„Kiffer-Rebell“




Meine Persönliche „Kriegsdienst-Verweigerungs-Begründung“


Dies wird nun meine persönliche Begründung, den Kriegsdienst mit der Waffe zu verweigern. Nun ist mein erster Einwand, der wohl geläufigste, meine absolute Ablehnung von Gewalt. Eines meiner Prinzipien ist, jegliche Auseinandersetzungen mit Worten zu regeln. Mit dieser Einstellung bin ich gut durchs Leben gekommen. Und daran sollte sich auch niemals etwas ändern.
Eine Waffe in die Hand zu nehmen und zu lernen damit umzugehen, heißt für mich, zu lernen jemanden vielleicht sogar tödlich zu verletzen. Das ist ein Verstoß gegen meine Lebenseinstellung, der allerdings unumgänglich wäre, wenn ich mich der Bundeswehr „opfere“. Im Falle eines Falles so eine Schuld auf mich nehmen zu müssen, ist mir unmöglich, da ich die Waffe niemals abfeuern könnte, außerdem würde mich diese Schuld eine Ewigkeit verfolgen.
Ich bin nicht sonderlich religiös erzogen worden, jedoch halte ich mich an moralische Wertvorstellungen, die denen der Kirche sehr gleichen.
Nebenbei akzeptiere ich keine der vielen Glaubensgemeinschaften, da diese, neben vielen anderen Fehlern, ihren Glauben durch Kriege durchzusetzen versuchten. Hier verstößt „die Kirche“ gegen ihre eigenen Gebote. Besonders angesprochen sind hier „Liebe Deinen Nächsten“ und „Du sollst nicht töten“, zwei moralische Grundsätze nach denen auch ich mich richte.
Die Kriege dieses Jahrhundert, zu denen Verwandte und Bekannte noch beigetragen haben, beschäftigten mich sehr. Deutschlands Vergangenheit alleine reicht aus, um einen „Ekel“ gegen unkontrollierte Macht und Gewalt zu entwickeln. Auch jüngste Kriege zeigen, daß ursprünglich „gewaltfreie“ Aktionen schnell Opfer mit sich ziehen. Ein Beispiel: Im Kosovokrieg nutzte der Hierarchie-Staat ein angebliches Sprengstofflager, das von der Nato bald darauf unter Beschuß genommen wurde um Waffen zu beseitigen, zu Propagandazwecken. Soldaten ketteten Zivilisten in dieser Halle an und ließen sie beim Angriff auf diese sterben, um in den manipulierten Medien von einem Nato-Angriff auf Menschen zu reden. Ein ähnliches bekannteres Beispiel war die Zerstörung einer Brücke. Auch hier die selbe Situation. So handelt es sich um Menschenleben die völlig unbeabsichtigt ausgelöscht werden. Nicht einmal in einem solchen Falle, der den deutschen Luftbombern genauso geschehen könnte, könnte ich meine „Sünde“ entschuldigen.
Also könnte ich Menschenleben riskieren oder sogar selber in Gefahr geraten und das, weil ich einem Befehl gehorchen muß, den ich persönlich nicht vertrete.
Und damit wäre ich beim nächsten Thema. Ich habe das Recht auf freie Entfaltung meiner Persönlichkeit, soweit ich nicht die Rechte anderer verletzte. Hierzu bin ich berechtigt durch das Grundgesetz Artikel 2 Absatz 1. Meine Selbstentfaltung würde mir unmöglich werden, da ich, meiner Meinung nach, auf meine Selbstachtung als individueller Mensch verzichten müßte.
Denn wenn ich der Armee beitreten würde, wäre ich als eine Nummer einer Truppe eingesetzt, um durch Krieg für die Erhaltung des Friedens zu kämpfen. Krieg und Frieden halte ich für Gegensätze, die sich nicht verbinden lassen. Frieden kann man auch ohne Krieg erreichen. Das halte ich für logischer. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, daß Streitigkeiten meistens dann für längere Zeit geschlichtet werden, wenn man über sie redet und sie ausdiskutiert. Wenn man sich hingegen einer körperlichen Auseinandersetzung hingibt, wie es leider doch manch ein Freund tut, so ist der Streit auch danach noch lange nicht wirklich beruhigt. Im Gegenteil, es folgt oft die nächste Auseinandersetzung.
Ich persönlich würde nicht einmal mehr zurückschlagen. Auf diese gewaltfreie Weise gehe ich tieferen „Handgreiflichkeiten“ aus dem Wege.
Sie sehen: Ich kann, will und werde mich nie auf Gewalt einlassen.

Des weiteren bin ich der Überzeugung, auch wenn es in diesem Brief vielleicht nicht ganz angebracht ist, daß, wenn es überhaupt Militär geben muß, die Bundeswehr zur Berufsbundeswehr umfunktioniert werden sollte, da ich es gar nicht einsehe dem Staat zu dienen, der meine Vorstellungen von Politik in keinster Weise verwirklicht. Es handelt sich hier um eine Pflicht ohne persönliche Gegenleistung. Der Zivildienst hingegen, auch wenn es sich hier um den gleichen Zwang handelt, befaßt sich mit Menschen, ihnen zu helfen, sie zu unterstützen und einem gemeinnützigen Zweck zu dienen ohne Zuhilfenahme von Gewalt oder ihrer Androhung, Andeutung oder der Bereitwilligkeit hierzu.

Als Zivildienstleistender kann ich meine Liebe zum Umgang mit anderen Menschen und meinen Willen, gemeinnützigen Zwecken zu dienen, in meinen Job mit einbringen. Hierfür wäre ich bereit, 10 Monate zu geben.


Alles in allem verweigere ich hiermit aus Gewissensgründen unter Berufung auf das Grundrecht der Kriegsdienstverweigerung (Artikel 4 Absatz 3 Satz 1 des Grundge-setzes) den Kriegsdienst mit der Waffe.





Mit freundlichen Grüßen





Ein Revolutionär