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Hausaufgabe oder Referat einsenden und bis zu 25 Frei-SMS kassieren. Titel / Referat: Alternative LandwirtschaftSchlagwörter: Landwirtschaft; Monokultur; grüne Revolution; Argrarwirtschaft; Argrarpolitik; Steiner; Rudolf Steiner; ökologische Landwirtschaft; Fruchtwechsel; Hausaufgabe, ReferatThemengleiche Dokumente anzeigenAlternative
Landwirtschaft
Industrielle Landwirtschaft:
Rund 15 Millionen km2, ein Zehntel der
Landoberfläche der Erde, werden vom Menschen kultiviert. Die Art der
Bodennutzung wird durch unsere Sitten, Religionen und die durch Werbung
gesteuerten Eßwünsche von uns indirekt gesteuert. Diese hängen
mit allen beteiligten Industrien, mit den unterschiedlichen Anbau-, Ernte- und
Verarbeitungsmethoden, der dazugehörigen Wasserversorgung, den Pestiziden
und Düngemitteln und vielem anderen zusammen, was wiederum auf die
Lebensweise und Gesundheit des Menschen zurückwirkt.
Die zunehmende industrielle Nutzung des Bodens verführt
zu Techniken, die ihn allmählich zerstören. Als Beispiel soll die
Schädigung des Bodens durch Monokulturen dienen.
In Monokulturen werden einzelne Bestandteile dem
Boden übermäßig entzogen oder auch zugeführt. Das
ursprüngliche Gleichgewicht ist nicht mehr herstellbar, da das
Zusammenspiel der Mikroorganismen gestört bzw. vernichtet wird. Auch
können sich Pflanzenschädlinge stark vermehren. Durch immer
höheren Düngemittel- und Pestizideinsatz versucht man Ernteverluste
auszugleichen, dies führt zu einer weiteren überlastung der
Böden. Auch wird die genetische Vielfalt der Arten durch Konzentration auf
wenige ertragreiche zerstört. Die meisten durch Inzucht entstandenen Sorten
unserer landwirtschaftlichen Nutzpflanzen bieten nur kurzfristig Resistenz gegen
Krankheitserreger und Schädlinge. So beträgt heute die
durchschnittliche Lebensdauer einer Weizensorte nur noch 5 - 15
Jahre!
Grüne Revolution:
Die größte Hoffnung für eine ausreichende
Ernährung der zur Zeit noch um 70 Millionen Menschen jährlich
anwachsenden Weltbevölkerung hat man in den sechziger Jahren auf die
“grüne Revolution” gesetzt. Unter “grüner
Revolution” versteht man den Einsatz von sogenannten
Höchstleistungssorten von Mais, Reis und Weizen, die
witterungsunabhängig und gegen bestimmte Schädlinge resistent sind.
Diese Sorten reifen sehr schnell und bringen Rekorderträge, so daß
der Landwirt zwei- oder sogar dreimal im Jahr ernten kann. Allerdings liefern
diese Sorten nur dann gute Ernten, wenn sie massiv Düngemittel, Pestizide,
Wasser und andere Zusätze erhalten und mit Hilfe geeigneter
landwirtschaftlicher Methoden behandelt werden. Düngemittel aus Erdöl
waren ein wesentlicher Bestandteil der grünen Revolution. Durch die
gesteigerte Nachfrage stieg der Erdölpreis und somit auch der des
Düngemittels. Von der Energieseite her zeigen ausführliche
Energieanalysen, daß eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft
ein ökonomischer Unsinn ist.
Seit dem ersten Weltkrieg hat sich die Getreideerzeugung pro
Hektar Anbaufläche zwar verdoppelt, die dafür hineingesteckte Energie
in Form von Kunstdünger, Maschinen usw. jedoch verzwanzigfacht. Würde
das System unserer Agrarwirtschaft weltweit angewandt, so würden das eine
Steigerung des globalen Energieverbrauchs von 30% ausmachen.
