Vortrag: Islam
Inhaltsverzeichnis
1.Einführung
2.Glaubensgrundlagen (5 Säulen des Islam)
3. Glaubensartikel (6Pfeiler)
4.Lebensbereiche welche der Islam umfasst
5. Zweck und Sinn des Islams
Einführung
Über keine Religion wird in der letzten Zeit so häufig geschrieben, berichtet und diskutiert wie über den Islam. Eine zunehmende Zahl von Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften, Berichten und Reportagen in Radio und Fernsehen sowie Dialogveranstaltungen mit anderern Religionsgemeinschaften belegend dies. Dazu kommen weltpolitische Ereignisse wie der Golfkrieg, der Nahost-Konflikt und ganz aktuell Afghanistan. Gleichzeitig müssen wir Muslime aber feststellen, dass die Unwissenheit über diese Religion weit verbreitet, leider auch durch Muslime. Das mag verschiedene Gründe haben, auf die ich hier aber nicht eingehen möchte, sondern ich möchte in diesem Artikel vielmehr zum allgemeinen Verständnis des Islam beitragen, indem ich die wichtigsten Grundzüge der islamischen Religion zusammenfasse und dabei kurz auf die Glaubenslehre erläuter.

Zunächst scheint es mir angebracht, die Bedeutung des Wortes „Islam" zu erläutern. Das Wort „Islam" stammt von der arabischen Wurzel „s-l-m" und kann mit Begriffen wie „Hingabe, Ergebenheit, Unterwerfung" umschrieben werden. Das Wort „Salam", das von derselben Wurzel abgeleitet wird, bedeutet soviel wie „Frieden", daher der islamische Gruss „As-Salamu alaikum" - „Der Friede (Gottes) sei mit dir". Ebenfalls von derselben Wortwurzel stammt der Ausdruck „Muslim/Muslima" was jemanden bezeichnet, der sich dem Willen des einzigen Gottes unterworfen hat und deshalb in Frieden mit sich, der Schöpfung und dem Schöpfer lebt.

