zur Senkung der Herstellungskosten infolge des Wegfalls von Verfahrensschritten
und der Erhöhung des Wirkungsgrades durch doppelseitige Nutzung. Am fernen
Horizont zeichnet sich sogar die Möglichkeit ab, die Photosynthese der
Pflanzen eines Tages durch eine Art Farbanstrich kopieren zu können, der
das einfallende Licht in elektronischem Strom umsetzt.
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