Als ein Ergebnis der grünen Revolution haben viele
Länder ihre Getreideernten in außergewöhnlicher Weise
erhöhen können. So hat zum Beispiel Indien seine Weizenerträge in
20 Jahren verdoppelt und auf den Philippinen sind die Reiserträge um 75%
gestiegen.
Und doch scheint die grüne Revolution gescheitert zu
sein. Um so große Erträge zu erzielen, braucht es vor allem in den
Ländern der Dritten Welt großflächige Bewässerungsprojekte.
Durch die hohen Düngemittelgaben versalzen die Böden. Die
Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen nimmt an, daß
mindestens 50% des auf der Erde bewässerten Landes an Bodenversalzung
leiden. Auch hat es in den letzten zehn Jahren bei der weltweiten
Ertragsentwicklung einen Stillstand gegeben, in manchen Ländern sogar einen
Rückschritt. Hinzu kommt, daß die biologischen Grenzen eines
Düngemittleeinsatzes erreicht sind. Auch sind neue Schädlinge
aufgetaucht, die katastrophale Auswirkungen hatten, da die genetische Basis der
neuen Wundersorten stark auf bestimmte “Resistenzgene” eingeengt
ist, was zur Folge hat, daß sich die Anpassungsfähigkeit der neuen
Sorte verringert und die Anfälligkeit für unvorhergesehene Krankheiten
erhöht hat. ähnlich verhielt es sich mit einem auf den
Philippinen gezüchteten Wunderreis, der in Indonesien angebaut wurde. Die
Erträge stiegen dort zunächst um 18% an, doch an Düngemitteln
mußten gleich 125% mehr zugeführt werden.
In der Europäischen Union wie auch in österreich
sind die hohen Agrarüberschüsse ein großes volkswirtschaftliches
Problem. In der EU wurde die Agrarpolitik Opfer ihres eigenen Erfolgs. So
mußten bei der Gründung der EU die sechs Gründungsmitglieder
noch Nahrungsmittel einführen. Daraufhin wurden die Grundlinien der
EU-Agrarpolitik festgelegt. Man steigerte den technischen Fortschritt, versuchte
die Märkte zu stabilisieren, die Versorgung sicherzustellen und der
landwirtschaftlichen Bevölkerung eine angemessene Lebenshaltung zu
ermöglichen. Dafür wurde ein staatliches Garantiesystem mit
einheitlichen Preisen für die meisten Erzeugnisse eingeführt. Die
Mitgliedsstaaten mußten die Ausgaben dafür nach dem Solidarprinzip
gemeinsam finanzieren. Nach außen wurde ein Schutzwall gegen
Billigeinfuhren errichtet.
Die Landwirte erzeugten immer mehr, angetrieben von den
hohen Garantiepreisen und aufgrund einer rasanten Entwicklung der
Produktivität mit höheren Vieh- und Hektarertägen. Ein
übersättigter Markt ist die Folge und bis heute gibt es noch keine
richtige Lösung.
ökologische
Landwirtschaft:
Eine ökologisch orientierte Landwirtschaft nützt
die Stoffkreisläufe in der Natur. Die biologischen Landwirtschaft
kennzeichnen eine integrierte Schädlingsbekämpfung, weniger
verschwenderische Methoden der Bewässerung, organische Düngemittel und
neue Anwendungsformen von Ernterückständen und Mulchdecken, um das
Land zu schützen. Eine integrierte Schädlingskontrolle versucht nicht
mehr, die Schädlinge auszurotten, sondern ihre Bestände auf einem
erträglichen Niveau zu halten, indem man eine Reihe natürlicher
Einschränkungen einsetzt. Ein bodenschützender Anbau benötigt nur
ein Minimum an Eingriffen und ist energiebewußt. Da
Ernterückstände und Stoppeln auf dem Boden belassen werden, werden
Nährstoffe bewahrt und die Erosion verhindert. Zwischenfruchtanbau und
Fruchtwechsel erhalten das Gleichgewicht des Bodens und reduzieren
Schädlinge. So verhindert eine Gründecke unterhalb von Pflanzen, die
reihenweise angeordnet sind, Verdunstung und Erosion. Hülsenfrüchte,
als Stickstoffbinder, erneuern die Fruchtbarkeit des Bodens, wenn sie z. B.
zwischen Mais angepflanzt werden. In südlichen Ländern hilft eine
Tropfbewässerung. Sie erfolgt durch Rohre, die mit Löchern versehen
sind. Dadurch wird Wasser gespart und gleichzeitig die Ansammlung von Salzen,
die durch Verdunstung entsteht, reduziert.