Die Glaubensgrundlagen
Grundlage des Islam bildet das sogenannte Glaubensbekenntnis (arab. „Schahada"). Es lautet: „Es gibt keine Gottheit ausser Allah und Muhammad ist Sein Gesandter." Im ersten Teil dieses Glaubensbekenntnisses wird die Einheit Gottes (arab. „Tauhîd") bezeugt. Nichts kann auf die Stufe Gottes gestellt werden. Er ist die absolute Realität, die alles Sichtbare und Unsichtbare, Lebendige und Leblose aus dem Nichts erschafft und erhält. Gott lässt sich nicht auf die menschliche Ebene begrenzen, Er steht über allen sinnlichen Wahrnehmungen und rationalen Konzepten. Trotzdem ist Er dem Menschen näher als seine eigene Halsschlagader (vgl. Koran 50:16). Im Bewusstsein dieser Tatsache ist das Leben des Muslims deshalb auf das Erlangen des Wohlgefallen Gottes ausgerichtet.
Im zweiten Teil des Glaubensbekenntnisses wird der Glaube an die Prophetenschaft Muhammads (Friede sei mit ihm) zum Ausdruck gebracht. Die prophetische Sendung ist im Islam aber keinesfalls auf ihn beschränkt. Der Koran lehrt, dass sich Gott seit Anbeginn der Menschheit immer wieder den verschiedenen Völkern offenbart hat. Dazu erwählte er besonders edle Menschen als Überbringer Seiner Offenbarung und Seines Gesetzes. Die Propheten sind jedoch ohne Ausnahme Menschen und keine Übermenschen oder gar Götter sondern tragen nur ein Wunder mit sich. Die Muslime glauben an alle Gesandten Gottes und machen „keinen Unterschied zwischen ihnen" (vgl. Koran 2:285). Muhammad ist der letzte, der ihre Reihe abschliesst und ihre früheren Botschaften bestätigt.
Die Existenz des Menschen endet nicht mit dem Tod. Der Tod ist ein natürlicher Übergang vom diesseitigen in das jenseitige Dasein/Leben. Dieses Jenseits ist das eigentliche Ziel jeglicher Handlung des Muslims. Das Leben auf dieser Erde stellt in diesem Sinne eine Prüfung dar, in der die Weichen für das jenseitige Leben gestellt werden. Am „Tage des Gerichts" wird der Mensch für seine Taten von Gott zur Rechenschaft gezogen werden. Niemandem wird dabei nur das geringste Unrecht geschehen: „Wer Gutes im Gewicht eines Stäubchens getan, wird es sehen; und wer Böses im Gewicht eines Stäubchens getan, der wird es ebenfalls sehen." (Koran 99:8). Am Ende stehen dann das Leben im Paradies oder in der Hölle. Die Barmherzigkeit Gottes wird dabei den aufrichtig Bereuenden zugute kommen. In diesem Zusammenhang ist noch anzumerken, dass der Islam keine Erbsünde kennt. Jeder Mensch wird unschuldig geboren. Erst wenn er das Stadium der eigenen Urteilskraft erreicht hat, d.h. wenn er fähig ist, gut und böse zu unterscheiden, kann er zur Verantwortung für seine Taten gezogen werden. Dabei haben alle Menschen, ob Mann oder Frau, schwarz oder weiss, arm oder reich denselben Stellenwert vor Gott und dem Gesetz. Das einzige, das sie unterscheidet, ist der Grad ihrer Gottesfurcht und ihre Nähe zum Schöpfer (vgl. Koran 49:13).
Gott hat die Schöpfung nicht hervorgebracht, um irgendeinen Nutzen daraus zu ziehen, sondern er schenkt seinen Geschöpfen durch ihr Dasein die Möglichkeit zur eigenen Entwicklung. Der Mensch wird im Koran als „Statthalter Gottes" auf Erden bezeichnet (vgl. Koran 2:30). Ihm wurde die Erde zur Verfügung gestellt, um sie sich zunutze zu machen. Er darf dabei aber nicht vergessen, dass ihm die Erde mit all ihreren nützlichen Sachen nur für eine bestimmte Zeit zur Verfügung gestellt wurde und er nicht der eigentliche Besitzer(Der Mensch) ist. Dadurch ist der Muslim verantwortlich für die Schöpfung die dem Menschen gegeben wurde. Aus diesem Grundsatz lässt sich die islamische Umweltethik ableiten: da der Mensch nicht der Besitzer der Schöpfung ist, hat er kein Recht dazu, ihr irgendeinen Schaden zuzufügen. Er ist dafür verantwortlich, dass er sie seinem Schöpfer in dem Zustand „übergibt", in der er sie erhalten hat. Wir Muslime glauben, dass die Lösung der immer grösser werdenden Umweltprobleme nur auf dieser Basis befriedigend gelöst werden können.
Wie einige andere Propheten vor ihm erhielt auch Muhammad eine schriftliche Offenbarung, den Koran. Er wurde ihm im Laufe von 23 Jahren schrittweise offenbart und ist Warnung und „Rechtleitung für die Menschen" (vgl. Koran 2:185). Er bestätigt und vollendet alle früheren Heilsbotschaften. Sein Stil in deutlichem Arabisch ist unerreicht und sein Inhalt wurde bis heute unverfälscht überliefert, denn er wurde einerseits zu Lebzeiten des Propheten niedergeschrieben und andererseits von vielen seiner Gefährten auswendig gelernt. Der Koran ist Gotteslehre, Morallehre und Gesetz in einem. Er wird dabei erläutert und ergänzt durch die „Sunna," dem vorgelebten Beispiel des Propheten. Wird der Koran unter einem wissenschaftlichen Gesichtspunkt untersucht, so stellt sich heraus, dass er viele Aussagen enthält, die in der damaligen Zeit (vor rund 1400 Jahren) noch vollkommen unbekannt waren und deshalb nicht von einer menschlichen Quelle her stammen können (vgl. z.B. Koran 21:30 über die Entstehung des Universums, Koran 55:33 über die Eroberung des Weltraumes durch den Menschen oder Koran 75:37-38 über die Zeugung und Entwicklung des Menschen in der Gebärmutter).

Dann ist hier das Gebet (arab. „Salah") zu erwähnen, welches fünf mal am Tag allein oder in der Gemeinschaft verrichtet werden muss. Ihm gehen Reinigungen voraus, zu welchen in der Regel Wasser verwendet wird. Die Gebetszeiten werden nach dem Sonnenstand bestimmt, wobei es aber heute praktische Gebetskalender für alle Erdteile gibt. Das Gebet selbst besteht aus der Rezitation einzelner Teile des Koran begleitet von Körperhaltungen wie aufrechte Stellung, Verbeugung und Niederwerfung, welche die Hingabe an den Willen Gottes symbolisieren. Der Sinn des Gebets wird vor allem in seiner Schutzfunktion vor üblen Gedanken und Handlungen gesehen (vgl. Koran 29:45). Obwohl die Moschee oder „Masdschid" (d.h. Ort der Niederwerfung) der geeignete Raum für Gebete ist, brauchen sie nicht unbedingt dort verrichtet zu werden, da laut einer prophetischen Überlieferung die ganze Erde als ein Gebetsraum gilt.

3.An über achtzig Stellen erwähnt der Koran die Armensteuer (arab. „Zakat") zusammen mit der Verpflichtung zum Gebet. Die wohlhabenden Mitglieder der islamischen Gemeinschaft entrichten diese soziale Abgabe an die Bedürftigen, „damit die Reichtümer nicht nur unter denen umlaufen, die schon reich sind" (vgl. Koran 59:7). Die Armen und Bedürftigen haben deshalb ein Anrecht auf diese Zakat, welche einmal jährlich entrichtet werden muss. Natürlich werden dadurch nicht andere, freiwillige Spendenformen ausgeschlossen, sondern sie werden in vielen Stellen des Koran und in den Überlieferungen des Propheten ausdrücklich erwähnt und gefördert.

4.Wie allgemein bekannt, ist den Muslimen im Monat Ramadan das Fasten (arab. „Saum") vorgeschrieben. Es ist eine Übung zur Selbstbeherrschung, Willenskraft und innerer Einkehr. Vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang enthält sich der Fastende des Essens, Trinkens und geschlechtlichen Verkehrs. Dadurch sollen Körper und Geist gereinigt werden. Der Fastende hält sich fern von üblen Worten, Werken und Gedanken und sucht seine Zuflucht bei Gott in meditativer Versenkung, Gebet und Selbstbesinnung. Daneben fördert das Fasten das Zusammengehörigkeitsgefühl der muslimischen Gemeinde.

5.Eimal im Jahr versammeln sich Millionen von Muslimen aus der ganzen Welt in Mekka und Umgebung zur Pilgerfahrt (arab. „Hadsch"). In verschiedenen rituellen Handlungen folgen sie den Ursprüngen der islamischen Botschaft: das Umschreiten der von Abraham und Ismael errichteten Kaaba in Mekka, das Verweilen im geschichtsträchtigen Tal von Arafat, die sinnbildliche Steinigung des Satans und das abschliessende Opfer verbinden sie in eindrucksvoller Weise mit der abrahamitischen Tradition des reinen Monotheismus. Die Pilgerfahrt gilt als Symbol der muslimischen Einheit.

Die Glaubensartikel (6 Pfeiler)

Ein Muslim glaubt an Einen Gott, Erhaben und Ewig, Unendlich und Mächtig, Gnädig und Barmherzig, Schöpfer und Versorger. Gott besitzt weder Vater noch Mutter, noch einen Sohn. Er gebiert nicht und ist nicht geboren. Nichts ist Ihm gleich. Er ist der Gott der Menschen, nicht eines besonderen Stammes oder einer besonderen Rasse. Gott ist hoch und erhaben, aber Seinen gläubigen, verständigen Dienern sehr nahe; Er erhört ihre Gebete und hilft ihnen. Er liebt die Menschen und vergibt ihre Sünden. Seine Barmherzigkeit umfaßt alle Dinge.
Er gibt den Menschen Frieden, Glück, Wissen und Erfolg. Gott ist der Liebende und der Versorger, der Großzügige, der Großherzige, der Reiche und der Unabhängige, der Vergebende und Milde, der Geduldige, der Einzigartige und der Beschützer, der Richter und der Frieden. Gottes zahlreiche Eigenschaften sind im Koran erwähnt.