Nahrungspflanzen, die an arme Böden angepaßt
sind, bieten neue Lösungen für die Länder der Dritten Welt. So
der in der Sahelzone beheimatete somalische Yehebstrauch; er hat nahrhafte
erdnußgroße Samen, die zu einer Hauptnahrungsquelle der Wüsten
werden könnten. Die Flügelbohne, vor zehn Jahren noch beinahe
unbekannt, verspricht heute die Sojabohne der Tropen zu werden. Jeder Teil der
Pflanze ist genießbar. Da sie zu den Hülsenfrüchten gehört,
bindet sie auch Stickstoff.
Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise:
Bei den verschiedenen Richtungen des alternativen Landbaus
besteht der größte Unterschied zwischen der biologisch-dynamischen
Richtung und den anderen. Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise wurde 1924
von Dr. Rudolf Steiner in Deutschland begründet. Sie beruht auf einem
komplexeren und umfassenderen natur- und geisteswissenschaftlichen Fundament als
alle anderen Richtungen.
Typische technische Merkmale sind die betriebseigene
Haufenkompostierung aller organischer Abfälle des Hofes, unter Verwendung
von sechs selbst hergestellten Pflanzenpräparaten; eine Verwendung von zwei
selbst hergestellten wachstumsanregenden und stärkenden
homöopathischen Spritzpräparaten; ferner die genaue Beachtung des
Zeitpunkts aller Feld- und Gartenarbeiten gemäß dem Rhythmus
kosmischer Konstellationen (eine Verwissenschaftlichung alter Bauernregeln) und
die Verwendung nur ungiftiger Hilfsmittel.
Häufig ist die Bauernarbeit noch kombiniert mit einer
erzieherischen, fürsorgerischen, philosophischen oder kulturellen
Tätigkeit. Die Waren aus einem biologisch-dynamischen Landbau sind mit dem
Warennamen und Markennamen “Demeter” gekennzeichnet. Waren aus
Umstellungsbetrieben (bis vier Jahre nach der Umstellung) kommen unter der
Bezeichnung “biodyn” in den Handel.
Die Wiederherstellung der Bodengesundheit:
Methoden zur Wiederherstellung der Bodengesundheit in
Landwirtschaft sind seit 60 Jahren bekannt und werden in alternativen
Landbauformen angewandt. Gestützt auf jüngste Forschungsergebnisse hat
eine Stiftung für ökologischen Landbau ein dem natürlichen
ökosystem angepaßtes Verfahren zur Wiedergesundung der heute extrem
geschädigten Böden über den gesamten durchwurzelbaren Raum
entwickelt und in Beispielsbetrieben angewandt. Seine Weiterentwicklung für
die Wiedergesundung der Waldböden dürfte möglich sein. Aufbauzeit
in der Landwirtschaft drei bis vier Jahre, für die Waldböden
wahrscheinlich länger - alles unter der Voraussetzung, daß die
jetzigen Schadstoffgehalte durch strikte und rasche Verhinderung aller
Emissionen nicht wesentlich zunehmen. Da sich aber die Vielzahl fast toter
Böden kaum mehr regenerieren kann und Emissionen wegen ihrer
weiträumigen Entstehung uns noch viele Jahre erreichen, befindet sich die
Wiederherstellung der Bodengesundheit in einem gefährlichen Wettlauf mit
der Zeit. Nur wenn sofort und von sehr vielen Land- und Forstwirten gehandelt
wird, besteht noch Aussicht auf Erfolg.
<Plakat>
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