Gott erschuf den Verstand des Menschen, damit er begreifen kann, Er erschuf die Seele und das Bewußtsein, damit der Mensch gut und rechtschaffen werden kann. Er erschuf das Gefühl, damit der Mensch freundlich und menschlich sein kann. Im Gegenzug für all die Gnade und Barmherzigkeit, die Gott dem Menschen erwiesen hat benötigt Er nichts von uns, weil Er nichts und niemanden bedarf und Er unabhängig ist. Gott lädt uns ein, Ihn zu erkennen, Ihn zu lieben und seine Anordnungen zu befolgen. Dies ist zu unserem Nutzen und zu unserem Erfolg.

Die Gesandten und Propheten Gottes

Ein Muslim glaubt an alle Gesandten und Propheten Gottes ohne Unterschied. Alle Gesandten waren sterbliche Menschen. Sie waren von Gott auserwählt worden, um die Menschen den Islam zu lehren. Der Koran erwähnt 25 Propheten und Gesandte und berichtet, daß es noch weitere gab. Die Botschaft der Gesandten war im Kern die Gleiche, es war der Islam, und sie kam aus der einen und gleichen Quelle. Sie forderten die Menschen auf, sich dem Willen Gottes hinzugeben, d. h. Muslime zu werden.

Die Offenbarungen und der Koran

Ein Muslim glaubt an alle Schriften und Offenbarungen in ihrer vollständigen und ursprünglichen Form. Allah, der Schöpfer, hat die Menschen nicht ohne Rechtleitung gelassen. Offenbarungen wurden gesandt, um die Menschen auf den Rechten Pfad zu leiten.
Die Botschaft aller Gesandten und Propheten war die Gleiche. Sie forderten die Menschen auf, auf den Weg Gottes, von dem sie abgewichen waren, zurückzukehren.
Der Koran ist das heilige Buch der Muslime. Es ist die abschließende Rechtleitung an die Menschen, überbracht durch den Engel Gabriel an den abschließenden der Gesandten, Muhammad (s). Jedes Wort des auf Arabisch offenbarten Korans ist das Wort Allahs. Der Koran, welcher in 23 Jahren offenbart wurde, hat 114 Kapitel und über 6000 Verse. Der Koran handelt vom Menschen und dem Lebensziel des Menschen. Er spricht alle Lebensbereiche an und berichtet vom Leben nach dem Tode. Er beinhaltet Prinzipien, Anweisungen und Empfehlungen. Der Koran umfaßt grundlegend drei Bereiche: Die Einheit Gottes, das Prophetentum und das Leben nach dem Tode. Der Koran ist historisch gesehen unverändert in seiner Originalform überliefert worden. Die Muslime lernten und lernen Teile des Korans oder den ganzen Koran auswendig.

Die Engel

Die Engel sind geistige Wesen, aus Licht geschaffen, die weder essen noch trinken. Sie besitzen keinen freien Willen und sind nur mit dem Dienst für Allah beauftragt.

Der Jüngste Tag

Die Muslime glauben an den Jüngsten Tag und an die Abrechnung und die Rechenschaft für ihr Leben vor Allah. Nach dem Tode werden die Menschen auferweckt werden und ihre Taten werden im Jenseits vor ihnen ausgebreitet. Ihnen wird entweder von Allah vergeben, oder sie werden von Allah ihrer gerechten Strafe zugeführt. Kein Staubkörnchen Gutes oder Schlechtes wird verloren gehen. Allah wird am Tag des Gerichts absolute Gerechtigkeit walten lassen. Das Wissen über den Tage des Gerichts ist allein bei Allah.

Die Vorherbestimmung

Ein Muslim glaubt an die Vorherbestimmung. Vorherbestimmung bedeutet das zeitlose Wissen Allahs und die
Macht seine Pläne vorzubereiten und durchzuführen.
Allah ist Weise, Gerecht und voller Liebe und was Er tut hat Gründe, obwohl wir manchmal nicht in der Lage
sind, die Weisheit hinter Seinem Handeln zu erkennen. Der Mensch überlegt, plant und trifft eine
Entscheidung, aber wenn die Dinge nicht so laufen, wie er will, darf er die Hoffnung und die Geduld nicht
verlieren. Statt dessen sollte er auf Allah vertrauen, geduldig ausharren und das hinnehmen, was Gott für ihn
bestimmt hat.

Der Islam umfaßt alle Lebensbereiche


Die Muslime besitzen die feste Überzeugung, daß die Botschaft Muhammads (s) für die ganze Menschheit bestimmt ist und für alle Zeiten Gültigkeit besitzt.
Darauf deuten folgende Punkte hin:

1. Das spirituelle Leben: Gebet, Fasten, Armenabgabe, Hadsch, Liebe zu Allah und Seinen Gesandten, Liebe zur Wahrheit und der Menschheit, Hoffnung und Vertrauen auf Allah und die Guten Taten um Allahs Willen.

2. Das intellektuelle Leben: Wahres Wissen basierend auf klaren Beweisen und unbestreitbaren Belegen, die auf Erfahrung, Experimenten oder auf beidem fußen. Der Koran deutet auf die unendlichen Wissensreichtümer im Universum hin. Der Islam verlangt auf der Grundlage von Wissen und Forschung den Glauben an Allah.

3. Das Privatleben: Reinheit und Sauberkeit, angemessene Kleidung, rechtes Verhalten und eine gute und gesunde sexuelle Beziehung innerhalb der Ehe.

4. Das Familienleben: Eine Familie ist eine soziale Gruppe von Menschen, deren Mitglieder durch Blutsbande oder Heirat zusammengefügt sind. Heirat ist für alle die dazu in der Lage sind eine religiöse Pflicht. So hat jedes Mitglied der Familie Rechte und Pflichten.

5. Das soziale Leben: Dem Menschen ist von Allah angeraten, seine äußerste Hilfe seinen Familienmitgliedern, Verwandten, Angestellten oder Nachbarn angedeihen zu lassen. Es gibt keine Überlegenheit aufgrund von Klasse, Hautfarbe, Abstammung oder Besitz. Die Menschheit ist eine Familie von demselben Vater und derselben Mutter. Die Einheit der Menschheit ist nicht
nur der Urzustand, sondern auch das Ziel.

6. Das wirtschaftliche Leben: Den Unterhalt durch ehrbare Arbeit zu verdienen ist nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine große Tugend und wird sogar als Gottesdienst (‘Ibadah) aufgefasst. Das Verdiente ist Privatbesitz. Das Individuum ist verantwortlich für den Besitz des Staates und der Staat ist verantwotlich für die Sicherheit des Individuums. Das islamische Wirtschaftssystem basiert
auf Moral und Grundsätzen. Der Mensch kommt mit leeren
Händen auf die Welt und verläßt diese mit leeren Händen. Der Wahre Besitzer aller Dinge ist einzig und allein Allah. Der Mensch ist nur ihr Sachwalter.

7. Das politische Leben: Die Souveränität in einem islamischen Staat gehört Gott. Der Regierende
ist nur ein Ausführender, der von den Menschen ge wählt wurde und der entsprechend den

Gesetzen Gottes regiert. Der Staat muß Gerechtigkeit und Sicherheit für alle Bürger

garantieren. Nicht-Muslime genießen Rechtsautonomie z. B. in den Bereichen Ehe, Scheidung,
Erbrecht und Jurisdiktion.

8. Das internationale Leben: Die Menschheit hat einen gemeinsamen Ursprung, eine gemeinsame
Stellung und ein gemeinsames Ziel. Die Interessen und Rechte anderer bezüglich Leben, Ehre und Besitz werden geachtet. Unterdrückung ist verboten. Krieg ist nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

Der Zweck des Lebens

Der Muslim glaubt, daß der Zweck des Lebens der Dienst für Allah ist. Der Dienst für Gott bedeutet nicht, daßman sein ganzes Leben in Zurückgezogenheit und Meditation verbringen soll. Gott zu dienen bedeutet zu versuchen, das Leben entsprechend den vorgeschriebenen Regeln Gottes zu führen. Allah zu dienen bedeutet,
Ihn zu erkennen, ihn zu lieben, sich ihm hinzugeben und alle Lebensbereiche auf Gott auszurichten.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal festhalten, dass ich in diesem Artikel nicht alle Themen erschöpfend behandelt . Trotzdem hoffe ich, dass ich einen Einblick in die Gedanken- und Geisteswelt, welche bei den vielen Diskussionen über den Islam in den Massenmedien leider meist unbeachtet bleibt, vermitteln konnte. Danke für euer zuhören. Salam aleikum ( friede sei mit euch).